Sabrina Zwach (* 25. Januar 1969 in Heidelberg) ist eine deutsche Theaterschaffende und Kuratorin. Sie ist ab 2027 als stellvertretende Intendantin des Schauspielhauses Bochum unter der Leitung von Nicolas Stemann designiert.
Leben und Wirken Sabrina Zwach studierte Kulturwissenschaft und ästhetische Praxis an der Universität Hildesheim sowie Theater- und Medienwissenschaften, Musik, Philosophie und politische Wissenschaften.
Sie arbeitete in der künstlerischen Leitung der Volksbühne Berlin unter Frank Castorf, dem Berliner Ensemble unter Oliver Reese und dem Burgtheater in Wien unter Martin Kusej. Als Dramaturgin realisierte sie Projekte mit Herbert Fritsch, Herbert Grönemeyer, Claudia Bauer, Ersan Mondtag, Robert Borgmann, Simon Stone, Antu Nunes, Anne Lenk, Mateja Koleznik, Clemens Sienknecht, Barbara Bürk, Gesine Danckwart oder Angela Richter.
Sie wurde mit Lehraufträgen (u. a. Falckenberg-Schule, München, dem Mozarteum und der Ernst-Busch-Schauspielschule, Berlin und der Hochschule für Musik und Theater, München) und theaterpädagogischen Projekten beauftragt. Sie arbeitete Für Kurt Krömer und ist Teil des Künstler-Kollektivs CHEZ COMPANY. Sie realisiert in verschiedenen Konstellationen und alleine Kunstprojekte im deutschsprachigen Raum. Ab der Spielzeit 2027/2028 soll sie die Position der stellvertretenden Intendantin des Schauspielhauses Bochum unter der Leitung von Nicolas Stemann übernehmen.
Zwach ist auch als Kuratorin tätig, so leitete sie von 2003 bis 2005 das 6. Festival „Politik im Freien Theater“ 2005 in Berlin und hatte die Programmleitung des Kunstprojekts hamlet_X // phase 2 von 2006 bis 2008 inne, ebenfalls in Berlin. Für Weimar 1999 – Kulturstadt Europas kuratierte sie eine Programmsparte und war 2005, auch in Weimar, bei Räuber und Gendarmen als Kuratorin tätig.
Freie Projekte Sabrina Zwach entwickelt als Autorin und Regisseurin verschiedene Freie Projekte wie Theaterinszenierungen, Podcasts und Blogs. So zeichnet sie für die Regie der Inszenierung Trauer ist das Ding mit Federn mit Matthias Buss und Maximilian Grill verantwortlich, außerdem für das Lesehappening Frieden für Alle am Theater Münster gemeinsam mit Gesine Danckwart als Teil des Künstler*innenkollektivs „Chez Company“. In dieser Konstellation erarbeitete sie für die Europäische Kulturstadt Salzkammergut 2024 Das vermutlich beste Hotel der Welt. Außerdem schreibt sie mit dem Grabredner Andreas Kaufmann den digitalen Briefwechsel Briefe vom Anfang über das Ende. Als Dramatikerin und Regisseurin erarbeitete sie 2026 in der Roten Fabrik Zürich den Theaterabend mit und für Susanne Abelein Wind of Change – Ein Special über das unlustigste Thema der Welt. Dramaturgie-Werkliste (Auswahl)
Das Haus in Montevideo (Fassung, Bearbeitung nach Curt Goetz), 2008, neues theater Halle Tartuffe (Moliere), 2008 // dramaturgische Mitarbeit, Theater Oberhausen Spielbank (Stückentwicklung Fritsch, Zwach), 2008, Hessisches Staatstheater Wiesbaden Der Raub der Sabinerinnen (Fassung, Bearbeitung nach Curt Goetz), 2009, Neues Theater Halle Pferd frißt Hut (Neuübersetzung, Songtexte und Fassung nach Labichs Florentinerhut), Uraufführung: Theater Oberhausen, 2009 Herr Fuchs oder einfach: Volpone (Fassung, Bearbeitung von Ben Jonsons Volpone), Hessisches Staatstheater Wiesbaden, 2009 Elf Onkel (Drehbuch gemeinsam mit Herbert Fritsch, Dramaturgie), Spielfilm, 101 Minuten, Regie: Herbert Fritsch Macbeth (Neuübersetzung, Fassung nach Shakespeare), Neues Theater Halle, 2010 Die Affäre der Rue de Lourcine (Neuübersetzung, Fassung nach Labiche), Theater Magdeburg, 2010 Sparschwein (Neuübersetzung, Fassung nach Labiche), Theater Karlsruhe und Solothurn, 2010 Die Nibelungen (Fassung nach Hebbel), Bremer Theater, 2011 Icke – Die Oper, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin, 2011 Die (s)panische Fliege, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin, 2011 Der Raub der Sabinerinnen (Fassung, Bearbeitung nach Curt Goetz), 2011, Thalia Theater Hamburg Herr Puntila und sein Knecht Matti, Schauspiel Köln, 2012 Murmel Murmel, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, 2012 Die Banditen, Theater Bremen, 2012 Der Revisor, Bayrisches Staatsschauspiel München, Residenztheater, 2012 Tri Sestri, Opernhaus Zürich, 2013 Frau Luna, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, 2013 Die Physiker, Schauspielhaus Zürich, 2013 Ohne Titel Nr. 1, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, 2014 Die Schule der Frauen (Neuübersetzung, Fassung Molière), Hamburger Schauspielhaus, 2014 Frivole Sommerfrische in möglicherweise drei Liebesakten (Neuübersetzung, Fassung nach Goldoni), Residenztheater München, 2014 Don Giovanni (Neuübersetzung, Einrichtung nach da Ponte), Komische Oper Berlin, 2014 der die mann, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, 2015 Die Kassette, (Fassung nach Sternheim), Deutsches Schauspielhaus Hamburg, 2015 Der eingebildete Kranke, (Neuübersetzung, Fassung nach Molière), Burgtheater Wien, 2015 King Arthur, Libretto, Opernhaus Zürich, 2016 Silk Road, Schauspiel Köln, 2016 Pfusch, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, 2016 Komödie der Irrungen, (Fassung, Neuübersetzung) Burgtheater Wien, 2017 Nichts von mir, Berliner Ensemble, 2018 Krieg, Berliner Ensemble, 2018 Ballroom Schmitz, Berliner Ensemble, 2018 Griechische Trilogie, Berliner Ensemble, 2018 Brecht in der Autowerkstatt, Berliner Ensemble und Olaf Nicolai, 2018 Max und Moritz, Berliner Ensemble, 2019 The Party, Burgtheater Wien, 2019 Der Henker, Burgtheater Wien, 2019 theblondproject, Burgtheater Wien, 2019 Schwarzwasser, Burgtheater Wien, 2020 Des Kaisers neue Kleider, Burgtheater Wien, 2020 The making of Blond, Deutsche Oper Berlin, 2021 Reich des Todes, Burgtheater Wien, 2022 Carmen, Staatsoper Hamburg, 2022 Die for Life, Theater Neumarkt, Zürich, 2022 Die gefesselte Phantasie, Burgtheater Wien, 2023 Der Geizige, Schauspiel Frankfurt, 2023 Pferd frisst Hut, Oper Basel, 2023 Das Portal, Staatstheater Stuttgart, 2024 Zentralfriedhof, Burgtheater Wien, 2024 Rite for Fall, Kunsthalle Hamburg und Kampnagel, 2024 Volpone, Deutsches Schauspielhaus Hamburg, 2025 Pferd frisst Hut, Komische Oper Berlin, 2025 Rabatz! Ein komischer Abend von Herbert Fritsch und Ensemble, Schauspiel Köln, 2025
Preise und Auszeichnungen Deutscher Literaturtheaterpreis, 1994 Weimarpreis, 2003 im Team von Radio Lotte Berliner Theatertreffen 2012 Die (s)panische Fliege Berliner Theatertreffen 2013 Murmel, Murmel Berliner Theatertreffen 2014 Ohne Titel Nr. 1 Berliner Theatertreffen 2016 der die mann 2014: 1. Platz beim 19. Münchner Kurzgeschichtenwettbewerb zum Thema Ausweitung der Kampfzone Berliner Theatertreffen 2017 Pfusch
Publikationen Theatertexte mit Herbert Fritsch: hamlet_X. Interpolierte Fressen. Verlag Theater der Zeit, Berlin 2006, ISBN 978-3-934-34479-2.
Übersetzungen Eugène Labiche: Pferd frisst Hut. S. Fischer Theatermedien, Frankfurt am Main 2009. William Shakespeare: Die Komödie der Irrungen. S. Fischer Theatermedien, Frankfurt am Main 2017. Molière: Der Geizige. S. Fischer Theatermedien, Frankfurt am Main 2023.
Bearbeitungen Molière: Der Eingebildete Kranke. S. Fischer Theatermedien, Frankfurt am Main 2015.
Beiträge Krieg. In: BeziehungKrisenHerd. 19. Münchner Kurzgeschichtenwettbewerb. Louisoderverlag, München 2015, ISBN 978-3-944-15321-6, S. 272. Beitrag in: Klaus Schmidt-Mâcon und Susanne Mann (Hrsg.): Gedicht und Gesellschaft 2014: Am Kamin – Der Weg (= Frankfurter Bibliothek. Jahrbuch für das neue Gedicht). Frankfurter Literaturverlag, Frankfurt am Main 2013, ISBN 978-3-933800-42-8.
Weblinks
(PDF; 945 kB) Dramaturgische Gesellschaft Applaus Applaus, Podcast über die Liebe zum Theater https://chez-company.org/projekt/briefe-vom-anfang-ueber-das-ende
Einzelnachweise
Kategorie:Theaterregisseur Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1969 Kategorie:Frau Kategorie:Dramaturg Kategorie:Autor Kategorie:Ausstellungskurator