Das letzte Haus links (Verweistitel: Mondo Brutale, Originaltitel: The Last House on the Left) ist ein US-amerikanischer Exploitation-HorrorfilmGemetzel zum links liegen lassen, Artikel auf Der Spiegel Online vom 14. Mai 2009, abgerufen am 11. Juli 2012. aus dem Jahr 1972 und zählt zu den Subgenres Slasher-Film und Rape-and-Revenge-Film (dt. „Vergewaltigung und Rache“). Laut Regisseur Wes Craven bezieht sich der Film lose auf Ingmar Bergmans Oscar-prämiertes Werk Die Jungfrauenquelle.Vgl. Michael Brashinsky: The Spring, Defiled. Ingmar Bergman’s Virgin Spring und Wes Craven's Last House on the Left, in Andrew Horton, Stuart Y. McDougal (Hrsg.): Play It Again, Sam. Retakes on Remakes, Berkeley 1998, S. 162–171, zitiert nach Julia Köhne, Tilo Renz: And the Roads lead to Nowhere. Die Jungfrauenquelle und Last House on the Left als Transformationen, abgerufen am 9. August 2012. In dem Film geraten zwei junge Frauen in die Gewalt einer brutalen Verbrecherbande. Später finden die von der Polizei gesuchten Täter ausgerechnet im Haus der Eltern von einem der Opfer Unterschlupf, welche blutige Rache nehmen.

Handlung

Die Freundinnen Mari Collingwood und Phyllis Stone wollen gemeinsam ein Konzert in New York besuchen. Obwohl Maris Eltern Bedenken über den Konzertbesuch äußern, machen sich die beiden Mädchen auf den Weg und verlassen das abgelegene Haus der Collingwoods. Während der Fahrt hören sie im Radio eine Meldung über vier entflohene Straftäter, die sich vermutlich in New York aufhalten. Die Mädchen schalten das Radio jedoch ab und schenken der Meldung keinerlei Beachtung.

In der Stadt angekommen wollen die zwei Mädchen von einem jungen Mann etwas Marihuana kaufen. Der angebliche Dealer führt die Freundinnen in seine Wohnung, welche die eben im Radio erwähnten entflohenen Triebtäter Krug Stillo und Fred „Weasel“ Podowski und deren Freundin Sadie als Unterschlupf nutzen. Der junge Dealer entpuppt sich als Krug Stillos Sohn Junior. Krug hat diesen absichtlich in die Heroinsucht getrieben, um ihn gefügig zu machen. Fred, Krug und Sadie bedrohen und schlagen die jungen Mädchen und vergewaltigen schließlich Phyllis.

Am nächsten Morgen sperren die Straftäter die betäubten Mädchen in den Kofferraum ihres Autos und verlassen die Stadt. Als das Auto zufällig genau vor dem Haus der Collingwoods eine Panne hat, treiben die Kriminellen die Mädchen in den Wald. Mari erkennt, dass sie sich in unmittelbarer Nähe zu ihrem Elternhaus befindet, eine Flucht jedoch unmöglich ist. Im Wald werden die zwei Freundinnen nochmals gedemütigt und Mari vergewaltigt. Als Phyllis während Krugs kurzer Abwesenheit die Möglichkeit zur Flucht nutzt, wird sie von Fred und Sadie verfolgt. Das Mädchen wird vom plötzlich aus dem Unterholz auftauchenden Krug gestoppt und von der Gang erstochen, ausgeweidet und tot zurückgelassen. Während dieser Ereignisse versucht Mari Junior zu überzeugen, mit ihr in ihr Elternhaus zu kommen, da ihr Vater ihn von seiner Heroinsucht heilen könne. Als Zeichen, dass Junior ihr vertrauen kann, schenkt Mari ihm eine Kette mit Anhänger. Mari und Junior werden jedoch von Phyllis’ Mördern bei der Flucht ertappt. Zur Strafe wird Mari von Krug vergewaltigt und schließlich in einem nahe gelegenen See angeschossen. Sie überlebt, stirbt jedoch später an ihren Verletzungen.

Nach dieser schrecklichen Tat sucht die Gang Unterschlupf bei den Collingwoods, ohne zu wissen, dass diese Maris Eltern sind. Mr. und Mrs. Collingwood machen sich wegen des Verschwindens ihrer Tochter Sorgen und haben bereits die Polizei alarmiert. Trotz der Sorge um ihre Tochter bieten sie den Mördern, die sich als Vertreter tarnen, eine Unterkunft für die Nacht an. Durch Fotos erkennen diese, dass sie sich im Elternhaus ihres letzten Opfers befinden. Maris Mutter entdeckt die Kette ihrer Tochter an Juniors Hals und die blutige Kleidung der Gang und teilt dies ihrem Mann mit. Im See hinter ihrem Haus entdecken die Eltern schließlich die Leiche ihrer Tochter und schwören Rache.

Maris Mutter lockt Fred mit dem Versprechen auf Sex in den Wald und beißt ihm dort seinen Penis ab, wodurch Fred verblutet. Maris Vater versucht währenddessen erfolglos, Krug und Sadie zu erschießen. Während eines Kampfes zwischen den zwei Männern bedroht der von Gewissensbissen geplagte Junior seinen Vater mit einer Pistole, wird jedoch von diesem in den Selbstmord getrieben. Nun gelingt es Maris Vater, den Mörder seiner Tochter mit einer Kettensäge zu töten. Sadie, die letzte Überlebende der Gang, flieht aus dem Haus und wird von Maris Mutter mit einem Messer getötet. Nach der blutigen Rache der Collingwoods trifft die Polizei ein.

Hintergrund Für 100.000 Dollar drehten Craven und Produzent Sean S. Cunningham den Film im Oktober 1971 in der Umgebung von Cunninghams Haus in Westport, Connecticut.

Der Film startete am 30. August 1972 in den US-amerikanischen Kinos. und lief ein Jahr später, am 19. Oktober 1973 in Deutschland an.

Nach den mageren Einspielergebnissen stoppte der Verleih die Auswertung unter dem bisherigen Titel Das letzte Haus links und vermarktete ihn ab sofort unter dem Titel Mondo Brutale um eine Verbindung zum erfolgreichen, italienischen Reißer Mondo Cannibale von Umberto Lenzi zu suggerieren. Als Mondo Brutale kursierte er ab November 1973 über zehn Jahre in den westdeutschen Bahnhofskinos.

Die Originalfassung des Films wurde in Deutschland wegen Gewaltverherrlichung bundesweit beschlagnahmt (Beschlagnahmebeschluss des AG Tiergarten vom 12. April 2005, Az.: 350 Gs 1655/05). Für eine juristische geprüfte Fassung mussten rund elf,Vergleich Spio / JK - ungeprüft auf Schnittberichte.com, abgerufen am 9. August 2012. für eine von der FSK erteilte Freigabe ab 16 Jahren rund 17 Minuten gekürzt werden.Vergleich FSK 16 - ungeprüft auf Schnittberichte.com, abgerufen am 9. August 2012. 2017 wurde die Beschlagnahme aufgehoben und der Film auf Indizierungsliste A umgetragen.Das letzte Haus links - Beschlagnahme aufgehoben auf Schnittberichte.com, abgerufen am 31. Oktober 2017. 2019 teilte das Label Turbine Medien, das den Film 2012 als deutschsprachige HD-Premiere auf Blu-ray und DVD veröffentlicht hatte, auf seiner Facebook-Seite mit, dass die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien den Film aus der Liste der jugendgefährdenden Medien gestrichen habe. 2020 ergab eine Neuprüfung durch die FSK eine Altersfreigabe ab 18 Jahren für die ungeschnittene Fassung.https://www.schnittberichte.com/news.php?ID=15065

Synchronisation Die deutsche Synchronfassung entstand bei der Berliner Synchron. Lutz Arenz schrieb das Dialogbuch und Michael Miller führte Dialogregie. Die ursprünglich gekürzten Szenen wurden von der Scalamedia in München nachsynchronisiert. Martin Schowanek war hier für Buch und Regie verantwortlich.

+RolleDarstellerSynchronsprecherMari CollingwoodSandra CasselJoseline GassenNachsynchro: Julia HaackePhyllis StoneLucy GranthamDagmar BienerKrug StilloDavid HessChristian BrücknerNachsynchro: Michael SchernthanerFred PodowskiFred J. LincolnMichael CramerNachsynchro: Willi RöbkeSadieJeramie RainChristiane MaybachNachsynchro: Angelika BenderJunior StilloMarc ShefflerJoachim TennstedtNachsynchro: Philipp BrammerEstelle CollingwoodCynthia CarrUrsula HeyerNachsynchro: Marion Hartmann

Kritiken

Roger Ebert schrieb in der Chicago Sun-Times, der Film sei „viermal“ besser, als man erwarte, und Wes Cravens Regie sorge für anhaltende Spannung.„[…] a tough, bitter little sleeper of a movie that's about four times as good as you'd expect. […] Wes Craven’s direction never lets us out from under almost unbearable dramatic tension (except in some silly scenes involving a couple of dumb cops, who overact and seriously affect the plot’s credibility).“ – Filmkritik von Roger Ebert in der Chicago Sun-Times, abgerufen am 9. August 2012.

Das Lexikon des internationalen Films urteilte knapp: „Eine widerliche Brutalitätenshow.“.

Obwohl der Schriftsteller Stephen King das Remake von 2009 als den „besten Horrorfilm des neuen Jahrhunderts“ bezeichnete, schrieb er zu diesem Original, es sei „so schlecht, dass es sich auf die Ebene der Absurdität erhebt.“ Die bösen Jungs seien „Karikaturen“, die grelle Ausleuchtung „frühe amerikanische Pornografie“. Im Vergleich zum Original sei die Neuverfilmung „das, was ein Gemälde eines erfahrenen Künstlers“ im Vergleich „zum Bild eines talentierten Kindes“ sei.Stephen King: Über das Unheimliche – ein Vorwort zur Ausgabe von 2010. In: Danse Macabre. Wilhelm Heyne Verlag, München 2010 (Übersetzung von Corinna Wieja), ISBN 978-3-453-43573-5, S. 33–34.

Neuverfilmung 2009 produzierten Wes Craven und Sean S. Cunningham ein Remake des Films, ebenfalls unter dem Titel The Last House on the Left.

Weblinks

Julia Köhne, Tilo Renz: And the Roads lead to Nowhere. Die Jungfrauenquelle und Last House on the Left als Transformationen Review bei Sense of View

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 1972 Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Horrorfilm Kategorie:Splatterfilm Kategorie:Rape-and-Revenge-Film Kategorie:Ehemals indizierter Film Kategorie:Ehemals beschlagnahmter Film