mini|hochkant|Josef Mathias Grassi: Michał Kleofas Ogiński, 1782–1792. mini|hochkant|François-Xavier Fabre: Michał Kleofas Ogiński, 1805. Fürst Michał Kleofas Ogiński, litauisch: Mykolas Kleopas Oginskis, belarussisch: Міхал Клеафас Агінскі (* 25. September 1765 in Guzów bei Żyrardów; † 15. Oktober 1833 in Florenz) war ein polnisch-litauischer Komponist, Politiker und Diplomat.

Leben mini|hochkant=0.6|Ogiński-Wappen. Ogiński entstammte einer reichen Magnatenfamilie. Er war ein Neffe von Michał Kazimierz Ogiński. 1786 wurde er Abgeordneter im polnischen Reichstag (Sejm). 1789/90 war er diplomatischer Vertreter Polen-Litauens in den Niederlanden und Großbritannien. 1793 wurde er Großschatzmeister des Großfürstentums Litauen, trat aber schon im folgenden Jahr zurück, um sich als Chef eines auf seine Kosten ausgerüsteten Jägerregiments am Kościuszko-Aufstand zu beteiligen. Nach dem unglücklichen Ausgang des Kampfes emigrierte er. Sein gesamtes Eigentum wurde von Russland und Preußen konfisziert. 1802 erlaubte ihm Kaiser Alexander I. die Rückkehr auf sein Landgut Zalesie bei Vilnius (Wilna). Darauf heiratete er Marija Nagurskaja. Nach dem Frieden von Tilsit begab er sich mit seiner Familie nach Frankreich und Italien, kehrte aber 1810 als Senator des Russischen Kaiserreichs und Geheimrat nach Polen zurück. 1815 wurde seine Ehe geschieden, und er reiste erneut nach Italien. 1817 trat er als Senator zurück. 1822 erkrankte er an Gicht. Von 1823 an lebte er in Florenz und widmete sich der Musik und der Komposition. 1831 veröffentlichte er ein Notenbuch mit mehr als 60 Werken. 1833 starb er in Florenz, wo er in der Kirche Santa Croce beigesetzt wurde.

Werke Ogiński war Violinist, spielte aber auch Clavichord und Balalaika. Um 1790 begann er Märsche und patriotische Lieder zu komponieren, die unter den Aufständischen von 1794 populär wurden. Er schrieb gut zwanzig Polonaisen, dazu weitere Klavierstücke wie Mazurken, Romanzen und Walzer. Er liebte die französische und italienische Oper.

Michał Kleofas Ogiński wurde lange Zeit die Polonaise in a-Moll Pożegnanie Ojczyzny (Abschied vom Vaterland) zugeschrieben. Er soll sie geschrieben haben, als er 1794 emigrieren musste. Eine Quelle dafür ist allerdings nicht bekannt. Die Musikwissenschaftlerin Agnieszka Leszczyńska schrieb das Stück 2023 dem Komponisten Kasper Napoleon Wysocki zu, der 1831 eine Fassung des Werks niederschrieb. Diese neue Zuschreibung blieb nicht unwidersprochen, da Manuskripte von Gitarrenfassungen des Werkes gefunden wurden, die älter sind als Wysockis Klavierfassung. Als gesichert scheint derzeit (Stand 2024) nur zu gelten, dass das Werk jedenfalls nicht von Ogiński stammt. Ogiński erwähnte die Polonaise nie als eines seiner Werke, äußerte sich aber in seinen Lettres sur la musique amüsiert über die Zuschreibung des Tanzes eines anderen Komponisten an ihn.

Ogiński veröffentlichte Erinnerungen unter dem Titel Mémoires sur la Pologne et les Polonais depuis 1788–1815 (Paris 1826, 2 Bände; deutsch, Bellevue 1845).

Ogiński auf Münzen und Briefmarken

Literatur

Andržej Zaluskij: Время и музыка Михаила Клеофаса Огинского. — The Times and Music of Michal Kleofas Oginski. Četyre Četverti, Minsk 1999, ISBN 985-6089-39-5.

Weblinks

Einzelnachweise

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