Schottland (/ [], [] , oder Scotia) ist ein weitgehend autonomer Landesteil des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland. Schottland besteht aus dem nördlichen Drittel der größten europäischen Insel Großbritannien sowie mehreren Inselgruppen und hat etwa 5,5 Millionen Einwohner. Die schottische Hauptstadt ist seit 1437 Edinburgh (vorher Perth).

Das Königreich Schottland und das Königreich England wurden ab 1603 in Personalunion regiert. 1707 wurden die beiden Staaten zum Königreich Großbritannien vereinigt. Durch den Zusammenschluss mit dem Königreich Irland entstand 1801 das Vereinigte Königreich Großbritannien und Irland.

In den letzten Jahrzehnten ist in Schottland eine starke Bewegung für eine Auflösung der Union mit England und damit die Abspaltung vom Vereinigten Königreich entstanden. Das Land hat bereits durch den Prozess der innerbritischen Devolution weitgehend Autonomiestatus innerhalb des Vereinigten Königreichs. Bei einer Volksabstimmung im September 2014 entschied sich eine knappe Mehrheit der Wähler für einen Verbleib im Vereinigten Königreich.

Etymologie Scotland kommt von Scoti, dem lateinischen Namen für die Gälen. Die weitere Herkunft ist unsicher, einer der Vorschläge ist eine Verwandtschaft mit dem altgriechischen skotos (σκότος) = dunkel.P. Freeman: Ireland and the Classical World. University of Texas Press, Austin 2001, S. 93 (englisch). Das lateinische Wort Scotia (Land der Gälen) wurde ursprünglich für Irland verwendet. Spätestens ab dem 11. Jahrhundert wurde Scotia im Gälisch sprechenden Schottland nördlich des Flusses Forth als Bezeichnung für Schottland gebraucht, neben Albania oder Albany, die beide von der gälischen Entsprechung Alba abstammten. Seit dem Spätmittelalter wird mit dem Gebrauch der Wörter Scots und Scotland allgemein alles aus Schottland umfasst.

Geographie mini|links|Übersichtskarte Schottlands,(topographische Karte)

Schottland umfasst das nördliche Drittel der Insel Großbritannien und hat eine Fläche von rund 78.000 km². Südlich grenzt es zwischen dem Solway Firth im Westen und dem Fluss Tweed an der Ostküste auf 154 km an England. Es teilt sich in drei geografische Regionen auf: die Highlands, die Central Lowlands und die Southern Uplands. Der höchste Berg Schottlands (und ganz Großbritanniens) ist der hohe Ben Nevis bei Fort William. Er gehört zu den sogenannten Munros.

Der südlichste Punkt des schottischen Festlands liegt bei 54 Grad 38' auf der Halbinsel Mull of Galloway, der nördlichste bei Dunnet Head auf 58 Grad 40' nördlicher Breite. Damit liegt der südlichste Festlandsteil Schottlands auf derselben geographischen Breite wie z. B. die deutsche, in der Nordsee gelegene Hallig Langeneß, der nördlichste auf Höhe von Südnorwegen. Insgesamt liegt Schottland im Wesentlichen aber auf derselben geographischen Breite wie Dänemark.

Der längste Fluss Schottlands ist der Tay mit einer Länge von 193 Kilometern. Weitere große Flüsse sind Spey, Clyde, Dee und Don.

Durch die zerklüftete Landschaft der Highlands entstanden viele Seen und teils tief eingeschnittene Meeresarme, die in Schottland als Loch bezeichnet werden. Die bekanntesten Beispiele sind der Loch Ness und der Loch Lomond.

Schottland westlich vorgelagert ist die Inselgruppe der Hebriden, die deutlich getrennt sind in die Gruppen der Inneren und der Äußeren Hebriden. Nördlich von Schottland liegen die Inselgruppen der Orkney-Inseln und deutlich weiter entfernt die Shetland-Inseln.

Bevölkerungsschwerpunkt ist der Central Belt zwischen Edinburgh und Glasgow.

Klima Das Klima in Schottland ist gemäßigt mit tendenziell sehr unbeständigem Wetter. In den Atlantikregionen wird es durch den Golfstrom erwärmt. Die Temperaturen sind niedriger als im Rest Großbritanniens, was sich aus der nördlicheren Lage ergibt. Schottlands Hochmoore erreichten im Januar 1982 mit ca. −27,2 °C bei Braemar in den Grampian Mountains die tiefsten Temperaturen, die jemals in Großbritannien gemessen wurden. Die Sommertemperaturen liegen um etwa 18 °C. Die höchste gemessene Temperatur wurde am 9. August 2003 mit 32,9 °C in Greycrook an der Region Scottish Borders aufgezeichnet. Allgemein ist der Westen wärmer als der Osten Schottlands, da durch den Golfstrom das Wasser des Atlantiks wärmer als das der Nordsee ist. Die Western Highlands sind mit 3000 mm jährlichem Niederschlag am regenreichsten. Im Winter ist nur in den Höhenlagen regelmäßig mit Schneefall zu rechnen.

Fauna

Schottlands Wildnis ist typisch für den Nordwesten Europas, obwohl einige der größeren Säugetiere wie der Luchs, der Braunbär, der Wolf, der Elch und das Walross in historischen Zeiten bis zum Aussterben gejagt wurden. Es gibt wichtige Populationen von Robben und international bedeutende Nistplätze für eine Vielzahl von Seevögeln, wie beispielsweise Basstölpeln oder Papageientauchern. Der Steinadler ist so etwas wie ein nationales Symbol.

Auf den hohen Berggipfeln sieht man während der Wintermonate manche Arten wie das Alpenschneehuhn mit ihrem weißen Federkleid, den Schneehasen und das Hermelin kann man mit ihrem weißen Winterfell beobachten. Es existieren noch Reste des einheimischen Waldkiefernwaldes und innerhalb dieser Gebiete kann der schottische Kreuzschnabel, die einzige endemische Vogel- und Wirbeltierart Britanniens, neben Auerhuhn, Wildkatze, rotem Eichhörnchen und Baummarder beobachtet werden. Verschiedene Tiere wurden wieder eingeführt, darunter der Seeadler im Jahr 1975, der Rotmilan in den 1980er Jahren, und es gab experimentelle Projekte mit dem Biber und dem Wildschwein.

Flora Die Flora des Landes ist vielfältig und umfasst sowohl Laub- und Nadelwald als auch Moor- und Tundra-Arten. Allerdings beeinflusst die groß angelegte kommerzielle Baumpflanzung und die Bewirtschaftung des Lebensraums der Hoch-Heidelandschaft für die Beweidung von Schafen und kommerziellen Sportaktivitäten die Verteilung von einheimischen Pflanzen und Tieren. Im Laufe der schottischen Geschichte sind viele Wälder massiver Abholzung zum Opfer gefallen. Heute liegt ein Großteil des verbliebenen einheimischen kaledonischen Waldes im Cairngorms-Nationalpark und der Rest in 84 Orten in ganz Schottland.

An der Westküste sind noch Reste des früher weit verbreiteten, von Eichen dominierten gemäßigten Regenwalds zu finden („Schottischer Regenwald“), vor allem auf der als National Nature Reserve ausgewiesenen Halbinsel Taynish in Argyll.NatureScot: Taynish National Nature Reserve, abgerufen am 4. Dezember 2020. Der größte Baum Großbritanniens ist eine große Küsten-Tanne, die neben Loch Fyne (Argyll) in den 1870er Jahren gepflanzt wurde. Das Alter der Fortingall Yew, einer Eibe in Perthshire, wird auf bis zu 5000 Jahre geschätzt; sie ist wahrscheinlich außer Old Tjikko das älteste Lebewesen Europas.

Obwohl die Anzahl der nativen Gefäßpflanzen nach Weltnormen niedrig ist, sind Schottlands Moose von beträchtlicher globaler Bedeutung.

Bevölkerung

Sprache In Schottland werden drei Sprachen gesprochen: Englisch, Lowland Scots und Schottisch-Gälisch (englisch: Gaelic; Eigenbezeichnung: Gàidhlig []). Bis ins 18. Jahrhundert wurde auf den Inseln im Norden Schottlands auch Norn, eine nordgermanische Sprache gesprochen.

Heute sprechen die meisten Schotten Standardenglisch. Das Meldeamt nimmt an, dass 30 Prozent der Bevölkerung daneben fließend Scots (Schottisch) sprechen. Etwas mehr als ein Prozent der Bevölkerung gibt als Muttersprache Schottisch-Gälisch an, eine keltische Sprache, mit dem Irischen verwandt. Nur auf den Äußeren Hebriden gibt es noch eine Schottisch-Gälisch sprechende Mehrheit, was sich auch im offiziellen schottisch-gälischen Namen der Inseln Na h-Eileanan Siar [] (englisch: the Western Isles; als Wahlkreis Na h-Eileanan an Iar []) widerspiegelt. Dennoch beherrschen fast alle Schottisch-Gälisch-Sprecher auch fließend Englisch.

Als König Jakob VI. (englisch: James VI, gälisch: Seumas VI []) von Schottland 1603 als Jakob I. den englischen Thron bestieg, wurde am schottischen Hof und im Parlament noch Lowland Scots geschrieben und gesprochen.

Sowohl Englisch als auch Scots werden vom schottischen Parlament als Amtssprachen anerkannt, beide mit demselben Respekt, aber nicht mit derselben Wertigkeit. Schottisch-Gälisch wurde offiziell 2005 durch den „Gaelic Language (Scotland) Act“ anerkannt. Scots wurde offiziell als „regionale Sprache oder Minderheitensprache“ auf Basis der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen anerkannt, die 2001 vom Vereinigten Königreich ratifiziert und 2003 von der Schottischen Exekutive im Partnerschaftsabkommen („Partnership Agreement“) unterstützt wurde. Das Projekt „Schottisches Wörterbuch“ wird von staatlicher Seite finanziell unterstützt. Die deutsche Sprache gehört zu den zehn am häufigsten in Haushalten gesprochenen Sprachen in Schottland (2011).

Religion Die Mehrheit der Bevölkerung ist Konfessionslos. Gemäß dem Zensus 2022 war erstmals der größte Anteil der nicht-konfessionslosen Einwohner (unter 45 Jahre) katholisch., abgerufen am 18. September 2024.mini|John Knox, der Reformator Schottlands Der Apostel Andreas ist Nationalheiliger und Schutzpatron des Landes.St. Andrews: Am "Ende der Welt" – abgerufen am 8. Juni 2024 Jedes Jahr wird ihm zu Ehren am 30. November der St. Andrews Day zelebriert, der ein Nationalfeiertag in Schottland ist. Zudem basiert die Flagge Schottlands auf dem Andreaskreuz (engl. saltire). Historisch betrachtet war Schottland seit der Einführung der Reformation im Jahr 1560 ein protestantisch geprägtes Land. Die schottische Nationalkirche (Church of Scotland, Kirk) folgte dabei einer strikten presbyterianisch-reformierten Theologie und Liturgie, im Gegensatz beispielsweise zur als Episkopalkirche organisierten englischen Church of England, die noch einige katholische Elemente beibehielt. Auch nach Einführung der Reformation verschwand der römisch-katholische Glaube nicht ganz aus Schottland, sondern hielt sich vor allem in abgelegeneren Gegenden der Highlands. Im 19. Jahrhundert nahm die Zahl der Katholiken durch Zuwanderer aus dem benachbarten Irland wieder deutlich zu. Seit der EU-Osterweiterung 2004 kamen erneut zahlreiche Migranten aus katholischen Ländern wie Polen oder Litauen ins Land. mini|Anteil der Angehörigen der Römisch-Katholischen Kirche nach der Volkszählung 2011: Verteilung der Religionen in Schottland(gemäß Scotland’s Census 2022) Religion Bevölkerungs-anteil in % Church of Scotland 1.107.796 20,36 % römisch-katholisch 723.322 13,30 % andere Christen 279.287 5,13 % Islam 119.872 2,20 % Hinduismus 29.929 0,55 % Buddhismus 15.501 0,28 % Sikhismus 10.988 0,20 % Judentum 5.847 0,11 % Heidentum 19.113 0,35 % andere Religionen 12.425 0,23 % bekenntnislos 2.780.900 51,12 % keine Antwort 334.862 6,16 % Gesamt 5.439.842 100,00 %

Auswahl schottischer Kirchen: Freikirche von Schottland Freie Presbyterianische Kirche Schottlands Schottische Episkopalkirche Vereinigte Freikirche von Schottland

Größte Städte Größte Städte in Schottland(gemäß Scotland’s Census 2022) Rang Name Council area Einwohner Rang Name Council area Einwohner1 Glasgow Glasgow City 632.35011 Kirkcaldy Fife 50.3702 Edinburgh City of Edinburgh 506.52012 Inverness Highland 47.7903 Aberdeen Aberdeen City 198.59013 Perth Perth and Kinross 47.3504 Dundee Dundee City 148.21014 Kilmarnock East Ayrshire 46.9705 Paisley Renfrewshire 77.27015 Ayr South Ayrshire 46.2606 East Kilbride South Lanarkshire 75.31016 Coatbridge North Lanarkshire 43.9507 Livingston West Lothian 56.84017 Greenock Inverclyde 41.2808 Dunfermline Fife 54.99018 Glenrothes Fife 38.360 9 Hamilton South Lanarkshire 54.48019 Stirling Stirling 37.91010 Cumbernauld North Lanarkshire 50.53020 Airdrie North Lanarkshire 36.390

Bildung mini|University of Edinburgh