MZ 125 SX und MZ 125 SM sind Modellbezeichnungen für Motorräder, die die Motorrad- und Zweiradwerk GmbH von 2001 bis 2008 bauten. Die beiden von Peter Naumann entworfenen Maschinen basieren technisch auf der Straßenmaschine MZ RT 125, die bereits ein Jahr früher erschien; die SM wurde von der SX abgeleitet.

Geschichte Die 125 SX ist eine leichte Enduro, die 125 SM ist eine leichte Supermoto und unterscheidet sich von der SX vor allem durch die 17-Zoll-Räder, eine daran angepasste längere Sekundärübersetzung sowie die um 30 Millimeter geringere Sitzhöhe. Außerdem sind hier die Kunststoffteile nicht durchgefärbt, sondern lackiert.

Ein Jahr nach Produktionsbeginn der Baureihe wurde 2002 werksseitig der MZ Youngster Cup für Jugendliche ab 12 Jahren initiiert und im Rahmen der Internationalen Deutschen Supermoto Meisterschaft ausgetragen. Die vom Werk angebotene Cupversion der 125 SM hatte ein Wilbers-Federbein, härtere Wilbersfedern in der Teleskopgabel und eine Sportauspuffanlage von Sebring. Aus dem MZ Youngster Cup sind namhafte Nachwuchsfahrer hervorgegangen (z. B. Nico Joannidis). 2007 wurde die Serie letztmalig ausgetragen.

In den Jahren 2002 bis 2008 belegte die Modellreihe bei den Neuzulassungen in Deutschland einen Platz unter den zehn beliebtesten Leichtkrafträdern. + Neuzulassungen der Baureihe in Deutschland Jahr 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 Stückzahl 1362 1648 1228 1155 967 691 434 Platzierung in der Ranglisteder beliebtesten Leichtkrafträder 3 2 3 6 6 7 10

Testberichte Ein Test der Modellvariante 125 SM durch die Zeitschrift MOTORRAD von 2002 kritisierte u. a.:

Technische Daten 125 SX 125 SM Bild 120px 120px Baujahre 2001–2008 Motor wassergekühlter Einzylinder-Viertaktmotor - 10° nach vorn geneigt Ventilsteuerung DOHC-Ventilsteuerung, 4 Ventile über Tassenstößel betätigt, Zylinder stehend Bohrung × Hub 60 × 44 mm Hubraum 124,4 cm³ Verdichtung 11,2 : 1 Nennleistung bei 9000/min max. Drehmoment 11,7 Nm bei 8500/min Gemischaufbereitung Mikuni-Rundschiebervergaser VM 24 Zündung kontaktlose Kondersatorzündung Abgasreinigung U-Kat (ab Bj. 2006) Lichtmaschine Wechselstrom-Generator 180 W Batterie 12 V – 9 Ah Kupplung mechanisch betätigte Mehrscheiben-Ölbadkupplung Getriebe Sechsgang-Stirnrad-Wechselgetriebe, klauengeschaltet Sekundärübersetzung 16/52 16/49 Endantrieb Kette Rahmen offener Stahlrohrrahmen Maße (L × B × H) 2185 × 770 × 1200 mm 2010 × 770 × 1160 mm Radstand 1440 mm Sitzhöhe 860 mm 830 mm Radaufhängung vorn 41-mm-Teleskopgabel, Federweg 130 mm Radaufhängung hinten Stahl-Zweiarmschwinge mit Zentralfederbein, Federweg 220 mm (Federbasis verstellbar) Felgengröße vorn Speichenrad, 1,85 × 21″ Speichenrad, 2,75 × 17″ Felgengröße hinten Speichenrad, 2,5 × 18″ Speichenrad, 4,0 × 17″ Bereifung vorn 90/90-21 110/70-17 Bereifung hinten 120/80-18 130/70-17 Bremse vorn Einscheibenbremse, Ø 280 mm mit Zweikolben-Schwimmsattel Bremse hinten Einscheibenbremse, Ø 220 mm mit Zweikolben-Schwimmsattel Trockengewicht 127,5 kg 129,5 kg zul. Gesamtgewicht 320 kg Tankinhalt 12,5 l (Reserve: 3,6 l) Höchstgeschwindigkeit 110 km/h

Sondermodelle Die 125 SM blieb während ihres Produktionszeitraumes weitgehend unverändert, es gab aber zahlreiche Sondermodelle mit jeweils unterschiedlicher Lackierung oder Folierung. Namentlich die Modelle TWIN COLOUR, GANGSTA, MIG und CUP REPLICA. Letztgenannte entstand in Anlehnung an den MZ Youngster Cup und hatte einen anderen Lenker. Die Modelle MIG und CUP REPLICA hatten gegenüber der Serienversion einen Motorschutz und Handprotektoren.

Darüber hinaus gab es das auf 87 Stück limitierte Sondermodell SIX DAYS `87, mit, in Anlehnung an die Lackierung der MZ-Werksenduros bei der 62. Internationalen Sechstagefahrt 1987, grün lackiertem Rahmen, weißen Kunststoffverleidungsteilen und roter Folierung. Ferner waren sie mit Motorschutz und Handprotektoren ausgerüstet.

Für den US-amerikanischen Markt gab es die limitierte Variante Fun X als Einsitzer, ohne Blinker und Scheinwerfer.2005 MZ 125 FunX auf motorcycle.com, abgerufen am 27. Januar 2023. Die gebaute Stückzahl wird mit 100 angegeben.

2004 bestellte das Französische Heer 502 Exemplare. Die Maschinen wurden in schwarz ausgeliefert und sind zusätzlich mit Handprotektoren, Topcase, Tankrucksack sowie einem stärkeren Motorschutz ausgestattet.Französische Armee bestellt Geländemotorräder von MZ auf motorrad.de, abgerufen am 26. November 2021.

Literatur Andy Schwietzer: Typenkompass MZ – Motorräder seit 1950. 2. Auflage. Motorbuch, Stuttgart 2005, ISBN 3-613-02121-8 Motorrad- und Zweiradwerk GmbH: Reparaturanleitung MZ 125 SX/SM

Weblinks

Offizielle Seite des Herstellers Seite des MZ-Cups

Einzelnachweise

Kategorie:Motorradmodell SX 125/SM 125 Kategorie:Leichtkraftradmodell