mini|Berliner Taxis am Flughafen Tegel mini|Traditionelles Londoner Black Cab (hier: LTI Fairway) mini|Buschtaxi in Burkina Faso mini|Taxi in Haifa, Israel Ein Taxi ist im Transportwesen ein Transportmittel zur gelegentlichen Personenbeförderung, dessen Fahrer den Fahrgast gegen Bezahlung direkt zum gewünschten Zielort befördert (Gelegenheitsverkehr). Taxis (gelegentlich auch TaxenVgl. etwa § 12 UStG genannt) gibt es weltweit, die geltenden Bestimmungen sind sehr unterschiedlich. In aller Regel benötigen die Fahrer eine Lizenz, in Deutschland beispielsweise den Personenbeförderungsschein. Die Bezahlung erfolgt je nach nationalen Bestimmungen nach Absprache, aufgrund von Taxitarifen und meist nach Taxameter.

Etymologie Das Wort Taxi stammt von dem in der Droschke zur Preisbestimmung genutzten Taxameter (, „schätzen“ und , MaßUrsula Hermann, Knaurs etymologisches Lexikon, 1983, S. 473; ISBN 3-426-26074-3, etwa Gebührenmesser, auch Fahrpreisanzeiger, gelegentlich als Taxi-Uhr bezeichnet). Die Kurzbezeichnung für dieses Messgerät ging in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf die Droschke/Kraftdroschke selbst über. Zunächst wurde in Deutschland der Begriff Taxe verwendet, später wurde die internationale Bezeichnung Taxi übernommen.

Der korrekte Plural von Taxi ist Taxis. Das Wort Taxen bildet zum Einen den Plural von Taxe (amtlich festgesetzter Preis), wie zum Beispiel bei der Kurtaxe oder der alten Bezeichnung Taxe für ein Taxi. So findet sich vereinzelt an Taxiständen mit alter Beschilderung noch ein Zusatz wie z. B. „3 Taxen“.

Allgemeines In vielen Ländern gehören Taxis zum öffentlichen Personennahverkehr. Taxiunternehmen sind Verkehrsunternehmen, die auf dem Verkehrsmarkt Verkehrsleistungen in Form des Personentransports – meist im Nahverkehr – gegen Entgelt anbieten.Dieter Verbeck, Einführung in die Bargeldökonomie der Bundesrepublik Deutschland, 2017, S. 164 Sie können per Anruf, Mobile App oder Internet bestellt werden, an Taxiständen ausgewählt oder durch Heranwinken in Anspruch genommen werden.

Lizenzen, Taxameter und Taxitarife gibt es meist in Industriestaaten, während in Entwicklungs- und Schwellenländern noch häufig frei vereinbarte Preise gelten und eine Lizenz oft nicht erforderlich ist.

Taxis sind meist Limousinen oder Kombis (Autotaxi). Taxis mit mehr als fünf Sitzplätzen werden auch Großraumtaxi (seltener Taxibus) genannt. mini|Potsdamer Platz in Berlin, 1932: Alle vier Pkw im vorderen Bildteil sind an den gewürfelten Streifen unter den Fenstern als Taxis zu erkennen

Geschichte des Taxis

mini|1897 Daimler Victoria war das erste mit Benzin betriebene Taxi mini|Die erste Berliner Kraftdroschke, 1899 Die weltweite Geschichte des Taxis beginnt mit den sogenannten Portechaisen, Transportsesseln, die als Sänften von Menschen oder Tieren an Stangen getragen wurden. Diese frühe Transportart war nur einer reichen Oberschicht vorbehalten und zunehmend auch Reisenden, die sich das leisten konnten. Seit dem 17. Jahrhundert standen sie in Europa als kommerziell betriebene Unternehmen jedermann zur Verfügung. Ihnen folgten mit der Entwicklung der Infrastruktur des Straßenwesens und der Verkehrsmittel Taxis, die durch Muskelkraft von Mensch oder Zugtieren betrieben wurden, wie die Rikschas in den asiatischen Ländern und die Fiaker und Pferdedroschken in den westlichen Ländern. Veraltete Bezeichnungen für Taxis umfassen neben Begriffen wie „Kraftdroschke“ auch die Bezeichnung „Lohnauto“.So wird in einem Bericht vom September 1936 aus Wien vom carlistischen Prinzen Alfonso Carlos de Borbón berichtet, er sei "von einem Lohnauto überfahren" worden.

Mit Einsetzen der Motorisierung übernahmen Kraftfahrzeuge deren Dienst. Zudem erweiterte sich das Angebot des privaten Personentransports auf die Wasserwege in Form von Wassertaxis und auf die Luftwege in Form von Lufttaxis.

Arten von Taxis Da das Wort Taxi außerhalb des behördlich geregelten Bereiches der Personenbeförderung (ÖPNV) nicht geschützt ist, benutzen es Dienstleister oftmals als werbeträchtige Bezeichnung für ihre Transportdienste, wie Pizzataxis, Videotaxis, Lastentaxis, Möbeltaxis, Kondomtaxis, Bluttaxis (Blutkonserven) oder Blumentaxis. Aus dem Umkreis der Verkehrserziehung hervorgegangen, hat sich als bildlicher Ausdruck für den Fahrzeugtransport der Kinder durch die eigenen Eltern in Medien, Umgangssprache und Fachsprache der Begriff Elterntaxi etabliert. Auch der Begriff Mama-Taxi wird verwendet.

Ein Funktaxi ist ein Taxi, das telefonisch, per Internet oder auf anderen Kommunikationswegen vom Kunden bei einer Funkleitstelle oder einer Taxivermittlung bestellt werden kann und das von dieser per Funk zum Startpunkt der Taxifahrt beordert wird. In vielen Städten erfolgt dies nicht mehr per Sprach-, sondern per Datenfunk, wobei die zur Fahrtenvermittlung erforderlichen Informationen auf ein Display im Fahrzeug übertragen werden.

Taxi per Smartphone-App: (Smartphones) können mit GPS-gestützten Taxi-Apps und wenigen Tasteneingaben ein Taxi anfordern, ohne Namen und Adresse mündlich übermitteln zu müssen. Anbieter, die keine andere Bestellmöglichkeit – beispielsweise per Callcenter – mehr anbieten, stehen in Konkurrenz zu Funkzentralen mit herkömmlichem Taxifunk. Sie können länderübergreifend bzw. europaweit tätig sein. Auch Bestellungen über Messengerdienste wie WhatsApp, die ebenfalls Standortdaten übermitteln können, sind möglich.

Sammeltaxi

mini|Wassertaxi in Potsdam

Anruf-Sammeltaxi: Ein Anruf-Sammel-Taxi (AST) dient dazu, möglichst viele Fahrgäste von einem Aufnahmepunkt wirtschaftlich zu befördern und die lokalen Verkehrsbetriebe zu unterstützen. Das Anruf-Sammel-Taxi fährt nur, wenn regulärer Linienverkehr nicht wirtschaftlich ist. Üblicherweise muss ein Anruf-Sammel-Taxi, das die Fahrgäste an einem Haltepunkt des ÖPNV aufnimmt, etwa 30 Minuten (abhängig von der Region) vor dem gewünschten Fahrtantritt telefonisch bestellt werden.

• Leihtaxi: Auch gibt es den Begriff "Leihtaxi" als Synonym für spezialisierte Autovermietungen von Taxifahrzeugen. In Form von Leihwagen für Taxiunternehmer können dort Taxi-Ersatzfahrzeuge bei fremdverschuldeten Unfällen oder Pannen in der Garantiezeit angemietet werden.

Ein Frauentaxi ist ein Taxi, das es in vielen deutschen Städten gibt und das Frauen, vorzugsweise in der Dunkelheit, sicher nach Hause bringen soll.

Der Begriff Kindertaxi wird verschieden verwendet. Einerseits bezeichnet es Taxiwagen, die mindestens einen Kindersitz mitführen. Andererseits wird der Begriff auch für eine altersgemäß betreute Beförderung von Kindern verwendet, beispielsweise für den Hin- und Rücktransport zur Kindertagesbetreuung. Eine spezielle Form des Kindertaxis sind die teilweise Storchentaxi genannten Taxis, die mit einer Babyschale für Neugeborene (z. B. für die Fahrt von der Geburtsstation nach Hause) oder Säuglinge ausgerüstet sind.

Ein Wassertaxi ist ein Wasserfahrzeug, das als Taxi dem öffentlichen Personennahverkehr in Städten mit Wasserwegen, Kanälen und Flüssen dient.

Dementsprechend ist ein Lufttaxi ein Flugzeug oder ein Helikopter, das bzw. der Passagiere, zum Teil gegen festes Entgelt, in oft entlegene Gebiete befördert. Besonders als Zubringer zu Inseln werden Flugzeuge oder Wasserflugzeuge eingesetzt (z. B. Maldivian Air Taxi).

Schienentaxis fahren auf Schienen, wie z. B. die kambodschanischen Norries, bzw. schienengeführt (siehe Personal Rapid Transit und RailCab).

Im Falle von Fahrradtaxis, auch Fahrrad-Rikschas genannt, werden Passagiere über vergleichsweise kurze Distanzen mit Hilfe der Muskelkraft ihres Chauffeurs befördert.

Motortaxis sind in vielen Länder oft als Autorikscha im Einsatz. Motorradtaxis gibt es unter anderem in Südostasien, Afrika und in der Dominikanischen Republik; meist handelt es sich um Leichtkrafträder.

Neben dem auch noch bekannten Schüler-/Jugend-/Kindertaxi gibt es noch zahlreiche andere (werbewirksame) Sonderformen, wie das Großraumtaxi (bis zu acht Personen), das Schwulentaxi (Tuxi, als Werbeaktion für Safer Sex während der Karnevalstage in Köln), Oldtimertaxis, oder sogenannte Flughafen- oder Airport-Taxi (z. B. auch mit Festpreisen, jedoch in seiner Gesamtheit ein inhaltsleerer Werbebegriff, weil jedes Taxi den Flughafen anfahren darf).

Mietwagen (Funk-)Mietwagen mit Fahrer (oft auch als Minicar bekannt) sind keine Taxis. Neben anderen Unterscheidungsmerkmalen verfügen sie über keinen Taxameter, sondern über einen Wegstreckenzähler, an dem man während der Fahrt nur die zurückgelegte Strecke aber nicht den aktuellen Fahrpreis ablesen kann. Im Gegensatz zu Taxis dürfen sich Mietwagen nicht auf Halteplätzen bereithalten oder winkende und damit einen Beförderungswunsch signalisierende Menschen aufnehmen.

Elektrifizierung von Taxis mini|Taxiladekonzept für Elektrotaxis im öffentlichen Raum (TALAKO) mini|Taxi-Wartebereich in der Dompropst-Ketzer-Straße, Köln, mit Ladeplatte für induktives Laden Eine Möglichkeit zur Erfüllung der Anforderungen einer CO2- und NOx- sowie Feinstaubverringerung in Ballungsgebieten ist die Elektrifizierung der Taxiflotten. Zur Vereinfachung des elektrischen Ladeprozesses während des Warte- und Vorrückprinzips an Taxiständen können elektrisch betriebene Taxis hier kabellos (teil)geladen werden. Ein solches automatisiertes Ladesystem mittels induktiver Ladespulen erprobt bspw. die Universität Duisburg-Essen mit dem Forschungsprojekt Taxi-Lade-Konzept (TALAKO) in Mülheim an der Ruhr.Stadt Köln fördert induktiv ladbare E-Taxis Informationen der Stadtverwaltung Köln vom 6. Mai 2021 Seit dem 1. September 2017 fördert die Stadt München mit zwei Millionen Euro (und ab 2022 darüber hinaus) Elektrotaxis und Fahrzeuge mit Brennstoffzellen. So wird von der Stadt jeder Besetztkilometer, also wenn das Fahrzeug mit einem Fahrgast unterwegs ist, mit 20 Eurocent bezuschusst; dies bis zu einer Summe von 40 Prozent der Anschaffungskosten.Förderprogramm in München: Zwei Millionen Euro für E-Taxis bei elektrive.net vom 9. August 2017Münchner E-Taxi-Förderung wird wohl fortgeführt erschienen bei elektrive.net vom 21. Januar 2022 Die Stadt Köln fördert seit April 2021 die Anschaffung von 4 Elektrotaxis und unterstützt dazu das TALAKO-Konzept der Uni Duisburg.Ratsinformation der Stadt Köln vom April 2021 Hamburg verbot als erstes Bundesland in Deutschland 2025 die Neuzulassung von Taxis mit Verbrennungsmotor. Für Großraumtaxi tritt diese Regelung 2027 in Kraft.

Ungenehmigte Personenbeförderung Ungenehmigte, gewerbliche Personenbeförderung (auch Schwarztaxi genannt) erfolgt ohne zwingend erforderliche behördliche Genehmigung und ist illegal. Private Pkw-Fahrer bieten oft auch mit taxiähnlichen Fahrzeugen z. B. bei Großveranstaltungen (Fasching bzw. Karneval, Konzert, Jahrmarkt, Messe etc.) einen gewerblichen Personentransport an. Oft werden Wartende angesprochen oder die Fahrer werden in Ermangelung regulärer Taxis um Mitnahme ersucht. Rein rechtlich bestünde nach der Fahrt keine Pflicht zur Bezahlung, da es kein rechtsgültiges Beförderungsverhältnis gab. Da die Einnahmen des Schwarztaxifahrers nicht als selbstständiges Einkommen versteuert werden können, wird meist Steuerhinterziehung betrieben (siehe auch Schwarzarbeit).