Die Schwärzliche Flockenblume (Centaurea nigrescens) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Flockenblumen (Centaurea) innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae).

Beschreibung mini|links|Illustration aus J. H. Jaume Saint-Hilaire: La flore et la pomone francaises. 3. Band, 1830, Tafel 244: Oberer Pflanzenteil, 1 Basales Blatt, 2 Äußeres Hüllblatt, 3 Inneres Hüllblatt, 4 Äußere Röhrenblüte, 5 Innere Röhrenblüte mini|Blütenkopf mini|Fruchtstand Vegetative Merkmale Bei der Schwärzlichen Flockenblume handelt es sich um eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen meist 30 und 100, selten bis zu 150 Zentimetern erreicht. Der kantige Stängel ist kahl und von der Mitte an in wenige beblätterte Äste geteilt.

Die unteren Laubblätter sind gestielt, lanzettlich geformt und fiederlappig- oder ungeteilt. Die oberen sitzen mehr oder weniger direkt am Stängel an.

Generative Merkmale Die Blütezeit liegt vorwiegend in den Monaten Juli bis September. Die einzeln stehenden, körbchenförmigen Blütenstände sind von den obersten Laubblättern umhüllt. Die schwärzlichen, regelmäßig gefransten äußeren Hüllblattanhängsel sind mehr oder weniger dreieckig. Die inneren können – je nach Unterart – auch rundlich geformt sein. Sie sind mehr oder weniger stark angedrückt und überdecken die inneren, grünlichen Anhängsel nicht, so dass dadurch die Hülle schwarzgrün gescheckt erscheint. In den Blütenkörben befinden sich 40 bis über 100 Röhrenblüten. Die Röhrenblüten sind purpurfarben.

Die bräunlichgraue Achäne ist 2,5 bis 3 Millimeter lang und besitzt selten einige Pappusborsten.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22 oder 44.

Verbreitung und Standortansprüche Centaurea nigrescens kommt vorwiegend in Süd- und Südosteuropa vor. Sie ist ein submediterranes Florenelement. Sie ist ursprünglich in Frankreich, Italien, in Mitteleuropa, auf der Balkanhalbinsel, in Rumänien und in der Türkei. Centaurea nigrescens ist in Nordamerika, Argentinien und Australien ein Neophyt.

Von der formenreichen und noch ungenügend erforschten Art Centaurea nigrescens gibt es in Mitteleuropa die drei Unterarten: Eigentliche Schwärzliche Flockenblume (Centaurea nigrescens subsp. nigrescens), Südliche Schwärzliche Flockenblume (Centaurea nigrescens subsp. transalpina) und Wocheiner Schwärzliche Flockenblume (Centaurea nigrescens subsp. vochinensis). In Deutschland ist die Schwärzliche Flockenblume selten vor allem im mittleren und westlichen Gebiet zu finden, so z. B. im Nahetal und im Oberrheingebiet. In Österreich kommt Centaurea nigrescens zerstreut vor und ist vermutlich in drei Unterarten vertreten. In der Schweiz ist die Schwärzliche Flockenblume nur im Süden gebietsweise verbreitet zu finden. Darüber hinaus kommt sie sehr selten vor. Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3 (mäßig feucht), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 4 (kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).

Centaurea nigrescens wächst in Mitteleuropa sowohl in Fettwiesen als auch in trockeneren Rasengesellschaften. Sie bevorzugt mehr oder weniger trockene, warme, nährstoffreiche und schwere Böden. Sie ist eine Charakterart des Verbands Arrhenatherion, kommt aber auch in Pflanzengesellschaften der Verbände Mesobromion oder Molinion vor.

Taxonomie und Systematik Die Erstveröffentlichung von Centaurea nigrescens erfolgte 1803 durch Carl Ludwig von Willdenow in Species Plantarum. Editio Quarta 4. Auflage Band 3 Teil 3 Seite 2288. Synonyme für Centaurea nigrescens sind: Jacea nigrescens , Centaurea dubia subsp. nigrescens , Centaurea jacea subsp. nigrescens , Centaurea pratensis subsp. nigrescens

Nach Euro+Med kann man insgesamt folgende Unterarten unterscheiden, hier mit ihren Verbreitungsgebieten: Centaurea nigrescens subsp. neapolitana (Syn.: Centaurea neapolitana , Jacea neapolitana , Centaurea spathulata ): Sie kommt nur in Italien vor. Eigentliche Schwärzliche Flockenblume (Centaurea nigrescens subsp. nigrescens): Sie kommt in Italien, Österreich, Ungarn, auf der Balkanhalbinsel und in Rumänien vor. In Mitteleuropa kommt sie ursprünglich in Niederösterreich, Oberösterreich, im Burgenland, in Tschechien und eingebürgert in Mitteldeutschland vor. Centaurea nigrescens subsp. pinnatifida : Sie kommt nur in Italien vor. Centaurea nigrescens subsp. ramosa : Sie kommt in Frankreich und in Italien vor. Centaurea nigrescens subsp. smolinensis (Syn.: Centaurea smolinensis , Jacea smolinensis , Centaurea dubia subsp. smolinensis ): Dieser Endemit kommt nur in Bosnien und Herzegowina vor. Südliche Schwärzliche Flockenblume (Centaurea nigrescens subsp. transalpina , Syn.: Centaurea transalpina , Centaurea jacea subsp. transalpina , Jacea nigrescens subsp. transalpina , Centaurea dubia non ): Sie kommt in Frankreich, in der Schweiz, in Österreich und in Italien vor. In Mitteleuropa kommt sie in den südlichen Kalkalpen vor, in der Schweiz, in Tirol, Kärnten und in Südtirol. Wocheiner Schwärzliche Flockenblume (Centaurea nigrescens subsp. vochinensis , Centaurea vochinensis nom. illeg., Centaurea dubia subsp. vochinensis , Centaurea nigrescens var. vochinensis , Centaurea carniolica , Centaurea rotundifolia , Jacea carniolica , Centaurea nigrescens var. rotundifolia ): Sie kommt in Italien, in Slowenien, Österreich und in Ungarn vor. In Mitteleuropa kommt sie in Niederösterreich, Kärnten, im Burgenland und in der Steiermark vor. Sie gedeiht in feuchten Hochstaudenfluren.

Literatur

Einzelnachweise Werner Greuter (2006+): Compositae (pro parte majore). – In: Werner Greuter, E. von Raab-Straube (Hrsg.): Compositae.: Datenblatt Centaurea nigrescens In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. David J. Keil, Jörg Ochsmann: Centaurea.: Centaurea nigrescens, S. 177 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 19: Magnoliophyta: Asteridae, part 6: Asteraceae, part 1 (Mutisieae–Anthemideae). Oxford University Press, New York und Oxford, 2006, ISBN 0-19-530563-9. Gerald Parolly: Asteraceae. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 780.

Weblinks

Thomas Meyer: Flockenblume Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben).

Kategorie:Flockenblumen