mini|Isabelle Huppert bei der Berlinale 2026 mini|Isabelle Huppert bei den Filmfestspielen von Cannes 2018 Isabelle Anne Huppert ([] ; * 16. März 1953 in Paris) ist eine französische Theater- und Filmschauspielerin, die im Laufe ihrer Karriere mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde. Sie etablierte sich seit den 1970er Jahren als eine der bedeutendsten Darstellerinnen des französischen Kinos und trat zudem in einigen internationalen Filmproduktionen auf.

Privatleben Huppert kam 1953 als Tochter des Sicherheitsingenieurs Raymond Huppert und der Englischlehrerin Annick Huppert in Paris zur Welt.Naomi Pfefferman: Isabelle Huppert uncovers the true strength of her characters. Jewish Journal, 17. Februar 2017 Sie hat drei Schwestern, Caroline Huppert (Regisseurin), Jacqueline und Elisabeth (Schauspielerin), und einen Bruder, Rémi.2022 | Hommage - Isabelle Huppert. Webseiten der Berlinale (abgerufen am 19. August 2024) Seit 1982 ist sie mit dem libanesischen Produzenten und Regisseur Ronald Chammah (* 1951)EN IMAGES - Couples mythiques : Isabelle Huppert et Ronald Chammah, l’amour secret. Yahoo Life France, 16. März 2021 verheiratet. Das Ehepaar hat drei Kinder. Ihre Tochter, Lolita Chammah (* 1983), ist ebenfalls Schauspielerin und spielte in Copacabana (2010) Hupperts Filmtochter.Matthias Greuling: Es bleibt in der Familie. In: Wiener Zeitung, 28. Juni 2012. Ihr jüngster Sohn wurde 1997 geboren. Huppert lebt in Paris.Christiane Peitz: Isabelle Huppert zum 70.: Diese lauernde Intensität. Tagesspiegel, 16. März 2023

Leben und Karriere Film mini|Huppert mit Paul Verhoeven in Cannes 2016 Im Jahr 1971 gab Huppert ihr Filmdebüt in Faustine et le Bel Été unter der Regie von Nina Companéez. Zu den frühen Höhepunkten ihrer Filmkarriere zählen Die Ausgebufften (Regie Bertrand Blier), Der Richter und der Mörder (Regie Bertrand Tavernier) und Die Spitzenklöpplerin (Regie Claude Goretta). Weitere Filme festigten ihren Ruf als Darstellerin tiefgründiger Charaktere, deren zerbrechliche Erscheinung mit ihrer Willensstärke kontrastiert, so z. B. Die Kameliendame nach dem Roman von Alexandre Dumas (1981, Regie Mauro Bolognini). Sie drehte häufig mit dem Regisseur Claude Chabrol, mit dem sie ein tiefgehendes künstlerisches Verständnis verband, so in Violette Nozière (1978), Eine Frauensache (1988) und Biester (1995). Darüber hinaus wirkte sie in Filmen zahlreicher weiterer namhafter französischer Regisseure mit, darunter Claude Sautet (in César und Rosalie in einer frühen Nebenrolle) und in Hauptrollen bei André Techiné (Die Schwestern Brontë), Jean-Luc Godard (Rette sich, wer kann (das Leben)), François Ozon (8 Frauen) und Patrice Chéreau (Gabrielle – Liebe meines Lebens). Mehrmals arbeitete Huppert mit dem österreichischen Regisseur Michael Haneke. In seinem Film Die Klavierspielerin (2001) spielte sie die Rolle der Erika Kohut, für die sie bei den Filmfestspielen in Cannes als beste Schauspielerin ausgezeichnet wurde.

Im Jahr 1975 drehte sie erstmals in den USA (Unternehmen Rosebud von Otto Preminger). 1980 folgte Michael Ciminos Spätwestern Heaven’s Gate, der zu einem der größten Flops der Filmgeschichte geriet. Amerikanische Filme blieben in Hupperts Wirken die Ausnahme. Sie drehte 1987 noch Das Schlafzimmerfenster, 1994 Amateur von Hal Hartley und 2004 I Heart Huckabees, die nicht zu den erfolgreichsten ihrer Karriere zählen.

Im Mai 2009 übernahm Huppert bei den 62. Internationalen Filmfestspielen von Cannes das Amt der Juryvorsitzenden. Bereits bei den Filmfestspielen von 1984 war sie neben Dirk Bogarde, Michel Deville und Stanley Donen Mitglied der Wettbewerbsjury in Cannes.

Zu Hupperts größten künstlerischen Erfolgen der letzten Jahre zählt ihre Mitwirkung an Paul Verhoevens Erotikthriller Elle (2016). Für die Rolle der Tochter eines Massenmörders, die selbst Opfer einer Vergewaltigung wird, wurde sie mit einer Vielzahl von Preisen ausgezeichnet, darunter ihr zweiter César, ein Golden Globe Award und eine Oscar-Nominierung.

Theater mini|Huppert bei einer Aufführung von Quartett im Odéon – Théâtre de l’Europe Bereits im Alter von vierzehn Jahren nahm Huppert am Conservatoire à rayonnement régional de Versailles Schauspielunterricht, dem Kurse bei Jean-Laurent Cochet folgten. Parallel zu ihrer Filmarbeit trat Huppert immer wieder erfolgreich als Theaterschauspielerin in Erscheinung. Auf französischen und europäischen Bühnen übernahm sie in französischsprachigen Aufführungen sowohl Hauptrollen in klassischen Stücken wie William Shakespeares Komödie Maß für Maß (Paris, 1991) und Friedrich Schillers Maria Stuart (London, 1996) als auch in zeitgenössischen Stoffen wie Sarah Kanes 4.48 Psychose (Paris, 2002; Berlin, 2005), Heiner Müllers Quartett (Paris und Berlin, 2006), Yasmina Rezas Der Gott des Gemetzels (2008) und Krzysztof Warlikowskis Un Tramway (Paris und Berlin, 2010).

Für die Titelrollen in Un mois à la campagne, Virginia Woolfs Orlando, Euripides’ Medea und Henrik Ibsens Hedda Gabler wurde sie insgesamt fünfmal für den Theaterpreis Molière in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin nominiert. Im Jahr 2017 wurde sie mit dem Europäischen Theaterpreis ausgezeichnet.Vgl. Europäischer Theaterpreis an Isabelle Huppert und Jeremy Irons auf derStandard.at, 27. Oktober 2017. Nach Orlando (1993) trat Huppert im Jahr 2019 zum zweiten Mal in einem von Robert Wilson inszenierten Monolog auf: als Maria Stuart in Darryl Pinckneys Mary Said What She Said. Nach seiner Premiere am 22. Mai 2019 im Espace Cardin des Pariser Théâtre de la Ville gastierte das Stück an mehreren europäischen Bühnen, unter anderem bei den Wiener Festwochen und im Hamburger Thalia Theater.

Im Sommer 2021 war sie beim Festival von Avignon in der Rolle der Ljubow in Anton Tschechows Der Kirschgarten zu sehen.Archivseite des Festivals von Avignon zur Inszenierung von Der Kirschgarten (La Cerisaie; französisch; abgerufen am 22. August 2024). Dieser Arbeit (Ankunft in Avignon, letzte Phase des Rollenstudiums, Reflexionen über die Schauspielkunst) ist eine Dokumentation von Benoît Jacquot gewidmet, sein Film Par cœurs, in dem er parallel und in ähnlichem Aufbau auch Fabrice Luchinis damalige Lesung in Avignon dokumentiert. 2024 trat Huppert in Romeo Castelluccis Bearbeitung von Jean Racines Drama Bérénice bei der Ruhrtriennale in Duisburg auf.

Weitere Tätigkeiten Gesang Als Sängerin zeichnete Huppert gemeinsam mit Jean-Louis Murat für den Liederzyklus Madame Deshoulières (2001) verantwortlich. Ein Jahr danach übernahm sie als eine der acht Hauptdarstellerinnen einen Gesangspart in dem Film 8 Frauen (2002) und interpretierte dort den Francoise Hardy Titel "Message personnel".

Kuratorin Huppert ist zudem als Kuratorin tätig, so etwa für eine Robert-Mapplethorpe-Ausstellung in Salzburg und die Fotomesse Paris Photo 2014.Vgl. auf programm.orf.at, 2. September 2013.

Mode Seit 2022 modelt Huppert für die Modemarke Balenciaga. 2023 wurde sie im Alter von 70 Jahren zum Brand-Ambassador ernannt.

Cinémathèque française Im Juli 2026 wurde Huppert, zunächst mit einem Mandat von drei Jahren, zur Präsidentin der Cinémathèque française gewählt, wo sie die Nachfolge von Costa-Gavras antritt.

Filmografie 1971: Faustine et le Bel Été 1972: Ein charmanter Gauner (Le Bar de la fourche) 1972: César und Rosalie (César et Rosalie) 1974: Das beständige Gleiten der Begierde (Glissements progressifs du plaisir) 1974: Die Ausgebufften (Les Valseuses) 1975: Monsieur Dupont (Dupont-Lajoie) 1975: Unternehmen Rosebud (Rosebud) 1975: Aloïse 1975: Sérieux comme le plaisir 1976: Der Richter und der Mörder (Le Juge et l’Assassin) 1976: Die Indianer sind noch fern (Les Indiens sont encore loin) 1977: Die Spitzenklöpplerin (La Dentellière) 1978: Violette Nozière 1979: Die Schwestern Brontë (Les Sœurs Brontë) 1979: Rückkehr zur Geliebten (Retour à la bien-aimée) 1980: Erbinnen (Örökség) 1980: Rette sich, wer kann (das Leben) (Sauve qui peut (la vie)) 1980: Heaven’s Gate 1980: Der Loulou (Loulou) 1981: Die Kameliendame (La Dame aux camélias) 1981: Der Saustall (Coup de torchon) 1981: Stille Wasser (Eaux profondes) 1982: Eine Frau wie ein Fisch (La Truite) 1982: Passion 1983: The Story of Piera (Storia di Piera) 1983: Entre Nous – Träume von Zärtlichkeit (Coup de foudre) 1985: Gezeichnet: Charlotte (Signé Charlotte) 1987: Das Schlafzimmerfenster (The Bedroom Window) 1988: Die Dämonen (Les Possedés) 1988: Eine Frauensache (Une affaire de femmes) 1988: Der schwarze Milan (Milan noir) 1991: Malina 1991: Madame Bovary 1992: Nach der Liebe (Après l’amour) 1994: Trennung (La Séparation) 1994: Amateur 1995: Biester (La Cérémonie) 1997: Marie Curie – Forscherin mit Leidenschaft (Les palmes de M. Schutz) 1997: Das Leben ist ein Spiel (Rien ne va plus) 1996: Wahlverwandtschaften (Le affinità elettive) 1998: Schule des Begehrens (L’École de la chair) 1999: Nur kein Skandal! (Pas de scandale) 2000: Die Schule der verlorenen Mädchen (Saint-Cyr) 2000: Les Destinées sentimentales 2000: Chabrols süßes Gift (Merci pour le chocolat) 2001: La Vie promise 2001: Die Klavierspielerin (La Pianiste) 2002: Deux 2002: 8 Frauen (8 femmes) 2003: Wolfzeit (Le Temps du loup) 2004: Meine Mutter (Ma mère) 2004: I Heart Huckabees 2004: Zwei ungleiche Schwestern (Les Sœurs fâchées) 2005: Gabrielle – Liebe meines Lebens (Gabrielle) 2006: Geheime Staatsaffären (L’Ivresse du pouvoir) 2006: Nue propriété 2007: L’Amour caché 2007: Médée miracle 2008: Home 2008: Un barrage contre le Pacifique 2009: Villa Amalia 2009: White Material 2010: Copacabana 2010: Sans queue ni tête 2010: Law & Order: Special Victims Unit (Fernsehserie, Episode Shattered) 2011: I’m Not a F**king Princess (My Little Princess) 2011: Mein liebster Alptraum (Mon pire cauchemar) 2012: Captive – Entführt (Captive) 2012: Liebe (Amour) 2012: In Another Country (Dareun Nara-eseo) 2012: Bella addormentata 2012: Lines of Wellington – Sturm über Portugal (Linhas de Wellington) 2013: Die Nonne 2013: Dead Man Down 2013: Der sündebock (Au bonheur des ogres) 2013: Missbrauch (Abus de faiblesse) 2014: Das Verschwinden der Eleanor Rigby (The Disappearance of Eleanor Rigby: Them) 2014: Sehnsucht nach Paris (La Ritournelle) 2015: Wir sind alle Astronauten (Asphalte) 2015: Louder Than Bombs 2015: Valley of Love – Tal der Liebe (Valley of love) 2016: Alles was kommt (L’Avenir) 2016: Falsche Vertraulichkeiten (Les Fausses Confidences, Fernsehfilm) 2016: Elle 2016: What Tears Us Apart (Ce qui nous éloigne, Kurzfilm) 2016: Jetzt oder gleich (Tout de suite maintenant) 2016: Ein Chanson für Dich (Souvenir) 2017: Barrage 2017: Claire’s Camera (La Caméra de Claire) 2017: Happy End 2017: Mrs. Hyde (Madame Hyde) 2017: Marvin (Marvin ou la Belle Éducation) 2018: Eva 2018: The Romanoffs (Fernsehserie, Episode House of Special Purpose) 2018: Call My Agent! (Dix pour cent, Fernsehserie, Episode Isabelle) 2018: Greta 2019: Golden Youth (Une jeunesse dorée) 2019: Weiß wie Schnee – Wer ist die Schönste im ganzen Land? (Blanche comme neige) 2019: Frankie 2020: Eine Frau mit berauschenden Talenten (La Daronne) 2021: Falsche Versprechen (Les promesses) 2022: Die Zeit, die wir teilen (À propos de Joan) 2022: EO 2022: Mrs. Harris und ein Kleid von Dior (Mrs. Harris Goes to Paris) 2022: Die Gewerkschafterin (La Syndicaliste) 2022: Der Schatten von Caravaggio (L’ombra di Caravaggio) 2022: Par cœurs 2023: Mein fabelhaftes Verbrechen (Mon crime) 2023: Madame Sidonie in Japan (Sidonie au Japon) 2024: Les Gens d’à côté 2024: A Traveler’s Needs 2024: Zwei Frauen (La Prisonnière de Bordeaux) 2025: Luz 2025: Die reichste Frau der Welt (La Femme la plus riche du monde) 2026: Die Blutgräfin 2026: Parallele Leben (Histoires parallèles)

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