Kopp ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Vulkaneifel in Rheinland-Pfalz. Sie liegt in der Vulkaneifel und gehört der Verbandsgemeinde Gerolstein an.
Geographie Die Gemeinde liegt im Westen des Naturparks Vulkaneifel sowie im Landschaftsschutzgebiet „Gerolstein und Umgebung“. Der Ortsteil Eigelbach liegt auf der Sohle eines Trockenmaares, des Eigelbacher Maares. Zur Gemeinde gehören auch die Wohnplätze Berghof, Eichenhof, Kirsthof und Schäfersruh.
Geschichte Kopp, (abgeleitet von Kuppe) wurde 1287 erstmals urkundlich als „Kop“ in einem Vertrag zwischen der Abtei Prüm und Heinrich dem Herrn zu Schönecken erwähnt. Erste Siedlungsnachweise bereits zur Römerzeit (Römerstraße Trier–Köln in der Nähe). 1342 wurde erstmals urkundlich der Ortsteil Eigelbach erwähnt.
Im Jahr 1684 wird Kopp laut einem Feuerbuch zum Hofe Wallersheim gerechnet, der einer der 15 Höfe bzw. Schultheißereien des Amtes Prüm war. Das früher als Fürstentum Prüm bezeichnet wurde und 1576 an das Kurfürstentum Trier gefallen war. 1784 wird Kopp als eigene Zennerei geführt, dem ein Meierhof vorstand. Ab 1794 gehörte Kopp zum Département de la Sarre mit Sitz in Trier, zum Arrondissement und Kanton Prüm und zur Mairie Büdesheim. Aufgrund der Niederlagen Napoleons und der folgenden Beschlüsse des Wiener Kongresses im Jahr 1815 wurde Kopp dem Königreich Preußen zugeteilt und gehörte nun zur Bürgermeisterei Wallersheim. Später kam Kopp zu den Bürgermeistereien Mürlenbach und Birresborn.
Erstmals wird 1570 eine Sankt Eligius Kapelle in Kopp erwähnt. Ende des 18. Jahrhunderts erfolgte ein Neubau, diesmal St. Matthias geweiht. Kopp gehörte bis 1788 zur Pfarrei Büdesheim, danach zur Pfarrei Mürlenbach. Die Kapelle in Kopp war deren Filialort und wurde von Hilfsgeistlichen betreut. Ab 1743 gab es in Kopp Schulunterricht und 1778/79 wird ein Schulhaus mit 10 Kindern erwähnt. Im Jahr 1784 gab es 15 schulbare Kinder. Am 1. August 1972 wurde der Schulunterricht in Kopp nach einer neuen Schulreform eingestellt. Das Schulhaus später in ein Bürgerhaus umgebaut, mit der feierlichen Einweihung Anfang Juni 1984.
1840 gab es in Kopp 25 Wohnhäuser und 170 Einwohner, im Weiler Eigelbach 2 Wohnhäuser und 15 Einwohner. Wie in der Eifel üblich bekamen die Häuser in Kopp Hausnamen. Anfang des 20. Jahrhunderts waren die meisten Bürger des Dorfes von Armut geprägt. Sie plagten und ernährten sich recht und schlecht überwiegend von karger Landwirtschaft. Damals gab es in Kopp ca. 31 viehhaltende Höfe. Zusätzliche Einnahmen für einige Bauern gab es zwischen den Kriegen durch wohlhabende Stadtbürger um hier die Jagd zu pachten. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg besserten sich die Verhältnisse. Die Dorfstraßen wurden erneuert und ein großes Wochenendhaus-Gebiet entstand. Eine Flurbereinigung wurde von 1964 bis 1968 durchgeführt. Im Kreiswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ gewann Kopp 1987 den 2. Preis. Heute ist Kopp ein Dorf, was für die heutige Eifel charakteristisch ist, mit Landwirtschaft, sanftem Tourismus und Wochenendtourismus.
Die Freiwillige Feuerwehr Kopp wurde 1908 gegründet. Sie hatte seit ihrem Bestehen bis heute eine Mannschaftsstärke von ca. 18–24 Mann.Chronik zur 700 Jahrfeier Kopp vom 21. bis 24. August 1987, Hrsg.: Ortsgemeinde Kopp unter Mitwirkung von Lothar Schun, Hubert Meyer, Johann Hoffmann und Thomas Berens, Red.: Dr. Heinrich Lattka, Andreas Schönfeld und Hans Gerhards (69 Seiten).
Im Rahmen der rheinland-pfälzischen Funktional- und Gebietsreform wurde die Gemeinde Kopp zusammen mit 14 weiteren Gemeinden am 7. November 1970 vom gleichzeitig aufgelösten Landkreis Prüm in den Landkreis Daun (seit 2007 Landkreis Vulkaneifel) umgegliedert.
Einwohnerentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Kopp, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten Jahr Einwohner 1815 180 1835 203 1871 243 1905 241 1939 229 Jahr Einwohner 1950 208 1961 191 1970 192 1987 194 2005 185
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Kopp besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzender.
Bürgermeister Renate Kohnen wurde am 5. Februar 2026 Ortsbürgermeisterin von Kopp. Da bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 kein Wahlvorschlag eingereicht wurde, oblag die Neuwahl des Bürgermeisters gemäß rheinland-pfälzischer Gemeindeordnung dem Rat. Da auch dieser zunächst keinen Kandidaten fand, blieb die bisherige Ortsbürgermeisterin Melanie Stellmes geschäftsführend im Amt. Mit ihrer Amtsniederlegung zum 16. Dezember 2025 musste von der Kommunalaufsicht ein Beauftragter für die Weiterführung der Amtsgeschäfte eingesetzt werden, da es in der Ortsgemeinde auch keinen Beigeordneten mehr gab. Bis zur Wahl und Ernennung der neuen Ortsbürgermeisterin übernahm Carsten Schneider diese Aufgabe.
Kohnens Vorgängerin Melanie Stellmes hatte das Amt am 1. Juli 2019 von Klaus Breuer übernommen. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war sie mit einem Stimmenanteil von 77,88 % gewählt worden. Da sich bei der Wahl 2024 kein Nachfolge fand, führte sie die Aufgabe bis zu ihrer Amtsniederlegung im Dezember 2025 geschäftsführend weiter.
Wappen
Kultur und Sehenswürdigkeiten Landwirtschaft und Fremdenverkehr sind die Haupteinnahmequellen des Ortes. Besondere Sehenswürdigkeiten sind eine mehrere hundert Jahre alte Stelzeneiche, die Dorfkapelle und die ein Kilometer entfernten Birresborner Eishöhlen.
Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Kopp
Weblinks
Ortsgemeinde Kopp auf den Seiten der Verbandsgemeinde Gerolstein
Einzelnachweise
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