mini|hochkant=1.1|Holzerather See Holzerath (moselfränkisch: Holzröth) ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Ruwer an, die ihren Verwaltungssitz in Waldrach hat.

Geographie Holzerath liegt im Osburger Hochwald und im Naturpark Saar-Hunsrück.

In der Umgebung befinden sich Schöndorf (ca. 1,6 km westlich), Bonerath (ca. 1,5 km nördlich), Reinsfeld (ca. 9,2 km östlich), Pluwig (ca. 5,2 km nordwestlich) und Kell am See (ca. 10,7 km südöstlich).

Geschichte Der Ort wurde 1265 erstmals urkundlich erwähnt, sein Name deutet auf die Entstehung als Rodungssiedlung hin. Die heutige Ortsgemeinde Schöndorf wurde 1569 als Pfarrort Holzeraths erwähnt. Nach dem Dreißigjährigen Krieg verschwand der Ort Holzerath beinahe, es umfasste nur noch drei Feuerstellen (ca. 15 bis 20 Einwohner); die Bevölkerungszahl erholte sich in den folgenden Jahrzehnten aber wieder. 1788 zählte der Ort 99 Einwohner und gehörte nach der französischen Besetzung 1794 zur Mairie und späteren preußischen Bürgermeisterei Schöndorf.Geschichte Holzeraths Später kam Holzerath zum Amt Irsch-Schöndorf in Wilzenburg, 1934 zum Amt Waldrach in Ruwer und 1954 zum Amt Ruwer, aus dem 1968 die Verbandsgemeinde Ruwer entstand. 1953 erhielt der Ort eine Schule, die heute die Kindertagesstätte beherbergt. Die 750-Jahr-Feier des Ortes wurde im Rahmen der St.-Helena-Kirmes im August 2015 veranstaltet.

Bevölkerung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Holzerath, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten Jahr Einwohner 1815 186 1835 226 1871 214 1905 222 1939 289 1950 326 Jahr Einwohner 1961 354 1970 339 1987 400 1997 446 2005 460

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Holzerath besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Ortsbürgermeister Michael Terres wurde am 18. Juli Ortsbürgermeister von Holzerath. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 war er als einziger Bewerber mit einem Stimmenanteil von 78,3 % für fünf Jahre gewählt worden.

Die Vorgänger waren: Friedbert Theis, 2014 bis 2024 Herbert Marth, 2009 bis 2014 Gottfried Weber, 1994 bis 2009 Karl Faß

Wappen Blasonierung: Unter silbernem Schildhaupt mit Kurtrierer Kreuz, schräglinks von Rot über Silber geteilt, oben eine goldene Krone, unten ein grünes Buchenblatt. 100px|rechts|Wappen

Begründung: Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Holzerath in der Pflege Kell (Amt Grimburg) zum Kurfürstentum Trier. Hochgerichtsherr war bis 1563 der Kurfürst von Trier. Als Hinweis darauf steht das kurtrierische Kreuz im Schildhaupt. Kirchen- und Ortspatron ist seit alters her die heilige Helena. Ihr Attribut, eine goldene Krone, steht im mittleren Schildteil. Der Ortsname geht in seiner zweiten Silbe -roth, -rath auf den Begriff Rodung zurück. Dafür und als Hinweis auf die bedeutsamen Buchenwaldungen steht im unteren Schild ein grünes Buchenblatt.Verbandsgemeinde Ruwer

Kultur und Vereine In der Freizeit- und Jugendarbeit sind die Freiwillige Feuerwehr Holzerath, der Musikverein Holzerath, der Jugendring Holzerath und der TuS Holzerath aktiv.

Ab 2007 wurde das vom Jugendring Holzerath ausgetragene Roeds-Rock Open-Air-Festival am Holzerather See am Grindelbach veranstaltet.

Wirtschaft und Infrastruktur In Holzerath sind einige kleine und mittlere Unternehmen ansässig sowie eine Kindertagesstätte.

Holzerath liegt an der Landesstraße 146 (Schöndorf–Reinsfeld) und an der Kreisstraße 56 in Richtung Bonerath.

Literatur Ernst Wackenroder: Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz. Band 15, Abt. 2. L. Schwann, Düsseldorf 1936 (Die Kunstdenkmäler des Landkreises Trier), Nachdruck vom Verlag der Akademischen Buchhandlung Interbook, Trier 1981, S. 163.

Weblinks

Internetpräsenz der Ortsgemeinde Holzerath

Einzelnachweise

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