mini|Jäger mit Gewehr im Voranschlag während einer Drückjagd Jagd ist das Aufspüren, Verfolgen, Fangen und Erlegen von Wild durch Jäger.Belege zur verwendeten Definition von „Jagd“:

Dudenredaktion (Hrsg.): Duden - Deutsches Universalwörterbuch. Das umfassende Bedeutungswörterbuch der deutschen Gegenwartssprache. 9., vollständig überarbeitete Auflage. Dudenverlag, Berlin 2019, ISBN 978-3-411-91287-2, S. 957: „Jagd, die; -, -en […] das Aufspüren, Verfolgen, Erlegen od. Fangen von Wild“ Jagd, die. In: DWDS – Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften. ; abgerufen am 5. November 2019: „Jagd, die […] das Aufsuchen, Verfolgen und Erlegen des Wildes“ Jagd - Enzyklopädie. In: brockhaus.de. am 26. Oktober 2019; abgerufen am 26. Oktober 2019: „Jagd, Weidwerk, Waidwerk, Aufsuchen, Nachstellen, Erlegen, Fangen jagdbarer Tiere.“ Definition: Jagd - Meyers Lexikon online. In: Meyers Lexikon online. am 2. Januar 2008; abgerufen am 2. Januar 2008: „Jagd, Weidwerk, Aufsuchen, Nachstellen, Erlegen, Fangen jagdbarer Tiere durch Jagdausübungsberechtigte.“ Gerhard Stinglwagner, Ilse Haseder: Das große Kosmos Jagdlexikon. Kosmos, Stuttgart 2004, ISBN 978-3-440-09160-9, S. 323: „Jagd, die: Ausdruck für 1) das Aufsuchen, Nachstellen, Fangen und Erlegen von Wild (jagdbare Tiere) nach den Regeln des Jagdrechts und des jagdlichen Brauchtums; Jagdausübung.“ Gerhard Seilmeier (Hrsg.): Jagdlexikon. 6., überarbeitete und erweiterte Auflage, Neuausgabe. BLV, München 1994, ISBN 978-3-405-14580-4, S. 360: „Jagd – 1) Die Tätigkeit des (rechtmäßigen) Nachstellens und Erbeutens von Wild, […]“ Julia Numßen: Handbuch Jägersprache. Gräfe Und Unzer, München 2017, ISBN 978-3-8354-6241-0, Jagd (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche): „Jagd – 1. Tätigkeit des rechtmäßigen Nachstellens und Erbeutens von Wild; umfasst zugleich alle sich daraus im Lauf der Geschichte entwickelnden Sach- und Rechtsbegriffe.“ Jagd - Lexikon der Biologie. In: Spektrum.de. Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft. am 27. Oktober 2019; abgerufen am 27. Oktober 2019: „Jagd, 1) i.e.S. das Fangen oder Erlegen und Aneignen des Wildes, auch die Bezeichnung des (Jagd-)Reviers; i.w.S. die Hege und Pflege von Wild und Revier.“ Gerd Jauch: Gabler Kompakt Lexikon Recht. 2., vollstandig tiberarbeitete und erweiterte Auflage. Gabler Verlag, Wiesbaden 1992, ISBN 978-3-409-29155-2, S. 127, doi:10.1007/978-3-322-89527-1: „Jagd: Aufsuchen, Nachstellen, Erlegen und Wild nach den Regeln des Jagdrechts sowie der anerkannten Grundsätze deutscher Waidgerechtigkeit“ Stephan Hertel: Jagdliche Eigentumsrechte des Jagdpächters. In: Johannes Dietlein, Judith Froese (Hrsg.): Jagdliches Eigentum (= Bibliothek des Eigentum. Nr. 17). Springer-Verlag, 2018, ISBN 978-3-662-54771-7, ISSN 1613-8686, S. 272 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche): „Der Begriff der Jagdausübung ist in § 1 Abs. 4 BJagdG mit dem Aufsuchen, Nachstellen, Erlegen und Fangen von Wild beschrieben.“ Sigrid Schwenk: Kulturgeschichte der Jagd. In: Johannes Dietlein, Judith Froese (Hrsg.): Jagdliches Eigentum (= Bibliothek des Eigentum. Nr. 17). Springer-Verlag, 2018, ISBN 978-3-662-54771-7, ISSN 1613-8686, S. 4 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche): „Unter „Jagd“ werden in der Jagdkulturgeschichte drei große Bereiche subsumiert: Verfolgen, Erlegen oder Fangen von Haar- und Federwild (heute der weitaus größte Teil der Jagdaktivitäten), Verfolgen und Fangen von Haar- und Federwild mit Hilfe dazu abgerichteter Greifvögel (Beizjagd oder auch Falknerei), Fangen von Vögeln mit Hilfe von Fallen und Fangeinrichtungen.“ Martina Giese: Jägerlatein und lateinische Jägersprache. In: Archivum Latinitatis Medii Aevi (ALMA). Band 71. Institut de recherche et d’histoire des textes, 2013, ISSN 0994-8090, S. 37–51 (archive.org [PDF; abgerufen am 24. Oktober 2019]): „Im Unterschied zum Mittelalter wird unter Jagd heutigentags das Aufsuchen, Nachstellen, Fangen und Erlegen von Wild (d. h. Tiere, die dem Jagdrecht unterliegen, konkret bestimmte Säugetiere und Vögel) durch den Menschen verstanden.“ Kurt Lindner: Jagd - Verteidigung einer Definition (= Schriften zur Geschichte und Soziologie der Jagd. Homo venator). Habelt, Bonn 1978, ISBN 978-3-7749-1606-7, S. 15 (41 S.): „Jagd ist etwas spezifisch Menschliches. Sie ist zweckbewusste, in der Regel auf Tötung gerichtete Verfolgung einer Gruppe von als Wild bezeichneter Säugetiere und Vögel unter Verwendung zusätzlicher Mittel und unter Wahrung der Enkommenchancen des verfolgten Objektes.“ Rudolf Winkelmayer, Klaus Hackländer, Peter Kampits: Der Begriff „Jagd“ – eine Differenzierung. In: Jagdkultur - gestern, heute, morgen; Symposium des Landesjagdverbandes Bayern e. V. und der Bayerischen Akademie für Tierschutz, Umwelt- und Jagdwissenschaften; 18. und 19. Juni 2008 in Rosenheim (= Band 17). Landesjagdverband Bayern, Feldkirchen 2008, ISBN 978-3-00-027307-0, S. 71–87 (archive.org [PDF; abgerufen am 25. Oktober 2019]): „Die Jagd, also das Aufsuchen, Nachstellen, Erlegen und Fangen jagdbarer Tiere durch Jagdausübungsberechtigte, […]“ Was ist Jagd? In: jagdschweiz.ch. JagdSchweiz. am 27. Oktober 2019; abgerufen am 27. Oktober 2019: „Jagd im engeren Sinn bezeichnet die spezifisch menschliche, legale Verfolgung von freilebendem Wild unter Verwendung zusätzlicher Mittel, mit der Absicht, es zu fangen, zu erlegen und es sich anzueignen. Jagd ist nur gegeben, wenn das der Verfolgung ausgesetzte Tier eine Chance zum Entkommen hat.“ Matt Cartmill: Das Bambi-Syndrom: Jagdleidenschaft und Misanthropie in der Kulturgeschichte (= Rowohlts Enzyklopädie). Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 1995, ISBN 978-3-499-55566-4, S. 47 (englisch: A View to a Death in the Morning: Hunting and Nature through History. 1993. Übersetzt von Hans-Ulrich Möhring): „Wir definieren das Jagen somit als das bewusste, direkte, gewaltsame Töten ungehinderter wilder Tiere; und wir definieren wilde Tiere in diesem Zusammenhang als solche, die den Menschen scheuen oder angreifen.“ Jens Tuider: Jagd. In: Johann S. Ach, Dagmar Borchers (Hrsg.): Handbuch Tierethik. J.B. Metzler, Stuttgart 2018, ISBN 978-3-476-02582-1, S. 247–251, doi:10.1007/978-3-476-05402-9_41: „Definieren lässt sich Jagd als »das Aufsuchen, Nachstellen, Erlegen und Fangen von Wild« (§ 1 Abs. 4 BJagdG).“ In der deutschen Jägersprache traditionell auch Weidwerk oder seltener Waidwerk genannt, ist die Jagd das Handwerk des Jägers. Unerlaubte Jagd bezeichnet man als Wilderei. Die Jagd zählt, zusammen mit der ebenfalls auf Gewinnung von Naturprodukten gerichteten Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei, zur Urproduktion. mini|Mit Blattschuss erlegter Rehbock zusammen mit dem dabei verwendeten Repetiergewehr

Begriff Etymologie Das Wort Jagd (mittelhochdeutsch jaget, althochdeutsch jagōd) ist als Verbalabstraktum abgeleitet vom Verb jagen (mhd. jagen, ahd jagōn) „ein Wild verfolgen, hetzen, zu fangen oder zu erlegen suchen“, dessen Herleitung dunkel ist. Entsprechungen finden sich ursprünglich nur in den anderen kontinentalwestgermanischen Sprachen, also im Niederländischen (nnl. jagen / jacht) und im Friesischen (nfr. jeie / jacht).Eintrag jagen ww. ‘achtervolgen om buit te maken’ in: Marlies Philippa et al.: Etymologisch Woordenboek van het Nederlands. Amsterdam University Press, Amsterdam 2003–2009. Altnordisch jaga ist hingegen eine recht junge Entlehnung aus dem Mittelniederdeutschen, die im Dänischen (jage / jagt), Schwedischen (jaga / jakt) und Norwegischen – jedoch nicht im Isländischen – das einheimische altnordische Wort veiða völlig verdrängt hat.Elof Hellquist: Svensk etymologisk ordbok. C. W. K. Gleerups förlag, Lund 1922, S. 278, s,v. jaga Dieses ist seinerseits mit deutsch Weide urverwandt, das zumindest in Komposita wie Weidmann („Jäger“) oder Weidwerk („Jagdwesen“) die alte Bedeutung „Jagd“ erhalten hat und letztlich auf die indogermanische Wurzel *uid- mit der allgemeinen Bedeutung „sich Nahrung verschaffen“ zurückgeht.

Terminologie Die hier behandelte Bedeutung des Wortes Jagd – das Aufspüren, Verfolgen, Fangen und Erlegen von Wild durch Jäger – lässt sich von mehreren verwandten, aber abweichenden Bedeutungen abgrenzen. So wird das Wort Jagd auch als Bezeichnung für eine einzelne Jagdveranstaltung („die Jagd findet kommenden Freitag statt“), die Gesamtheit der Beteiligten an einer bestimmten Jagdveranstaltung („die Jagd bricht auf“) und als Kurzform für den Begriff Jagdrevier („die Jagd grenzt an den Staatsforst“) verwendet. Die Bezeichnung Jagd wird zudem in einem übertragenen Sinn und losgelöst vom Kontext der Tötung von Wildtieren als Synonym zu den Begriffen Verfolgung und Hetze benutzt („die Jagd auf die Räuber“). Bezogen auf die Jagd in Deutschland wird Jagd in einem weiteren Sinne teilweise auch mit der Hege und Pflege des Wildes assoziiert.

Ziele und Motive Die Jagd wurde historisch und wird gegenwärtig aus verschiedenen und jeweils unterschiedlich gewichteten Gründen betrieben:

Gewinnung von Wildbret als Lebensmittel Verwertung anderer Teile des Tieres, wie Felle, Hörner, Geweihe, Sehnen und ähnliches zur Fertigung von Werkzeug, Kleidung, Gebrauchsgegenständen, Andenken, Trophäen, u. ä. Regulierung von Wildtierpopulationen (Bestandsregulierung), etwa zur Reduktion von Wildschäden an Nutzpflanzen in der Landwirtschaft oder durch Wildverbiss an der Naturverjüngung im Wald, zur Eindämmung von Tierseuchen oder zur Erreichung naturschutzfachlicher Ziele im Rahmen des Wildtiermanagements abstraktere Motive, darunter Erwerbstätigkeit, handwerklicher Ehrgeiz, Erholung und Abwechslung vom Alltag, Freude an der Jagd, Interaktion mit Familie und (Jagd-)Freunden, Naturerfahrung, soziale DistinktionKlaus Friedrich Maylein: Die Jagd. Funktion und Raum. Ursachen, Prozesse und Wirkungen funktionalen Wandels der Jagd. Dissertation, Universität Konstanz 2005, S. 413 ff. und Tradition

Geschichte mini|Nachzeichnung einer prähistorischen Felsmalerei von Bogenjägern bei Jagd auf Hirsche in der Cova dels Cavalls (Höhle der Pferde), Spanien mini|Unterkieferfragment eines Rentiers mit abgebrochener Projektilspitze aus dem Magdalénien Die Jagd gehört zu den ursprünglichsten Tätigkeiten in der Menschheitsgeschichte und ist älter als der anatomisch moderne Mensch (Homo sapiens) selbst.

Die ältesten unumstrittenen archäologischen Belege für Jagd stammen aus dem Altpleistozän und fallen zeitlich mit der Entstehung und Ausbreitung des Homo erectus vor rund 1,7 Millionen Jahren zusammen. Von da an bis in die Zeit um 10.000 v. Chr. – und in Teilen darüber hinaus – lebte nahezu die gesamte Menschheit als Jäger und Sammler. Die Jagd ermöglichte durch die mit ihr verbundene Notwendigkeit zur Spezialisierung, Arbeitsteilung und Vorausplanung der Jäger, etwa bei der Produktion von Werkzeugen und Jagdwaffen, bedeutende Schritte in der Evolution des Menschen. Die gemeinsam durchgeführte Jagd förderte die sozialen und kommunikativen Fähigkeiten und bildete eine der Grundlagen der menschlichen Kultur.

Die Jagd diente zur Nahrungsversorgung und lieferte neben Fleisch tierische Nebenprodukte wie Knochen für Werkzeuge oder auch für Flöten und Kunstwerke, Felle als Bekleidung, für Schuhe, für Decken, für Behausungen (Zelte) und Tragetaschen sowie Sehnen zum Nähen und für Bögen. Im Jungpaläolithikum und Magdalenien finden sich erste Höhlenmalereien und figürliche Kunstwerke der eiszeitlichen Jäger. Ursprünglich wurden die Jagdtiere zum Beispiel in eine Enge getrieben. Die ältesten Jagdformen sind die Hetz- bzw. Ausdauerjagd, die Lauer- und die Fallenjagd.Haseder, S. 393