Sées (ältere Schreibweise Séez) ist eine französische Kleinstadt mit Einwohnern (Stand ) im Département Orne in der Region Normandie. Sie gehört zum Arrondissement Alençon und zum Gemeindeverband Sources de l’Orne. Sées ist eine alte Bischofsstadt.

Lage Die Kleinstadt Sées liegt am Fluss Orne in der Basse-Normandie etwa auf halber Strecke zwischen den Städten Caen (ca. 94 Kilometer nordwestlich) und Le Mans (ca. 80 Kilometer südlich) auf einer Höhe von ca. Sées – Karte mit Höhenangaben Das Klima ist in hohem Maße vom Meer, d. h. vom Ärmelkanal, beeinflusst; Regen (ca. 730 mm/Jahr) fällt verteilt übers ganze Jahr.Sées – Klimatabellen Das Stadtgebiet gehört zum Regionalen Naturpark Normandie-Maine.

Bevölkerungsentwicklung Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2011 2022Einwohner 4137 4347 4706 4767 4547 4504 4191 4182 Quellen: Cassini und INSEE Die Zuwanderung aus der ländlichen Umgebung hat sich in der Bevölkerungsstatistik von Sées kaum ausgewirkt.

Wirtschaft Sées war im Mittelalter ein regionaler Markt- und Handelsplatz; auch Handwerksberufe und Dienstleister aller Art ließen sich hier nieder.

Geschichte Sées war in der Antike der Hauptort des keltischen Stammes der Esuvier, die mit den Sagii gleichgesetzt werden; diese waren vermutlich die Namensgeber für Sées. Wie Münzfunde etc. beweisen, waren auch die Römer anwesend. Um das Jahr 440 erfolgte die Christianisierung durch den Bischof Latuinus. Im 9. Jahrhundert wurde die Stadt wiederholt von den Normannen angegriffen; nach deren Niederlassung im Herzogtum Normandie beruhigte sich die Lage allmählich und die Stadt entwickelte sich aus drei Siedlungskernen (Bourg-L’Evêque, Bourg-Le-Comte und Bourg-L’Abbé) wieder neu.Sées – Geschichte

Sehenswürdigkeiten mini|Kathedrale Notre-Dame mini|Kanonikerkapelle mini|Ehemaliger Bischofspalast Die für eine Kleinstadt ungewöhnlich große und architektonisch außergewöhnliche gotische Kathedrale Notre-Dame des Bistums Sées stammt aus dem 13. Jahrhundert; ihre Weihe erfolgte am 27. September 1310. Sie wurde im Verlauf des Hundertjährigen Krieges (1337–1453) zwischen Frankreich und England wiederholt beschädigt, so dass im Jahr 1494 eine Neuweihe erfolgte. Doch auch in der Zeit der Hugenottenkriege (1562–1598) erlitt sie Schäden und Plünderungen. In den Jahren kurz vor der Französischen Revolution und in der Mitte des 19. Jahrhunderts erfolgten umfangreiche Restaurierungsmaßnahmen. Der Kirchenbau ist seit dem Jahr 1869 als Monument historique eingestuft. Zahlreiche Ausstattungsgegenstände sind ebenfalls denkmalgeschützt. In der Ancienne chapelle canoniale versammelten sich einst die Kanoniker der Kathedrale. Die Kapelle stammt aus dem 13. Jahrhundert und wurde im 18. Jahrhundert mit einer auf Holzstützen ruhenden Vorhalle umgeben. Der Bau steht seit 1939 unter Schutz. Der ehemalige Bischofspalast (auch Palais d'Argentré) stammt aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts; er dient heute der Départementsverwaltung. Auch er ist als Monument historique anerkannt. Die Benediktinerabtei Saint-Martin entstand in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts, doch auch sie wurde im Hundertjährigen Krieg geplündert und beschädigt, so dass sie im Jahr 1431 neu geweiht wurde. Im 16. Jahrhundert geriet sie in die allgemeine Krise des Mönchtums dieser Zeit; im 17. Jahrhundert schloss sie sich dem Reformorden der Mauriner an. Im Zuge der Französischen Revolution wurde sie aufgelöst und bis auf das barocke Abtsgebäude abgerissen. Dieses ist seit dem Jahr 1968 als Monument historique anerkannt. Die Basilika der Unbefleckten Empfängnis (Immaculée-Conception) wurde Mitte des 19. Jahrhunderts im Stil der Neuromanik als Kapelle des kleinen Seminars erbaut. Hier ist heute das Museum für religiöse Kunst des Départements untergebracht. Die Kapelle zählt ebenfalls zu den Monuments historiques. In der in den 1830er Jahren erbauten Getreidehalle (Halle aux Grains) wurden von Seiten der Stadt Getreidevorräte etc. eingelagert. Darüber hinaus diente der Rundbau auch als Markthalle. Auch dieser Bau ist als Monument historique anerkannt.

Städtepartnerschaften Tönisvorst, Nordrhein-Westfalen (seit 1979) Staré Mésto, Tschechien Southwell, Großbritannien, (seit 1982)

Persönlichkeiten In Sées geboren Osmund von Sées († 1099), Bischof von Salisbury, katholischer Heiliger Gaultier-Garguille (1581–1633), Schauspieler und Dichter Simon Bougis (1630–1714), Benediktinermönch, Generaloberer der Kongregation von Saint-Maur, in Sées geboren François-René Curaudau (1765–1813), Chemiker und Pharmazeut Nicolas-Jacques Conté (1755–1805), Chemiker, Maler und Erfinder Louis Forton (1879–1934), Comic-Zeichner

Mit Sées verbunden Lothar von Séez (um 685–756), Bischof von Séez und katholischer Heiliger Opportuna von Sées (um 700–770), Äbtissin und katholische Heilige Yves de Bellême, im 11. Jahrhundert Bischof von Sées Jean-Baptiste du Plessis d’Argentré (1720–1805), Bischof von Sées Charles-Frédéric Rousselet (1795–1881), Bischof von Sées

Siehe auch Bistum Sées Liste der Bischöfe von Sées

Weblinks

Einzelnachweise

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