Das Wilhelm-Gymnasium (WG) in Braunschweig ist ein Gymnasium mit sprachlichem und mathematisch-naturwissenschaftlichem Schwerpunkt. Es wurde am 26. Oktober 1885 als Herzogliches Neues Gymnasium gegründetRichard Moderhack: Braunschweiger Stadtgeschichte. Braunschweig 1997, ISBN 3-87884-050-0, S. 187. und am 25. April 1906 zu Ehren Herzog Wilhelms zu Braunschweig und Lüneburg in Herzogliches Wilhelm-Gymnasium umbenannt. Etwa 1000 Schüler besuchen heute das WG.

Das Wilhelm-Gymnasium heute Unterrichtsangebot Am Wilhelm-Gymnasium werden die Fremdsprachen Altgriechisch, Latein, Englisch, Französisch und Spanisch unterrichtet. Als Besonderheit kann Latein zusätzlich zu Englisch bereits im fünften Jahrgang belegt werden. In der Mittelstufe steht neben dem sprachlichen Profil (mit drei Fremdsprachen) ein mathematisch-naturwissenschaftliches Profil zur Wahl, in dem vertiefte Fähigkeiten und Kenntnisse im Bereich von Mathematik, Naturwissenschaften (u. a. Astronomie, fachübergreifende naturwissenschaftliche Praktika) und Technik vermittelt werden. Das Fach Philosophie kann ab dem 10. Jahrgang belegt und in der Oberstufe weitergeführt werden. In der Oberstufe stehen vier verschiedene Profile zur Wahl. Dabei sind zahlreiche externe Bildungsträger aktiv eingebunden. Kooperationen bestehen z. B. mit der Technischen Universität Braunschweig, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt am Forschungsflughafen Braunschweig, der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, dem Staatstheater Braunschweig, dem Institut der Deutschen Wirtschaft Köln und im Bereich Wintersport mit Eintracht Braunschweig.

Seit 2015 ist das WG zertifizierte MINT-Excellence-Schule im Nationalen Excellence-Netzwerk MINT-EC.

Sport Seit vielen Jahren vertreten Schüler des Wilhelm-Gymnasiums regelmäßig das Land Niedersachsen bei den Bundeswettbewerben von Jugend trainiert für Olympia in der Sportart Skilanglauf.

Weitere Schwerpunkte sind Hallenhockey und Kanu, es existiert eine eigene Bootsanlage mit Kanu-Magazin an der Oker.

Partnerschulen Das Wilhelm-Gymnasium unterhält Partnerschaften mit Gymnasien bzw. High Schools in Megara (Attika/Griechenland), in Williamston (Williamston High School, Michigan, USA), in Lussac-Les-Châteaux, L’Isle-Jourdain und Charroux im Département Vienne (Frankreich), in Nidzica (Ermland-Masuren/Polen), in Kiryat Tivon (Israel) sowie in Shanghai (Shanghai Wuai Senior High School). Schüleraustausch-Programme mit diesen Schulen werden jährlich durchgeführt. Die Schule kooperiert darüber hinaus mit dem John-Abbott-College in Montreal (Kanada).

Öffentlichkeitsarbeit Die schuleigene Homepage umfasst aktuelle und grundsätzliche Informationen. Seit August 2008 wird außerdem im Rahmen des Angebots einer Arbeitsgemeinschaft Schülerzeitung für die Klassen 5 bis 12 die Schülerzeitung WGtarier herausgegeben, die bis zum Sommer 2011 als Printmedium, seither online in Form eines Blogs erscheint. Auch der WG-Ehemaligenverein betreibt eine Homepage.

Bekannte Personen mini|hochkant=1.5|5 Stolpersteine für ehemalige Schüler des Gymnasiums vor dessen Eingang. V. l. n. r.: Heinrich Jasper, Otto Lipmann (oben), Julius Bockemüller (unten), Bruno Milziner, Norbert Regensburger. Schulleiter Die Liste der Schulleiter seit 1885:Manfred Gruner: Vom Herzoglichen Neuen Gymnasium zum Wilhelm-Gymnasium – zwischen Tradition und Innovation: 1885–1906 – 2006 (Vortrag zur Feier des 100-jährigen Namensjubiläums am 25. April 2006), auf wilhelm-gym.de, abgerufen am 19. Juli 2015. 1885–1893: Schulrat Alfred Eberhard 1893–1916: Oberschulrat Karl Dauber 1916–1923: Oberschulrat Ferdinand Beckurts 1924–1950: Oberstudiendirektor Karl Gronau 1950–1958: Oberstudiendirektor Karl Lange 1959–1978: Oberstudiendirektor Dietrich Mack 1978–2000: Oberstudiendirektor Bodo Gatz 2000–2017: Oberstudiendirektor Gerhard Thamm van Balen 2017–2024: Oberstudiendirektor Volker Ovelgönne 2024–: Oberstudiendirektor Wolfram Bartsch

Lehrer (ohne Schulleiter) Henning Freiberg Werner Gerdes Oskar Hentschel Rudolf Kaefer Wolfram Keller, später Leiter der Gaußschule (Braunschweig) Martin Kronenberg Wolfgang Kruse, später Leiter der Raabeschule Wilhelm Lehne, leitete in den 1920er und 1930er Jahren das Schulorchester, gab die Zeitung Blätter des Wilhelm Gymnasiums heraus und setzte sich als Oberstudienrat für jugendgemäßes Theater einPeter Lufft, Jutta Brüdern: Wilhelm Lehne. In: Peter Lufft (Hrsg.): Profile aus Braunschweig. Persönliches über Persönlichkeiten in Bild und Text. 1. Auflage. Appelhans Verlag, Salzgitter 1996, ISBN 3-930292-03-3, S. 16 [unpaginiert]. Heinrich Mack Paul Jonas Meier Jost Miltkau Kurt Selle, später Leiter der Großen Schule (Wolfenbüttel) Otto Sievers (1849–1889), Philologe und Schriftsteller Dieter Steindorf, später Leiter des Studienseminars Braunschweig I für das Lehramt an Gymnasien Hans-Georg Vogel Hans Witte

Ehemalige Schüler mini|Axel Hacke, Lesung 2009 mini|hochkant|Wolfgang Joop Karl Steinacker (1872–1944), ehemaliger Leiter des Braunschweigischen Landesmuseums Heinrich Jasper (1875–1945), ehemaliger Ministerpräsident des Freistaates Braunschweig Friedrich-Werner Graf von der Schulenburg (1875–1944), Diplomat und Widerstandskämpfer des 20. Juli Alfred Dedekind (1875–1947), Jurist, Ministerialbeamter und Politiker Johannes Daubert (1877–1947), Philosoph Kurt Stavenhagen (1884–1951), Philosoph Johannes Heepe (1885–1956), Geistlicher Burkhard Meier (1885–1946), Kunsthistoriker und Verleger Norbert Regensburger (1886–1933), Rechtsanwalt und Politiker Hans Weinert (1887–1967), Anthropologe Karl Gronau (1889–1950), Hochschullehrer für Philosophie Götz von Seckendorff (1889–1914), Maler Hugo Weitz (1891–1965), Rechtsanwalt und Schriftsteller Clemens Brancaglio (1891–1975), Jurist Gerhard von Frankenberg (1892–1969), Zoologe, ehemaliger Direktor des Naturhistorischen Museums und sozialdemokratischer Landtagsabgeordneter des Freistaates Braunschweig Friedrich Opitz (1894–1937), deutscher Schwerverbrecher Otto Jürgens (1895–1979), lutherischer Geistlicher Julius Bockemüller (1895–1943), ArztDiethelm Krause-Hotopp: „Wer aber vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart.“ Dr. med. Julius Bockemüller – Opfer nationalsozialistischer Willkürherrschaft. In: Braunschweigisches Jahrbuch für Landesgeschichte 2005. Selbstverlag des Braunschweigischen Geschichtsvereins, Poppdruck, Langenhagen, ISSN 1437-2959, S. 96.Informationen über Julius Bockemüller auf gedenkstaette-ploetzensee.de Hermann Mitgau (1895–1980), Soziologe und Genealoge Otto Benecke (1896–1964), Ministerialbeamter Herbert Munte (1899–1961), Unternehmer Leopold Reidemeister (1900–1987), Kunsthistoriker und Generaldirektor der Staatlichen Museen in West-Berlin Curt Staff (1901–1976), Jurist, Präsident des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main 1951–1970 Hermann Lagershausen (1901–1977), Rektor der TH Braunschweig Wolfgang Scheffler (1902–1992), Kunsthistoriker Friedrich-Wilhelm Holland (1903–1979), Jurist Johannes Dürkop (1905–1945), Kunsthistoriker Wilhelm Hirte (1905–1986), Jurist am NS-Sondergericht Braunschweig Werner Flechsig (1908–1988), Sprachforscher und Volkskundler Rudolf Berndt (1910–1987), Ornithologe Dietrich Mack (1913–2001), Oberstudiendirektor und Schulleiter des WG Hans Meyerhoff (1914–1965), US-amerikanischer Philosoph deutscher Herkunft Horst Geffers (1925–2015), Marineoffizier Jürgen Schreiber (* 1926), Offizier Ernst-August Roloff (1926–2017), Historiker Jürgen Diestelmann (1928–2014), evangelisch-lutherischer Theologe Jürgen Meyer (1933–2026), Experte für Akustik, Hochschullehrer Walter Vitt (1936–2021), Kunstkritiker und Kunstschriftsteller, 1989–2008 Präsident der deutschen Sektion des Intern. Kunstkritikerverbandes (AICA) Hans Poser (1937–2022), Philosoph, Leibniz-Experte Georg Kleinschmidt (* 1938), Geologe und Polarforscher Johann-Karl Schmidt (* 1942), Kunsthistoriker und Museumsdirektor Dieter Mützelburg (* 1943), Politiker Jürgen Krieghoff (1943–2019), Sommer 2006 bis August 2008 deutscher Botschafter in Saudi-Arabien.Jürgen Krieghoff (* 1943 in Braunschweig) ist ein deutscher Diplomat und war von August 2004 bis Sommer 2006 Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland in Neapel und von Sommer 2006 bis August 2008 deutscher Botschafter in Saudi-Arabien Wolfgang Joop (* 1944), Modedesigner Dirk Brouër (1945–2016), Direktor des Bundesrates Henning Esser (* 1945), Mathematikprofessor RWTH Aachen Friedrich Hofmann (1949–2018), Arzt und Professor an der Bergischen Universität Wuppertal Kaspar Kraemer (* 1949), Architekt Reinhard Kammerer (* 1951), Generalleutnant a. D. Lothar Hagebölling (* 1952), ehemaliger Chef des Bundespräsidialamts Hans-Lothar Domröse (* 1952), General Axel Hacke (* 1956), Schriftsteller Nikolaus Berger (* 1956), Richter am Bundesgerichtshof Steffen Patzold (* 1972), Geschichtsprofessor Clemens Trautmann (* 1977), Präsident der Deutschen Grammophon Charlotte Hopf (* 1978), leitende Dombaumeisterin des Berliner Doms Ninia Binias (* 1983), Schriftstellerin und Moderatorin

Literatur Franz Gittermann: Der Bau des Herzoglichen Neuen Gymnasiums zu Braunschweig. Braunschweig 1891. Richard Moderhack (Hrsg.): Braunschweigische Landesgeschichte im Überblick. In Kap. Schulen und Hochschulen. S. 259 ff. Braunschweigischer Geschichtsverein, Braunschweig 1976. Schulleitung des Wilhelm-Gymnasiums (Hrsg.): Festschrift zum 100jährigen Jubiläum des Wilhelm-Gymnasiums. Verlag Hans Oeding, Braunschweig 1985.

Weblinks

Offizielle Website des Wilhelm-Gymnasiums auf wilhelm-gym.de Newsblog des WGtariers auf wgtariernews.blogspot.com

Einzelnachweise

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