Die Premier League (außerhalb Englands auch English Premier League oder EPL) ist die höchste Spielklasse im englischen Fußball und befindet sich damit auf der obersten Ebene des englischen Ligasystems. Derzeit nehmen 20 Vereine an einer Spielrunde, die zwischen August und Mai des Folgejahres ausgetragen wird, teil. Über eine Auf- und Abstiegsregelung mit dem darunter angesiedelten Football-League-Verband findet jährlich nach Ende der Saison ein Austausch von drei Klubs statt.

Die am 20. Februar 1992 als „FA Premier League“ gegründete Spielklasse startete am 15. August in ihre Premieren-Saison. Die Vereine der bisherigen First Division profitierten erheblich von deutlich erhöhten Fernseheinnahmen und spalteten sich von der Football League ab, die so die seit 1888 bestehende Vorherrschaft als Plattform für den englischen und walisischen Spitzenfußball verlor. Die Premier League hat sich seitdem zur Sportliga mit den weltweit meisten TV-Zuschauern entwickelt.„United (versus Liverpool) Nations“ (The Observer (Autor: Denis Campbell))

Von den bisher 51 teilnehmenden Vereinen gewannen sieben die Premier League: Manchester United (13 Titel), Manchester City (8), FC Chelsea (5), FC Arsenal (4), FC Liverpool (2), Blackburn Rovers (1) und Leicester City (1). Rekordmeister der englischen Meisterschaft sind Manchester United (seit 2009, zuletzt 2013) und der FC Liverpool (seit dem letzten Titelgewinn 2025) mit jeweils 20 Titeln.

Neben 49 Mannschaften aus England nahmen mit Swansea City (zuletzt 2017/18) und Cardiff City (zuletzt 2018/19) auch zwei Klubs aus Wales an der Premier League teil.

Das Gegenstück im Frauenbereich ist die FA Women’s Premier League (oder genauer die „FA Women’s Premier League National Division“), wobei die Vereine dort in mehr oder weniger abhängigen Verbindungen zu den renommierten Klubs im Männerfußball aus der Premier League und der Football League stehen. Dennoch besitzt die Frauenliga einen eher semiprofessionellen Charakter und findet in der Öffentlichkeit im Vergleich zum Männerbereich eine deutlich geringere Resonanz.

Seit 1999 existiert für die Reserveteams der Profivereine die Premier Reserve League, in der seit der Spielzeit 2006/07 nur Mannschaften der Premier-League-Teilnehmer spielberechtigt sind. Dort kommen neben den Ersatzspielern, die nicht Teil des offiziellen Profikaders sind, vorrangig die jungen Talente der Erstligavereine zum Einsatz. Diese wurde zur Saison 2012/13 durch die „Under-21 Premier League“. premierleague.com, englisch, abgerufen am 21. November 2025 mit insgesamt 24 Mannschaften (17 Premier League, 7 Championship) ersetzt.

Seit der Saison 2016/17 führt die Liga ein neues Logo und trägt den werbefreien Namen The Premier League, da der seit 2004 bestehende Vertrag mit Barclays zum Saisonende 2016 nicht fortgesetzt wurde.dailymail.co.uk: Premier League to be without a title sponsor from 2016–2017 season in bid to mirror major American sports’ 'clean' branding strategy Artikel vom 5. Juni 2015 (englisch)

Geschichte Saison Englischer Meister (ges./PL) 1992/93 Manchester United (8/1) 1993/94 Manchester United (9/2) 1994/95 Blackburn Rovers (3/1) 1995/96 Manchester United (10/3) 1996/97 Manchester United (11/4) 1997/98 FC Arsenal (11/1) 1998/99 Manchester United (12/5) 1999/2000 Manchester United (13/6) 2000/01 Manchester United (14/7) 2001/02 FC Arsenal (12/2) 2002/03 Manchester United (15/8) 2003/04 FC Arsenal (13/3) 2004/05 FC Chelsea (2/1) 2005/06 FC Chelsea (3/2) 2006/07 Manchester United (16/9) 2007/08 Manchester United (17/10) 2008/09 Manchester United (18/11) 2009/10 FC Chelsea (4/3) 2010/11 Manchester United (19/12) 2011/12 Manchester City (3/1) 2012/13 Manchester United (20/13) 2013/14 Manchester City (4/2) 2014/15 FC Chelsea (5/4) 2015/16 Leicester City 2016/17 FC Chelsea (6/5) 2017/18 Manchester City (5/3) 2018/19 Manchester City (6/4) 2019/20 FC Liverpool (19/1) 2020/21 Manchester City (7/5) 2021/22 Manchester City (8/6) 2022/23 Manchester City (9/7) 2023/24 Manchester City (10/8) 2024/25 FC Liverpool (20/2) 2025/26 FC Arsenal (14/4)

Vorgeschichte Die 1980er Jahre markierten einen Tiefpunkt im englischen Fußball. Die wirtschaftlich schwierige Lage, unter der auch die Fußballfans litten, baufällige Stadien und das weit verbreitete Hooligan-Problem, das unter anderem nach den Ereignissen im Heysel-Stadion im Jahre 1985 zum Ausschluss der englischen Klubs von den europäischen Vereinswettbewerben geführt hatte,„1985: English teams banned after Heysel“ (BBC) waren dafür verantwortlich, dass die seit 1888 bestehende englische Football League First Division in Bezug auf die Zuschauerzahlen und die Wirtschaftskraft deutlich hinter andere ausländische Eliteklassen – wie beispielsweise die italienische Serie A und die spanische Primera División – zurückgefallen war. Zudem strebten immer mehr heimische Spitzenspieler in die besten Ligen anderer Nationen. (www.premierleague.com) Abgerufen am 2. Oktober 2015. Dieser Abwärtstrend wurde 1990 gestoppt, als die englische Fußballnationalmannschaft eine erfolgreiche Weltmeisterschaft in Italien spielte und erst im Halbfinale nach Elfmeterschießen gegen Deutschland ausschied. Im gleichen Jahr beendete der europäische Fußballverband UEFA die Sperre für die englischen Fußballvereine. Mit dem „Taylor Report“ war zudem im Januar bereits ein Dokument zur Sicherheit in den Stadien erarbeitet worden, das versprach, alle Spielstätten in reine Sitzplatzstadien umzuwandeln., vgl. auch „The Football Spectators (Seating) Order 1994“ (Controller of HMSO).

Auch die Fernseheinnahmen hatten deutlich an Bedeutung gewonnen. Während die Football League im Jahre 1986 die Übertragungsrechte für zwei Jahre noch für lediglich 6,3 Millionen Pfund veräußert hatte, stieg die Summe 1988 in dem Vierjahresvertrag auf 44 Millionen Pfund.„Fact Sheet 8: British Football on Television“ (University of Leicester Centre for the Sociology of Sport) In den Verhandlungen im Jahre 1988 wurden erstmals Stimmen laut, bei denen zehn Klubs damit drohten, den Verband zu verlassen, um eine eigene „Superliga“ zu gründen. Diese konnten jedoch vorerst noch einmal zu einem Verbleib überredet werden. (Offizielle Website der Football League) Als die Stadien jedoch kontinuierlich verbessert wurden und die Zuschauerzahlen und dadurch die Einnahmen stiegen, äußerten die Spitzenvereine erneut ihre Überlegungen, die Football League zu verlassen, um so von den deutlich gestiegenen Geldern, die nun in den Fußballsport investiert wurden, stärker zu profitieren.

Gründung und Teilnehmer An der ersten Saison 1992/93 nahmen 22 Vereine teil. Das erste Tor erzielte Brian Deane, der mit Sheffield United den späteren Meister Manchester United mit 2:1 besiegte. Aufgrund einer Intervention des Weltfußballverbands FIFA reduzierte die Premier League 1995 die Spielklasse auf 20 Vereine dadurch, dass vier Mannschaften absteigen mussten und gleichzeitig nur zwei Vereine als Aufsteiger neu aufgenommen wurden. Die FIFA forderte zuletzt am 8. Juni 2006 darüber hinaus – wie auch in Italien und Spanien – eine weitere Verkleinerung auf 18 Klubs zu Beginn der Saison 2007/08, stieß jedoch mit diesem Vorhaben bei der Premier League auf Ablehnung.„Fifa wants 18-team Premier League“ (BBC)

Am 12. Februar 2007 verkürzte die Liga ihren offiziellen Namen von „FA Premier League“ zu „Premier League“. Die Teilnahme an der Premier League ist nicht nur englischen Fußballvereinen vorbehalten. Am 30. Mai 2011 gewann der walisische Club Swansea City das Play-off-Finale gegen den FC Reading mit 4:2 im Londoner Wembley-Stadion und wurde damit der erste nicht-englische Fußballklub in der Premier League. Mit Cardiff City schaffte es am 16. April 2013 der zweite walisische Verein: Durch ein 0:0 gegen Charlton Athletic am 43. Spieltag sicherte sich der Klub vorzeitig den Aufstieg. Damit spielten in der Saison 2013/14 erstmals zwei walisische Mannschaften in der Premier League.

Daneben wird sporadisch über eine Aufnahme der schottischen Spitzenvereine in die englische Premier League spekuliert. Zu einer konkreten Planung haben diese Überlegungen jedoch bis heute noch nicht geführt. Nach dem Zwangsabstieg der Glasgow Rangers (2012) wurde dieses Thema nicht mehr aufgegriffen.

Im Juni 2016 wurde die Premier League politisch und trat wenige Tage vor dem Referendum über den Brexit für einen Verbleib des Vereinigten Königreichs in der Europäischen Union ein, mit der Begründung, dass die Liga für Offenheit und Internationalität stehe.

Organisation Die Premier League operiert als selbständiges Unternehmen, das sich in gemeinsamem Besitz der 20 teilnehmenden Vereine befindet. Jeder Klub wird als Anteilseigner angesehen, der in Vertragsangelegenheiten und bei Regeländerungen über genau eine Stimme verfügt. Die Vereine wählen einen Vorsitzenden, einen Generaldirektor (Chief Executive Officer („CEO“)) und einen Vorstand, der das Tagesgeschäft der Liga überwacht. (Premier League) Der englische Fußballverband The Football Association („FA“) ist selbst nicht am Tagesgeschäft der Premier League beteiligt, besitzt aber als besonderer Teilhaber ein Vetorecht bei der Wahl des Vorsitzenden und des Generaldirektors, sowie bei der Umsetzung von Regeländerungen. (Premier League) Die Premier League entsendet Vertreter zu dem europäischen Vereinsforum der UEFA, wobei sich die Anzahl der Vereine und die ausgewählten Klubs selbst nach einem speziellen Koeffizienten des europäischen Fußballverbands richten. Das europäische Vereinsforum wählt drei Mitglieder in das „Klubwettbewerbe“-Komitee, das in das operative Geschäft von UEFA-Wettbewerben – darunter vor allem die Champions League und der Europa League – einbezogen ist. (www.uefa.com)

Verlauf des Wettbewerbs und Sponsoren Wettbewerb Aktuell spielen 20 Mannschaften eine Meisterschaftsrunde in der Premier League aus. Während einer von August bis Mai andauernden Saison spielen die Vereine jeweils zwei Partien gegen die anderen Teilnehmer in einem Heimspiel im eigenen Stadion und auswärts in der Spielstätte des Gegners. Dadurch ergeben sich 38 Pflichtspiele für jeden Verein und insgesamt 380 Partien im Verlauf einer Premier-League-Saison. Für einen Sieg erhält eine Mannschaft drei Punkte und einen Zähler für ein Remis. Keine Punkte werden für eine Niederlage vergeben. Nach der Anzahl der gewonnenen Punkte rangieren die Vereine in der Tabelle, wobei die bessere Tordifferenz über die Rangfolge von Mannschaften mit der gleichen Punkteanzahl entscheidet. Sollte auch diese gleich sein, so wird die Mannschaft mit den meisten erzielten Treffern bevorzugt. Bei Gleichheit in all diesen Kriterien wird den Vereinen der gleiche Platz zugeteilt. Falls die Platzierung am Ende der Saison bei gleichgestellten Vereinen entscheidend in der Meisterschaftsfrage, der Qualifikation für einen europäischen Vereinswettbewerb oder in der Abstiegsfrage sein sollte, müssen die betroffenen Mannschaften Play-off-Spiele auf neutralem Boden zur endgültigen Entscheidung austragen (dieser Fall ist bis zum heutigen Tage jedoch noch nicht eingetreten). Der Verein, der nach diesen Kriterien am Ende der Saison auf dem ersten Tabellenplatz steht, ist englischer Fußballmeister. Die drei zum Saisonende auf untersten Plätzen befindlichen Mannschaften steigen in die zweitklassige Football League Championship ab und werden durch die zwei besten Mannschaften dieser Liga direkt und durch ein drittes Team ersetzt, das in der regulären Saison zwischen dem dritten und sechsten Platz in der Football League Championship abgeschlossen und anschließend zwei Ausscheidungsrunden gewonnen hat.

Qualifikation für europäische Vereinswettbewerbe mini|Spielszene aus der Partie der Bolton Wanderers gegen den FC Fulham im FA Cup.