Saitama (jap. , ) ist eine der Präfekturen Japans. Sie liegt in der Region Kantō im Großraum Tokio. Ihr Verwaltungssitz ist heute die 2001 gegründete Stadt Saitama (Saitama-shi).
Die Präfektur Saitama schließt nördlich an die Präfektur Tokio an, und vor allem die Stadt Saitama und der Osten der Präfektur sind eine beddotaun (, bed town in japanischem Englisch), eine große Schlafstadt für Tokio. Größter Bahnhof mit etwa 377.000 Passagieren pro Tag (2017) ist Ōmiya. Kawagoe und Tokorozawa nutzen mehr als 100.000 pro Tag, viele weitere Stationen mehr als 50.000. Wichtige Verbindungen nach Tokio sind die Keihin-Tōhoku-Linie, die Saikyō-Linie, die Tōhoku-Hauptlinie, die Tōbu Tōjō-Hauptlinie, die Seibu Ikebukuro-Line, die Seibu-Shinjuku-Linie und die Saitama-Kōsoku-Linie.
Geografie Umgeben von den sieben Nachbarpräfekturen Tokio, Chiba, Ibaraki, Tochigi, Gunma, Nagano und Yamanashi ist Saitama eine Inlandspräfektur ohne Küste im Mittelwesten der Kantō-Ebene. Ganz Saitama liegt vom Zentrum der Stadt Tokio aus in einem Radius von 100 Kilometern. Saitama erstreckt sich 103 Kilometer in Ost-West- und 52 in Nord-Süd-Richtung. Sie nimmt eine Fläche von 3.797,25 Quadratkilometern ein (etwa 1 % von Japan) und liegt damit auf Platz 39 der 47 Präfekturen des Landes. Saitamas Landschaft bietet hohe Berge im Westen, die nach und nach Richtung Osten zur Ebene abflachen. 32,5 % der Fläche ist bewaldet, 23,1 % sind Agrikultur, 18,3 % Bebauung, 8,5 % Straßen, 5,0 % Wasser und Wasserwege und 12,7 % anderweitig genutzt. 2001 hatte Saitama 75 Tage klaren Sonnenschein (im Schnitt jeder fünfte Tag) und damit mehr als jede andere Präfektur in Japan (Chiba hat die zweitmeisten mit 69 Tagen, Okinawa liegt an letzter Stelle mit nur sieben).
Saitama war ursprünglich (zusammen mit Teilen Tokios und anderen Gebieten) Teil der alten Provinz Musashi. Sie war bekannt als Gegend für Agrikultur, die Lebensmittel für die Kantō-Region produzierte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs durch das expandierende Tokio, die Landknappheit in der Hauptstadt und moderne, schnelle und weitreichende Zugverbindungen auch Saitama.
Geschichte Vor der Meiji-Restauration befanden sich auf dem Gebiet der heutigen Präfektur (-ken) Saitama die Lehen (-han) Kawagoe, Oshi und Iwatsuki sowie direkt vom Shōgun kontrollierte Gebiete (bakuryō). Letztere wurden schon kurz nach dem Sturz der Tokugawa als Präfektur Urawa (; zunächst für einige Monate: Ōmiya) direkt der neuen Zentralregierung unterstellt. Bei der Abschaffung der Han 1871 wurde diese um Oshi und Iwatsuki erweitert und in Saitama umbenannt. Sie bestand aus dem Kreis (-gun) Saitama, die das Kernland von Oshi und Iwatsuki bildete, sowie zum Teil Adachi und Katsushika. Verwaltungssitz war zunächst Iwatsuki, dann Urawa. Aus dem Lehen Kawagoe entstand 1871 die Präfektur Iruma, die 13 Kreise umfasste, mit Verwaltungssitz in Kawagoe. 1873 wurde Iruma mit der (ersten) Präfektur Gunma zur Präfektur Kumagaya fusioniert, die aber 1876 wieder geteilt wurde; die ehemalige Präfektur Iruma wurde in Saitama eingegliedert, das damit bis auf kleinere Veränderungen seinen heutigen Gebietsstand erreichte. Sitz der Präfekturverwaltung blieb Urawa, das 2001 in der neuen Stadt Saitama aufging. Nach der Modernisierung der Kommunalordnungen 1889 gab es in Saitama zunächst lange keine kreisfreie Stadt (-shi), die erste wurde 1922 Kawagoe, die Hauptstadt Urawa und weitere Städte folgten in den 1930er Jahren.Präfekturverwaltung Saitama:
Politik
mini|Das heutige, 1955 erbaute Hauptgebäude der Präfekturverwaltung im heutigen Bezirk Urawa der Stadt Saitama
Gouverneur von Saitama ist seit 2019 Motohiro Ōno, vorher DVP-Abgeordneter für Saitama im Sangiin. Bei der Gouverneurswahl im August 2023 wurde Ōno mit breiter Parteiunterstützung (LDP Saitama, KDP Saitama, Ishin Saitama, Kōmeitō Saitama, DVP Saitama) und über 80 % der Stimmen gegen den Kommunisten Yūma Shibaoka (12,9 %) und einen weiteren Kandidaten für eine zweite Amtszeit bestätigt. Die Wahlbeteiligung erreichte mit 23,76 % ein neues Rekordtief, auch landesweit die bisher niedrigste Wahlbeteiligung bei Gouverneurswahlen jemals.
Im 93-köpfigen Parlament baute die Liberaldemokratische Partei bei den einheitlichen Regionalwahlen im April 2023 mit 53 Sitzen ihre absolute Mehrheit aus, die KDP gewann 10 Sitze, die Kōmeitō neun, die KPJ fiel auf drei Sitze zurück.
In das nationale Parlament wählt Saitama seit 2024 16 Abgeordnete direkt ins Shūgiin – bei der Wahl 2026 sämtlich Liberaldemokraten – und seit 2019 pro Wahl vier statt vorher drei ins Sangiin. Nach den Wahlen 2022, 2025 und seitherigen Parteiwechseln vertreten Saitama je zwei Mitglieder von LDP, DVP und KDP und je ein Mitglied von Kōmeitō und Sanseitō.
Saitama hat Städtepartnerschaften mit dem Staat México in Mexiko (seit 1979), der Shanxi-Provinz in der Volksrepublik China (1982), Queensland in Australien (1984), Ohio in den Vereinigten Staaten (1990) und dem deutschen Bundesland Brandenburg (1998).
Verwaltungsgliederung mini|Die neun Landkreise (-gun) von Saitama ab 1896 (Farben) und Gemeindegrenzen des 21. Jahrhunderts. Bereits seit der Reaktivierung von Landkreisen als Verwaltungseinheit 1878/79 hatte es für die Vorläufer nur neun gemeinsame Kreisverwaltungen gegeben. Von Ost nach West:Nord-/Kita-Katsushika (dunkelblau)Süd-/Minami-Saitama (blau)Nord-/Kita-Saitama (hellblau)Nord-/Kita-Adachi (pink)Iruma (gelb/orange)Hiki (hellgelb)Ōsato (dunkelgrün)Kodama (hellgrün)Chichibu (violett) Bei der Einführung der heutigen Gemeindeformen 1889 wurde Saitama in 409 Gemeinden eingeteilt, davon 369 Dörfer. Erst im Dezember 1922 wurde Kawagoe als erste Gemeinde in den Rang einer kreisfreien Stadt erhoben. Die Zahl der Gemeinden sank in fast 100 Jahren von 372 (1920) über 322 (1950) und 130 (1955) auf derzeit (seit 2011) 63. Die aktuelle Gliederung weist 40 kreisfreie (-shi) und 22 kreisangehörige Städte (-machi) sowie ein Dorf (-mura) auf. Die Zahl der Landkreise (-gun) sank seit 1889 bis heute von 18 auf 8. Von diesen bestehen derzeit drei aus nur je einer Gemeinde.
In nachstehender Tabelle sind die Landkreise kursiv dargestellt, darunter jeweils (eingerückt) die Kleinstädte innerhalb dieser. Die ersten beiden Ziffern des Gebietskörperschaftscodes sind wie überall der Präfekturschlüssel von Saitama, die dritte Stelle gibt wie überall die Gebietskörperschaftsart an. Die Landkreise sind zwar seit den 1920er Jahren keine Verwaltungseinheiten mehr, werden aber als geographische Einteilung weiter genutzt; ihnen wurden daher runde (durch 20 teilbare) Schlüssel zugeordnet, die kreiszugehörigen Gemeinden erhielten fortlaufend anschließende Schlüssel; durch Fusionen/Eingemeindungen/Aufwertungen zu -shi sind inzwischen aber vielerorts Lücken entstanden. Am Anfang der Tabelle stehen die kreisfreien Städte. Darunter ist mit der Hauptstadt Saitama seit 2003 eine „designierte Großstadt“. Sieben weitere kreisfreie Städte besitzen eine Sonderform für Großstädte: Kawagoe, Kawaguchi sowie Koshigaya sind „Kernstädte“ und Kasukabe, Kumagaya, Sōka sowie Tokorozawa sind „Ausnahmestädte“ (tokureishi).
mini|Eine modernere, auf der Gemeindegliederung des 21. Jahrhunderts basierende Einteilung von Saitama in zehn Regionen (-chiiki/-chihō), für die es abgesehen von der als designierte Großstadt stärker autonomen Stadt Saitama jeweils auch eine regionale Außenstelle der Regierung von Saitama gibt,Präfekturverwaltung Saitama: Chiiki shinkō center (japanisch: „Regionale Förderzentren“; mit Links zu den einzelnen Zentren, diese jeweils auf der Titelseite mit Karte und Gemeindeliste), abgerufen am 11. Juni 2021. von Ost nach West: („Ostteil“) („Südteil“) (in Kana geschrieben wie die Stadt Saitama) („Südwestteil“) („Präfekturzentrum“) („Westteil“) („Nordtteil“)
+ Liste der Gemeinden in der Präfektur Saitama seit 2012Code NameFläche (in km²)BevölkerungBevölkerungs-dichte (Ew./km²)Ergebnisse der Volkszählung 2015 nach e-stat (englisch), abgerufen am 1. April 2019lat. Transkription der Lesungjp. Schrift 1. Oktober 2015 11100Saitama-shi(„Stadt Saitama“) 1.263.9795813,3 11201Kawagoe-shi 350.7453214,0 11202Kumagaya-shi 198.7421243,5 11203Kawaguchi-shi 578.1129331,9 11206Gyōda-shi 82.1131216,7 11207Chichibu-shi(„Stadt Chichibu“) 63.555110,0 11208Tokorozawa-shi 340.3864720,4 11209Hannō-shi 80.715418,1 11210Kazo-shi 112.229841,9 11211Honjō-shi 77.881868,3 11212Higashimatsuyama-shi(„Stadt Ost-Matsuyama“) 91.4371399,2 11214Kasukabe-shi 232.7093525,9 11215Sayama-shi 152.4053110,9 11216Hanyū-shi 54.874935,8 11217Kōnosu-shi 118.0721750,8 11218Fukaya-shi 143.8111039,3 11219Ageo-shi 225.1964948,3 11221Sōka-shi 247.0348996,1 11222Koshigaya-shi 337.4985602,6 11223Warabi-shi 72.26014140,9 11224Toda-shi 136.1507484,9 11225Iruma-shi 148.3903320,4 11227Asaka-shi 136.2997431,8 11228Shiki-shi 72.6768030,5 11229Wakō-shi 80.8267321,2 11230Niiza-shi 162.1227116,9 11231Okegawa-shi 73.9362916,6 11232Kuki-shi 152.3111848,2 11233Kitamoto-shi 67.4093401,1 11234Yashio-shi 86.7174812,3 11235Fujimi-shi 108.1025468,0 11237Misato-shi 136.5214531,1 11238Hasuda-shi 62.3802286,7 11239Sakado-shi 101.6792478,8 11240Satte-shi 52.5241548,0 11241Tsurugashima-shi 70.2553980,5 11242Hidaka-shi 56.5201190,4 11243Yoshikawa-shi 69.7382202,7 11245Fujimino-shi 110.9707579,9 11246Shiraoka-shi 51.5352068,0 11300Kitaadachi-gun(„Kreis Nord-Adachi“) 44.4423004,9 11301 Ina-machi 44.4423004,9 11320Iruma-gun 87.447973,9 11324 Miyoshi-machi 38.4562508,6 11326 Moroyama-machi 37.2751094,1 11327 Ogose-machi 11.716290,1 11340Hiki-gun 133.980475,3 11341 Namegawa-machi 18.212613,6 11342 Ranzan-machi 18.341613,0 11343 Ogawa-machi 31.178516,5 11346 Kawajima-machi 20.788499,4 11347 Yoshimi-machi 19.631508,1 11348 Hatoyama-machi 14.338557,3 11349 Tokigawa-machi55,9011.492205,6 11360Chichibu-gun(„Kreis Chichibu“) 41.008116,6 11361 Yokoze-machi 8519172,6 11362 Minano-machi 10133159,0 11363 Nagatoro-machi 7324240,7 11365 Ogano-machi 12.11770,8 11369 Higashichichibu-mura („Dorf Ost-Chichibu“) 291578,7 11380Kodama-gun 55.502504,6 11381 Misato-machi 11.207335,4 11383 Kamikawa-machi 13.730289,7 11385 Kamisato-machi 30.5651047,5 11400Ōsato-gun 34.081530,4 11408 Yorii-machi 34.081530,4 11440Minamisaitama-gun(„Kreis Süd-Saitama“) 33.7052113,2 11442 Miyashiro-machi 33.7052113,2 11460Kitakatsushika-gun(„Kreis Nord-Katsushika“) 75.5561634,4 11464 Sugito-machi 45.4951515,0 11465 Matsubushi-machi 30.0611855,6Shi-bu (Anteil der kreisfreien Städte) 6.760.8132394,9Gun-bu (Anteil der Landkreise) 505.721518,9 11000 Saitama-ken(„Präfektur Saitama“) 7.266.5341913,4
Es gibt Gebiete mit ungeklärtem Grenzverlauf zwischen Gemeinden in Saitama und an Außengrenzen zu Nachbarpräfekturen.
Demografie mini|Bevölkerungsentwicklung der Gemeinden in Saitama zwischen den Volkszählungen 2005 und 2010Zunahme
Abnahme Über eine Million Menschen (Stand: 1. Juli 2004), etwa ein Drittel der arbeitenden Einwohner Saitamas, nutzen die Nähe und gute Anbindung an die Hauptstadt Japans, um dorthin zur Arbeit oder zur Universität zu pendeln (etwa 10.000 pendeln in die Präfekturen Gunma, Tochigi, Ibaraki, Chiba und Kanagawa). Tagsüber schrumpft die Bevölkerung so auf 86,4 % (knapp 6 Millionen, der niedrigste Prozentsatz der Tokio umgebenden Präfekturen), die von Tokio steigt auf 122 % (die höchste in ganz Japan).
Die Bevölkerung hat sich seit 1960 fast verdreifacht, insgesamt wohnten im Jahr 2001 7.064.132 Menschen in Saitama (88.993 davon Ausländer, knapp 1,3 %), die fünfthöchste Einwohnerzahl aller Präfekturen. Das Bevölkerungswachstum ist antiproportional dazu von fast 30 % im Jahr 1960 stetig auf 2,6 % im Jahr 2001 geschrumpft. Mit einer Geburtenrate von im Schnitt 1,24 Kindern pro Frau (Mitte der Sechziger waren es noch 2,4) liegt Saitama leicht unter dem Landesdurchschnitt von 1,33. Ab- und Zuwanderung halten sich etwa die Waage: 2001 verließ 2,57 % (177.307 Personen) der Bevölkerung Saitamas die Präfektur, dafür zogen 2,67 % (184.174) hinzu.
Bevölkerungsentwicklung der Präfektur