Saara ist ein Ortsteil der ostthüringischen Gemeinde Nobitz im Altenburger Land. Zuvor war der Ort Hauptort der Gemeinde Saara mit einer Fläche von 42,73 km² und knapp 3000 Einwohnern.

Geographie Saara liegt am Zusammenfluss von Sprotte und Pleiße. Der Ort befindet sich geologisch gesehen im Altenburger-Schmöllner Lösshügelland, einem Teil der Leipziger Tieflandsbucht. Angrenzende Orte sind im Norden Selleris, Gardschütz und Lehndorf, im Osten Zehma, im Süden Zürchau und Maltis (alle Gemeinde Nobitz), sowie im Westen der Schmöllner Ortsteil Papiermühle.

miniatur|links|hochkant|Kirchturm der Dorfkirche

Geschichte Herzog (dux) Thakulf von Thüringen und Markgraf der Sorbenmark (limes sorabici) schenkte 848 dem Kloster Fulda aus Eigenbesitz einige Hufen in der "provinciola Sarowe sita juxta Boemian", also in dem Provinzchen Sarowe unweit von Böhmen (aus Sicht der Fuldaer Mönche). Saara wurde dann im Bosauer Klosterzehntregister als Zarowe zwischen 1181 und 1214 erwähnt und ist wahrscheinlich eine durch Brandrodung im Altsiedelland zwischen 600 und 800 entstandene sorbische Siedlung. Zudem nannte sich ein pleißenländisches Adelsgeschlecht im 13. und 14. Jahrhundert nach dem Ort, deren bekanntester Nachkomme ein gewisser Conrad von Zarowe als Zeuge in einer bischoflich-Naumburgischen Urkunde aus dem Jahr 1222 genannt wird.

Saara gehörte zum wettinischen Amt Altenburg,Das Amt Altenburg im Buch „Geographie für alle Stände“, ab S. 201Die Orte des Amts Altenburg ab S. 83 welches ab dem 16. Jahrhundert aufgrund mehrerer Teilungen im Lauf seines Bestehens unter der Hoheit folgender Ernestinischer Herzogtümer stand: Herzogtum Sachsen (1554 bis 1572), Herzogtum Sachsen-Weimar (1572 bis 1603), Herzogtum Sachsen-Altenburg (1603 bis 1672), Herzogtum Sachsen-Gotha-Altenburg (1672 bis 1826). Bei der Neuordnung der Ernestinischen Herzogtümer im Jahr 1826 kam der Ort wiederum zum Herzogtum Sachsen-Altenburg. Nach der Verwaltungsreform im Herzogtum gehörte er bezüglich der Verwaltung zum Ostkreis (bis 1900) bzw. zum Landratsamt Altenburg (ab 1900). Das Dorf gehörte ab 1918 zum Freistaat Sachsen-Altenburg, der 1920 im Land Thüringen aufging. 1922 kam es zum Landkreis Altenburg.

Am 1. Juli 1950 wurde Saara nach Lehndorf eingemeindet. Bei der zweiten Kreisreform in der DDR wurden 1952 die bestehenden Länder aufgelöst und die Landkreise neu zugeschnitten. Somit kam Saara als Ortsteil von Lehndorf mit dem Kreis Altenburg an den Bezirk Leipzig, der seit 1990 als Landkreis Altenburg zu Thüringen gehörte und 1994 im Landkreis Altenburger Land aufging.

Gemeinde Saara 1996–2012

mini|Gemeindegliederung der ehemaligen Gemeinde Saara (2010)

Aufgrund der zentralen Lage von Saara wurde am 8. März 1994 in Saara die Verwaltungsgemeinschaft Saara gegründet. Am 1. Januar 1996 entstand die Gemeinde Saara durch Zusammenschluss folgender Gemeinden: Lehndorf (mit den Ortsteilen Burkersdorf, Kaimnitz, Heiligenleichnam, Gleina, Gardschütz, Löpitz, Saara und Selleris), Mockern, Podelwitz (mit den Ortsteilen Gieba, Goldschau, Gösdorf, Großmecka, Runsdorf, Tautenhain und Zumroda), Taupadel (mit dem Ortsteil Bornshain) und Zehma (mit den Ortsteilen Löhmigen, Maltis und Zürchau), zugleich wurde damit die Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft Saara vollzogen, zu der außerdem Großstöbnitz (mit den Ortsteilen Kleinmückern und Papiermühle) gehörte, welches sich Schmölln anschloss.

Unter Saaras Bürgermeister Stephan Etzold (CDU), der selbst in Runsdorf wohnt, wurde ein Zusammenschluss mit der Gemeinde Nobitz angestrebt, um vom Freistaat Thüringen für jeden Einwohner der beiden Kommunen eine Prämie von 100 Euro zu erhalten. Dabei war Nobitz nahezu schuldenfrei, während Saara ungefähr zwei Millionen Euro Schulden hatte, hauptsächlich durch die Erschließung des Gewerbegebietes in Mockern. Am 29. September 2011 wurde der Vertrag über die Eingliederung nach Nobitz unterzeichnet. Die Nachbarstadt Altenburg äußerte Bedenken gegen die Fusion. Sie wurde am 22. November 2012 vom Thüringer Landtag beschlossen und trat am 31. Dezember 2012 in Kraft.StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2012

Einwohnerentwicklung Entwicklung der Einwohnerzahl der Gemeinde Saara (Stand jeweils 31. Dezember): 1996: 3307 1997: 3285 1998: 3321 1999: 3345 2000: 3299 2001: 3311 2002: 3323 2003: 3261 2004: 3268 2005: 3214 2006: 3133 2007: 3128 2008: 3105 2009: 3041 2010: 2999 2011: 2942 Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Eingemeindungen Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung Bornshain 25.08.1961 Eingemeindung nach Taupadel Burkersdorf 01.01.1973 Eingemeindung nach Lehndorf Gardschütz 01.07.1950 Eingemeindung nach Lehndorf Gieba 01.07.1950 Eingemeindung nach Podelwitz Gleina 01.07.1950 Eingemeindung nach Burkersdorf Gösdorf 01.07.1950 Eingemeindung nach Großmecka Goldschau 01.07.1950 Eingemeindung nach Podelwitz Greipzig 01.07.195001.07.1963 Eingemeindung nach LehndorfUmgliederung nach Ehrenberg Großmecka 01.11.1973 Eingemeindung nach Podelwitz Heiligenleichnam 1923 Eingemeindung nach Lehndorf Kaimnitz vor 1900 Eingemeindung nach Burkersdorf Kleinmecka 01.10.1922 Eingemeindung nach Großmecka Lehndorf 01.01.1996 Zusammenschluss mit vier Gemeinden zu Saara Löhmigen 01.07.1950 Eingemeindung nach Zehma Löpitz 1923 Eingemeindung nach Burkersdorf Maltis 01.07.1950 Eingemeindung nach Zürchau Mockern 01.01.1996 Zusammenschluss mit vier Gemeinden zu Saara Podelwitz 01.01.1996 Zusammenschluss mit vier Gemeinden zu Saara Runsdorf 01.07.1950 Eingemeindung nach Podelwitz Saara 01.07.1950 Eingemeindung nach Lehndorf Selleris 01.07.1950 Eingemeindung nach Lehndorf Taupadel 01.01.1996 Zusammenschluss mit vier Gemeinden zu Saara Tautenhain 01.07.1950 Eingemeindung nach Großmecka Zehma 01.01.1996 Zusammenschluss mit vier Gemeinden zu Saara Zürchau 01.11.1973 Eingemeindung nach Zehma Zumroda 01.11.1973 Eingemeindung nach Podelwitz

Kultur und Sehenswürdigkeiten Einer der beiden Türme der Christophoruskirche Saara trägt als Besonderheit statt der Zahlen im Zifferblatt die zwölf Buchstaben der Losung „Nütze die Zeit“.

Weblinks

Saara auf der Website der Gemeinde Nobitz

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Altenburger Land Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Altenburger Land) Kategorie:Geographie (Nobitz) Kategorie:Ersterwähnung im 12. Jahrhundert Kategorie:Gemeindeauflösung 1950 Kategorie:Gemeindegründung 1996 Kategorie:Gemeindeauflösung 2012 Kategorie:Deutscher Ortsname slawischer Herkunft