Windischbuch ist ein Stadtteil der Stadt Boxberg im Main-Tauber-Kreis im Nordosten des Landes Baden-Württemberg.

Geographie mini|Die Gemarkung von Windischbuch, um 1894, daneben die ehemals eigenständige Gemarkung von Seehof, die in der Gemarkung Windischbuchs aufgegangen ist

Geographische Lage Windischbuch liegt zwischen dem Umpfertal bei Boxberg im Norden und dem Jagsttal bei Krautheim im Süden, in der Südwestecke des Main-Tauber-Kreises.

Zur ehemaligen Gemeinde Windischbuch gehören das Dorf Windischbuch (), das ehemalige Hofgut Seehof () und die Wohnplätze Gewerbegebiet Am Seehof () und Schollhöfer Straße ().Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1. S. 294–302

Schutzgebiete Das mit Rechtsverordnung vom 12. September 1994 ausgewiesene Wasserschutzgebiet Windischbuch/Neunstetten/Oberndorf mit der WSG-Nr. 128224 umfasst eine geschützte Fläche von 2.036,36 Hektar.

Geschichte Windischbuch Von den ersten Siedlungstätigkeiten in dieser Region zeugen Funde der Merowingerzeit.

Die offenbar schon im 7. Jahrhundert gegründete Siedlung wurde erstmals im Jahre 1252 als Buch urkundlich erwähnt. Bis heute findet sich im Ortswappen eine Buche. Im Jahre 1578 erscheint der Ort mit dem Namen Windischen Buch, was daran erinnert, dass das Dorf als wendische Siedlung entstanden ist.

Der Ort gehörte einst zur Herrschaft Boxberg und damit ab 1381 den Herren von Rosenberg. Diese veräußerten das Dorf mit dem Seehof im Jahre 1535 an die Kurpfalz, die bis 1802 die Hoheitsrechte ausübte. An die Zeit des Dreißigjährigen Krieges erinnert bis heute das Schwedenkreuz am Dorfausgang.

In den Jahren 1803 bis 1806 gehörte Windischbuch zum Fürstentum Leiningen, anschließend zum Großherzogtum Baden. Bis zur 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts war Windischbuch ein landwirtschaftlich geprägter Ort mit dem fürstlich-leiningenschen Pachtgut in Seehof. Am 1. Januar 1973 wurde Windischbuch in die Stadt Boxberg eingemeindet.

Seehof Ab 1864 wird die ehemalige Gemeinde Seehof zu Windischbuch gezählt.

Bereits im 13. Jahrhundert wurde das Hofgut Seehof gegründet. Das seit 1970 größtenteils leerstehende Hofgut wurde im Jahre 2004 von der Stadt Boxberg aufgekauft und umgestaltet, um das denkmalgeschützte Gesamtareal vor dem Zerfall zu bewahren. Nach dem Umbau des Verwaltergebäudes (2004–2005) zu einem Bürogebäude wurde das Gesindehaus (2006–2007) fast komplett neu und originalgetreu aufgebaut, bevor in der alten Scheune (2008–2009) und den Stallungen moderne Seminar-, Gemeinschafts- und Ausstellungsräume entstanden.

Einwohnerentwicklung Die Bevölkerung von Windischbuch entwickelte sich wie folgt: Jahr Gesamt 1961 386Volks-, Berufs- und Arbeitsstättenzählungen in Westdeutschland vom 6. Juni 1961 (Gemeindeverzeichnis) 1970 374Volks-, Berufs- und Arbeitsstättenzählungen in Westdeutschland vom 27. Mai 1970 (Gemeindeverzeichnis) 2014 354

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Katholische Kirche St. Elisabeth

Wirtschaft und Infrastruktur mini|Luftbild des Testzentrums der Robert Bosch GmbH in Boxberg-Windischbuch Teststrecke Die Robert Bosch GmbH betreibt in Windischbuch eine 94 ha große Teststrecke im Gewerbegebiet Seehof.

Ansässige Unternehmen Die weltweit tätige Systemair-Gruppe betreibt in Windischbuch einen Produktionsstandort mit über 350 Mitarbeitern.

Verkehr

Windischbuch ist über die L 514 zu erreichen.

Persönlichkeiten

Weblinks

Windischbuch auf den Webseiten der Stadt Boxberg. LEO-BW, Landeskunde entdecken online, Windischbuch Messtischblatt 6523 Boxberg von 1886 in der Deutschen Fotothek Messtischblatt 6523 Boxberg im Landkartenarchiv

Einzelnachweise

Kategorie:Stadtteil von Boxberg (Baden) Kategorie:Ort im Main-Tauber-Kreis Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Main-Tauber-Kreis) Kategorie:Ersterwähnung 1252 Kategorie:Gemeindeauflösung 1973