Die Auguste-Viktoria-Schule (abgekürzt: AVS) ist ein neusprachliches Gymnasium in Flensburg. Sie wurde nach der letzten deutschen Kaiserin Auguste Viktoria benannt.

Geschichte Die Schule wurde 1886 als „Höhere, vornehmere Mädchenschule“ gegründet.Vgl. Gerhard Nowc: Flensburg-Lied: 100 Jahre und unvergessen, in: Flensburger Tageblatt, 23. Januar 2009; abgerufen am: 8. Juli 2014 1910 bis 1912 erfolgte im Südergraben der Bau des heutigen Schulhauses. Ein Gebäude mit einem hohen Portal und weiten Fluren. Architekt des Gebäudes war Paul Ziegler, der es im Stil der Heimatschutzarchitektur gestaltete. Im Jahr 1912 bis 1913 entstand zudem nach seinen Plänen das im Hof gelegene Schulgebäude zur Straße Kanonenberg hin, die ehemalige Hebbelschule, die heute als Haus B der Auguste-Viktoria-Schule dient.Lutz Wilde: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein. Band 2, Flensburg, S. 394 und 462

1965 wurde die Koedukation eingeführt, seitdem werden Jungen und Mädchen gemeinsam unterrichtet. 1970 wurden die Gebäude der ehemaligen Hebbelschule in die Auguste-Viktoria-Schule einbezogen. Seit 1991 gibt es zweisprachigen Unterricht.

Fremdsprachenkonzept Im Fremdsprachenunterricht stehen den Schülern fünf Fächer zur Auswahl: Englisch, Französisch, Spanisch, Latein und Dänisch. Zudem werden ab der 7. Klasse im Rahmen von bilingualem Unterricht einzelne Fächer auf Englisch angeboten (derzeit Musik, Physik und Erdkunde, letzteres bis zum Abitur).

Sonstiges Als größtes Gymnasium in Flensburg verfügt die AVS pro Jahrgang über 4 bis 6 Schulklassen. Im Rahmen der Teilnahme am Comenius-Projekt der EU findet die Baltic Sea Conference, ein Zusammentreffen und Bearbeitung mit sieben Partnerschulen aus Dänemark, Estland, Finnland, Litauen, Norwegen, Polen und Schweden von Problemen und Entwicklung im Ostseeraum statt. Die „Grüne Insel“ auf dem Schulhof wird durch Schüler gepflegt. In der 2011 im Nebengebäude eingerichteten Mensa kann auch in den Pausen Verpflegung gekauft werden.

Preise und Auszeichnungen Die Schule erhielt mehrere Auszeichnungen, darunter:

1998 European Health Education Award in Lyon, 2002 IHK-Schulpreis der IHK Flensburg, Schule und Wirtschaft in der Region 2003 Baltic Sea Preis der Dr. Werner Petersen Stiftung, Kiel 2004 Innovationspreis für Jugend, Förderverein Flensburg, Regionalmarketing 2005 Innovationspreis der Stadt Flensburg 2006 Preis Zukunftsschule Schleswig-Holstein „heute etwas für Morgen bewegen“ 2016 Modellschule für digitale Medien in Schleswig-Holstein

Persönlichkeiten (Auswahl) Folgende Persönlichkeiten waren Lehrer bzw. Schüler an der Auguste-Viktoria-Schule:

Lehrer Ida Marquardsen (1868–1941), Komponistin des 1909 geschriebenen Flensburg-LiedesAndreas Oeding, Broder Schwensen, Michael Sturm: Flexikon. 725 Aha-Erlebnisse aus Flensburg!, Flensburg 2009, Artikel: Flensburg-LiedGerhard Nowc: Flensburg-Lied: 100 Jahre und unvergessen, in: Flensburger Tageblatt, 23. Januar 2009; abgerufen am: 8. Juli 2014 Hans-Werner Clasen (* 1929), Komponist Wilfried Tetens (* 1940), Sportfunktionär Jörn-Peter Leppien (1943–2020), Historiker Wolfgang Hammer (* 1946), Schriftsteller

Schüler Käte Lassen (1880–1956), Malerin Helene Sonnemann (1911–1998), Ärztin am Kinderkrankenhaus für Euthanasie, Abitur 1930 Margarete Nielsen (1917–2012), verh. Margarete Mitscherlich-Nielsen, Psychoanalytikerin, Ärztin und Autorin Ingrid Gross (1924–2004), Kommunalpolitikerin und von 1978 bis 1986 Stadtpräsidentin der Stadt Flensburg (Abitur 1942) Frank-Peter Hansen (* 1956), Autor Dirk Meier (* 1959), Prähistoriker Frank Meier (* 1959), Historiker Christian Theede (* 1972), Filmregisseur DJ Koze (* 1972), Musiker DJ Stachy (* 1972), Musikproduzent Özlem Topçu (* 1977), Journalistin Marni Schwonberg, Sopranistin Agnes Thurid Gers, deutsche Leichtathletin Rebecca Netzel (1963), Sprach- und Übersetzungs-Wissenschaftlerin, Autorin

Siehe auch Liste der Schulen in Flensburg

Literatur Hans-Jörg Herold u. a. (Bearb.): Auguste-Viktoria-Schule Flensburg 1886–1987. Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte, Flensburg 1986 (Kleine Reihe der Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte; 13), ISBN 3-925856-01-3. Ida Marquardsen: Festschrift des Staatlichen Oberlyzeums zu Flensburg (Auguste-Viktoria-Schule) 1886–1936. Wolff, Flensburg: Wolff 1936 Hans-Christian Pust: Höhere Mädchenbildung in der Kaiserzeit. Zur Geschichte der Auguste-Viktoria-Schule Flensburg 1886–1918. Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte, Flensburg 2000 (Kleine Reihe der Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte; 31), ISBN 3-925856-40-4.

Weblinks

Internetpräsenz der Auguste-Viktoria-Schule

Einzelnachweise

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