mini|Mitt Romney (2019) rahmenlos|hochkant|klasse=skin-invert-image

Willard Mitt Romney [] (* 12. März 1947 in Detroit, Michigan) ist ein US-amerikanischer Geschäftsmann und Politiker der Republikanischen Partei. Von 2003 bis 2007 bekleidete er das Amt des Gouverneurs des Bundesstaates Massachusetts. Er war einer der Bewerber seiner Partei für die Nominierung zur Präsidentschaftswahl 2008 sowie Kandidat der Republikanischen Partei für die Präsidentschaftswahl 2012, unterlag aber dem demokratischen Kandidaten Barack Obama. Er wurde am 6. November 2018 für Utah in den US-Senat gewählt; die Amtszeit begann am 3. Januar 2019. Mitte September 2023 gab Romney bekannt, bei der Senatswahl am 5. November 2024 nicht mehr zu kandidieren.

Leben Frühere Laufbahn Mitt Romney wurde in Detroit geboren. Sein Vater George W. Romney war von 1963 bis 1969 Gouverneur von Michigan. Seine Mutter Lenore bewarb sich 1970 in Michigan für die Republikaner um einen Sitz im US-Senat und unterlag damals dem Mandatsinhaber Philip Hart. Romney hat drei Geschwister und besuchte die elitäre Cranbrook School (die heutige Cranbrook Kingswood School) in Bloomfield Hills, eine zur Cranbrook Educational Community gehörende Privatschule. Dort machte er 1965 seinen Highschool-Abschluss.

Auf der Cranbrook School lernte er Ann Lois Davies (* 1949) kennen. Sie konvertierte 1966 zur Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage und wurde 1969 seine Ehefrau. Das Paar hat fünf erwachsene Söhne, Taggart (* 1970), Matthew (* 1971), Joshua (* 1975), Benjamin (* 1978) und Craig (* 1981) sowie 24 Enkelkinder. Das Ehepaar Romney lebt heute in der Nähe von Boston und unterhält ein Haus am Meer in La Jolla, Kalifornien.

Romneys Ururgroßvater Parley P. Pratt war Gründungsmitglied des Kollegiums der Zwölf Apostel der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, dessen Schwägerin war die spätere mormonische Apostatin und Bekämpferin der Polygamie Sarah Pratt. Sein Urgroßvater, Miles Park Romney, hatte vier Frauen. Nachdem die Vielehe in Bundesterritorien der USA – der damalige Rechtsstatus Utahs – durch den Edmunds Act 1882 verboten wurde, floh er 1885 mit anderen Mormonen nach Colonia Juárez in Chihuahua in Mexiko, obwohl Polygamie dort ebenfalls verboten war. Die Romneys lebten in einer Siedlung des LeBaron-Clans, dessen Nachkommen heute noch in Mexiko leben. Sein Vater George W. Romney kehrte 1912 in die USA zurück. Romney ist heute Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage („Mormonen“). Zunächst war Mitt Romney als junger Erwachsener ab 1966 zwei Jahre für eine Mission in Frankreich tätig. Romney studierte an der Brigham Young University (u. a. bei W. Cleon Skousen), die er 1971 mit dem Bachelor of Arts in englischer Literatur abschloss, und an der Harvard University, wo er 1975 den Juris Doctor und den Master of Business Administration erwarb.Franklin Foer: Election 2008: A Voter’s Guide. Yale University Press, New Haven, London 2007, S. 119 . Von 1981 bis 1986 war er mormonischer Bischof in Belmont, einem Vorort von Boston, und leitete von 1986 bis 1994 als Pfahlpräsident die Verwaltung von ca. 4000 Mormonen im östlichen Massachusetts.

Nach dem Studium arbeitete er für die Unternehmensberatung Bain & Company in Boston. Später war er Gründungspartner der 1984 gegründeten Private-Equity-Gesellschaft Bain Capital, die er bis 1999 leitete. Sein Privatvermögen von (2007) geschätzt 260 bis 350 Millionen US-Dollar stammt aus den Erträgen seiner Tätigkeit bei Bain Capital. Im Jahr 2010 zahlte Romney den niedrigen Steuersatz für Vermögenserträge von 13,9 Prozent (2011: 15,4 %), was politische Gegner während der Vorwahlperiode thematisierten.

Bei der Wahl zum US-Senat 1994 trat er in Massachusetts gegen den langjährigen Senator Edward Kennedy an und unterlag mit 41 Prozent der Stimmen – dem zweitbesten Ergebnis, das je ein republikanischer Kandidat gegen Kennedy erzielte.

1999 wurde Romney Geschäftsführer des Organisationskomitees der XIX. Olympischen Winterspiele 2002 in Salt Lake City, Utah.

Gouverneur von Massachusetts (2003–2007) mini|Romneys offizielles Porträt als Gouverneur

Im Jahr 2002 wurde er von der Republikanischen Partei als Kandidat für das Gouverneursamt von Massachusetts nominiert. Im November desselben Jahres wurde Romney zum 70. Gouverneur von Massachusetts gewählt: Er erhielt 50 % der Stimmen, die demokratische Kandidatin Shannon O’Brien 46 % der Stimmen. Als Gouverneur erreichte er, dass der Haushalt des Bundesstaates ausgeglichen wurde und sogar Überschüsse verbuchte.

Im November 2004 versuchte er, die Entscheidung des Obersten Gerichtshofes des Bundesstaates zu gleichgeschlechtlichen eheähnlichen Partnerschaften durch eine Änderung der Verfassung zu verhindern, die die Ehe auf Verbindungen zwischen Mann und Frau beschränkt hätte.

Im Dezember 2004 kündigte Romney an, er werde einen Vorschlag einbringen, in Massachusetts die Todesstrafe für Terrorismus, Massenmord und Mord an Polizeibeamten wieder zu erlauben. Der Gesetzentwurf wurde im Repräsentantenhaus von Massachusetts am 28. April 2005 mit 99 Stimmen gegen 53 abgelehnt. Er legte außerdem sein Veto gegen die Stammzellenforschung ein; das Parlament überstimmte sein Veto jedoch deutlich.

Bei einer Umfrage zur Popularität der Gouverneure in den 50 US-Bundesstaaten im Dezember 2005 landete er (mit einer Zustimmung von 41 % gegen 51 % Ablehnung) auf Platz 33.approval ratings for all 50 governors as of 05/10/05, Survey USA

Präsidentschaftskandidatur 2008

mini|Logo der Präsidentschaftskandidatur 2008

Als er am 24. Dezember 2005 ankündigte, sich nicht der Wiederwahl als Gouverneur zu stellen, sahen viele darin eine Entscheidung, die in Hinblick auf eine Nominierung als Präsidentschaftskandidat der Republikanischen Partei für 2008 getroffen wurde.

Mitt Romney kündigte am 13. Februar 2007 offiziell seine Kandidatur an und sammelte insgesamt 44 Mio. US-Dollar an Spendengeldern, deutlich mehr als seine Konkurrenten Rudy Giuliani, Fred Thompson und Mike Huckabee.

Am 11. August 2007 ging Romney mit ca. 32 Prozent der Stimmen als Sieger der Straw Poll in Ames, Iowa hervor. Diese nicht bindende Abstimmung galt als erster wichtiger Indikator für die Organisation der Kandidaten vor den parteiinternen Vorwahlen (Caucus und Primaries) im Januar 2008. Auch der damalige Gouverneur von Texas, George W. Bush, siegte 1999 bei dieser Testwahl und wurde anschließend Präsidentschaftskandidat der Republikaner. Romney galt laut Umfragen lange Zeit neben Iowa auch im wichtigen Vorwahlstaat New Hampshire als Favorit. In beiden Staaten konnte er jedoch trotz einer anfänglich unangefochtenen Führungsposition nur Platz zwei verbuchen (25 Prozent in Iowa, hinter Huckabee; 32 Prozent in New Hampshire, hinter John McCain). In Iowa erhielt er lediglich zwölf Stimmen, während sein Konkurrent Huckabee dort 17 errang.

Immerhin vereinigte er jedoch bei den Vorwahlen in den Bundesstaaten Wyoming, Nevada, Michigan, Maine, Massachusetts, Colorado, Minnesota, Montana, North Dakota und Utah die meisten Stimmen auf sich: So gewann er am 5. Januar 2008 in Wyoming. Dort erhielt er 8 von 12 Stimmen, die nach Wahlende auf dem Parteitag der Republikaner ausgezählt wurden. Insbesondere die Vorwahlen in Michigan konnte er deutlich für sich entscheiden, ebenso die in Maine. Nachdem in den meisten Staaten solche Erfolge ausblieben, stieg Romney am 7. Februar 2008 aus dem Rennen um die Präsidentschaftskandidatur aus. „Ich fühle, dass ich jetzt beiseite treten muss“, erklärte er. Unmittelbaren Anlass hierzu gab sein unbefriedigendes Abschneiden bei den parteiinternen Abstimmungen über die Spitzenkandidatur am Super Tuesday.

Präsidentschaftskandidatur 2012 mini|Mitt Romney bei einer Wahlkampfveranstaltung in Arizona mini|Logo der Präsidentschaftskandidatur 2012

Im April 2011 kündigte Romney an, seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahlen 2012 vorzubereiten. Bei den Vorwahlen in Iowa am 3. Januar 2012, „den knappsten Vorwahlen aller Zeiten“, wurde zunächst (und wie sich später herausstellte fälschlich) ein Stimmenvorsprung von 8 Stimmen gemeldet. Eine Nachzählung ergab einen Stimmenvorsprung von 34 Stimmen für seinen Gegenkandidaten Rick Santorum, allerdings fehlten bei beiden Zählungen die Stimmen aus acht Wahllokalen vollständig. Bei der folgenden Vorwahl, der in New Hampshire am 10. Januar 2012, gewann er mit deutlichem Vorsprung. Finanziert wurde sein Wahlkampf größtenteils von sogenannten Super-PACs (Political Action Comitees), losen Unterstützergruppen von Multimillionären. Viele der innerparteilichen Konkurrenten um das Amt des Präsidentschaftsbewerbers befehdeten sich untereinander, teils mit Schlammschlacht-Methoden.

Am 21./22. Januar (MEZ) siegte Newt Gingrich bei den republikanischen Vorwahlen in South Carolina; das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur galt damit wieder als völlig offen. Am 31. Januar gewann Romney die Vorwahlen im bevölkerungsreichen Bundesstaat Florida. Er erhielt 46 % der Stimmen; Gingrich nur 31 %. Der Spiegel schrieb: „Nach seinem 46-Prozent-Triumph […] ist Romney die Kandidatur wohl nicht mehr zu nehmen. […] der Verlierer verkennt die Signale: Trotz seiner deftigen Vorwahl-Niederlage in Florida will Newt Gingrich nicht aufgeben.“ Als einzigen ernsthaften Konkurrenten Romneys bezeichneten Beobachter Anfang April den ehemaligen Senator Rick Santorum.

Am 10. April verkündete auch Santorum seinen Rückzug, am 3. Mai Gingrich und am 14. Mai 2012 Ron Paul. Durch seinen Vorwahlsieg in Texas am 29. Mai 2012 erhielt Romney so viele Stimmen, dass er mehr als die nötigen 1144 Stimmen zur Nominierung auf sich vereinigte. Am 11. August 2012 erklärte er schließlich Paul Ryan zu seinem Running Mate, also zum Kandidaten für das Vizepräsidentenamt. Am 28. August 2012 wurde Romney auf dem Parteitag der Republikaner in Tampa mit großer Mehrheit offiziell zum Präsidentschaftskandidaten gekürt. Insgesamt votierten 2061 der 2286 Delegierten für ihn.

Romneys Ehefrau Ann machte mit ihm zusammen Wahlkampf. Seine Steuererklärung veröffentlichte er im September 2012 nach langem öffentlichem Druck.

Der demokratische Amtsinhaber Barack Obama erhielt bei der Wahl am 6. November 2012 51,1 % der Stimmen und die Mehrheit der Wahlmänner-Stimmen und wurde wiedergewählt.Im Electoral College Stimmten 332 Wahlmänner für Obama und 206 für Romney. Romney erhielt nur 47,2 % und gestand seine Niederlage ein. Entscheidend zum Wahlergebnis trug Obamas Erfolg in mehreren Swing States wie Florida, Ohio, Colorado, Virginia, Iowa und Nevada bei.

In einer Konferenzschaltung mit Geldgebern für seine Kampagne am 14. November erklärte Romney seine Niederlage als teilweise verursacht durch „finanzielle Geschenke“ von Obama und dessen Kampagne an „bestimmte Mitglieder“ seiner Basis. Einige Republikaner, darunter Louisianas Gouverneur Bobby Jindal, wiesen dies zurück.

Rückkehr zur Privatwirtschaft und politische Äußerungen Nach der verlorenen Präsidentschaftswahl im November 2012 kehrte Mitt Romney als Aufsichtsrat des Hotelbetreibers Marriott in die Privatwirtschaft zurück.