Die PlayStation 2 (kurz PS2) ist eine stationäre Spielkonsole, die von Sony Computer Entertainment am 4. März 2000 in Japan veröffentlicht wurde. Die PlayStation 2 ist die zweite Spielkonsole der PlayStation-Marke. Die Produktion wurde nach über 12 Jahren am 29. Dezember 2012 in Japan eingestellt. Die PlayStation 2 stand in direkter Konkurrenz zum Nintendo GameCube, der Sega Dreamcast und Microsofts Xbox.

Laut Angaben von Sony ist die PlayStation 2 mit über 160 Millionen verkauften Einheiten die meistverkaufteste Spielkonsole.

Ihre Nachfolgerkonsole, die PlayStation 3, kam im Jahr 2006 in Japan und den USA und 2007 in Europa auf den Markt.

Technik Der Prozessor (CPU) der PS2, die Emotion Engine (EE), ist ein auf 294,912 MHz getakteter Prozessor (spätere Versionen 299 MHz), der auf einer erweiterten MIPS-Architektur basiert. Die größte Besonderheit dieser CPU sind die beiden völlig frei programmierbaren integrierten Vektorprozessoren. Sie sind zum Beispiel dazu gedacht, solche Berechnungen durchzuführen, die in aktuellen Grafikchips die Vertex-Shader übernehmen. Die entsprechende Funktionalität fehlt dem Grafikprozessor, Graphics Synthesizer (GS) genannt, er ist ein reiner Rasterizer. Unter anderem durch den Einsatz eines 4 MByte großen integrierten Speichers bringt der Graphics Synthesizer eine hohe Rohleistung auf. Dieser Speicher ist direkt auf dem Die des GS untergebracht und mit einem 2048 Bit breiten Bus an diesen angebunden. Die fehlende Unterstützung von Multi-Texturing verwehrt der PlayStation 2 die Möglichkeit, komplexere Textureffekte darzustellen, bzw. senkt die Leistung, falls Spielszenen mehrmals gezeichnet werden müssen, um mehrere Texturen übereinanderzulegen. Daraus resultiert, dass nur sehr wenige Spiele trilineares Filtering einsetzen und viele, besonders frühe Titel, sogar in einer niedrigeren Auflösung laufen.

Zusätzlich zum integrierten Videospeicher dienen der PS2 32 MByte RAM (Direct Rambus) als Arbeitsspeicher. Zum Lesen der PS2-Spiele ist ein CD/DVD-Kombilaufwerk mit 24×/4×-Geschwindigkeit eingebaut, mit dem man auch DVD-Videos und Audio-CDs abspielen kann. Außerdem unterstützt die Konsole Dolby Digital und DTS-Soundkodierung (5.1).

Vermarktung Die PS2 erschien am 24. November 2000 in Europa – in Deutschland zu einem Einführungspreis von 869 DM (rund 444 Euro, nach heutiger Kaufkraft ca.  €). Im Laufe des Produktlebenszyklus der Konsole wurde ihr Preis allerdings über die Jahre hinweg immer weiter gesenkt: zunächst auf 599 DM am 28. September 2001 (rund 306 Euro, nach heutiger Kaufkraft ca.  €), 249 € am 28. August 2002 (nach heutiger Kaufkraft ca.  €), 199,95 € am 21. Mai 2003 (nach heutiger Kaufkraft ca.  €), 149,95 € am 18. August 2004 (nach heutiger Kaufkraft ca.  €), 129 € am 21. August 2006 (nach heutiger Kaufkraft ca.  €) und schließlich 99,99 € am 1. April 2009 (nach heutiger Kaufkraft ca.  €). Darüber hinaus wurde am 21. September 2004 von Sony eine erheblich verkleinerte und leichtere Version der Konsole (PS2 Slim) mit Top- statt Frontlader-DVD-Laufwerk vorgestellt, welche in Nordamerika und Europa ab dem 1. November und in Japan ab dem 3. November 2004 bei gleichbleibendem Verkaufspreis die PS2 im alten Design ersetzte.

Bis Ende 2006 wurden laut Sony 117,89 Millionen Exemplare produziert, davon 47,68 Millionen für Nordamerika, 44,79 Millionen für Europa und 25,42 Millionen für Asien. Anfang 2011 lagen die Verkaufszahlen weltweit bereits bei über 150 Millionen Konsolen.

Spiele, von denen über 400.000 Exemplare verkauft worden waren, wurden als Neuauflage in gesondert markierten Verpackungen unter dem Slogan „Platinum: The Best of PlayStation 2“ vertrieben. Das erfolgreichste PS2-Spiel ist mit 18,14 Millionen verkauften Einheiten Grand Theft Auto: San Andreas, gefolgt von Gran Turismo 3: A-Spec und Gran Turismo 4.

Versionen mini|„Slim“-Version der PlayStation 2

Die PlayStation 2 ist weitestgehend abwärtskompatibel zur PlayStation, Spiele der ersten PlayStation laufen bis auf wenige Ausnahmen auch auf der PlayStation 2. Zwei Optionen stehen zur Verfügung, um das Spielerlebnis mit den PS1-Spielen auf der PlayStation 2 zu verbessern: Die Ladezeiten können verkürzt und die bilineare Filterung der Texturen kann aktiviert werden. Beide Optionen sind nur optional implementiert, da es bei einigen Spielen zu Fehlern führen kann. Ebenfalls kompatibel sind die Steuergeräte, wohingegen die PS1-Speicherkarten zwar grundsätzlich kompatibel sind, jedoch nur für die Spielstandspeicherung von PS1-Spielen verwendet werden können und müssen.

Im Oktober 2001 kündigte Sony die European Automobile Color Collection an. Dabei handelte es sich um eine PlayStation 2 in fünf verschiedenen Farben (rot, gelb, blau, weiß und silber), die in einer Gesamtstückzahl von nur 2000 Stück pro Farbe produziert wurden. Von diesen 2000 Stück waren jeweils nur 666 Stück für den europäischen Handel bestimmt. 600 Modelle dieser Color Collection wurden für 50.000 Yen (453 Euro) verkauft, also 20.200 Yen (183 Euro) teurer als die herkömmliche PlayStation 2. Zusätzlich konnte man eines von 66 Sets erwerben, welches alle fünf Farbvarianten enthielt und für jeweils 250.000 Yen (2.267 Euro) verkauft wurde.

Als Erweiterungen sind ein Netzwerkadapter und eine DVD-Fernbedienung mit Infrarot-Empfänger, der einen Controllerstecker belegt, erhältlich. 2003 erschien EyeToy, eine USB-Kamera. Mit entsprechend modifizierten Treibern lässt sie sich auch an einen PC anschließen.

Mitte 2003 erschien die neue SCPH-500xx-Baureihe. Dieses Modell besitzt einen eingebauten Infrarotempfänger für die optional erhältliche Fernbedienung und einen neuen leiseren Lüfter, jedoch ist der FireWire-Anschluss weggefallen. Ab dieser Baureihe ist die PlayStation 2 auch in der Gehäusefarbe Satin Silver erhältlich.

Die PlayStation 2 verfügt auf der Rückseite über einen Schacht für eine Festplatte, die über den separat erhältlichen Netzwerkadapter verbunden wird. Das offizielle Festplatten-Kit von Sony wurde nur von wenigen Spielen unterstützt, jedoch wurde es mit Erscheinen der inoffiziell hergestellten Software „HDLoader / HDadvance“ möglich, seine PS2-Spiele auf eine normale PC-IDE-Festplatte zu sichern, die man in die Konsole einbauen muss, und so Spiele auch direkt ohne die DVD/CD abzuspielen. Allerdings sind aufgrund der Bauformen mancher Hersteller nicht alle Festplatten dafür geeignet. Inzwischen kann man Festplatten bis 2-TB intern nutzen. Die offizielle PS2-Festplatte ist in Europa nie erschienen und war nur in Japan und USA erhältlich. Sie bringt einen ähnlichen Nutzen wie eine Memory Card.

Am 21. September 2004 wurde eine neue PlayStation 2 mit der Modellbezeichnung SCPH-700xx vorgestellt (als Slim-Version bezeichnet). Sie ist über 70 % kleiner als die alte PlayStation 2, hat einen Toplader anstelle eines Frontladers und zudem den für die älteren PlayStation-2-Modelle separat erhältlichen Netzwerkadapter fest eingebaut. Mit dem serienmäßigen Netzwerkadapter sind jedoch die Unterstützung für IDE-Festplatten und der Festplattenschacht weggefallen, daher haben die Entwickler von „HDLoader“ bzw. „HDAdvance“ das Programm „USBeXtreme“ herausgebracht. Damit wird das Sichern und Laden von Spielen auf externe Festplatten über den USB-Port möglich. Aufgrund des alten USB 1.1-Standards gibt es keinen Geschwindigkeitsvorteil gegenüber einer originalen CD/DVD mehr wie noch beim Laden von Spielen von einer eingebauten Festplatte. Zur Reduzierung der Wärmeentwicklung trägt das neue externe Netzteil bei. Dies verursachte jedoch bei bestimmten, zwischen August und Dezember 2004 hergestellten Modellen, Probleme und wurde in einer weltweiten Rückrufaktion ausgetauscht. Ein weiteres Problem ist, dass ab dem Modell einige PS1 Thirdparty Memory Cards nicht mehr erkannt werden, da Sony den ~7,8-V-Pin deaktiviert hat und die Karten nicht mehr mit Strom versorgt werden. Memory Cards von Sony und qualitativ hochwertigere Third-Party-Memory-Cards nutzen den ~3-V-Pin zur Stromversorgung.

Ab der SCPH-750xx Serie wurde der PS1-Prozessor MIPS R3000A Custom durch einen PowerPC 405 Prozessor mit einem IOP Emulator „DECKARD“ ersetzt, um Produktionskosten einzusparen. Dadurch entstanden Kompatibilitätsprobleme mit PS1 und PS2 Spielen. Dass der EE und GS in einem einzelnen Chip zusammengefasst wurde, hatte nichts mit den Problemen zu tun. Es gab schon einige Boards in der SCPH-700xx Serie, bei dem diese auch zusammengefasst worden sind und die Kompatibilität nicht eingeschränkt war. Eine Liste der betroffenen Spiele findet man auf der japanischen PlayStation-Website. Diese listet allerdings nur die offiziell bestätigten Titel auf, es gibt auch noch andere Titel, die Probleme machen.

Eine weitere Version der PlayStation 2 trägt die Bezeichnung SCPH-770xx (V15 mit den Modellnummern SCPH-770xx a und SCPH-770xx b). Bei dieser Baureihe wurden der EE und GS ebenfalls zusammengefasst und ab 2006 mit einem überarbeiteten ASIC ausgeliefert, wodurch das Kompatibilitätsproblem des Vorgängers SCPH-750xx teilweise beseitigt wurde. Einige PS2-Spiele funktionieren immer noch nicht richtig, und die PS1-Kompatibilität ist genauso eingeschränkt wie auf dem SCPH-750xx-Modell, da die PS1-CPU weiterhin emuliert wird. Auch in späteren Modellen wie SCPH-790xx und SCPH-900xx sind die Probleme immer noch vorhanden.

Beim SCPH-790xx-Modell wurden äußerlich neben der Reduzierung des Gewichtes um 300 g keine weiteren Änderungen durchgeführt. Intern wurde das Gerät jedoch deutlich überarbeitet. So wurde zwar der GraphicsSynthesizer wieder als separater Chip realisiert, dafür jedoch zahlreiche andere Komponenten mit der EmotionEngine vereint: RDRAM, IOP, IOP-RAM, SPU2 und SPU2-RAM. Dies führte zu einer deutlich weniger komplexen Hauptplatine und entsprechend geringeren Herstellungskosten.

mini|PlayStation 2 SCPH-90000

In Japan erschien am 22. November 2007 ein weiteres PS2-Modell (SCPH-900xx). Diese Version entspricht technisch weitgehend dem SCPH-790xx-Modell, jedoch ist das Netzteil im Gerät integriert. Außerdem wurde das Gehäusedesign überarbeitet. Das Gerät war in drei Farben (schwarz, weiß, silber) erhältlich.

Neben den normalen und der European Automobile Color Collection-Version erschienen noch weitere Sonderausgaben der Konsole.

Obwohl Sony sich auch die Rechte für die Bezeichnung PStwo sicherte, wurde dieser Name nie offiziell als Gerätebezeichnung verwendet. Dennoch wird das Gerät im Volksmund oft so genannt, aktuelle Verpackungen tragen außerdem in den Ecken ein Dreieck mit der Aufschrift „two“. Der Nachfolger, die PlayStation 3, erschien am 23. März 2007 in Europa. Sie galt neben der Microsoft Xbox 360 und der Nintendo Wii als eine der Next-Generation-Konsolen.

Modellübersicht Die Modellbezeichnung in der letzten Ziffer ist je nach Erscheinungsland abweichend. Dabei werden folgende Nummern verwendet: xx = RegionJapanNordamerikaAustralienGroßbritannienEuropa/Naher OstenKoreaSingapurTaiwanRusslandChinaMexikoNummer0001020304050607080910

Modell Nr. Erst-veröffentlichung Disc-Aufnahme PCMCIA Fest-platten-schacht FireWire eingebauterIR-Empfänger ProgressiveScan beiDVD-Video DVD-RW,DVD+R,DVD+RW PS 1Abwärts-kompati-bilität Große ModelleSCPH-100xx3. April 2000Schubladerowspan="3" rowspan="3" rowspan="3" rowspan="3" rowspan="3" rowspan="3" rowspan="7" SCPH-150xx15. Juni 2000SCPH-180xx26. Okt. 2000SCPH-300xx8. Dez. 2000rowspan="3" rowspan="3" rowspan="3" rowspan="3" rowspan="3" rowspan="3" SCPH-350xx18. Juni 2001SCPH-390xx21. Nov. 2002SCPH-500xx15. Mai 2003 Slim ModelleSCPH-700xx1. Nov. 2004 Top-Laderrowspan="5" rowspan="5" rowspan="5" rowspan="5" rowspan="5" rowspan="5" SCPH-750xx23. Nov. 2005rowspan="4" SCPH-770xx15. Sep. 2006SCPH-790xx1. Juli 2007SCPH-900xx22. Nov. 2007

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