Das Riesenblättrige Pfeilblatt (Alocasia macrorrhizos), auch Riesen-Taro oder Alokasie genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Pfeilblätter (Alocasia) innerhalb der Familie der Aronstabgewächse (Araceae). In spanischsprachigen Ländern (z. B. Kuba, dort aber Malanga morada für Xanthosoma violaceum ) wird diese Art Malanga genannt.

Beschreibung mini|links|Illustration mini|Blütenstand mini|Fruchtstand Erscheinungsbild und Laubblatt Das Riesenblättrige Pfeilblatt ist eine große, massive, immergrüne, ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von bis zu 4 Metern erreicht. Sie enthält einen etwas weißen Milchsaft. Die Rhizome sind aufrecht. Sie bildet einen aufrechten, dicken Stängel, der bis zu 1,5 Meter lang wird.

Es stehen immer mehrere wechselständige Laubblätter zusammen, anfangs grundständig und bei älteren Pflanzen am Ende des Stängels. Die Laubblätter sind in Blattscheide, Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Vom bis zu 1,3 Meter langen Blattstiel ist das untere Drittel bis die Hälfte die Blattscheide. Die mehr oder weniger aufrechte, einfache Blattspreite ist mit einer Länge von 1,2 Meter und einer Breite von 0,5 Metern eiförmig-pfeilförmig, stumpf dreieckig. Laubblätter an jungen Pflanzen können schwach schildförmig (peltat) sein. Der Blattrand ist glatt bis leicht wellig. Auf jeder Seite des Hauptnerves befinden sich etwa neun Seitennerven erster Ordnung.

Blütenstand und Blüte Das Riesenblättrige Pfeilblatt ist einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch). In den Blattachseln werden über häutigen Cataphyllen meist jeweils zwei Blütenstände gebildet. Es ist ein anfangs die Cataphylle kaum überragender, später sich verlängernder unbeblätterter Blütenstandsschaft vorhanden.

Wie bei den Aronstabgewächsen üblich besteht der Blütenstand aus einem einzigen Hochblatt (Spatha) und dem Kolben (Spadix). Die 13 bis 35 Zentimeter lange Spatha ist von ihrer Basis aus bis Einsechstel ihrer Länge verengt. Der untere Bereich der Spatha ist grün und eiförmig. Der obere Bereich der hellgelben, mit einer Länge von 10,5 bis 29 Zentimeter breit länglich-lanzettlichen Spatha ist nach dem Öffnen haubenförmig und biegt sich beim Verblühen und Welken zurück. Der Spadix ist etwas kürzer als die Spatha. Die weibliche Zone ist mit einer Länge von 1 bis 2 Zentimeter und einem Durchmesser von etwa 1,5 Zentimeter konisch-zylindrisch. Der hellgrüne Stempel besitzt einen Durchmesser von etwa 3 mm. Die sitzende Narbe ist gelb und drei bis fünflappig. Die sterile Zone besitzt etwa die gleichen Maße wie die weibliche Zone und ist weiß. Die rhombisch-hexagonalen Synandroden besitzen einen Durchmesser von etwa 2,5 mm. Die männliche Zone ist weißlich und mit einer Länge von 3 bis 7 Zentimeter sowie einem Durchmesser von etwa 2 Zentimeter zylindrisch. Die männlichen Blüten sind fünf- bis neunzählig und bei einem Durchmesser von etwa 2 mm rhombisch-hexagonal mit einer konvexen Spitze. Die mindestens die Hälfte der Länge der Spadix obere blütenlose Zone ist gelblich und läuft langsam spitz aus.

Fruchtstand und Frucht Während der Fruchtreife ist die Spatha grün und mit einer Länge von etwa 8 Zentimeter länglich-ellipsoid. Die mit einer Länge von etwa 12 mm und einem Durchmesser von etwa 8 mm ellipsoiden Beeren färben sich bei Reife scharlachrot.

Chromosomenzahl Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 28.

Ökologie Raupen der Schmetterlingsart Cruria donowani (Lepidoptera: Agaristidae) fressen am Riesenblättrigen Pfeilblatt.

mini|Habitus, Laubblätter und Blütenstände Nutzung Das Riesenblättrige Pfeilblatt wird als Nahrungsmittel genutzt. Es werden vorwiegend die stärkehaltigen Rhizome und oberirdische Teile der Sprossachsen genutzt. Die Rhizome werden wie Kartoffeln gekocht. Sie enthalten viele Mineralien, Vitamin A, B und C. Pflanzenteile können nur gekocht gegessen werden, denn ungegart werden Mund und Speiseröhre sehr stark gereizt.

Der Pflanzensaft soll, äußerlich angewendet, ein wirksames Gegenmittel gegen die sehr schmerzhaften Schwellungen sein, die durch den Kontakt mit dem im pazifischen Raum vorkommenden baumförmigen Brennnesselgewächs (Urticaceae) Dendrocnide gigas entstehen können.

Gelegentlich wird das Riesenblättrige Pfeilblatt auch als Zierpflanze in tropischen Gärten und als Zimmerpflanze verwendet.

Verbreitung Die ursprüngliche Heimat von Alocasia macrorrhizos kann nicht mit Bestimmtheit nachgewiesen werden; es könnten Indonesien, Malaysia, die Philippinen, die Salomonen, Neuguinea oder Queensland sein. Als wichtige Nahrungspflanze wurde sie schon in prähistorischer Zeit in weiten Teilen des tropischen Asien verbreitet. Heute ist das Riesenblättrige Pfeilblatt mit Sorten in tropischen Gebieten der ganzen Welt verbreitet, als Kulturpflanze und verwildert. Es bevorzugt feuchte Standorte.

Systematik mini|Laubblätter Die Erstveröffentlichung erfolgte 1753 unter dem Namen (Basionym) Arum macrorrhizon durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus II, Seite 965. Die Neukombination zu Alocasia macrorrhizos wurde 1839 durch George Don junior in Robert Sweet: Hortus Britannicus, 3. Auflage, Seite 631 veröffentlicht.

Es sind viele Synonyme für Alocasia macrorrhizos bekannt: Arum macrorrhizon , Alocasia cordifolia , Alocasia grandis , Alocasia indica , Alocasia indica var. diversifolia , Alocasia indica var. heterophylla , Alocasia indica var. metallica , Alocasia indica var. rubra , Alocasia indica var. variegata , Alocasia marginata , Alocasia metallica , Alocasia pallida , Alocasia plumbea , Alocasia uhinkii , Alocasia variegata , Arum cordifolium , Arum indicum , Arum mucronatum , Arum peregrinum , Caladium indicum , Caladium macrorrhizon , Caladium metallicum , Caladium odoratum , Caladium plumbeum , Calla badian , Calla maxima , Colocasia boryi , Colocasia indica , Colocasia indica var. rubra , Colocasia macrorrhizos , Colocasia mucronata , Colocasia peregrina , Colocasia rapiformis , Philodendron peregrinum , Philodendron punctatum .

Literatur Heng Li, Peter C. Boyce: Alocasia: Alocasia macrorrhizos auf S. 77 – textgleich online wie gedrucktes Werk. In: (Abschnitt Beschreibung, Verbreitung, Systematik und Nutzung)

Einzelnachweise Rafaël Govaerts (Hrsg.):

Weblinks

Internationale Trivialnamen und Synonyme. Wilbert L. A. Hetterscheid: Alocasia macrorrhizos auf der Webseite der Internationalen Gesellschaft der Aronstabgewächse.

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