Die Picrodendraceae ist eine Familie aus der Ordnung der Malpighienartigen (Malpighiales). Sie steht den Wolfsmilchgewächsen (Euphorbiaceae) nahe, zu denen sie früher gezählt wurde und ist bisher nur wenig erforscht.

Beschreibung Vegetative Merkmale Die Arten wachsen meist als immergrüne bis laubabwerfende Bäume, seltener als Sträucher. Die meist gestielten Laubblätter stehen schraubig oder gegen- bis wechselständig und sind selten einfach oder meist handförmig zusammengesetzt, die 1–9 Blättchen oder einfachen Blätter sind entweder ganzrandig oder mit gezähntem Rand. Mehr oder weniger ausgebildete, meist abfallende Nebenblätter können vorhanden sein.P. F. Stevens: Angiosperm Phylogeny Website, Version 9, Juni 2008, Online, abgerufen am 11. August 2008.

Generative Merkmale Die Arten sind meist zweihäusig diözisch. Die traubigen oder zymösen bis büscheligen oder köpfchenförmigen Blütenstände sind meist achselständig oder selten Stiel- und Blattständig, die weiblichen Blüten können auch einzeln erscheinen.

Die eingeschlechtigen Blüten sind oft dreizählig mit einfacher Blütenhülle, die Kronblätter fehlen. Die drei bis neun Kelchblätter sind meist frei und dachig. Es sind 4 bis über 20 meist freie Staubblätter vorhanden. Ein meist gelappter Diskus ist in der Regel vorhanden. Bei den weiblichen Blüten können Staminodien vorkommen, bei den männlichen ein Pistillode. Das meist oberständige, behaarte bis kahle Gynoeceum ist mehrheitlich dreizählig, selten zweizählig und gelegentlich variabel innerhalb der Gattungen zwei- bis fünfzählig. Die Griffel sind meist frei, selten fehlen sie. Die meist ungeteilten Narben sind ausgeprägt und meist einfach, sie können auch trocken sein.

Jedes Fruchtblatt enthält zwei Samenanlagen mit einem stark ausgeprägten Nucellus, die von einem großen Obturator bedeckt sind. Der Nucellus weist an seinem äußersten Ende ein mehrschichtiges Gewebe auf und ist verlängert, der Fortsatz reicht in beziehungsweise an die Mikropyle heran. Diese wird vom inneren wie dem äußeren Integument gebildet, das innere ist meist dicker als das äußere.

Die mehrsamigen (1–6) Früchte sind öffnend oder nicht öffnend, stein- oder kapselfruchtartig, die Samen weisen oft eine Samenschwiele auf.

Systematik und Verbreitung mini|Blätter und Früchte von Hyaenanche globosa mini|Laubblätter von Petalostigma pubescens mini|Laubblätter und reife Früchte von Petalostigma triloculare

Die Familie Picrodendraceae ist tropisch verbreitet, Schwerpunkte sind Australien (einschließlich Neuguinea und Neukaledonien), Amerika sowie Afrika (mit Madagaskar).

Die Blütenstruktur weist ebenso wie molekulargenetische Untersuchungen auf eine enge Verwandtschaft der Familie zu den Phyllanthaceae und den Wolfsmilchgewächsen im heutigen Sinn hin.

Die Familie Picrodendraceae umfasst rund 28 Gattungen mit ungefähr 100 Arten und wurde im Zuge molekulargenetischer Ergebnisse aus der früheren Unterfamilie Oldfieldioideae der Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae) ausgegliedert.

Die etwa 28 Gattungen der Familie Picrodendraceae sind: Androstachys : Sie enthält nur eine Art: Androstachys johnsonii : Sie kommt in Mosambik und in Madagaskar sowie im nördlichen bis nordöstlichen Südafrika vor. Aristogeitonia : Die etwa sieben Arten kommen im tropischen Afrika und in Madagaskar vor. Austrobuxus (Syn.: Canaca ): Die etwa 22 Arten kommen im Gebiet von Malesien bis zu den Fidschi-Inseln vor. Choriceras : Die nur zwei Arten kommen in Neuguinea und Australien vor. Croizatia : Es gibt etwa fünf Arten (werden von manchen Autoren auch zu den Phyllanthaceae gestellt). Dissiliaria : Die etwa sechs Arten kommen nur in Queensland vor. Hyaenanche : Sie enthält nur eine Art: Hyaenanche globosa : Dieser Endemit kommt nur in Gifberg im nördlichen Bokkeveld Escarpment südlich von Vanrhynsdorp im nördlichen Teil des Westkap vor. Kairothamnus : Sie enthält nur eine Art: Kairothamnus phyllanthoides : Sie kommt nur in Neuguinea vor. Longetia : Sie enthält nur eine Art: Longetia buxoides : Sie kommt nur in Neukaledonien vor. Micrantheum : Die etwa vier Arten kommen in Australien vor. Mischodon : Sie enthält nur eine Art: Mischodon zeylanicus : Sie kommt in Sri Lanka, in Südindien und auf den Andamanen vor. Neoroepera : Sie enthält nur eine Art: Neoroepera buxifolia : Sie kommt in nur in Queensland vor. Oldfieldia : Die etwa vier Arten kommen in Afrika vor. Darunter: Oldfieldia dactylophylla : Angola, Kongo, Sambia, Malawi, Mosambik und Tansania. Paradrypetes (wird von manchen Autoren auch zu den Rhizophoraceae gestellt): Die zwei Arten kommen in Brasilien vor. Parodiodendron : Sie enthält nur eine Art: Parodiodendron marginivillosum : Sie kommt in Bolivien und Argentinien vor. Petalostigma : Die etwa fünf Arten kommen in Neuguinea und Australien vor. Picrodendron : Sie enthält nur eine Art: Picrodendron baccatum : Sie kommt in der Karibik vor. Piranhea : Die etwa vier Arten sind von Mexiko bis Brasilien verbreitet. Podocalyx : Sie enthält nur eine Art: Podocalyx loranthoides : Sie kommt von Venezuela bis Peru und Brasilien vor. Pseudanthus : Die etwa neun Arten kommen in Australien vor. Sankowskya : Sie enthält nur eine Art: Sankowskya stipularis : Sie kommt nur in Queensland vor. Scagea : Die nur zwei Arten kommen in Neukaledonien vor. Stachyandra : Die etwa vier Arten kommen in Madagaskar vor. Stachystemon : Die etwa neun Arten kommen in Westaustralien vor. Tetracoccus : Die etwa vier Arten kommen in den USA und in Mexiko vor. Voatamalo : Die nur zwei Arten kommen in Madagaskar vor. Whyanbeelia : Sie enthält nur eine Art: Whyanbeelia terrae-reginae: Sie kommt nur in Queensland vor.

Nachweise D. Merino Sutter, P. I. Forster, P. K. Endress: Female flowers and systematic position of Picrodendraceae (Euphorbiaceae s.l., Malpighiales). In: Plant Systematics and Evolution. Volume 261, 2006, S. 187–215.

Einzelnachweise

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