mini|hochkant=1.35|AE-1 und A-1 Bei der Canon-A-Serie handelte es sich um die sechs Kleinbild-Spiegelreflexkameras mit Canon FD-Bajonett mit den Bezeichnungen AE-1, AT-1, A-1, AV-1, AE-1 Program und AL-1. Sie besaßen sehr weitreichende Gemeinsamkeiten und hatten für Canon eine besonders große Bedeutung, da das Unternehmen mit ihnen zum Marktführer bei den Spiegelreflexkameras aufstieg.
Die im April 1976 auf den Markt gekommene Canon AE-1 war die erste Kleinbild-Spiegelreflexkamera mit Mikroprozessor-Steuerung. Sie besaß eine Blendenautomatik und von ihr gab es eine Variante mit Nachführzeiger im Sucher, die AT-1. Die später herausgekommene AE-1 Program hatte einige Details der A-1 übernommen. Bei der Canon A-1 handelte es sich um die erste Kleinbild-Spiegelreflexkamera mit einer 7-Segment-LED-Anzeige im Sucher für den Blendenwert und die Belichtungszeit sowie nach der Minolta XD 7 um die zweite Kleinbild-Spiegelreflexkamera, welche sowohl mit Blenden- als auch mit Zeitautomatik arbeitete. Überdies gab es eine Programmautomatik. Gegenüber der AE-1 war die AV-1 als Einsteigermodell etwas abgemagert und arbeitete mit Zeitautomatik. Davon abgeleitet war die AL-1, sie wies als Vorbote der Autofokus-Kameras bereits eine elektronische Scharfeinstellhilfe auf.
Die Canon-A-Serie wurde ab 1983 von der Canon-T-Serie abgelöst, den letzten Kleinbild-Spiegelreflexkameras für das Canon FD-Bajonett.
Entstehung Vorgeschichte Canon befand sich zwar unter den fünf großen Anbietern von Spiegelreflexkameras, zu denen außerdem noch Minolta, Pentax, Olympus und Nikon gehörten, hatte aber in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre den Kameras mit Offenblendmessung nichts entgegenzusetzen, so dass insbesondere Minolta mit der SR-T 101 wesentlich größere Marktanteile erzielte. Nach 1970 konnte man mit dem Canon FD-Bajonett und der FTb schon ein wenig aufholen, den Schritt zum Marktführer ermöglichte dann die überlegen moderne AE-1. Deren Entwicklungsarbeiten begann Anfang 1973, wobei man gleichzeitig die Konstruktionsgrundlage für die A-1 festgelegt hatte.Canon A-1: Der Digitalrechner macht's möglich, Color Foto Juni 1978
Konzept Um Marktführer bei den Spiegelreflexkameras zu werden, hat Canon zum einen die Kundenwünsche besonders beachtet und zum anderen mit modernster Technik die Herstellungskosten niedrig gehalten. Die Ersparnis ermöglichte eine groß angelegte Werbekampagne, die vor allem aus Annoncen in jenen Special-Interest-Zeitschriften bestand, unter deren Lesern man Interessierten für Fotokameras vermutete, neben Fotomagazinen gehörten dazu Zeitschriften wie Hobby, Auto Motor und Sport oder Eltern. Zudem konnte man das Objektivprogramm ausbauen.
Zu den Eigenschaften aller A-Serie-Kameras gehörten: Mikroprozessor-Steuerung Kunststoff-Gehäusekappe Systemblitzgerät Motorischen Filmtransport mit 2/s Bildfrequenz als Zubehör Dämpfer für den Spiegel anstatt Spiegelvorauslösung Für das Top-Modell kam hinzu: Digitalanzeige im Sucher Belichtungssteuerung mit Mehrfach-Automatik Zusätzlich motorischer Filmtransport mit 5/s Bildfrequenz erhältlich
Unzulänglichkeiten Bei drei Punkten zeigte sich Canon rückständig: Tuchverschluss Fehlende TTL-Blitzbelichtungsmessung Keine selektive Belichtungsmessung
Gemeinsamkeiten Gehäuse miniatur|AE-1 in Schwarz, Bodenplatte Die A-Serie baute auf einem vollkommen neuen Aluminiumgehäuse auf, das gegenüber jenem der F-Serie vor allem deutlich niedriger ausfiel. Außerdem gab es den kombinierten Abblend- und Selbstauslöserhebel nicht mehr. Stattdessen befand sich, so vorhanden, in Kamerablickrichtung links vom Objektiv ein Schieber zum Abblenden, den ein federbelasteter Knopf arretierte.
Eine Besonderheit stellte die Gehäusekappe dar, sie bestand nicht aus Metall, sondern aus ABS, über dem eine Kupferschicht und dann die Farbschicht lag. Dieses Verfahren hatte Canon von Praktica übernommen, wo es bereits für die L-Serie vorkam.
Bodenplatte und Gehäusekappe gab es silberfarben oder schwarz. Die A-1 war immer in Schwarz gehalten, die AT-1 immer in Silber, die übrigen Modelle gab es gegen Mehrpreis in Schwarz, die AV-1 allerdings nicht von Beginn an.
Sucher Alle Modelle hatten einen fest eingebauten Prismensucher. Die Sucherscheibe war unterschiedlich gestaltet, der Suchereinblick konnte bei der A-1 mit einem Hebel geschlossen, sonst mit einem Kunststoffschieber zugehängt werden, den man im Blitzschuh aufbewahren konnte.
Belichtungssteuerung mini|AE-1 in Schwarz, Blick auf den Verschluss Die Belichtungsmessung entsprach mit der mittenbetonten Integralmessung dem allgemeinen Standard. Als Sensor kam mit Ausnahme der AT-1 eine Siliziumzelle zum Einsatz. Die gesamte Elektronik war mit flexiblen Leiterplatten aufgebaut. Zusammen mit der Mikroprozessor-Steuerung ermöglichte dies ganz wesentlich die kostengünstige Fertigung und stellt damit das wichtigste Merkmal der A-Serie dar, wenngleich man diese fortschrittliche Bauweise nicht in der Werbung vermitteln konnte. Der Mikroprozessor ermöglichte es auch, die Blendenautomatik der AE-1 mit ausgesprochen geringem Zusatzaufwand gegenüber der AT-1 zu realisieren. Gleiches galt für die Mehrfachautomatik der A-1.
Der Nachteil des Mikroprozessors bestand darin, dass die Kamera ohne Batterie nicht auslöste. Die meisten Konkurrenzmodelle benötigten die Batterie nur für die Belichtungsmessung, so dass man ohne sie noch fotografieren konnte. Dann musste man allerdings Blendenwert und Belichtungszeit schätzen, weswegen dieser Aspekt in der Praxis kaum eine Bedeutung hatte. Dennoch betrachtete nahezu jeder Kameratest diesen Aspekt. Canon begegnete der Problematik, in dem man den Kameras einen Reservebatteriehalten für eine PX-28 beilegte, ein am Trageriemen zu befestigendes Kunststoff-Spritzgußteil.
Verschluss Alle Kameras besaßen den gleichen horizontal ablaufenden Tuchverschluss mit s als kürzeste Blitzsynchron- und eine s als kürzeste Verschlusszeit. Nur die durch den Mikroprozessor bestimmte längste einstellbare Zeit fiel unterschiedlich aus. Der Auslöser war nicht mechanisch mit dem Verschluss verbunden, sondern schloss nur einen elektrischen Kontakt. Den stets vorhandenen Selbstauslöser realisierte ebenfalls die Elektronik. Er hatte an allen Kameras 10 s Vorlaufzeit, an der A-1 zusätzlich 2 s.
Der Tuchverschluss stellte dabei eine Sparmaßnahme dar und war bereits 1976 nicht mehr Stand der Kameratechnik. Einen vertikal ablaufenden Metall-Schlitzverschluss gab es bei Praktica mit der L-Serie schon seit 1969 und bei allen Modellen der 1965 erschienenen Konica Autoreflex-Serie. Das Konkurrenzmodell der AE-1, die Asahi Pentax ME besaß einen ebensolchen Verschluss von Copal, der auch an einem Pendant der A-1 vorkam, nämlich der Minolta XD7, und der Blitzsynchronzeit erreichte. Die A-1 stellte in diesem Punkt auch ein Rückschritt dar, da die vorangegangene EF bereits ein Metallverschluss mit s Synchronzeit aufwies.
Data Back A mini|Data Back A mini|Data Back A Ein noch ungewöhnliches Accessoire, zumal für eine gewöhnliche Amateurkamera stellte das Data Back A dar. Es ersetzte die Rückwand und konnte das Datum oder eine Buchstaben-Zahlenkombination mit orangefarbenen Zeichen in die untere rechte Bildecke einbelichten. Dazu war in ihm ein kleiner Blitz eingebaut, der über ein kurzes Synchronkabel mit dem X-Kontakt verbunden werden musste und eine eigene Stromversorgung, mit dem gleichen Batterietyp, wie die Kamera ihn verwendete. Mit einem dreistufigen Schalter musste der passende Filmempfindlichkeitsbereich gewählt werden. Für die einzublendenden Daten standen drei Einstellräder bereit:
Rad Datum EinblendungRechtsTagZahlen von 0 bis 31oder nichtsMitteMonatZahlen von 0 bis 31Buchstaben von A bis Goder nichtsLinksJahrzweistellige Jahreszahlrömische Ziffern von I bis XBuchstaben von a bis goder nichts
Die Jahreszahl reichte bei den ersten Modellen von 76 bis 87 und konnte nach Ablauf vom Werksservice ausgetauscht werden. Das Data Back ließ sich nicht an AV-1 oder AL-1 ansetzen, diese Kameras besaßen auch keine Buchse für die Blitzsynchronisation.
Filmtransport Power Winder A mini|A-1 mit Power Winder A Die AE-1 stellte Canon zusammen mit dem Power Winder A vor, einem motorischen Filmtransport für eine Bildfrequenz von 2/s. Er wurde am Stativgewinde unter die Kamera geschraubt. Dazu wurde ein kleiner Schraubdeckel in der Bodenplatte der Kamera abgenommen, der deren mechanische Transportkupplung abdeckte. Der Deckel konnte in einer dafür vorgesehenen Aufnahme am Winder aufbewahrt werden. Für die elektrische Verbindung sorgten zwei gefederte Kontaktstifte. Der Antrieb lief mit vier AA-Zellen in einem abnehmbaren Batteriefach, das auch separat erhältlich war und somit schnell gewechselt werden konnte. Für den Betrieb bei großer Kälte bot Canon sogar ein externes Batterieteil an, das zwei solcher Batteriemagazine und eine Kamerabatterie aufnehmen und per Zuleitung mit Winder bzw. Kamera verbunden werden konnte. Als einziges Bedienelement war am Power Winder A ein Ein-Aus-Schalter vorhanden, so dass der Film bei Bedarf auch manuell transportiert werden konnte. Eine rote LED diente als Warnsignal, wenn der Filmtransport blockierte – etwa am Filmende. Der Power Winder A verlängerte die Kamera nach unten und hatte somit den Nebeneffekt, dass man die Kamera besser halten konnte. Er ließ sich an allen Kameras der A-Serie verwenden. Der Power Winder A wog betriebsbereit 300 g.
Motor Drive MA mini|A-1 mit Motor Drive MA und Batterieteil MA Der Motor Drive MA erschien mit der A-1 und konnte nur mit dieser oder der AE-1 Program betrieben werden. Der MA bestand im Wesentlichen aus einer dünnen Getriebeplatte mit angesetztem Handgriff, in dem sich der Elektromotor befand. Oben auf dem Handgriff befand sich ein zusätzlicher Auslöser, da der Kameraauslöser nur noch schwer zu erreichen war. Zur Montage wurden an der Kamera die Abdeckung der Transportkupplung und die Griffplatte vor dem Kamera-Batteriefach entfernt. Unter das eigentliche Motorteil wurde die Stromversorgung eingerastet. Dabei standen das Batterieteil MA und das NC-Teil MA zur Auswahl. Beide besaßen an ihrer Unterseite ein Drehrad mit den Positionen: OFF S - Single Einzelbild L - Low Serienbild langsam H - High Serienbild schnell Damit ergaben sich unterschiedliche Geschwindigkeiten: Bildfrequenz Stromversorgung Modus A-1 AE-1 ProgramBatterieteil MAL3,5/s3/sH3/s4/sNC-teil MAL3/s3/sH4/s4/s Beide Griffe besaßen einen Auslöser für Aufnahmen im Hochformat, das Batterieteil darüber hinaus eine weiße Taste an seiner Unterseite, mit der man unabhängig von der Position des Hauptschalters die maximale Transportgeschwindigkeit aktivieren konnte. Ansonsten entsprach die Funktionsweise dem Power Winder A, es gab ebenfalls eine rote LED, die am Filmende aufleuchtete und der Rückspulknopf musste dann durch ein Mechanismus aktiviert werden, hierzu gab es ein mit R gekennzeichneter Hebel. Zudem gab es eine Anschlussbuchse für den Fernauslöser.
In das Batterieteil wurde ein Batteriehalter für 12 AA-Zellen eingeschoben, das NC-Teil arbeitete ebenfalls mit 12 Zellen, seine fest eingebauten NiCd-Zellen waren aber kleiner, so dass das gesamte Teil etwas leichter und niedriger ausfiel. Der Motor Drive wog 200 g, das Batterieteil befüllt 395 g und das NC-Teil 205 g.
Power Winder A2 mini|Power Winder A2