Bublava () ist eine Gemeinde im Karlovarský kraj (Karlsbader Region) in Tschechien.
Geografie Geographische Lage Der Ort liegt im westlichen Erzgebirge, im böhmischen Vogtland nahe der sächsischen Grenze im Okres Sokolov (Bezirk Falkenau). Im Norden erhebt sich der 936 m hohe Kamenáč (Aschberg), dessen höchste Stelle auf dem Gebiet der Gemeinde liegt. Im Süden liegt der Olověný vrch (Bleiberg), 802 m, mit Aussichtsturm und Bergbaude. Durch den Ort fließt der Bublavský potok (Schwaderbach), der dem Ort seinen Namen gab.
Nachbargemeinden
Direkte Nachbarorte von Bublava sind im Süden Kraslice (Graslitz) mit dem Ortsteil Tisová (Eibenberg) und im Südosten Stříbrná (Silberbach). Im Westen liegt jenseits der Grenze zu Sachsen Klingenthal im Vogtlandkreis.
Geschichte Die urkundliche Ersterwähnung des als Köhlersiedlung gegründeten Ortes datiert auf das Jahr 1601. Später bildete der Bergbau die wirtschaftliche Grundlage für die Einwohner des Ortes. Nach dessen Niedergang hielt die Baumwollspinnerei mit zahlreichen Hauswebern Einzug in Schwaderbach. Ein Wirtschaftsaufschwung nach 1870 ließ die Zahl der Einwohner ansteigen. Viele von ihnen fanden Beschäftigung in der Herstellung von Musikinstrumenten in Graslitz oder auch im benachbarten sächsischen Klingenthal im Musikwinkel. Mit Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts entwickelte sich der Fremdenverkehr. Vor allem der Wintersport lockte zahlreiche Besucher an. Der bis dahin kirchlich zu Graslitz gehörende Ort erhielt 1883 eine neue Kirche, wurde allerdings erst 1908 von Graslitz ausgepfarrt.
Nach dem Münchner Abkommen wurde der Ort dem Deutschen Reich zugeschlagen und gehörte bis 1945 zum Landkreis Graslitz.
Die Einwohnerzahl ging durch die Vertreibung der deutschen Bevölkerung nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges drastisch zurück.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohnerzahl 1869 24101880 26921890 31941900 34471910 3914 Jahr Einwohnerzahl1921 36951930 41061950 6751961 6681970 533 Jahr Einwohnerzahl1980 3631991 2602001 3362011 344
Kultur und Sehenswürdigkeiten Olověný vrch (Bleiberg) Kriegerdenkmal Denkmal für die Opfer des Faschismus
Wirtschaft Bublava ist heute vor allem durch sein Ski- und Snowboardgebiet am Olověný vrch (Bleiberg) bekannt.
Im Jahre 1999 wurde durch die Gemeinde die Errichtung eines „Aquapark“ genannten Freizeitzentrums in Auftrag gegeben. Der Bau wurde begonnen, wegen der Einstellung staatlicher Fördermittelzahlungen aber nie fertiggestellt. Heute steht das Objekt als Investruine im Ort und bereitet Bublava wegen offener Forderungen der Baufirma große finanzielle Probleme.Artikel über Verhandlung vor Bezirksgericht Sokolov auf http://aktualne.centrum.cz, abgerufen am 9. Mai 2010
Persönlichkeiten Karl Bauerfeind (1903–1988), Parteifunktionär (KPTsch/SED)
Literatur Thomas Lang: Das Böhmische Erzgebirge. Ein unterhaltsamer Streifzug durch die Geschichte. Teil 1: Der Westen des Böhmischen Erzgebirges mit Elstergebirge. Verlag Tschirner & Co, Leipzig 2026, ISBN 978-3-9827881-1-1 (S. 83–94)
Weblinks
Homepage des Ortes
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Erzgebirge Kategorie:Ersterwähnung 1601