Als Sexte, auch Sext (von lat. sextus: „der sechste“) bezeichnet man in der Musik ein Intervall, das sechs Tonstufen (also fünf Tonschritte) einer diatonischen, heptatonischen Tonleiter umspannt (z. B. C → A). Im engeren Sinne versteht man unter der Sexte auch die sechste Stufe der jeweiligen Tonleiter.Marc Honegger, Günther Massenkeil (Hrsg.): Das große Lexikon der Musik. Band 7, Freiburg i. Br.: Herder 1987, ISBN 3-451-22921-8, S. 345Metzler-Sachlexikon Musik, Stuttgart: Metzler 1978, ISBN 3-476-01544-0, Seite 957
Als Intervall ist die Sexte das Komplementärintervall zur Terz.
Varianten 400px|zentriert|mini|Notenbeispiel: Sextintervalle Das Intervall Sexte kann in vier Varianten auftreten. Geläufig sind die große Sexte (a) und die kleine Sexte (b), die in der reinen Stimmung das Frequenzverhältnis 5:3 bzw. 8:5 haben. Die Sexte über dem Grundton der Durtonleiter ist groß, die Sexte über dem Grundton der (natürlichen) Molltonleiter ist klein.
Seltener sind die übermäßige Sexte (c) und die verminderte Sexte (d), zu deren Notation immer Versetzungszeichen nötig sind. Die übermäßige Sexte ist wesentlicher Bestandteil des übermäßigen Sextakkords, des übermäßigen Quintsextakkords und des übermäßigen Terzquartakkords.
In der gleichstufigen Stimmung umfassen die Sextintervalle sieben bis zehn Halbtonschritte.
Für sangbare Melodien galten Sextsprünge lange als ungeeignet. Deshalb etablierten sie sich erst spät als melodisches Intervall.
Intervall Halbtöne Beispiel Umkehrintervall(a)große Sexte9 (4 Ganztöne + 1 Halbton)C – A, E – CisFolgetonhorn italienischer Rettungswagen„Jetzt fahr’n wir übern See“ (aufwärts)„Nobody knows the trouble I’ve seen“ (abwärts)kleine Terz(b)kleine Sexte8 (3 Ganztöne + 2 Halbtöne)E – C, C – As„Drunten im Unterland“„Schicksalsmelodie“ (abwärts und aufwärts)große Terz(c)übermäßige Sexte10 (5 Ganztöne)C – Ais, Es – Cisverminderte Terz(d)verminderte Sexte7 (2 Ganztöne + 3 Halbtöne)E – Ces, Cis – Asübermäßige Terz
Dorische Sexte Die dorische Tonleiter unterscheidet sich von der natürlichen Molltonleiter nur dadurch, dass die Sexte über dem Grundton hier groß statt klein ist. Diese große Sexte gilt deshalb als das charakteristische Intervall der dorischen Tonart und wird als dorische Sexte bezeichnet.
400px|zentriert|mini|Notenbeispiel: Dorische Sexte
Hörbeispiele kleine Sexte: aufwärts abwärts große Sexte: aufwärts abwärts
Siehe auch Sextakkord Sixte ajoutée
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Einzelnachweise
Kategorie:Intervall