__NOTOC__ Hermann von Kerssenbrock (* 1519 in Barntrup; † 5. Juli 1585 in Osnabrück) war langjähriger Rektor des Gymnasiums Paulinum in Münster.
Leben Hermann von Kerssenbrock entstammte dem ostwestfälischen Adelsgeschlecht Kerssenbrock und war der nichteheliche Sohn des Gerlach von Kerssenbrock († 1559) und seiner leibeigenen Magd Geseke.Neue Deutsche Biographie. In: Digitale Sammlungen/MDZ: Digitalisat
Er war zunächst Schüler an der Domschule in Münster in Westfalen, dem späteren Gymnasium Paulinum. Von 1548 bis 1550 arbeitete er als Rektor der Lateinschule in Hamm. Anschließend kehrte er an die Domschule in Münster zurück und wurde dort von 1550 bis 1575 als Rektor beschäftigt.A. Berger (Hrsg.): Allgemeine Preßzeitung. Nr. 44, F. A. Brockhaus, Leipzig, Dienstag, 3. Juni 1845, S. 173 f. Danach war er Schulleiter der Domschule in Paderborn und der Stadtschule in Werl. Bekannt ist er als Verfasser der Historie Anabaptistici furoris Monasterium inclitam Westphaliae metropolim evertentis historica narratio geworden. Diese Schrift über das Täuferreich von Münster schrieb er 1573 zum Teil aus eigener Anschauung und auf der Grundlage von Berichten anderer Zeitzeugen nieder. Hierin schildert er auch die Sitten und Zustände in Münster gegen Ende des 16. Jahrhunderts. Vor allem seine allzu detaillierte Beschreibung der Stadtbefestigung Münsters führte zum Zerwürfnis mit verschiedenen Autoritäten, und er musste die Stadt verlassen.
Von 1582 bis 1585 war Kerssenbrock Rektor der Domschule in Osnabrück, dem späteren Gymnasium Carolinum. Dort erfreute er sich größter Beliebtheit bei den Schülern und Lehrern, die ihm anlässlich seines Todes die Gedichtsammlung Querela scholae Osnabrugensis widmeten.
Werke Catalogvs Episcoporvm Padibornensivm Eorvmqve acta quatenus haberi potuerunt. Lemgo 1578. Digitalisat. Carl A. Cornelius (Hrsg.): Berichte der Augenzeugen über das Münsterische Wiedertäuferreich. In: Die Geschichtsquellen des Bisthums Münster. Band 2, , Theissing, Münster 1853. Digitalisat. Josef B. Nordhoff: Querela scholae Osnabrugensis. In: Mittheilungen des Historischen Vereins zu Osnabrück. Band 10, Osnabrück 1875, , S. 271–290. Heinrich Detmer (Hrsg.): Kerssenbrochs Wiedertäufergeschichte. Anabaptistici furoris Monasterium inclitam Westphaliae metropolim evertentis historica narratio. In: Die Geschichtsquellen des Bisthums Münster. Band 5. Hälfte 1–2. Theissing, Münster 1899–1900.
Literatur
Heinrich Detmer: Hermann von Kerssenbroch's Leben und Schriften. Theissing, Münster 1900, Digitalisat. Julius Jäger: Die Schola Carolina Osnabrugensis. Festschrift zur Elfhundertjahrfeier des Königlichen Gymnasium Carolinum zu Osnabrück. Pillmeyer, Osnabrück 1904, S. 28 und 30–32.
Simon Peter Widmann: Hermann von Kerssenbroch. In: Westfälische Zeitschrift - Zeitschrift für vaterländische Geschichte und Altertumskunde. Band 90, Teil I (1934), S. 33–88.
Weblinks
Digitalisat: Kurze zusammenfassende Übersetzung des Werkes Anabaptistici Furoris Narratio in englischer Sprache Eintrag in der Catholic Encyclopedia (engl.)
Einzelnachweise
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