mini|Griselda Blanco (1997) Ana Griselda Blanco Restrepo (* 15. Februar 1943 in Cartagena; † 3. September 2012 in Medellín), auch genannt die „Godmother“ (engl. f. Patin) des Kokains, „Ma Barker“suedamerika-fakten.de Kolumbien: Kokainpatin Griselda Blanco. Südamerika-Fakten der Cocaine Cowboys, „Viuda Negra“ (span. f. Schwarze Witwe),garytormento.blogspot.com Griselda Blanco. Cuando el diablo tiene… auf html garytormento.blogspot.com „Black Widow“ (engl. f. Schwarze Witwe) oder „La Madrina“, war während der 1970er und 1980er Jahre eine der „unbarmherzigsten und grausamsten“ Führungspersönlichkeiten des kolumbianischen Medellín-Kartells in den USA. Sie galt als eine der „Pioniere“ des Medellín-Kartells in Miami und gründete ihre eigene Organisation. Blanco war dreimal verheiratet – ihre Ehemänner soll sie getötet haben – und wurde Mutter von vier Söhnen mit den Namen Dixon, Uber, Osvaldo und Michael Corleone Sepulveda.John Hood: In: Metromix South Florida, 25. July 2008.
Leben Persönlichkeit Griselda Blanco wurden sadistische und bestialische Morde zur Last gelegt, bevorzugt an jüngeren hübscheren Frauen oder verflossenen Liebhabern. Man sagte ihr nach, dass sie zum Spaß tötete, einer schwangeren Frau in den Unterleib schoss und ihre beste Freundin Leonela Arias quälte, misshandelte und schließlich töten ließ.Alberto Vázquez-Figueroa: Sicario. Blanvalet Verlag, München 1991, ISBN 3-7645-7666-9, S. 127–128. Sie selbst soll in ihrer Jugend attraktiv gewesen sein, jedoch wurde sie durch häufige Gewalttätigkeit sowie exzessiven Kokain- und Crackmissbrauch schwer gezeichnet und langsam unheilbar schizophren. Durch den ständigen Missbrauch von Drogen, Schmerz- und Beruhigungsmitteln nahm sie ihre Umgebung in manchen Zeiten kaum bewusst wahr. Griselda Blanco wurde als soziopathische Persönlichkeit eingestuft, die sehr viel Geld für Haute Couture und Luxusartikel, wie einen Ring von Eva PerónEthan Brown: El perfil de Griselda Blanco, la dama de la mafia. In: El Tiempo, 3. September 2012. und ein Teeservice der Queen, ausgab. Von einem ihrer Liebhaber erhielt sie eine mit Diamanten besetzte MAC-10-Maschinenpistole als Weihnachtsgeschenk.
Griselda Blanco war bisexuell.
Jugend in Kolumbien Griselda Blanco wurde als uneheliche Tochter einer Feldarbeiterin und eines Großgrundbesitzers, der von den indigenen Guajiro abstammte, geboren. Später gelangte sie mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern nach Medellín, wo sich ihre Mutter als Gelegenheitsprostituierte in einem Elendsviertel durchschlug und schließlich im Alkoholrausch ihre Tochter verstieß. Griselda soll mehrmals vom alkoholkranken Dauerfreier ihrer Mutter „El Lupero“ missbraucht und schwer misshandelt worden sein. Im Alter von elf Jahren verließ Griselda ihre Mutter und schloss sich einer Gruppe von Straßenkindern an, mit denen sie eine Reihe von Raubüberfällen beging. Mit ihrer Gruppe entführte sie als Vierzehnjährige einen elfjährigen Jungen wohlhabender Eltern, den sie durch einen Kopfschuss tötete, als die Familie das geforderte Lösegeld nicht zahlen wollte. In den Bordellen und Tavernen Medellíns lernte sie gezielt Männer kennen, die in den USA arbeiteten.
Tätigkeit in den USA Kriminelle Anfänge in New York Durch einen ihrer Liebhaber, Alfonso Lopez Trujillo, gelangte sie schließlich nach Jackson Heights In: cronicaviva.com.pe in Queens/New York, wo die beiden heirateten. Trujillo arbeitete als Fälscher und verdiente sein Geld durch illegalen Menschenschmuggel von Kolumbien in die USA.
Trujillo machte sie mit dem Drogenhändler Alberto BravoVideo über Griselda Blanco und Alberto Bravo auf Youtube. Ausschnitt aus: Cocaine Cowboys II: Hustlin With The Godmother. USA, 2008.Prozess USA vs. Griselda Blanco und Alberto Bravo in cases.justia.com US Court aus Medellín bekannt.
Es wird vermutet, dass sie ihren ersten Ehemann Trujillo nach dieser neuen Verbindung vergiftete.Richard Smitten: In: Sun Sentinel, 19. Februar 1989.
DEA-Agent Roy Pena war an den Ermittlungen gegen Griselda Blanco beteiligt. Er arbeitete mit der Queens Homicide Task Force zusammen, die sich mit einer Reihe von ungelösten Mordfällen beschäftigten, bei denen die Opfer große Mengen Blut verloren hatten. Es war die Mordweise von Miguel „Paco“ Sepulveda, einem der ersten Auftragsmörder Blancos, der die Opfer kopfüber aufhängte, ihnen die Kehle durchschnitt und sie ausbluten ließ. Die Leichen waren somit elastischer und konnten so leichter in Pappkartons entsorgt werden.corpse.org Queenpins of the Cali Cartel
1973 wurde in New York die Operation Banshee gegen kolumbianische Drogenhändler ausgeführt. 1975 wurden Griselda Blanco, Alberto Bravo und ihr US-Distributeur Pepe Cabrera mit einer kriminellen Organisation aus Medellín in Verbindung gebracht.Richard Smitten: In: Sun Sentinel, 19. Februar 1989. Blanco hatte in Medellín ein Unterwäsche- und Miedergeschäft und nutzte eingenähte versteckte Taschen für den Kokainschmuggel in die USA.Richard Smitten: In: Sun Sentinel, 19. Februar 1989.
Bravo wurde von ihr 1975 in Medellín erschossen, nachdem sie sich von ihm beleidigt gefühlt hatte. Bei dem Feuergefecht auf einem Parkplatz wurden insgesamt sechs Leibwächter getötet und Griselda Blanco durch einen Bauchschuss schwer verletzt. Nach dieser Tat erhielt sie den Beinamen „Schwarze Witwe“.
Drogengeschäfte in Florida Die Trujillo-Blanco-GruppeToni Locy: For Jailed Kingpins, A Cocaine Kinship. In: The Washington Post, 19. August 1996; Seite A01. begann mit dem Kokainschmuggel von Medellín nach New York,Suspect is called Cocaine Queen. In: New York Times. 22. Februar 1980. bevor man in Miami/Florida mit dem Drogengeschäft in großem Umfang begann. Griselda Blanco brachte monatlich im Schnitt 1,5 Tonnen Kokain per Flugzeug oder Schiff nach Florida.
Außerdem setzte sie weibliche „mules“panachereport.com Female Scarface ein, die Kokain am Körper in die USA schmuggelten. Die Gruppe beschäftigte rund eintausend Angestellte und erwirtschaftete einen monatlichen Erlös von etwa acht Millionen Dollar.
Der internationale Flughafen und Seehafen Miami diente als idealer Umschlagsplatz für kolumbianisches Kokain. Die Infrastruktur der kubanischen und puerto-ricanischen Drogenhändler wurde übernommen. Sogenannte „Cell Manager“ waren für Transport und Distribution des Rauschgiftes an Groß- und Einzelhändler zuständig. Die Erlöse in US-Dollar wurden per Western Union oder über die kolumbianische Casa de Cambios in die Heimatländer zurücktransferiert. Griselda Blanco gehörte mit zu den Pionieren des kolumbianischen Drogengeschäftes in den USA und errichtete in New York und später in Miami Drehscheiben und Hauptumschlagspunkte für den internationalen Kokainhandel.
Man nimmt an, dass sie Carlos Lehder Rivas und Pablo Escobar den Transportweg in die USA mit geöffnet hatte. In: cronicaviva.com.pe Marta Ochoa Salderriega,openjurist.org United States vs. Saldarriaga Cousine aus dem Ochoa-Clan, war Blancos Hauptlieferantin. Da Blanco ihre 1,8 Millionen USD Schulden bei ihr nicht zurückzahlen wollte, ließ sie Salderriega ermorden.Richard Smitten: In: Sun Sentinel, 19. Februar 1989.
Kokainkrieg von Miami Die Kokainkriege in Miami fanden zwischen 1978 und 1982 statt. 1978 zog Griselda Blanco nach Miami um und bezog ein Luxusapartment in Biscayne Bay.Ethan Brown: Searching for the Godmother (PDF; 5,5 MB). In: Maxim (englischsprachige Ausgabe), Juli 2008, Seiten 94–98.
Griselda Blanco setzte Motorrad-Killer ein, die so genannten „Cocaine Cowboys“, Kongressbericht der Drug Enforcement Administration DEA von 1997 die ihre Opfer während der Fahrt vom Motorrad aus mit halbautomatischen Waffen töteten. Ihr Ziel war es, innerhalb von kürzester Zeit den gesamten Absatzmarkt in Florida zu kontrollieren.
Dadeland County Mall Massaker 1979 war Griselda Blanco maßgeblich am Dade-County-Mall-MassakerDark Savante: Forenbeitrag auf Serial Killer Central im Forum „Unkown Killer Of The Week“. In: Altered Dimensions - Official website for the Institute for Paranormal and Esoteric Research (IPAER). auf: justice.gov beteiligt. Am 11. Juli 1979 um 14:20 Uhr kam es in Floridas größtem Shoppingcenter, der Dadeland County Mall, zu einer Schießerei zwischen Mitgliedern des Medellín-Kartells. Zwei mit Maschinenpistolen bewaffnete Kolumbianer stellten in dem Spirituosengeschäft Crown Liquors zwei Rivalen, die Blanco Geld schuldeten, Jimenez Panesso und Juan Carlos Hernandez, und töteten diese in einem Feuergefecht. Zwei Angestellte und Zeugen der Schießerei flohen und wurden auf der Flucht durch das Einkaufszentrum schwer verletzt. Bei ihrer Flucht schossen die Auftragsmörder (einer davon war Miguel „Paco“ Sepulveda) auf mehrere Schaufensterscheiben und verursachten eine Panik unter den Besuchern des Einkaufszentrums.Gerald Posner: In: The Daily Beast, 12. Oktober 2009
In einem geparkten Lieferwagen der Firma Happy Time Complete Party Supply wurde ein größeres Waffenarsenal gefunden, insgesamt 14 Handfeuerwaffen, Schrotflinten, MAC-10-Maschinenpistolen und Karabiner. Dieses bei Tageslicht inmitten eines öffentlichen Einkaufszentrums begangene Verbrechen erregte größeres Aufsehen in den Medien, da jetzt offensichtlich wurde, dass in den USA eine neue Dimension des Drogenkrieges zwischen schwerbewaffneten Kriminellen ohne jegliche Rücksicht auf Verluste und Kollateralschäden begonnen hatte. Die neue Gesetzlosigkeit im ehemals ruhigen Miami wurde in Zeitungsartikeln mit den Zuständen im damaligen Dodge City verglichen.Miami in the 80's - Dadeland Shooting - Cocaine Cowboys. Auf: YouTube, abgerufen am 2. November 2018.
Ausweitung der Gewalt und Machthöhepunkt der Trujillo-Blanco-Organisation Das Dadeland-Massaker galt als Auftakt zu den berüchtigten Kokainkriegen in Miami. Danach eskalierte die Gewalt. Es kam zu jeder Tageszeit häufig zu offenen Feuergefechten in Wohngegenden im Kampf um Marktanteile zwischen rivalisierenden kolumbianischen und kubanischen Drogendealern.
Zu dieser Zeit nahm man an, dass ca. 100.000 Kolumbianer in Südflorida in Kokaingeschäfte verwickelt waren. Kolumbianische Auftragsmörder töteten dabei nicht nur einzelne Rivalen, sondern auch deren Familien- und Bekanntenkreis, um sich dadurch innerhalb des organisierten Verbrechens Respekt zu verschaffen.
Ein weiterer Höhepunkt in diesem Krieg war ein Massaker im King’s Court Kendall, bei dem sechs Menschen ums Leben kamen.latinamericanstudies.org
Zu Spitzenzeiten wurden bis zu acht Morde innerhalb von 48 Stunden registriert. Wurden im Jahr 1976 noch 104 Morde verzeichnet, waren es 1979 bereits 367,time.com 1980 573 und 1981 621 ungelöste Mordfälle mit kolumbianischer Beteiligung. Die Zunahme der Mordrate im Jahr 1980 wurde weiterhin mit dem Exodus der Marielitos aus Kuba vom 15. April bis 31. Oktober 1980 in Verbindung gebracht.nytimes.comaccessmylibrary.com Unter den Flüchtlingen waren viele kubanische Kriminelle, die auf diese Weise in die USA gelangten.Rafael Hernández, Antonio Aja Díaz, Jesús Arboleya Cervera, Andrés Gómez und Magali Martín Quijano: In: Temas No. 68, Oktober - Dezember 2011.
Der Miami Herald titelte den Anstieg der Kriminalität mit der Schlagzeile „Shootout at the Cocaine Corral“.
Der in Cali (Kolumbien) geborene und in Chicago als Autodieb tätige Jorge „Rivi“ Ayala kam im August 1980 nach Miami und verhinderte im Club Jacaranda unwissentlich einen Anschlag auf zwei Brüder, die sich in einer Fehde mit der Trujillo-Blanco-Organisation befanden. Ayala versprach Blanco als Wiedergutmachung, die entkommenen Brüder ausfindig zu machen und sie zu töten – für jeden der beiden sollte er 50.000 Dollar erhalten. Dies war sein Einstieg in die Trujillo-Blanco-Organisation.
1981 bildete die DEA in Miami die Sonderermittlungsgruppe Centac 26 gegen die Aktivitäten Blancos. Blanco und Sepulveda konnten der Verhaftung lange Zeit durch Pendeln zwischen Florida, New York und Kolumbien entgehen.