Basisdaten Landeskirche: Evangelische Landeskirche in Württemberg Prälatur: Heilbronn Fläche: 452 km² Gliederung: 35 Kirchengemeinden Gemeindeglieder: ca. 19.332 (31. Dez. 2009) ca. 17.300 (2020) fnweb.de Adresse desDekanatamtes: Bahnhofstr. 1997990 Weikersheim Dekan: Renate Meixner Internetseite: Kirchenbezirk Weikersheim Karte 200px|Lage des Kirchenbezirks Weikersheim innerhalb der Evang. Landeskirche in Württemberg mini|Das Dekanatsgebäude in Weikersheim Der Evangelische Kirchenbezirk Weikersheim (auch Evangelisches Dekanat Weikersheim) war ein Kirchenbezirk der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Sein Gebiet war deckungsgleich mit dem katholischen Dekanat Mergentheim, das insgesamt 17.040 Mitglieder hat. Zum 1. Januar 2025 ging er im Kirchenbezirk Hohenlohe auf.
Geographie Der Kirchenbezirk Weikersheim lag im äußersten Norden der württembergischen Landeskirche. Sein Gebiet umfasste den Süden des Main-Tauber-Kreises, also das Gebiet der politischen Städte und Gemeinden Bad Mergentheim (ohne Stadtteile Dainbach und Rengershausen), Creglingen, Igersheim, Niederstetten und Weikersheim.
Nachbarkirchenbezirke Der Kirchenbezirk Weikersheim grenzte im Süden an die Kirchenbezirke Crailsheim-Blaufelden und Künzelsau. Im Westen und Norden grenzte er an die Evangelische Landeskirche in Baden und im Osten an die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern.
Geschichte mini|100px|Stadtkirche St. Georg Weikersheim Das Gebiet des Dekanats bzw. Kirchenbezirks Weikersheim gehörte vor 1803 überwiegend zur historischen Landschaft Hohenlohe, das teilweise in mehrere Linien aufgeteilt war, ferner zur Reichsstadt Rothenburg ob der Tauber und zum Deutschen Orden. Nahezu im gesamten heutigen Gebiet des Dekanats Weikersheim, außer in den Gebieten des Deutschen Ordens, wurde bis 1556 die Reformation eingeführt. Im Gebiet liegt die ehemalige hohenlohische Residenzstadt Weikersheim, die Sitz eines Superintendenten wurde. Das General-Konsistorium für Hohenlohe befand sich in Öhringen. Nach dem Übergang an Württemberg wurde Weikersheim 1807 Sitz eines württembergischen Dekanats. Das zugehörige Oberamt wurde in Bad Mergentheim eingerichtet. Auch Creglingen wurde nach dem Übergang an Württemberg 1810 Sitz eines Dekanats. 1817 wurden beide Dekanate vereinigt, wobei sich der Sitz dann bis 1826 in Creglingen befand, bevor Weikersheim Sitz des Dekanats wurde.
Die Dekanate Weikersheim und Creglingen gehörten zunächst zum Generalat Schwäbisch Hall, nach dessen Auflösung 1913 kam das Dekanat Weikersheim zum Generalat Heilbronn, aus der 1924 die heutige Prälatur Heilbronn hervorging.
Infolge der Auflösung einiger Kreise bzw. Oberämter in Württemberg 1939 wurden auch die kirchlichen Verwaltungsbezirke teilweise neu gegliedert. So wurden mit Wirkung vom 1. April 1939 die Kirchengemeinden Niederstetten, Sichertshausen, Oberstetten und Wildentierbach vom Kirchenbezirk Blaufelden in den Kirchenbezirk Weikersheim umgegliedert.
Zum 1. Januar 2025 fusionierte der Kirchenbezirk mit den Kirchenbezirken Künzelsau und Öhringen zum Kirchenbezirk Hohenlohe.
Leitung des Kirchenbezirks Die Leitung des Kirchenbezirks oblag der Bezirkssynode, dem Kirchenbezirksausschuss (KBA) und dem Dekan. Letzte Dekanin war seit 1. September 2012 Renate Meixner (* 1963), die zugleich eine Pfarrstelle in Weikersheim innehatte.
Dekane des Kirchenbezirks Weikersheim seit 1807 noch lückenhaft 1807–1810 Wilhelm Bernhard Philipp Bauer; bereits seit 1789 Pfarrer in Weikersheim 1810–1817 Karl August Wilhelm Pröhl 1817–1849 Georg Wilhelm Friedrich Meister 1850–1873 Christoph Friedrich Karl Mayer 1873–1898 Johann Georg Wilhelm Köhn 1898–1916 Dr. Georg Gottlob Blind 1916–1926 Dr. Adolf Dörrfuß (1875–1948) 1926–1933 Dr. Gustav Hahn 1933–1939 Friedrich Keppler 1939–1962 Eberhard Aichelin 1963–1971 Heinrich Gerber 1971–1984 Johannes Pfleiderer (1922–1994) 1984–1995 Marianne Koch (1930–2020) 1995–2006 Ulrich Bernecker (* 1941) 2007–2012 Reinhard Tröster (* 1947) seit 2012 Renate Meixner (* 1963)
Dekane des Dekanats Creglingen bis zu dessen Vereinigung mit Weikersheim 1826: 1811–1812 Georg Christoph Friedrich Böckh; bereits seit 1805 Pfarrer in Creglingen 1812–1822 Georg Christoph Finkh 1823–1826 Johann Ludwig Ziegler
Kirchengemeinden Im Kirchenbezirk Weikersheim gab es zuletzt 36 Kirchengemeinden. Davon haben sich vier Kirchengemeinden zu insgesamt zwei Gesamtkirchengemeinden zusammengeschlossen, bleiben aber weiterhin selbständige Körperschaften des öffentlichen Rechts. Die jeweils in Klammern hinter dem Namen der Kirchengemeinde angegebenen Gemeindegliederzahlen beziehen sich auf das Jahr 2011 und sind gerundet.
Das Gebiet des Kirchenbezirks gehörte überwiegend zur historischen Landschaft Hohenlohe und zur Markgrafschaft Ansbach sowie zum Gebiet des Deutschen Ordens. Die beiden erstgenannten Landesherren führten früh die Reformation ein. Daher ist das Gebiet überwiegend evangelisch geprägt. Lediglich die ehemalige Deutschordensstadt Bad Mergentheim und deren Umland sind katholisch geprägt. Es gibt daher fast in jedem Dorf auch eine evangelische Kirchengemeinde und eine meist alte Kirche. In den meisten Orten zogen Katholiken überwiegend erst nach dem Zweiten Weltkrieg zu. Umgekehrt zogen in die katholischen Orte nach dem Zweiten Weltkrieg auch Protestanten.
Kirchengemeinde Althausen mini|120px|Jodokuskirche in Althausen Die Kirchengemeinde Althausen (ca. 362) umfasst den Stadtteil Althausen der Stadt Bad Mergentheim. Kirchlich gehörte Althausen schon im 14. Jahrhundert eine Filiale von Neunkirchen. Doch gab es bereits 1352 bzw. 1418 eine dem Hl. Jodokus geweihte Kapelle. An ihr wurde 1352 eine Frühmesspfründe gestiftet. Über die Merten von Mergentheim gelangte das Patronat der Kirche 1551 an die Geyer von Giebelstadt, welche trotz Widerstands des Deutschen Ordens die Reformation einführten. Die heutige Jodokuskirche wurde 1778/79 anstelle der Vorgängerkapelle neu erbaut. Die klassizistische Kirche mit Ostturm hat noch einen spätgotischen Flügelaltar. Die Kirchengemeinde Althausen wird bis heute vom Pfarramt Neunkirchen betreut.
Kirchengemeinde Bad Mergentheim mini|links|120px|Schlosskirche Bad Mergentheim Die Kirchengemeinde Bad Mergentheim (ca. 4.400) umfasst die Kernstadt Bad Mergentheim und den Stadtteil Löffelstelzen von Bad Mergentheim. Bad Mergentheim und Löffelstelzen waren als Besitzungen des Deutschen Ordens stets katholisch. Die Reformation konnte keinen Fuß fassen. Lediglich während der Schwedenzeit im Dreißigjährigen Krieg wurde kurzzeitig das lutherische Bekenntnis eingeführt. Erst nach dem Übergang an Württemberg gründete sich Anfang des 19. Jahrhunderts eine protestantische Gemeinde, die 1815 die Schlosskirche als Gottesdienstraum zuerkannt bekam. Einen eigenen Pfarrer erhielt die Gemeinde ab 1825. Bad Mergentheim wurde seinerzeit zwar Sitz des württembergischen Oberamtes, die kirchliche Verwaltung, das Dekanatamt, wurde jedoch in Weikersheim angesiedelt. Bis 1993 wurde die Kirchengemeinde nur „Mergentheim“ genannt. Mit Wirkung vom 31. Dezember 1993 wurde sie in „Kirchengemeinde Bad Mergentheim“ umbenannt. In der Kirchengemeinde Bad Mergentheim sind heute zwei Pfarrer tätig.
Das wohl bekannteste Gemeindeglied war Eduard Mörike, der nach seiner Pensionierung 1844 nach Bad Mergentheim kam und hier in der Schlosskirche 1851 die Offizierstochter Margarethe Speeth heiratete. 1855 zog er von hier nach Stuttgart.
Bis 1989 gehörten auch die Protestanten der Gemeinde Igersheim zur Kirchengemeinde Mergentheim, bevor dort eine eigene Kirchengemeinde errichtet wurde.
Verbundkirchengemeinde Braunecker Land Zur Verbundkirchengemeinde Braunecker Land haben sich 2019 sechs Kirchengemeinden aus dem Raum Creglingen zusammengeschlossen.
Kirchengemeinde Archshofen mini|120px|St. Agidius Archshofen Die Kirchengemeinde Archshofen (ca. 250) umfasst den Stadtteil Archshofen der Stadt Creglingen. Kirchlich gehörte Archshofen zunächst zu Freudenbach. 1341 wurde die Kapelle St. Ägidien zur Pfarrkirche erhoben. Nach der Reformation gehörte der Ort zur Pfarrei Creglingen, wurde dann aber wieder selbständig. Die heutige Kirche ist eine Chorturmanlage mit gotisch-frühbarockem Schiff.
Kirchengemeinde Frauental mini|120px|Klosterkirche Frauental Die Kirchengemeinde Frauental (ca. 115) umfasst den Stadtteil Frauental der Stadt Creglingen. 1276 ist erstmals ein Pfarrer in Frauental genannt. Nach der Reformation gehörte Frauental kirchlich zu Equarhofen bei Uffenheim. 1810 wurde es dem Pfarramt Freudenbach zugeordnet. Die Kirchengemeinde hat jedoch eine alte frühgotische Kirche mit einem einschiffigen, flachgedeckten Langhaus und einem schlanken Chor, die ehemalige Klosterkirche. 1879 wurde ein Querhaus abgebrochen. Im Norden der Kirche befindet sich die ehemalige Klosteranlage mit Gebäuden aus dem 15. bis 18. Jahrhundert.
Kirchengemeinde Freudenbach mini|links|120px|Evangelische Kirche Freudenbach Die Kirchengemeinde Freudenbach (ca. 238) umfasst den Stadtteil Freudenbach einschließlich des zugehörigen Wohnplatzes Schön der Stadt Creglingen. Eine Kirche wurde in Freudenbach bereits 807 dem Gollachgaugraf Audulf abgetreten. Über die Strezzen gelangte die Kirche 1299 an Hohenlohe, dann an das Stift Haug bei Würzburg. Im 14. Jahrhundert wurde der Ort ansbachisch. Von dort wurde die Reformation eingeführt. Die heutige St.-Blasius-Kirche wurde 1796 von Gustav Vorherr erbaut. Dabei wurde der spätromanische Sockel des Ostturms der Vorgängerkirche übernommen.
Kirchengemeinde Reinsbronn mini|120px|Evangelische Kirche Reinsbronn Die Kirchengemeinde Reinsbronn (ca. 226) umfasst den Stadtteil Reinsbronn mit den zugehörigen Weilern Altmühle, Brauneck und Niedersteinach der Stadt Creglingen. 1369 erbauten Konrad und Götz von Reinsbronn und ihr Vetter Fritz von Reinsbronn eine Kapelle in Reinsbronn. Sie wurde nach der Reformation durch Philipp Geyer von Giebelstadt 1593 zu einer kleinen Kirche ausgebaut und 1618 nochmals erweitert. Da diese Kirche zu klein wurde, wurde 1843 der Baubeschluss für die heutige Kirche gefasst. Sie konnte dann 1852 im neuromanischen Stil erbaut werden. 1858 erhielt sie ihre Orgel von Aug. Laukhuff. 1927 wurde die Kirche innen renoviert und 1945 wurde die Kirche durch Kriegseinwirkung in Mitleidenschaft gezogen. 1980 wurde der Turm renoviert. 1992 fand die Außenrenovierung statt.
Kirchengemeinde Sechselbach Die Kirchengemeinde Sechselbach (ca. 58) umfasst den Stadtteil Sechselbach der Stadt Creglingen. Eine Kirche St. Stephan wird bereits 1136 erstmals erwähnt. Bis zur Reformation war sie eine Filiale von Aub. Dann kam sie zur Pfarrei Waldmannshofen. Die heutige Kirche wurde 1818 bis 1820 als klassizistische Chorturmkirche neu erbaut und nach einem Brand 1949 erneuert.
Kirchengemeinde Waldmannshofen mini|links|120px|Johanniskirche in Waldmannshofen Die Kirchengemeinde Waldmannshofen (ca. 160) umfasst den Stadtteil Waldmannshofen (ohne Sechselbach) der Stadt Creglingen. Kirchlich war der Ort zunächst Filiale von Lipprichhausen, bevor er 1327 eigene Pfarrei wurde. Die Kirche gehörte der jeweiligen Ortsherrschaft. Die heutige Johanniskirche wurde 1780 neu erbaut. Dabei wurde der frühgotische Ostturm beibehalten.
Kirchengemeinde Creglingen mini|120px|Stadtkirche St. Peter und Paul in Creglingen