Ust-Tschorna (; ; deutsch Königsfeld, ) ist eine Siedlung städtischen Typs im Westen der Ukraine. Der im Rajon Tjatschiw liegende Ort hat ungefähr 1500 Einwohner und liegt am Zusammenfluss der Mokrjanka mit der Brusturjanka, die als Tereswa weiterfließen und bei Tjatschiw in die Theiß münden.

Der Ort erstreckt sich inmitten der Berge der Gorgany im Verlauf der Waldkarpaten, die Zufahrtsstraßen sind allerdings von vielen Holztransporten schon sehr mitgenommen.

Verwaltung mini|links|Blick auf den Ortseingang und die umliegenden Berge mini|links|Orthodoxe Kirche in Ust-Tschorna mini|links|hochkant|Ukrainisch-deutsches Willkommensschild mini|hochkant|links|Römisch-katholische Kirche Am 12. Juni 2020 wurde die Siedlung städtischen Typs zusammen mit drei umliegenden Dörfern zum Zentrum der neu gegründeten Siedlungsgemeinde Ust-Tschorna (Усть-Чорнянська селищна громада/Ust-Tschornjanska selyschtschna hromada) im Rajon Tjatschiw.Розпорядження Кабінету Міністрів України від 12 червня 2020 року № 712-р "Про визначення адміністративних центрів та затвердження територій територіальних громад Закарпатської області" Bis dahin bildete sie die Siedlungratsgemeinde Ust-Tschorna (Усть-Чорнянська селищна рада/Ust-Tschornjanska selyschtschna rada).

Folgende Orte sind neben dem Hauptort Ust-Tschorna ein Teil der Gemeinde: Name ukrainisch transkribiert ukrainisch russisch slowakisch ungarisch deutsch Brustury (bis 2023 LopuchiwВерховна Рада України; Постанова від 29.06.2023 № 3214-XI "Про перейменування села Лопухів Тячівського району Закарпатської області") Брустури (Лопухів) Брустуры/Лопухов (Lopuchow) Brustury, Brustura Brusztura

Nimezka Mokra Німецька Мокра Немецкая Мокрая (Nemezkaja Mokraja) Nemecká Mokrá Németmokra Deutsch-Mokra Ruska Mokra Руська Мокра Русская Мокрая (Russkaja Mokraja) Ruská Mokrá Oroszmokra Russisch-Mokra

Geschichte Der Ort wurde im Jahr 1815 als eine Tochtergemeinde von Deutsch-Mokra (heute Nimezka Mokra) durch aus dem oberösterreichischen Salzkammergut stammende Holzarbeiter gegründet. Das Dorf wurde planmäßig angelegt, da Deutsch-Mokra zu klein für alle Bewohner geworden war und auch die Arbeitsplätze vieler Dorfbewohner weiter stromabwärts an der Tereswa lagen. Etwa zehn Jahre nach der Gründung war die Gemeinde schon größer als Deutsch-Mokra. Da das Tal an dieser Stelle sehr eng ist, wurde der Ort als Reihendorf angelegt. Die Bewohner waren vorwiegend Waldarbeiter. Während der tschechoslowakischen Ära (1919–1938) wurde der Ort zu einem kleinen Zentrum des Tourismus, der Zweite Weltkrieg und der Anschluss an die Sowjetunion setzten dem jedoch ein jähes Ende.

Hochwasser 1998 wurde die Ortschaft von einer Überschwemmung des Flusses Tereswa stark mitgenommen. Seitdem ist der Ort von der Waldbahn Tereswatal, die seit 1928 in den Ort verlängert wurde, abgeschnitten. Aus finanziellen Gründen kann sich das Bahnunternehmen keine neue Verbindungsstrecke leisten.

Deutschsprachiger Ort Da Königsfeld 1815 von Deutsch-Mokra ausgehend gegründet wurde, war lange Zeit hindurch der alte mittelbairische Dialekt aus dem Salzkammergut die Sprache der meisten Einwohner. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam die Karpatenukraine und damit auch Königsfeld an die Sowjetunion. Viele der deutschsprachigen Bewohner waren massiven Repressionen ausgesetzt, manche wurden sogar nach Sibirien deportiert, und es war verboten, die Sprache des gerade besiegten Feindes zu sprechen. Dadurch wurde der Salzkammergütler-Dialekt der deutschsprachigen Bewohner im Laufe der Zeit weitgehend vom Ukrainischen verdrängt. Nach dem Zerfall der Sowjetunion sind viele Familien in die Bundesrepublik Deutschland und die Republik Österreich übersiedelt, so dass es heute nur noch ca. 15 deutschsprachige Familien in Ust-Tschorna gibt.

Film 2020: Die letzten Österreicher/The last Austrians, Dokumentarfilm von Lukas Pitscheider, 85 Minuten, Österreich/Ukraine

Weblinks

Georg Ch. Heilingsetzer, Eine vergessene Welt, Austria-Forum, von Wiener Zeitung, 17. Dez. 2016. Abgerufen am 10. April 2022

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in der Oblast Transkarpatien Kategorie:Rajon Tjatschiw Kategorie:Gemeindegründung 1815