mini|Ortsmitte Meckesheims Meckesheim (kurpfälzisch []) ist eine Gemeinde im baden-württembergischen Rhein-Neckar-Kreis. Sie besteht aus den Teilorten Meckesheim (Hauptort) und Mönchzell (Ortsteil).
Geographie Lage und Naturraum Meckesheim liegt im Kraichgau ca. 13 km (Luftlinie) südöstlich von Heidelberg an der Elsenz. In die Elsenz fließen auf Meckesheimer Gemarkung die Lobbach, der Schwarzbach und das Rohrbächle.
Die Gemarkung erstreckt sich über eine Höhe von 135 Metern (Gemarkungsgrenze Mauer) bis 267 Metern (Mönchzeller Reichelsberg). Die Gemarkungsgröße umfasst 1633 Hektar (462 Hektar entfallen auf den Ortsteil Mönchzell). Davon sind 14,1 Prozent Siedlungs- und Verkehrsfläche, 45,7 Prozent werden landwirtschaftlich genutzt und 38,3 Prozent sind bewaldet.
Gewässer Meckesheim wird von der Elsenz durchflossen. Auf der Gemarkung von Meckesheim münden Lobbach und Schwarzbach, sowie das Rohrbächle in die Elsenz. Die Martinsquelle entspringt unterhalb der St. Martinskapelle und mündet in den Lobbach. ([{ "type": "ExternalData", "service": "geoline", "ids": "Q117599010,Q871124,Q8315,Q832570,Q140011353", "properties": { "stroke": "#3b78cb", "stroke-width": 4 } }, { "type": "ExternalData", "service": "geoline", "ids": "Q82127", "properties": { "stroke": "#ffb100", "stroke-width": 3, "fill": "#c73608", "fill-opacity": 0.1 } } ]).
Das untere Schwarzbachtal steht seit 1997 unter Naturschutz. Große Teile der Gemarkung gehören zum Landschaftsschutzgebiet Unteres und Mittleres Elsenztal. Außerdem ist das Gebiet nordöstlich von Elsenz und Schwarzbach Teil des Naturparks Neckartal-Odenwald.Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg mini|Schwarzbachaue bei Meckesheim
Nachbargemeinden Angrenzende Gemeinden sind, beginnend im Norden im Uhrzeigersinn, Mauer, Wiesenbach, Lobbach, Spechbach, Eschelbronn, Zuzenhausen, Dielheim und Wiesloch.
Gemeindegliederung Neben dem Dorf Meckesheim gehört seit der kommunalen Gebietsreform noch das nordöstlich gelegene Dorf Mönchzell zur Gemeinde. Der Weiler Meckesheimerhof im Westen entstand ab 1964 im Zuge einer Flurbereinigung.Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2, S. 358–359.
Geschichte Römische Zeit Eine Römerstraße führte von Heidelberg über Waldhilsbach, Meckesheim, Mönchszell und weiter zum Obergermanisch-Raetischen Limes und überquerte bei Meckesheim das noch sumpfige Elsenztal.Friedrich Zimmermann: Ortsgeschichte des Kraichgaudorfes Meckesheim, 1937 (Hrsg.): Gemeinde Meckesheim, S. 61.
Fränkische Zeit mini|Auschschnitt aus dem Lorscher Codex mit der Erwähnung von Meckinesheim in Zeile 8 Meckesheim wurde erstmals 822 im Lorscher Codex als Meckinesheim erwähnt und ist vermutlich eine fränkische Siedlung, die ihren Namen von einem Stammesfürsten Mekin (o. ä.) erhielt. Die östlich des Dorfes gelegene Ruine der Martinskirche ist eine der ältesten Pfarrkirchen der Gegend. Sie wurde wahrscheinlich in der Zeit der fränkischen Landnahme im 6. oder 7. Jahrhundert errichtet.
Vorkurpfälzische Zeit Die 1295 bezeugte Meckesheimer Zent entwickelte sich zum Hochgerichtsbezirk und umfasste mehrere Gemeinden. Zuvor waren die Grafen von Katzenelnbogen damit belehnt. Ab 1299 übte Berthold, der königliche Vizejustiziar von Wimpfen, die Vogtei aus. Um 1325 gehörte Meckesheim zum Reichslehen der Herren von Weinsberg. Für diese Zeit werden auch das Kirchenpatronatsrecht zu "Mekkisheim" und das dortige Zentgericht erwähnt. Das Zentgericht wurde als "Waldpotengericht", d. h. als Gericht des waltenden Boten, bezeichnet.
Kurpfälzische Zeit 1330 gelangte das Dorf an die Pfalzgrafen. 1347 verpfändete es Pfalzgraf Ruprecht I. an Engelhard von Hirschhorn. Er hatte das Meckesheimer Zentgericht bereits 1346 nach Neckargemünd verlegt. Die Ortsherrschaftsrechte lagen nach einigen Verpfändungen ab 1369 beim pfälzischen Amt Dilsberg. Im Gegensatz zu den umliegenden grundherrlichen Orten war in Meckesheim weit über die Hälfte des Bodens freies bäuerliches Eigentum.
Im Dreißigjährigen Krieg war der Ort mehrfach umkämpft, so dass die Bevölkerungszahl von 570 auf 80 schrumpfte. Auf der Elsenzbrücke kam es 1622 zu einem Gefecht zwischen den vorrückenden Truppen Tillys und den bedrängten Truppen des Ernst von Mansfeld. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde der Ort am 10. August 1689 durch Truppen Melacs niedergebrannt. 1722 vernichtete eine Feuersbrunst fast das gesamte Dorf. 96 Häuser verbrannten, darunter auch die Kirche, das Rathaus und das Schulhaus, und nur 5 bis 7 Häuser blieben von den Flammen verschont.Friedrich Zimmermann: Ortsgeschichte des Kraichgaudorfes Meckesheim, 1937 (Hrsg.): Gemeinde Meckesheim, S. 53 f. Obwohl die „freien Meckesheimer Bauern“ keinem Adelsgeschlecht, sondern der Kurpfalz direkt unterstanden, mussten auch sie den Zehnten abliefern, nämlich zu zwei Dritteln an das Stift vom Heiligen Geist in Heidelberg und zu einem Drittel an die kurpfälzische Hofkammer.
1782 wurde die hölzerne Brücke über die Elsenz durch eine aus Stein ersetzt.Friedrich Zimmermann: Ortsgeschichte des Kraichgaudorfes Meckesheim, 1937 (Hrsg.): Gemeinde Meckesheim, S. 62 f.
Unter dem Großherzogtum bis zur Badischen Republik 1803 gelangte der Ort an Baden. Während der Koalitionskriege quartierte sich von November 1813 bis Juli 1814 der russisch-kaiserliche Artilleriepark mit 12.339 Mann in Meckesheim ein; eine enorme Belastung für das damals 743 Seelen zählende Dorf.Friedrich Zimmermann: Ortsgeschichte des Kraichgaudorfes Meckesheim, 1937 (Hrsg.): Gemeinde Meckesheim, S. 68 f.
Besonders wichtig für die Wirtschaft in Meckesheim und Umgebung war 1862 die Errichtung des Bahnhofes durch die Großherzoglich Badische Staatseisenbahnen. Damit waren Meckesheim und die Nachbarorte an die Bahnstrecken nach Heidelberg und Heilbronn (seit 1869) angebunden.
Meckesheim wählte vor dem Ersten Weltkrieg nationalliberal. Zu Beginn der Weimarer Republik waren die Sozialdemokraten stärkste Kraft im Ort, die dann von der NSDAP überholt wurden. Bei der Reichspräsidentenwahl vom 10. April 1932 stimmten 66 % für Adolf Hitler. Bei der Reichstagswahl vom 6. November 1932 bekam die NSDAP wiederum 66 Prozent der Stimmen. Bei der Reichstagswahl vom 5. März 1933 wählten 69,7 Prozent die NSDAP (Reichsdurchschnitt 33,1 Prozent). Während des Zweiten Weltkrieges bombardierten amerikanische Truppen im März 1945 das Bahnhofsgebiet. Geschichte Meckesheims
Zweiter Weltkrieg Im Zweiten Weltkrieg stürzte 1944 ein mit Brandbomben beladenes, viermotoriges amerikanisches Kampfflugzeug mit fünf Passagieren oberhalb des Buchenwalds beim Spechbacherweg ab. Alle Insassen starben bei dem Absturz und wurden in Eschelbronn beerdigt.Georg Ludwig: Bericht über die Kriegsereignisse in Meckesheim, Bürgermeisteramt Meckesheim, 25. November 1960, PDF An einem Sonntag im Oktober 1944 gegen 11 Uhr stürzte ein amerikanisches Jagdflugzeug im Gewann „Oberes Bemannsbruch“ ab, wobei der Pilot ums Leben kam. Zwei Tage später stürzte ein deutsches Jagdflugzeug im Gewann „Fürthteich“ ab. Der Pilot überlebte den Absturz mit beidseitigen Beinbrüchen. Insbesondere in den Monaten Januar bis März 1945 stand die Gemeinde unter Beschuss, weswegen die Felder nur noch während der Nacht bestellt wurden. Im März 1945 wurde zudem die Schwarzbachbrücke (Bahnbrücke) beschossen, jedoch nicht getroffen. Beim Beschuss fahrender Züge kamen mehrere Menschen ums Leben oder wurden verletzt. Bei Bombenangriffen, die am 24. März 1945 zwischen 7.15 und 7.30 Uhr geflogen wurden, wurden die folgenden Bauwerke zerstört:
das gemeindeeigene Wohnhaus (Beamtenwohnhaus) Zeppelinstraße 2–4 mit vier Wohnungen das Bahnhofsgebäude, teilweise mit Wohnung und Bahnhofsgastwirtschaft das Wohnhaus in der Bahnhofstraße 36 mit zwei Wohnungen die Villa in der Schatthäuserstraße 1
Weitere Beschüsse fanden vom 31. März auf den 1. April 1945 statt. Dabei wurden Gebäude in Nähe des Bahnhofs, in der Ortsmitte und auf dem Berg beschädigt, darunter auch die Turnhalle der Gemeinde, die von einem Artillerie-Geschoss getroffen wurde und dabei deren Turm und Vorderfront zerstört wurden. In der Hindenburgallee (später Friedrichsallee) hatten mehrere Gebäude Einschusslöcher und einige Dächer waren abgedeckt. Im Gewann „Ölerde“ lagen sich amerikanische und im Gewann „Plötzberg“ deutsche Soldaten im Infanteriekampf mit Artillerie-Unterstützung gegenüber. 17 Soldaten und Zivilpersonen aus der Gemeinde kamen bei Kämpfen um Meckesheim ums Leben. Als deutsche Soldaten die Information streuten, dass Meckesheim nicht mehr verteidigt werden solle, zogen sich diese Richtung Mosbach und Heilbronn zurück. Insgesamt fielen im Zweiten Weltkrieg über hundert Soldaten aus Meckesheim. Fünfzig weitere wurden als vermisst gemeldet.
Am 1. April 1945 wurde Meckesheim um 11.30 Uhr von amerikanischen Soldaten besetzt, die von Mauer kommend mit einem deutschen besetzen Beutepanzer in Meckesheim einfuhren, die Friedrichstraße passierten, in der Brauerei Mall einen Mann mitnahmen und weiter zum Bürgermeister August Kirsch fuhren. Auf Anweisung der Besatzer, mussten als Zeichen der „Kapitulation von Meckesheim“ alle Wohngebäude weiß beflaggt werden. Gegen 16 Uhr gab es eine Hausdurchsuchung nach Waffen und Soldaten. Das Schulgebäude, das Rathaus, das Gasthaus „zum Löwen“ und einige andere Häuser wurden zum Quartier der amerikanischen Soldaten umfunktioniert. Die Bewohner mussten ihre Häuser und Wohnungen verlassen, ohne persönliche Dinge mitzunehmen. Sie durften den Hof dreimal täglich zur Fütterung der Nutztiere betreten. In der Hindenburgallee lagerten die amerikanischen Soldaten Betriebsstoff und sonstige Versorgungsgüter.
Da die Nachbargemeinde Zuzenhausen noch von deutschen Soldaten verteidigt wurde, schlugen weiterhin einige deutsche Artillerie-Geschosse auf der Meckesheimer Gemarkung ein. Im Gewann „Obere Gottsäcker“ entstand Schaden, als eine motorisierte, amerikanische Artillerie-Batterie auffuhr und Zuzenhausen beschoss. Einige amerikanische Soldaten in Meckesheim wurden für die Kämpfe um Zuzenhausen zusammengezogen. Die amerikanische Besatzung Meckesheim dauerte etwa ein halbes Jahr. Im Januar 1956 kamen die letzten beiden Meckesheimer Einwohner aus sowjetischer Gefangenschaft zurück.
Baden-Württembergische Gemeinde, Gemeindeverwaltungsverband Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die Gemeinde 500 Vertriebene auf. Meckesheim wandelte sich von einer landwirtschaftlich geprägten Gemeinde, die 1960 noch 102 Bauernhöfe besaß, zum Standort kleiner und mittelständischer Unternehmen und Wohnort für Auspendler. Zur über Jahrzehnte dominierenden politischen Kraft im Ort wurde die CDU.
Ab 1938 gehörte Meckesheim zum Landkreis Heidelberg, der 1973 im Rhein-Neckar-Kreis aufging. Am 31. Dezember 1973 wurde der Nachbarort Mönchzell eingemeindet. Ihre höchste Bevölkerungszahl erreichte die Gemeinde Meckesheim (mit Mönchzell) 1998 mit 5483 Einwohnern. Seit 2000 liegt die Einwohnerzahl etwas über 5.000. 2013 geriet Meckesheim bundesweit in die Schlagzeilen, als sich herausstellte, dass die Gemeinde über Jahre hinweg die Gewerbesteuer nicht eingezogen hatte und die Gewerbesteuer teilweise schon verjährt war.rheinneckarblog.demorgenweb.de Im Jahr 2016 war Meckesheim wegen eines Containerdorfs für Flüchtlinge in den Schlagzeilen. Dort sollten bis Weihnachten 2016 über 200, vor allem schwarzafrikanische Flüchtlinge aus der Erstaufnahmestelle Sinsheim, untergebracht werden. Die Baugenehmigung wurde am 21. November 2016 vom Verwaltungsgerichtshof Mannheim vorerst außer Kraft gesetzt.
Die Gemeinde ist Mitglied im Gemeindeverwaltungsverband GVV Elsenztal zusammen mit Eschelbronn, Lobbach, Mauer und Spechbach. Den Sitz hat der GVV im Rathaus Meckesheim.
Einwohnerentwicklung