The Game ist das 1980 erschienene achte Studioalbum der britischen Rockgruppe Queen. Mit Another One Bites the Dust und Crazy Little Thing Called Love enthält es zwei ihrer größten Single-Hits. The Game markiert den Höhepunkt von Queens kommerziellem Erfolg in den USA. Mit diesem Album begann die langjährige Zusammenarbeit mit dem Koproduzenten Mack.
Entstehung und Veröffentlichung Die Aufnahmen für The Game erstreckten sich über einen deutlich längeren Zeitraum als bei den vorangegangenen Alben. Sie fanden zwischen Juni 1979 und Mai 1980 erstmals in den Münchener Musicland Studios statt. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der LP am 30. Juni waren bereits drei Vorab-Singles erschienen. Am selben Tag begann Queens insgesamt größte Nordamerika-Tournee, die Ende September 1980 mit drei aufeinander folgenden Konzerten im Madison Square Garden ihren Abschluss fand.
Charakteristisch für den Sound des Albums ist die sparsame Instrumentierung. Mehr als bei anderen Werken von Queen steht die Rhythmusgruppe – also Taylors Schlagzeug und vor allem Deacons Bass – im Vordergrund. Zum ersten Mal ist ein Synthesizer zu hören, worauf die kurzen Liner Notes ausdrücklich hinweisen: „This album includes the first appearance of a Synthesizer (an Oberheim OBX)Weiterführende, nur in der englischsprachigen Wikipedia vorhandene Artikel: Oberheim OB-X — Record Mirror — Record Collector. on a Queen album“. Laut Brian May ging die Initiative zur Verwendung dieses lange Zeit von der Band verschmähten Instruments von Taylor aus.Brian May: „Roger’s really the guy who introduced us to synthesizers.“ Zit. n. . Auf diesem Album wurde der Synthesizer noch relativ zurückhaltend verwendet, beispielsweise in den Tracks Save Me, Sail Away Sweet Sister und Rock It.
Bei den Aufnahmen arbeitete die Band erstmals mit dem deutschen Toningenieur Mack zusammen, der als Koproduzent wesentlich zum Sound des Albums beitrug und Queen neue Aufnahmetechniken nahebrachte, sowie Brian May, in: On the Record, 1982 (Queen Archives) was unter anderem im Schlagzeug-Loop von Another One Bites the Dust zum Ausdruck kommt. Mit der Beschreibung „weniger ist mehr“ charakterisierte Mack eine der grundsätzlichen Zielrichtungen bei den Aufnahmen.
Beim Schreiben des Stücks Dragon Attack, dessen Urfassung dem Gitarristen May während eines gemeinsamen Besuchs der Münchner Rockdiskothek Sugar Shack als Geistesblitz in den Sinn kam und noch in derselben Nacht im Tonstudio aufgenommen wurde, widmete May darin dem Tontechniker Reinhold Mack die Songzeile „It's got to be Mack / Gonna get me on the track“.Auf den Spuren von Freddie Mercury und Queen in München. Reportage der Radiosendung Nachtmix, Moderatorin Judith Schnaubelt im Gespräch mit Buchautor Nicola Bardola über dessen Sachbuch Mercury in München (Heyne Hardcore), 21. November 2021, 55 Min. Eine Produktion von Bayern 2 Außerdem bezieht sich die Zeile „Take me back to the Shack“ auf die erwähnte ehemalige Münchner Diskothek Sugar Shack, weshalb das englische Wort shack (Hütte oder Schuppen) im Songtext als Eigenname großzuschreiben ist, das jedoch häufig aufgrund von Unwissenheit kleingeschrieben wird.Mercury in München – Buchpräsentation Videobeitrag über eine Lesung von Publizist Nicola Bardola aus seinem Sachbuch Mercury in München in der Sendung Szene München des Lokalfernsehsenders München TV (www.muenchen.tv), 8. November 2021, 11 Min., Moderation: Aurora Berisha. Eine Produktion von München Live TV Fernsehen GmbH & Co.KG, 80807 München Von den Sounds und Songs, die damals in der Diskothek Sugar Shack über die Anlage liefen, ließen sich die Bandmitglieder von Queen zu eigenen Kompositionen anregen.
Im Unterschied zu den vorangegangenen LPs sollte das achte Studioalbum nach einem der darauf enthaltenen Stücke benannt werden. Es gab den Vorschlag, dieses Album – wie den als Single vorab ausgekoppelten Opener – Play the Game zu nennen. Allerdings äußerte Taylor Bedenken, weil dieser Ausdruck implizit auch bedeutet, mit dem Establishment konform zu gehen – wofür Taylor wenig Sympathie übrig hatte.Taylor, 1980: „It was suggested that we call the album Play The Game, and I don’t like the idea of that; basically, that means, in English, let’s go along with the Establishment. I don’t particularly sympathize with that view.“ Zit. n. Georg Purvis: Queen. Complete Works. London: Reynolds & Hearn, 2007, ISBN 978-1-905287-33-8, S. 231. Also erhielt das Album den verkürzten Titel „The Game“.
Das Schwarzweiß-Foto des silberfarbenen Albumcovers zeigt die vor Taylors Schlagzeug stehenden, Lederjacken tragenden Bandmitglieder. Das Bild entstand im September 1979 im Rahmen der Aufzeichnung des Videoclips für die erste Singleauskopplung Crazy Little Thing Called Love, auf deren Cover das gleiche Foto in Farbe wiedergegeben ist. Für die späteren CD-Ausgaben von The Game verwendeten die Plattenfirmen teilweise ein anderes Bild aus derselben Foto-Session, das den Schriftzug auf Deacons T-Shirt („Bike It“) sichtbar macht.
Von Queen stammt das Coverkonzept des Albums; das Design gestaltete die Amsterdamer Agentur Cream.Cream Eintrag zu der Firma bei Discogs. Abgerufen am 9. April 2025. Die Fotografien des Frontcovers und der vier Einzelporträts auf der LP-Innenhülle nahmen Peter Hince und Christopher Hopper auf. Während der Entstehungszeit dieses Albums änderte Freddie Mercury sein Erscheinungsbild: Das Cover der einen Monat vor The Game veröffentlichten Single Play the Game zeigt erstmals – ebenso wie die Porträtaufnahme auf der Albuminnenhülle – Mercurys in den achtziger Jahren charakteristischen Schnurrbart.
2003 erschien eine im Surround-Sound 5.1 gemixte Fassung des Albums als DVD-Audio. Da nicht mehr sämtliche beim ursprünglichen Mix des Stücks Coming Soon verwendeten Multi-Track-Tonbänder verfügbar waren, sind in der Surround-Version einige von der originalen Veröffentlichung abweichende Gesangsaufnahmen zu hören.
Titelliste Seite 1: Play the Game (Mercury) – 3:31 Dragon Attack (May) – 4:19 Another One Bites the Dust (Deacon) – 3:38 Need Your Loving Tonight (Deacon) – 2:49 Crazy Little Thing Called Love (Mercury/1979) – 2:43 Seite 2: Rock It (Prime Jive) (Taylor) – 4:33 Don’t Try Suicide (Mercury) – 3:53 Sail Away Sweet Sister [To the sister I never had] (May) – 3:33 Coming Soon (Taylor) – 2:51 Save Me (May) – 3:49
Die Songs Crazy Little Thing Called Love, Sail Away Sweet Sister, Coming Soon und Save Me wurden von Juni bis Juli 1979 aufgenommen, die weiteren Titel zwischen Februar und Mai 1980. Mit einer Gesamtspielzeit von weniger als 36 Minuten ist The Game, abgesehen vom bald danach veröffentlichten Soundtrack Flash Gordon, das kürzeste Album von Queen. Als B-Seite der Single Play the Game erschien der von Roger Taylor geschriebene und gesungene Titel A Human Body.
Crazy Little Thing Called Love schrieb Mercury eigenen Angaben zufolge innerhalb weniger Minuten in der Badewanne eines Münchener Hotels. Another One Bites the Dust war ursprünglich nicht als Single geplant, sondern wurde häufig von Radio-DJs aus dem Album ausgewählt und auf diese Weise in den USA zum Nummer-eins-Hit.
Auf dem Album selbst sind keinerlei Angaben über Besetzungsdetails enthalten. Der Leadgesang in Rock It sowie in Coming Soon stammt von Mercury und Taylor; Sail Away Sweet Sister wurde von May und Mercury gesungen. Produzent des Albums ist Queen; koproduziert und aufgenommen wurde es von Mack.
Equipment Zusätzlich zu den Instrumenten der Musiker sind ihre Hersteller angegeben: Synthesizer: Oberheim OBX E-Gitarre: Red Special, Fender Telecaster Klavier: Bösendorfer Akustische Gitarre: Martin Guitar
Singleauskopplungen
Crazy Little Thing Called Love und Another One Bites the Dust belegten als einzige Queen-Singles (jeweils für mehrere Wochen) Platz eins der US-amerikanischen Charts. Another One Bites the Dust zählt in den Vereinigten Staaten zu den meistverkauften Singles überhaupt und erhielt mehrfache Platinauszeichnungen. Neben den in der folgenden Tabelle angeführten Ländern erreichte dieser Song auch in Argentinien, Guatemala, Mexiko und Spanien Plaz eins der jeweiligen Single-Charts.Gunn/Jenkins, London 1992, S. 133.
In der von Billboard im Jahr 2008 veröffentlichten Liste der in den Vereinigten Staaten insgesamt bestplatzierten Singles der letzten 50 Jahre befindet sich Queens Another One Bites the Dust auf Rang 34..
Singles in den Charts
Rezeption In den Medien Record Mirror (Großbritannien), 1980: „This album is a straight kick into the goal [...], it’s like winning the men’s singles at Wimbledon. [...] This album isn’t exactly high camp Queen either. Gone, nearly forever, are those halcyon over the top days of fruit cake harmonies. Nowadays Queen have cut down considerably on such ploys, but there’s still enough left for their brandmark.“Robin Smith: Queen play and win. In: Record Mirror, 21. Juni 1980, S. 16. (Siehe QueenCuttings)
Rolling Stone (USA), 1980: „[…] Queen have shifted their sights from heavy-metal flash to stripped-down rock & roll. Maybe they realized that they’d come to a dead end, that it was time to ditch the cold, bombastic eclecticism and overweening arrogance that made News of the World and Jazz so offensive. Or maybe they just figured it’d be good to try fresh terrain. Whatever the reasons, it’s nice to hear a Queen album with songs, not ‘anthems.’ […] Black leather jackets, echo chambers, funky handclaps, prominent bass lines and sparse instrumentation – these guys know how this music should sound and feel, but they can’t bend enough to get with it.“Steve Pond, in: Rolling Stone, Nr. 326, 18. September 1980.
Sounds (Großbritannien), 1980: „The many thousands of their faithful fans will declare ‘The Game’ to be just what they wanted […] but the journalists won’t even recognise its existence. ‘The Game’ is a colossal mountain of unmovable mediocrity. It is old and tired and bland and blinkered. It purrs with self-satisfaction.“Robbi Millar: The loser. Queen – ‘The Game’. In: Sounds, 5. Juli 1980, S. 38. (Siehe )
All Music Guide (USA): „[…] this album was the first time they made a glossy, unabashed pop album, one that was designed to sound exactly like its time. […] Gone are the bombastic orchestras of guitars and with them the charging, relentless rhythms that kept Queen grounded even at their grandest moments. […] it’s a grand, state-of-the-art circa 1980 pop album that still stands as one of the band’s most enjoyable records.“Stephen Thomas Erlewine: Queen – The Game. Review. In: All Music Guide.
Record Collector (Großbritannien), 2003, bezieht sich auf die DVD-Audio-Ausgabe: „[…] the album caught Queen as they turned into the monster chart-topping pop/rock act of Live Aid fame and […] it provided Queen with much-needed hit singles and a further dose of credibility. […] Oddly, unlike the stunning DVD-A version of A Night At The Opera, The Game sounds slightly thinner, with less bottom-end. […] The harmonies and instrumental interplay are breathtaking, however, […]. […] this is still infinitely better than the stereo CD.“Queen – The Game (DVD-A). In: Record Collector, ?/2003, S. 118. (Siehe )
Durch andere Musiker Der US-amerikanische Musiker Grandmaster Flash verwendete in seiner 1981 erschienenen wegweisenden Hip-Hop-Single The Adventures of Grandmaster Flash on the Wheels of Steel Samples aus Another One Bites the Dust. Im selben Jahr veröffentlichte Weird Al Yankovic eine Parodie unter dem Titel Another One Rides the Bus auf seiner gleichnamigen EP; diese Version ist auch auf dem 1983 veröffentlichten Debütalbum „Weird Al“ Yankovic zu finden. Die von Hollywood Records 1991 neu herausgebrachte CD-Ausgabe von Queens Album The Game enthält als Bonus-Track einen von „R.A.K. and Jack Benson“ gestalteten Remix des Songs.