Die Kommunikation der Hauskatze besteht aus verschiedenen Ausdrucksformen, mit denen sich Hauskatzen mit Menschen, anderen Katzen und Tieren verständigen. Katzen zeigen viele verschiedene Verhaltensweisen, sowohl in freier Wildbahn, wo sie festgelegte Hierarchien bilden, als auch in ihrer domestizierten Form.

Wie es bei fleischfressenden Spezies üblich ist, fügen Katzen ihren Ausscheidungen etwas Drüsenflüssigkeit bei, um ihr Revier zu markieren (Harnmarken zur Chemokommunikation).

Daneben dienen auch Kratzspuren, beispielsweise an Bäumen und Felsen, der innerartlichen Kommunikation (optische Kommunikation). Bei Hauskatzen wird das Bedürfnis, optisch zu kommunizieren – aus menschlicher Sicht häufig fehlgeleitet –, ausgedrückt, indem die Katze Tapeten oder Möbel an exponierter Stelle zur Markierung aussucht.

Geschichte Als erste wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Verhalten der Hauskatze gilt die 1956 erschienene Arbeit Verhaltensstudien an Katzen von Paul Leyhausen.Dennis C. Turner, Paul Patrick Gordon Bateson (Hrsg.): The Domestic Cat: The Biology of Its Behaviour (2. Auflage). Cambridge University Press, Cambridge 2000, ISBN 0-521-63648-5, S. 4

Lautsprache Das Sprachrepertoire der Hauskatze umfasst neben dem bekannten Miau zehn weitere unterschiedliche Lautarten, die wiederum aus insgesamt bis zu 100 Einzellauten bestehen; Hunde verfügen im Vergleich dazu über zehn Einzellaute. In freier Wildbahn greifen Katzen seltener als die domestizierte Hauskatze auf die Kommunikation mit Lauten zurück – möglicherweise um zu verhindern, dass die Laute von ihren Feinden wahrgenommen und zur Ortung der Katze genutzt werden können. Wild lebende erwachsene Katzen benutzen zur Kommunikation meist Körpersprache und Duftstoffe.

Die Laute eines Katzenbabys beginnen im jungen Alter zunächst als hoher quietschender Ton, der sich dann mit der Zeit vertieft. Die Laute kastrierter Katzen können auch in ihrer Erwachsenenzeit denen eines Katzenbabys ähneln, insbesondere bei Katern.

Gurren Manche Katzen bringen ein taubenähnliches Gurren zur Begrüßung hervor. Tiger benutzen diesen Laut ebenfalls. Mit dem Gurren sollen eigentlich die Jungen zum Säugen oder zu einer mitgebrachten Beute gerufen werden. Schlafen die Jungen, gurrt die Katze oft so lange, bis sie erwachen und fressen. Gurren oder Trillern wird auch als Ausdruck des Wohlbehagens und der Freundschaft gebraucht.Gerd Ludwig, Katzensprache: Schritt für Schritt verstehen lernen, Verlag Gräfe Und Unzer, 2016, S. 39

Miauen Eine der meist verwendeten Kommunikationsweisen der Katze ist das . Der Klang dieses Katzenlautes kann sich abhängig von seiner Bedeutung erheblich verändern. Normalerweise miauen Katzen, wenn sie wehklagen, um zu grüßen oder um menschliche einzufordern, zum Beispiel wenn der Katzenhalter in der Küche steht und etwas Essbares zubereitet. Manche Katzen sind sehr „gesprächig“, andere miauen eher selten. Hauskatzen miauen bedeutend mehr in der Kommunikation mit Menschen als untereinander.

Auch Wildkatzen aus der Familie der Kleinkatzen und Geparden sind in der Lage zu miauen. In Gefangenschaft findet diese Art der Lautäußerung dabei häufiger statt als in freier Wildbahn.

Schnurren mini|Entspannte Katze

Katzen sind in der Lage, von sich zu geben. Eine Katze schnurrt in den unterschiedlichsten Gemütslagen. Meist ist das Schnurren ein Ausdruck der Zufriedenheit und des Wohlbehagens. Ein Elterntier signalisiert dadurch den Jungen, dass alles in Ordnung ist und keine Gefahr droht. Es kann aber auch bedeuten, dass sich die Katze bedrängt fühlt, daher ist eine schnurrende Katze nicht notwendigerweise eine zufriedene Katze. Katzen schnurren auch, wenn sie große Angst haben oder starke Schmerzen erleiden oder sich in Bedrängnis befinden, Weibchen schnurren sogar, wenn sie Junge werfen. Man nimmt an, dass der Grund, dass Katzen in diesen Situationen auch schnurren, das Bedürfnis sei, sich selbst zu beruhigen. Katzen schnurren auch untereinander, z. B. wenn sich die Katzenmutter um ihre Jungen kümmert. Katzenbabys schnurren, wenn sie gesäugt werden. Auch beim (intensiven) Betteln um z. B. Futter kommt es mitunter vor, dass Katzen schnurren.

Bis vor kurzem existierten mehrere Theorien, wie das Schnurren der Katze zustande kommt, beispielsweise durch das Vibrieren der Stimmbänder beim Ein- und Ausatmen, durch Schwingungen in den Lungen, die Vibration des Zungenbeins oder durch das durch die Aorta fließende Blut. Derzeit wird vermutet, dass das Schnurren das Ergebnis rhythmischer Impulse aus dem Kehlkopf der Katze ist.

Einer Katze ist es möglich, gleichzeitig zu miauen und zu schnurren. Wenn sie entspannt und zufrieden sind, blinzeln Katzen zusätzlich zum Schnurren oder schließen ihre Augen teilweise ganz.

Jedoch kann Schnurren für die Katze auch eine Möglichkeit sein, sich bei Verletzungen oder in Bedrängnis selbst zu beruhigen. Auch wenn es noch nicht endgültig bewiesen ist, vermuten Forscher, dass die Frequenz der Vibrationen, die durch das Schnurren entstehen, das Heilen der Knochen und der Organe der Katze fördern kann.

Knurren, Zischen, Fauchen mini|Fauchende Katze Knurren, Zischen oder Fauchen sind Zeichen von Aggression und können die Vorstufe zu weiterem Aggressionsverhalten sein (vgl. Drohverhalten). Auch Jodellaute und dem Weinen von menschlichen Säuglingen ähnliche Laute („Katzenjammer“ bzw. Jaulen) sind Zeichen von Aggression, wobei das „Jodeln“ ein Zeichen extremer Wut ist. Diesen Lautäußerungen folgt nicht zwangsläufig ein körperlicher Angriff der Katze, sie kann sich auch zurückziehen bzw. die Flucht ergreifen.Gina Spadafori, Paul D. Pion: Katzen für Dummies, Wiley-VCH-Verlag, Weinheim 2008, ISBN 978-3-527-70484-2, S. 143–144

Schnattern und Keckern Das sogenannte Schnattern hört man bei Katzen oft, wenn sie etwas sehen, was sie gern fangen möchten, das aber nicht in Reichweite ist. Beispielsweise kann die Katze auf der Fensterbank sitzen und einen Vogel draußen fliegen sehen. Dieser Laut – oftmals gepaart mit hin- und herpeitschendem Schwanz – signalisiert die volle Aufmerksamkeit der Katze. Manchmal macht die Katze auch nur die entsprechenden Bewegungen des Mauls, „schnattert“ also lautlos oder klappert mit den Zähnen.

Es ist nicht bekannt, ob es sich dabei um einen Laut der Frustration handelt. Tierforscher sind zu der Ansicht gelangt, dass diese Laute ein „Übungsverhalten“ darstellen, welches die Tötung des Beutetiers vorwegnimmt oder einübt, da der Laut normalerweise von einer Bissbewegung begleitet wird, ähnlich dem Biss, den die Katze anwendet, um ihre Beute zu töten (der „Tötungsbiss“, der den Halswirbel der Beute zertrennt).

Je nach Charakter der Katze kann Schnattern auch ein Ausdruck von soeben erfahrener Ungerechtigkeit sein (z. B. Reaktion der Katze auf das Schimpfen des Halters). Manche Katzen schnattern auch, wenn sie verärgert sind (laute Geräusche, unerwartetes Aufwecken etc.).

Körpersprache Augen Katzen kommunizieren für den Menschen oft nicht erkennbar über Blicke und Blickkontakt. Starren, insbesondere direkter längerer Blickkontakt, ist in der Kommunikation ein Ausdruck von Aggression. Die unterlegene Katze wendet im Verlauf eines solchen Blickduells als Geste der Beschwichtigung die Augen ab.

Langsames Blinzeln oder Zwinkern, gefolgt vom Abwenden des Blickes ist hingegen ein Zeichen der Zuneigung.

Katzen kommunizieren gegenüber Menschen häufig mit einer Bewegungssequenz, bei der sie die Augenlider mehrmals halb schließen und dann die Augen kurzzeitig ganz schließen oder etwas länger geringfügig verengen. Dies tun sie vor allem in ruhigen, positiv aufgeladenen Situationen.

Blinzelt man einer Katze langsam zu, so wird sie oft diese unter Katzen freundliche Geste erwidern. Die Katze nach dem Blinzeln weiter direkt anzustarren, ist hingegen eine unfreundliche Geste. Dies ist einer der Gründe, warum Katzen gern zu Personen gehen, die keine Katzen mögen. Diese Personen vermeiden Blickkontakt mit der Katze, was die Katze als freundliches Verhalten interpretiert. Jedoch lernen Katzen im Zusammenleben mit dem Menschen auch, dessen „falsches“ Verhalten zu deuten.

Katzen können ihre Pupillenstellung je nach Gemütslage unabhängig vom Lichteinfall steuern. Verengte Augen und Pupillen sind Anzeichen für ein bevorstehendes Aggressionsverhalten, weit geöffnete Augen und Pupillen – jedoch nicht schreckhaft aufgerissene Augen – sind ein Zeichen für Neugier und Interesse. Fixiert die Katze eine Beute bzw. das Spielzeug als Beuteersatz, sind die Augen geöffnet und fest auf das Ziel fixiert.Gina Spadafori, Paul D. Pion: Katzen für Dummies, Wiley-VCH-Verlag, Weinheim 2008, ISBN 978-3-527-70484-2, S. 142

Ohren An den Ohren ist die Gemütslage der Katze ebenfalls zu erkennen. Flach angelegte Ohren sind ein Zeichen für Angst oder Aggression, da sie so bei einem Angriff geschützter sind und ein kleineres Ziel bieten. Seitlich gedrehte Ohren, oft auch schon ein wenig angelegt, lassen auf Unbehagen schließen. Konzentriert sich die Katze auf eine Beute, so stellt sie die Ohren auf und dreht sie nach vorne, um Geräusche noch besser einfangen zu können. Ist die Katze entspannt, bewegt sie ihre Ohren langsam und hat sie nicht völlig aufgerichtet. Die Umgebung wird zwar nach Geräuschen abgesucht, aber diese Suche ist nicht zielgerichtet, wie bei der Jagd oder im Spiel.

Schwanz mini|Katze mit Puschelschwanz nach Erschrecken Katzen zucken mit ihrem Schwanzende, wenn sie jagen, spielen oder ärgerlich sind. Heftigeres Zucken deutet Verdruss an, leichtes Zucken zum Teil Unentschlossenheit. Ein aufgerichteter Schwanz ist ein Zeichen der Zufriedenheit oder wird als Gruß an den Menschen oder an andere Katzen (normalerweise nahe Verwandte) verwendet. Er dient auch als Signal für Menschen und andere Katzen, der Katze zu folgen.

Ein steil aufgerichteter Schwanz, dessen Spitze sich fast bis auf Nackenhöhe nach vorne krümmt, ist Ausdruck höchster (Vor-)Freude und wird besonders oft vor der Fütterung verwendet. Ein halb gehobener, annähernd waagerechter Schwanz zeigt nachlassendes Behagen, ein tiefgehaltener Schwanz Unzufriedenheit.

Wenn der Schwanz hin und her peitscht, ist die Katze zornig und angriffsbereit und möchte in Ruhe gelassen werden. Die nächste Stufe dieses Warnzeichens kann ein Pfotenhieb sein. Eine erschrockene oder überraschte Katze wird sich aufplustern, das Fell ihres aufgerichteten Schwanzes sträuben und ihren Körper drohend seitlich stellen, um größer zu wirken. Auch schwanzlose Katzen wie die Manx, die nur einen kleinen Schwanzstummel besitzen, bewegen ihren Stummel, als ob sie einen vollständigen Schwanz besäßen. Diese Drohgebärde ist ein wichtiger Grund für die Kommunikationsprobleme zwischen Katze und Hund, der dieses Schwanzzucken als freundliches Signal oder gar Aufforderung zum Spiel missdeutet.

Beim Schleichen im Zuge der Jagd oder auch im Spiel zuckt nur die Schwanzspitze der Katze. Der Rest des Körpers ist starr und der Schwanz dabei gesenkt.Gina Spadafori, Paul D. Pion: Katzen für Dummies, Wiley-VCH-Verlag, Weinheim 2008, ISBN 978-3-527-70484-2, S. 143

Nase und Schnurrhaare Nasenberührungen sind ein freundlicher Katzengruß, während ein gesenkter Kopf ein Zeichen der Unterordnung ist. Manche Katzen fahren mit ihrem Gesicht am Fußknöchel ihrer Besitzer entlang, als freundlicher Gruß und Zeichen der Zuneigung. Dieses Verhalten dient gleichzeitig als eine Art der „Reviermarkierung“, da sich in der Katzenwange Duftdrüsen befinden.

Neugier oder Angst zeigen sich gelegentlich in nach vorne gerichteten Schnurrhaaren, was aber in der Regel ein Zeichen von freundlicher Begrüßung, Zufriedenheit und sogar Stolz ist. Dies ist nicht mit dem Aufrichten der Schnurrhaare im Dunkeln zu verwechseln, mit denen die Katze ihren Weg sondiert. Eine verängstigte Katze klappt die empfindlichen Schnurrhaare nach hinten und legt sie an den Kopf an.Gina Spadafori, Paul D. Pion: Katzen für Dummies, Wiley-VCH-Verlag, Weinheim 2008, ISBN 978-3-527-70484-2, S. 144

Körperhaltung