mini|hochkant=1.5|Cobá, Nohoch Mul-Pyramide mini|Ritualraum auf der Spitze der Pyramide mini|Ovaltempel in Cobá Cobá ist eine Ruinenstätte der Maya im mexikanischen Bundesstaat Quintana Roo auf der Ostseite der Halbinsel Yucatán ca. 40 km von der karibischen Küste entfernt im Inland. Cobá bezeichnet auch das direkt westlich an die Maya-Ruinen angrenzende, gleichnamige Dorf.
Geografie Cobá liegt westlich der Fernstraße Valladolid–Tulum etwa auf halber Strecke zwischen den beiden Städten; nach Tulum sind es ca. 42 km. Von der Fernstraße aus führt eine ca. 1 km lange Stichstraße zum Dorf, über welches das östlich gelegene Ruinenareal erreichbar ist.
Geschichte Erbaut wurde die alte Zeremonialstätte während der klassischen Mayaperiode (600–900 n. Chr.).Sven Gronemeyer: . Hausarbeit vom Wintersemester 2002/2003. Online auf sven-gronemeyer.de vom März 2003. In der Blütezeit der Maya war Cobá eine der größten Mayastädte in Yucatan. Cobá wurde während des Zusammenbruchs der Klassischen Periode höchstens kurzzeitig verlassen jedoch nach 1240 endgültig aufgegeben.Barbara W. Leyden, Mark Brenner, Bruce H. Dahlin. Cultural and Climatic History of Coba, a Lowland Maya City in Quintana Roo, Mexico1. Quaternary Research 49.1, 1998, S. 111–122.
Die Stadt nahm eine Fläche von bis zu 70 km² ein. Die Flächenangabe ist jedoch nicht als zusammenhängender Siedlungsraum zu verstehen, da die Maya-Städte einen "offenen Siedlungscharakter" hatten.Nikolai Grube: The City-States of the Maya. In: Hansen, Mogens Herman (Hrsg.): A Comparative Study of Thirty City-State Cultures. An Investigation Conducted by the Copenhagen Polis Centre. Copenhagen, Reitzels Forlag, S. 554. Es handelt sich vielmehr um die Streuzone der Besiedelung mit einem dicht bebauten Zentrum und stark abnehmender Gebäudedichte zu den Rändern hin.
Archäologie Cobá wird von den Archäologen in fünf Gebäudegruppen eingeteilt. Zur Gruppe Nohoch Mul gehört die 42 m hohe Pyramide mit 120 Treppenstufen, El Castillo genannt. Auf der Spitze der Pyramide befinden sich ein kleiner Ritualraum und ein steinerner Altar, der von den Mayapriestern vermutlich für Blutopfer für die Götter verwendet wurde.
Ein besonderes Kennzeichen von Cobá sind die mehr als 20 Sacbeob, gemauerte Wege, die teilweise deutlich erhöht über dem Gelände verlaufen und einzelne, auch weiter entfernte Teile der Siedlung verbinden. Einer der Sacbeob führt ca. 100 km nach Westen bis zur Mayastadt Yaxuná südlich von Chichén Itzá, ein weiterer führt ca. 20 km nach Ixil.William J. Folan: El sacbe Coba-Ixil: Un camino maya del pasado. Nueva Antropología 2.6, 1977, S. 31–42 (PDF).
Galerie
Siehe auch Liste der Maya-Ruinen
Literatur Harry Evelyn Dorr Pollock: A preliminary study of the ruins of Cobá, Carnegie Institution of Washington, 1932
Einzelnachweise
Weblinks
Hauptseite der mexikanischen Behörde für Archäologie und Geschichte INAH, abgerufen am 3. September 2013. INAH: Virtueller Rundgang durch Cobá, abgerufen am 3. September 2013. Stadtplanung und -entwicklung von Cobá
Kategorie:Archäologischer Fundplatz in Quintana Roo Kategorie:Ort der Maya Kategorie:Kultstätte Kategorie:Municipio Tulum