125px|rechts|Wappen der Stadt Wetzlar
Der öffentliche Personennahverkehr in Wetzlar wird durch die Lokale Nahverkehrsgesellschaft der Stadt Wetzlar organisiert. Die Stadt Wetzlar ist als Aufgabenträger nach dem Hessischen ÖPNV-Gesetz für diese Aufgabe zuständig. Gemeinsam mit 25 weiteren mittel- und südhessischen Aufgabenträgern (Landkreisen, Kreisfreien Städten und Sonderstatusstädten) ist die Stadt Wetzlar Gesellschafter des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV), der im Verbundgebiet die einheitliche Organisation des ÖPNV gewährleistet. Mit der Durchführung des Busverkehrs im Stadtgebiet hat die Stadt Wetzlar die Wetzlarer Verkehrsbetriebe, eine GmbH im Besitz der Stadt Wetzlar beauftragt. Allein der Betrieb der Stadtbusse wird 2025 8,5 Millionen Euro veranschlagt.
Weitere im Auftrag der Verkehrsgesellschaft Lahn-Dill-Weil (Aufgabenträgerorganisation für den ÖPNV im Lahn-Dill-Kreis und im Landkreis Limburg-Weilburg) fahrende Linien (PDF; 723 kB) verbinden Wetzlar mit dem Kreisgebiet.
Da keine Straßenbahn oder andere Verkehrsmittel in der mehr als 50.000 Einwohner zählenden Stadt eingesetzt werden, konzentriert sich der gesamte ÖPNV auf den Bus. Eigene Busspuren sind am Busbahnhof, in der Gloël- und Seibertstraße sowie am Buderusplatz vorhanden. Die innerstädtischen Ampeln sind mit einer Vorrangschaltung für den Busverkehr ausgestattet.
Geschichte
Wetzlar war schon seit langer Zeit, bedingt durch die Lage an der Hohen Straße, Station für Postkutschen. In den Jahren 1862 und 1863 erhielt Wetzlar mit dem Bau der beiden einzigen bis heute noch in Betrieb befindlichen Eisenbahnstrecken seinen Anschluss an das deutsche Eisenbahnnetz. Bis um 1900 bildete sich im Raum Wetzlar ein weitläufiges Schienennetz und Wetzlar wurde Ausgangspunkt für viele Bahnlinien ins Umland. Im frühen 20. Jahrhundert wurde der Einsatz von Straßenbahnen diskutiert, wegen der schwierigen örtlich/geographischen Verhältnisse hat man sich jedoch für den Busbetrieb entschieden, woraufhin die Wetzlarer Verkehrsbetriebe (WVB) gegründet wurden.
Im Frühjahr 2012 wurde der Neubau des zentralen Omnibusbahnhofes/ZOB am Wetzlarer Bahnhof fertiggestellt. An der Bahnhofs-Nordseite stehen seit Mai 2013 ca. 220 befestigte Park-und-Ride-Parkplätze zur Verfügung. Ebenfalls bis Mai 2013 wurde der Bahnhof barrierefrei umgebaut.
Zwischen 2007 und 2012 wurden viele der Wartehäuschen gegen neue Fahrgastunterstände ausgetauscht bzw. neu aufgestellt.
Durch die gestiegenen kommunikationstechnischen Möglichkeiten werden in Zukunft neue Vertriebswege für den Fahrkartenverkauf (Online-Ticket-Shop des RMV, Handy-Ticketing) an Bedeutung gewinnen. Seit Frühjahr 2012 werden elektronische Fahrscheine (zunächst nur Jahreskarten, Wochen- und Monatskarten ab Anfang 2016) vertrieben.
Der neue Industriepark "Leitzpark" im Südosten der Stadt wurden zum Fahrplanwechsel im Dezember 2014 durch die Linie 11 an den Stadtbusverkehr angeschlossen. Ab diesem Zeitpunkt fährt die Linie 11 auch den Bahnhof Dutenhofen an. Die für diese Ausweitung des Linienweges erforderliche zusätzliche Fahrtzeit wird gewonnen, indem die Gießener Stadtteile Allendorf und Lützellinden ab diesem Zeitpunkt nicht mehr durch die Linie 11 angefahren werden.
Zugverkehr mini|Bahnhof Wetzlar mini|Bahnhof Dutenhofen
Auf dem Stadtgebiet in Wetzlar befinden sich heute zwei Bahnhöfe: Der Bahnhof Wetzlar und der Bahnhof Dutenhofen (Kr Wetzlar). Beide liegen an der Dillstrecke, von der in Wetzlar die Lahntalbahn abzweigt. In Wetzlar halten neben einzelnen Intercity-Zügen die Regional-Express-Züge der RMV-Linie 99 Siegen–Gießen–Frankfurt am Main (Main-Sieg-Express) und die Regionalbahnen des Mittelhessen-Express Dillenburg–Gießen–Frankfurt (RMV-Linie 40/41) sowie die Regional-Express-Züge der Lahn-Eifel-Bahn Koblenz–Limburg–Gießen (RMV-Linie 25) und die Regionalbahnen Limburg–Gießen–Fulda der RMV-Linie 45. Am Bahnhof Dutenhofen (Kr Wetzlar) halten der Mittelhessen-Express, vereinzelte Regionalbahnen von Gießen über Wetzlar nach Dillenburg und seit Dezember 2011 auch die meisten Regionalbahnen der Lahntalbahn (RMV-Linie 45).
Es besteht zudem eine direkte Verbindung von Wetzlar nach Frankfurt, die östlich des Bahnhofes Dutenhofen von der Dillstrecke abzweigt und im Bahnhofsteil Gießen-Bergwald auf die Main-Weser-Bahn trifft. So kann Gießen südwestlich umfahren werden. Diese Strecke wird hauptsächlich vom Güterverkehr genutzt. Im Personenverkehr befährt zurzeit nur das primär für Berufspendler nach und von Frankfurt eingesetzte RE-Sprinter-Zugpaar diese Umgehungsstrecke. Die Strecke von Wetzlar über Garbenheim nach Lollar als Teil der Kanonenbahn, die Bahnstrecke Friedrichsdorf–Albshausen nördlich von Brandoberndorf sowie die Ulmtalbahn über Stockhausen nach Beilstein wurden in den 1970er Jahren stillgelegt, der Haltepunkt im Stadtteil Garbenheim an der Bahnstrecke Lollar–Wetzlar (Teil der Kanonenbahn) 1977 aufgegeben.
Der Bahnhof Wetzlar ist der viertgrößte in Mittelhessen nach den Bahnhöfen in Gießen, Marburg und Limburg. Ab Dezember 2021 verkehrt in Wetzlar die Intercity-Linie 34.
Buslinien im Stadtverkehr Durch die Stadtbuslinien sind alle Stadtteile von Wetzlar bis auf Blasbach (Linie 415) und Naunheim (Linie 24 und Linie 240) an den Stadtbusverkehr angebunden. (PDF; 33 kB) Zentraler Umsteigeplatz ist zum einen der zentrale Omnibusbahnhof/ZOB direkt am Bahnhof und zum anderen die innenstadtnahe Haltestelle Leitzplatz. Die Wetzlarer Verkehrsbetriebe befördern auf dem 76 km langen Liniennetz jährlich rund 3,5 Millionen Fahrgäste.
Mit Ausnahme der Linie verkehren bis auf wenige Fälle grundsätzlich alle Busse auf der ganzen Linie durchgängig von der Start- bis zur Endhaltestelle. Taktverstärkerfahrten, wie es sie häufig bei anderen Verkehrsmitteln gibt, finden somit nicht statt.
Die Anbindung einzelner Stadtteile ist zudem durch die einige Überlandlinien verstärkt, so zum Beispiel Naunheim mit der Linie 240, Steindorf über Linie 185 und Nauborn durch die Linie 170 und 173.
Nummer Linienweg BemerkungBahnhof/ZOB - Altstadt - Bahnhof/ZOB bis 12/2025 Citybus ZOB–Westend–Stadtteil Steindorf ZOB–Blankenfeld–Stadtteil Münchholzhausen – Dutenhofen - Gießen Aßlar–Niedergirmes–ZOB–Spilburg/Büblingshausen–Krankenhaus ZOB–Spilburg/Büblingshausen–Krankenhaus–Kirschenwäldchen Verkehr nur in den Sommermonaten mittwochs und sonntags Aßlar–Niedergirmes–ZOB–Stoppelberger Hohl–Krankenhaus Aßlar–ZOB meist nur in der Hauptverkehrszeit und am Wochenende ZOB–Stadtteil Nauborn Werner von Siemens Schule-Niedergirmes–ZOB–Spilburg/Büblingshausen/Krankenhaus ZOB–Arbeitsamt/Buderus–Neustadt–Dahlheim einzelne Busfahrten über Wetzlar-Dillfeld Stadtteil Garbenheim - ZOB - Neuer Friedhof ZOB–Niedergirmes–Stadtteil Naunheim–Lahnau–Gießen eigenwirtschaftlicher Verkehr der ESE Verkehrsgesellschaft GmbH (also keine Linie des Stadtbusverkehrs Wetzlar) ZOB → Altstadt → ZOB eigener Tarif siehe auch "Kleinbuslinien" Naunheim Simberg → Ortsmitte → Einkaufszentren Ost verkehrt zunächst dienstags & freitags mit einem Fahrtenpaar probeweise bis Ende 2010 siehe auch "Kleinbuslinien" Langenberg → Ortsmitte → Einkaufszentrum REWE und zurück verkehrt zunächst einmal wöchentlich dienstags mit einem Fahrtenpaar probeweise. siehe auch "Kleinbuslinien"
Ehemalige Linien Folgende Linien wurden in der Vergangenheit durch die Stadtbusse in Wetzlar bedient.
Nummer Linienweg ErläuterungZOB → Altstadt → ZOBeigener Tarif / seit 12/2025 Linie 5 ZOB → Steindorf früher Teil der Linie 5403, heute Linie 10 mit verändertem Fahrtweg ZOB → Dillfeld 2004 nach kurzer Testphase wieder eingestellt, heute vereinzelt Fahrten der Linie 16 ZOB → WZ-Blasbach → Hohenahr seit Dez. 2008 Linie 415, Auftraggeber ist die VLDW Veränderter Linienweg Braunfels → Solms → Wetzlar bis 2007 Auftragsverkehr für die RKH, heute Linie 185, verkehrt im Auftrag der VLDW leicht veränderter LinienwegZOB–Rundverkehr Stadtgebiet nach Ausweitung der Fahrtzeiten wurde die Linie 007 im Jahr 2020 eingestellt
„Kleinbuslinien“ Zum 1. September 2010 verkehren im Wetzlarer Stadtgebiet zwei Linien mit einem Kleinbus.
Zum einen der Citybus welcher seit 2003 die Fußgängerzonen in der Altstadt mit dem Bahnhof und dem Forum Wetzlar im 30-Minuten-Takt verbindet. Bei dem City-Bus handelte es sich rechtlich nicht um ÖPNV, sondern um einen Marktverkehr. Somit galten hier die Fahrkarten des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) nicht, es wurde ein eigener Tarif angewendet. Die Busflotte des Citybusses ist ab Ende 2025 vollelektrisch unterwegs und seit dem Fahrplanwechsel 2025 eine reguläre Buslinie mit der Liniennummer 5.
Ab September 2010 erhielt der Stadtteil Naunheim probeweise einen innerörtlichen Busverkehr. Die Probezeit wurde inzwischen bis auf weiteres verlängert. Dieser verkehrt dienstags und freitags mit einem Fahrtenpaar ab 9:30 Uhr von zwei Haltestellen im Wohngebiet am Simberg in Richtung Ortsmitte und den Lebensmittelmärkten im Osten von Naunheim. Nach einem 45-minütigen Aufenthalt fährt er wieder zurück. Ziel ist, ältere Mitbürger im Bereich Simberg mobil zu halten. Das Fahrzeug ist ebenfalls ein Kleinbus der Wetzlarer Verkehrsbetriebe. Auch hier handelt es sich rechtlich um einen Marktverkehr, auf dem der RMV-Tarif nicht gilt.
Seit dem 23. Januar verkehrt einmal wöchentlich ein weiterer Kleinbus, ein sogenannter Bürgerbus innerhalb Nauborn. Der Weg führt vom Langenberg in den Ortskern bis zum REWE-Markt in der Artur-Herzog-Straße und zurück. Anbieter ist das Deutsch Rote Kreuz.
Taktverkehr In der Regel verkehren in Wetzlar tagsüber die Linien im Takt von 20, 30 oder 60 Minuten. Samstags gibt es einen 30- oder 60-Minuten-Takt, sonntags verkehren die Linien im Takt von 45, 60, 90, 120 oder 180 Minuten. Auf der „Stammstrecke“ zwischen ZOB und Leitzplatz, auf der fast alle Linien verkehren, herrscht dadurch eine Anbindung mit kurzen Taktzeiten.
Buslinien im Überlandverkehr Nummer Linienweg Bemerkung Wetzlar ZOB–Oberbiel–Leun–Allendorf–Holzhausen–Beilstein/Weilburg ehemals Linie 5405 Anschluss in Niederbiel an die Linie 185 Weilburg als Schienenersatzverkehr Wetzlar ZOB–Schöffengrund–Bonbaden in Schwalbach Anschluss an die Linie 160 und 174 Schöffengrund - Braunfels - Nauborn-Schulgasse - Schöffengrund geführt als Ortsverkehr Schöffengrund verkehrt nur an Schultagen Wetzlar ZOB–Stadtteil Steindorf–Albshausen/Oberbiel–Niederbiel–Braunfels ehemals Linie 5403 in Braunfels Anschluss an die Linie 180, 181 und 182 / in Oberndorf Anschluss an die Linie 171, sowie in Niederbiel Anschluss an die Linie 120/125 letzte Fahrt als Schienenersatzverkehr bis Weilburg Wetzlar ZOB–Aßlar–Ehringshausen Wetzlar ZOB–Naunheim–Lahnau ersetzt die ehemalige Linie 41 auf dem Abschnitt Wetzlar Lahnau/verstärkt die aktuelle Linie 24 Münchholzhausen-Rechtenbach nur morgens und am Nachmittag im Schülerverkehr Wetzlar ZOB–Rechtenbach - Reiskirchen in Rechtenbach Anschluss an die Linien 310 nach Gießen und 313 nach Reiskirchen Wetzlar ZOB–Stadtteil Blasbach–Königsberg-Erda-Altenkirchen ehemals Linien 19/421/422 in Königsberg Anschluss an die Linie GI-41 (Gießen), in Erda Anschluss an die Linie GI-42/404 Wetzlar Leitzplatz–ZOB–Aßlar–Ehringshausen–Katzenfurt ehemals Linie 5357 fährt teilweise als Linie 472 direkt von/nach Dillenburg
mini|Überlandbus nach Herborn (Leitzplatz)