Rusciori (auch Rușcior; , ) ist ein Dorf in der Region Siebenbürgen in Rumänien. Es gehört administrativ zur Gemeinde Șura Mică (Klein-Scheuern).

Lage Rusciori liegt knapp zehn Kilometer westlich von Hermannstadt. Der Ort ist über jene Landstraße erreichbar, welche die Nationalstraße 1 (DN1) mit Ocna Sibiului (Salzburg) verbindet. Das Dorf liegt in einer von kleinen Anhöhen umgebenen Senke und ist von der Straße aus kaum sichtbar.

Geschichte Das Dorf wurde erstmals 1380 als villa Ruthenica urkundlich erwähnt. Es wird davon ausgegangen, dass die Siedlung bereits um 1200 von bulgarischen Bogumilen gegründet wurde.

Die bulgarische Bevölkerung der Ortschaft assimilierte sich erst an die rumänische, später dann an die siebenbürgisch-sächsische Kultur.

So wie auch die meisten der in Siebenbürgen lebenden Angehörigen der deutschsprachigen Minderheit, nahmen auch die ursprünglich slawischen Dorfbewohner von Reußdörfchen den evangelisch-lutherischen Glauben an.

Bevölkerung Bei der Volkszählung von 2002 bekannten sich die Bewohner des Dorfes zu folgenden Volksgruppen:Varga E. Árpád: Volkszählungen 1850–2002 in Siebenbürgen bei kia.hu, letzte Aktualisierung 4. November 2008 (PDF; 582 kB; ungarisch). Rumänen (342) Roma (252) Deutsche (32) Ungarn (2) sonstige (2)

Verkehr Im nahe gelegenen Turnișor (Neppendorf) liegt der internationale Flughafen Sibiu.

Sehenswürdigkeiten und sonstige Einrichtungen Die Evangelische KircheEvangelische Kirche in Rusciori bei biserici.org, abgerufen am 25. Oktober 2023 (rumänisch). im 13. Jahrhundert errichtet und im 16. Jahrhundert umgebaut, stehen unter Denkmalschutz.Liste historischer Denkmäler des rumänischen Kulturministeriums, 2015 aktualisiert (PDF; 12,7 MB; rumänisch). Kinderbauernhof der Stiftung für Öko-Soziale Erziehung Orthodoxe Kirche

Persönlichkeiten

Martin Samuel Möckesch (1813–1890), Theologe und SchriftstellerAngaben zu Martin Samuel Möckesch bei biographien.ac.at, abgerufen am 24. Oktober 2023.

Siehe auch Liste deutscher und ungarischer Bezeichnungen rumänischer Orte Weitere, vermutlich bulgarisch-bogumilische Ortsgründungen in Siebenbürgen: Bungard (Baumgarten), Cergăul Mare (Großschergied), Cergăul Mic (Kleinschergied), Sărățel (Reussen bei Bistritz), Ruși (Reußen), Cund (Reußdorf) und Miercurea Sibiului (Reußmarkt).

Weblinks und Quellen

Private Homepage mit detaillierten Informationen zu Reußdörfchen Reußdörfchen auf „siebenbuerger.de“

Einzelnachweise

Kategorie:Ersterwähnung 1380