mini|rechts|Hakainde Hichilema (2022)

Hakainde Hichilema (* 4. Juni 1962 in Hachipona bei Monze, Föderation von Rhodesien und Njassaland, heute Sambia) ist ein sambischer Unternehmer und Politiker der United Party for National Development (UPND). Seit dem 24. August 2021 ist er der 7. Präsident Sambias; 2026 wurde er für eine zweite Amtszeit wiedergewählt.

Leben und berufliche Laufbahn Hichilema wurde in Hachipona, einem Dorf westlich von Monze im Süden Sambias, geboren und wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Er besuchte ab 1969 die Mooya Primary School, ab 1973 die Nkandela School und legte 1980 das Schulabschlussexamen an der Kalomo Secondary School ab. Danach diente er sechs Monate lang dem National Service im Mushili Camp bei Ndola. Von 1981 bis 1986 studierte er dank eines Stipendiums Wirtschaft und Management an der Universität von Sambia in Lusaka, der Hauptstadt Sambias. Anschließend erwarb er einen Master in Finance & Business Strategy an der Universität von Birmingham in Großbritannien.

Hichilema ist Angehöriger des Volks der Tonga und verheiratet mit Mutinta Hichilema, mit der er drei Kinder hat, die Tochter Miyanda (* 1994) sowie die beiden Söhne Habwela (* 1997) und Chikonda (* 2000). Er gehört der Glaubensgemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten an.

Seine beruflichen Stationen waren zunächst Equator Advisory Services, wo er 1986 als Assistenzberater tätig war, und Coopers & Lybrand, wo er im selben Jahr an der Restrukturierung der Industrial Development Corporation (INDECO) mitwirkte. Von 1994 bis 1998 war er als CEO für Coopers & Lybrand Zambia und von 1998 bis 2006 in gleicher Funktion für Grant Thornton Zambia tätig. Beide Firmen gehören zu multinationalen Unternehmensberatungs- und Dienstleistungskonzernen. In diesen Jahren bekleidete er unter anderem folgende Funktionen:

Vorstandsvorsitz von: Sun International Greenbelt Fertilisers Ltd Media Trust Fund Export Development Programme

Direktor von: Zambia Investment Board Seedco Zambia African Financial Services Limited Zambezi Nickel or Bermuda Limited (Bermuda) West Lake Investments (Mauritius)

Vorstandsmitglied von: Zambia Association of Chambers of Commerce and Industry Zambia Business Forum sieben weiteren Vorständen

Danach machte er Karriere als Unternehmer und erwarb mit Tätigkeiten in Finanzwesen, Viehzucht, Tourismus und Immobilien ein beträchtliches Vermögen. Als privater Unternehmer wurde er zudem zum zweitgrößten Viehzüchter Sambias und zum Multimillionär.

Politische Karriere + Wahlergebnisse von Hichilema bei Präsidentschaftswahlen Wahl Prozent 2006 25,32 % 2008 19,96 % 2011 18,54 % 2015 47,16 % 2016 47,63 % 2021 59,02 % 2026 60,49 %

Oppositionspolitiker und Präsidentschaftskandidaturen Hichilema ist Präsident der United Party for National Development (UPND). Er folgte in dieser Funktion dem verstorbenen Anderson Mazoka.

Bei den Wahlen in Sambia 2006 wurde er von der United Democratic Alliance, einer Drei-Parteien-Allianz von UPND, United National Independence Party (UNIP) und Forum for Democracy and Development, als Kandidat für die Präsidentschaft Sambias aufgestellt. Er erreichte mit 25,32 Prozent der Stimmen zwar nur knapp hinter dem späteren Präsidenten Michael Sata den dritten Platz, erwies sich damit aber als politisches Schwergewicht und Hoffnungsträger. Bei der vorgezogenen Präsidentschaftswahl 2008, die durch den Tod des Amtsinhabers Levy Mwanawasa notwendig geworden war, kandidierte Hichilema als Spitzenkandidat der UPND und kam mit 19,96 Prozent der Stimmen auf den dritten Platz. Auch bei der Präsidentschaftswahl 2011 war er UPND-Spitzenkandidat und erreichte 18,54 Prozent. Nach dem Tod von Michael Sata wurde eine vorzeitige Neuwahl 2015 erforderlich, bei der Hichilema gegen Edgar Lungu von der Patriotic Front antrat und mit 47,16 Prozent knapp unterlag. Ähnlich knapp fiel das Ergebnis bei der folgenden Wahl 2016 aus, bei der Hichilema mit 47,63 zu 50,35 Prozent erneut gegen Lungu unterlag. Hichilema und seine Anhänger wollten das Wahlergebnis aufgrund der ungleichen Wahlkampfbedingungen nicht anerkennen, und in der Folge kam es zu einer Dauerfehde zwischen Lungu und Hichilema.Zambia: opposition claims fraud in presidential vote. Wall Street Journal, 15. August 2016, abgerufen am 15. August 2016.

Im April 2017 wurde Hichilema nach einem Zwischenfall zwischen seinem Konvoi und Lungus Präsidentenkolonne verhaftet und wegen Hochverrats angeklagt; nach rund vier Monaten Haft wurde die Anklage fallengelassen. Anlass der Festnahme war der Vorwurf, Hichilema habe dem Autokonvoi Präsident Lungus nicht genügend Platz gemacht und diesen dadurch gefährdet.

Seit 2006 kandidierte Hichilema damit wiederholt für das Präsidentenamt und gewann 2021 im sechsten Anlauf deutlich gegen Amtsinhaber Edgar Lungu. Bei der Präsidentschaftswahl am 12. August 2021 siegte er zusammen mit seiner Vizepräsidentschaftskandidatin Mutale Nalumango mit über 2,8 Millionen Stimmen (59,02 %) gegen Lungu, auf den gut 1,8 Millionen Stimmen entfielen. Vier Tage nach der Wahl wurde er von der Wahlkommission zum Wahlsieger erklärt., Deutschlandfunk, 16. August 2021. Lungu bezeichnete den Wahlverlauf als nicht frei und nicht fair und wies das Ergebnis zunächst zurück. Hichilemas Partei nannte dies den letzten verzweifelten Akt einer abtretenden Regierung. Später akzeptierte Lungu seine Niederlage.

Der Wahlsieg Hichilemas trotz widriger Bedingungen löste auch bei Oppositionsführern in anderen afrikanischen Staaten Hoffnungen auf einen friedlichen Machtwechsel aus. Beispielhaft äußerten Nelson Chamisa in Simbabwe, Tundu Lissu in Tansania und Mmusi Maimane in Südafrika, dass auch in ihren Ländern ein demokratischer Machtwechsel nach sambischem Vorbild möglich sein müsse. Hinzu kam, dass Hichilema ausdrücklich nicht nur amtierende Staats- und Regierungschefs, sondern auch Oppositionsführer aus anderen afrikanischen Staaten zu seiner Amtseinführung am 24. August 2021 nach Lusaka eingeladen hatte. Auch internationale Menschenrechtsorganisationen wie Freedom House und Amnesty International forderten den neu gewählten Präsidenten auf, den Verlust an demokratischen Freiheiten, den Sambia unter Präsident Lungu erlebt habe, wieder rückgängig zu machen.

Präsidentschaft mini|Hakainde Hichilema während eines offiziellen Besuches bei US-Vizepräsidentin Kamala Harris

Erste Amtszeit Hichilema übernahm ein Land, das 2020 seine Auslandsschulden nicht mehr bedienen konnte und sich in einer schweren Wirtschaftskrise befand. Seine Regierung stellte die Beziehungen zu internationalen Kreditgebern wieder her, erreichte Umschuldungsvereinbarungen und weitete soziale Leistungen aus, darunter kostenlose Sekundarschulbildung, höhere Sozialtransfers und mehr Mittel für lokale Entwicklungsprojekte. Zugleich mehrte sich Kritik an Einschränkungen politischer Opposition und öffentlicher Kritik, während Hichilema den Vorwurf zurückwies, Strafverfolgungsbehörden zur Unterdrückung abweichender Stimmen einzusetzen.

Wiederwahl 2026 Bei der Präsidentschaftswahl im August 2026 wurde Hichilema mit rund 60 Prozent der Stimmen für eine zweite fünfjährige Amtszeit wiedergewählt, während sein stärkster Gegenkandidat Brian Mundubile knapp 38 Prozent erreichte. Regionale und internationale Wahlbeobachter beschrieben den Wahltag insgesamt als weitgehend friedlich, äußerten jedoch Bedenken wegen kurzfristiger Änderungen des Wahlrechts, der Medienfreiheit und des Zugangs zu den Medien im Vorfeld der Abstimmung. Die Wahlbeobachtungsmission der Europäischen Union kritisierte darüber hinaus Beschränkungen der Opposition während des Wahlkampfs, die zu ungleichen Wettbewerbsbedingungen beigetragen haben könnten. EU-Wahlbeobachter beanstandeten zudem schwere Verfahrensmängel bei der Ergebnisermittlung, während eine unabhängige sambische Beobachtergruppe Unstimmigkeiten in den offiziellen Stimmenzahlen feststellte, zugleich aber von einem ausreichenden Vorsprung Hichilemas ausging.

Mundubile zweifelte das Wahlergebnis an. Festnahmen von Oppositionspolitikern, Hochverratsvorwürfe gegen Mundubile und die vorübergehende Schließung von Gerichten verschärften die Kontroverse nach der Wahl. Hichilema wurde am 1. September 2026 für weitere fünf Jahre vereidigt; zu den zentralen Herausforderungen seiner zweiten Amtszeit zählen politische Versöhnung sowie die Übertragung der makroökonomischen Stabilisierung auf Beschäftigung und Lebensstandard.

Weblinks Hichilema-Profil bei Grant Thornton Ltd.

Einzelnachweise

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