Die U-Bahn Mexiko-Stadt (offizielle Bezeichnung: Sistema de Transporte Colectivo Metro oder STC Metro) ist Teil des öffentlichen Personennahverkehrs im Zentrum und Norden der mexikanischen Hauptstadt und umgebenden Landkreisen. Durch laufenden Ausbau des Netzes besteht es derzeit aus zwölf Linien mit insgesamt rund 201 Kilometern Strecke und 195 Stationen. 2024 benutzten im Durchschnitt täglich 3,201 Millionen Fahrgäste die U-Bahn.

Die U-Bahn von Mexiko-Stadt war das erste U-Bahn-System weltweit, auf dem jede Haltestelle mit einem individuellen Symbol gekennzeichnet ist. Dahinter stand die Absicht, der noch beachtlichen analphabetischen Bevölkerungsschicht entgegenzukommen.

Geschichte mini|links|Plan der ersten Ausbauphase 1967–1972 Am 19. April 1967 entschied der „Ejecutivo Federal“ von Mexiko-Stadt, ein U-Bahn-System in der immer schneller wachsenden Stadt zu errichten, um damit der drückenden Verkehrsprobleme Herr zu werden. Bereits im September 1969 wurde die erste Strecke der ersten mexikanischen U-Bahn zwischen den Stationen Zaragoza und Chapultepec mit einer Länge von 11 km und 16 Stationen in Betrieb genommen. Bis 1972 wuchs das Netz auf drei Linien mit 41,3 Kilometern und 48 Stationen, womit die erste Phase der Metro von Mexiko-Stadt fertiggestellt war.

Nach mehreren Jahren Stillstand unter Präsident Luis Echeverría, wurde unter seinem Nachfolger José López Portillo die Comisión Ejecutiva del Metro ins Leben gerufen, um den weiteren Ausbau des Netzes voranzutreiben. Zusammen mit der eigens dafür gegründeten Baufirma Constructora Metro, S. A. wurde 1977 ein erster Masterplan mit fünf neuen Linien und der Erweiterung der drei bis dahin gebauten Linien vorgelegt. Es sollten insgesamt 15 Linien mit einer Gesamtstreckenlänge von 315 Kilometern gebaut werden. Die Arbeiten begannen mit der Erweiterung der Linie 3 in nördliche Richtung von Tlatelolco nach La Raza im Jahr 1978 und bis zur heutigen Endstation Indios Verdes im Jahr 1979 sowie in südlicher Richtung vom Hospital General zum Centro Médico im Jahr 1980 und einige Monate später nach Zapata. Der Bau der Linien 4 und 5 begann und wurde am 26. Mai sowie 30. August 1982 abgeschlossen; erstere von Martín Carrera nach Santa Anita und die Linie 5 von Politécnico nach Pantitlán. Dabei war die Linie 4 war die erste U-Bahn-Linie der Stadt, die aufgrund der geringeren Bevölkerungsdichte als Hochbahn gebaut wurde. Insgesamt wuchs das Netz bis zum Abschluss der Zweiten Ausbauphase auf 79,3 Kilometer mit 80 Stationen.

mini|links|Der Metro-Masterplan 1985 Die dritte Bauphase dauerte von Anfang 1983 bis Ende 1985. Die Strecke der Linie 3 wurde am 30. August 1983 von Zapata nach Universidad verlängert. Die Linie 1 wurde von Zaragoza bis zur heutigen Endstation Pantitlán verlängert, die Linie 2 von Tacuba bis zur heutigen Endstation Cuatro Caminos, beide wurden am 22. August 1984 eröffnet. Zudem wurden die Linie 6 von El Rosario zum Instituto del Petróleo und die Linie 7 von Tacuba nach Barranca del Muerto neu gebaut. Letztere verläuft am Fuße der Sierra de las Cruces, die das Tal von Mexiko auf seiner Westseite außerhalb der alten Seenzone umgibt, sodass Linie 7 als Tieftunnel gebaut werden konnte. Das Netz wuchs in der dritten Phase um 35,2 Kilometer und hatte nunmehr 105 Stationen. Außerdem legte das Secretaría General de Obras del Departamento del Distrito Federal 1985 einen überarbeiteten zweiten Metro-Masterplan vor, der bis 2010 ein Netz von weiterhin 15 Linien mit noch 306,3 Streckenkilometern vorsah, dazu ergänzend 8 Vorortlinien mit S-Bahn-Charakteristik sowie eine Stadtbahnlinie. Die Linie B ist die letzte Strecke, die auf Grundlage dieses Planes gebaut wurde. Ihr Streckenverlauf stellt die Zusammenlegung der 1985 vorgesehenen Linien 10 und B dar. Deshalb die silbergrüne Linienfarbe und die zweifarbige Darstellung im Netzplan.

mini|links|Zug der Baureihe FE-10 auf einem Viaduktabschnitt der Linie 12 Aktuell wird lediglich an der Westverlängerung der Linie 12 gearbeitet, die über 4,6 Kilometer und drei Stationen von Mixcoac nach Observatorio führen wird, wo Anschlüsse zur Linie 1 und der regionalen Schnellbahn El Insurgente nach Toluca bestehen. Das Projekt wurde im Februar 2013 angekündigt und im September des Jahres genehmigt, Baustart war dann am 29. November 2017 mit einer geplanten Eröffnung 2019. Diverse bautechnische und finanzielle Probleme haben immer wieder für Verzögerungen gesorgt, im August 2025 sind nur wenig mehr als die Hälfte aller Bauarbeiten abgeschlossen, sodass kein Fertigstellungstermin der Verlängerung absehbar ist.

Streckenchronik +Streckenchronik der U-Bahn Mexiko-Stadt Eröffnung Linie Strecke Länge Stationen 4. September 1969 Linie 1 Zaragoza – Chapultepec 12,7 km 16 11. April 1970 Chapultepec – Juanacatlán 1,0 km 1 1. August 1970 Linie 2 Pino Suárez – Tasqueña 11,3 km 11 14. September 1970 Pino Suárez – Tacuba 8,1 km 11 20. November 1970 Linie 1 Juanacatlán – Tacubaya 1,1 km 1 Linie 3 Tlatelolco – Hospital General 5,4 km 7 10. Juni 1972 Linie 1 Tacubaya – Observatorio 1,7 km 1 Gesamt nach Erster Phase 1967–1972 41,3 km 48 25. August 1978 Linie 3 Tlatelolco – La Raza 1,4 km 1 1. Dezember 1979 La Raza – Indios Verdes 4,9 km 3 7. Juni 1980 Hospital General – Centro Médico 0,8 km 1 25. August 1980 Centro Médico – Zapata 4,5 km 4 29. August 1981 Linie 4 Martín Carrera – Candelaria 7,5 km 7 19. Dezember 1981 Linie 5 Pantitlán – Consulado 9,2 km 7 26. Mai 1982 Linie 4 Candelaria – Santa Anita 3,2 km 3 1. Juli 1982 Linie 5 Consulado – La Raza 3,1 km 3 30. August 1982 La Raza – Politécnico 3,4 km 3 Gesamt nach Zweiter Phase 1977–1982 79,3 km 80 30. August 1983 Linie 3 Zapata – Universidad 6,6 km 5 21. Dezember 1983 Linie 6 El Rosario – Instituto del Petróleo 9,3 km 7 22. August 1984 Linie 1 Zaragoza – Pantitlán 2,2 km 1 Linie 2 Tacuba – Cuatro Caminos 4,0 km 2 20. Dezember 1984 Linie 7 Tacuba – Auditorio 5,4 km 4 23. August 1985 Auditorio – Tacubaya 2,7 km 2 19. Dezember 1985 Tacubaya – Barranca del Muerto 5,0 km 4 Gesamt nach Dritter Phase 1982–1985 114,5 km 105 8. Juli 1986 Linie 6 Instituto del Petróleo – Martín Carrera 4,7 km 4 26. August 1987 Linie 9 Pantitlán – Centro Médico 11,7 km 9 Gesamt nach Vierter Phase 1986/1987 130,9 km 118 29. August 1988 Linie 9 Centro Médico – Tacubaya 3,7 km 3 29. November 1988 Linie 7 Tacuba – El Rosario 5,6 km 4 12. August 1991 Linie A Pantitlán – La Paz 17,2 km 10 20. Juli 1994 Linie 8 Garibaldi – Constitución de 1917 20,1 km 19 Gesamt nach Fünfter Phase 1988–1994 177,5 km 154 15. Dezember 1999 Linie B Buenavista – Villa de Aragón 12,1 km 13 30. November 2000 Villa de Aragón – Ciudad Azteca 11,6 km 8 Gesamt nach Sechster Phase 1994–2000 201,2 km 175 30. Oktober 2012 Linie 12 Mixcoac – Tláhuac 25,1 km 20 Gesamt nach Siebter Phase 2000–2012 226,3 km 195

Betrieb

Liniennetz Das U-Bahn-Netz von Mexiko-Stadt hat 195 Stationen, davon bieten 30 eine Umsteigemöglichkeit zwischen mindestens zwei Metrolinien. 115 der Bahnhöfe sind unterirdisch, 54 sind oberirdisch und 26 befinden sich auf Viadukten mit leistungsfähigen Fußgängerbrücken. Derzeit ist das für die Öffentlichkeit nutzbare U-Bahn-Netz 200,87 km lang, während das gesamte Netz einschließlich der Betriebsstrecken eine Gesamtlänge von 226,49 km hat.

Die Züge verkehren täglich von 5 bis 24 Uhr. Die Taktfolge beträgt 2 bis 3 Minuten während der Hauptverkehrszeiten und 10 bis 15 Minuten in den Schwachverkehrszeiten.

Linie Endstationen Länge Stationen 20px|verweis=U-Bahn Mexiko-Stadt Observatorio ↔ Pantitlán 16,65 km 20 20px|verweis=U-Bahn Mexiko-Stadt Cuatro Caminos ↔ Tasqueña 20,71 km 24 20px|verweis=U-Bahn Mexiko-Stadt Indios Verdes ↔ Universidad 21,28 km 21 20px|verweis=U-Bahn Mexiko-Stadt Santa Anita ↔ Martín Carrera 9,36 km 10 20px|verweis=U-Bahn Mexiko-Stadt Politécnico ↔ Pantitlán 14,44 km 13 20px|verweis=U-Bahn Mexiko-Stadt El Rosario ↔ Martín Carrera 11,43 km 11 20px|verweis=U-Bahn Mexiko-Stadt El Rosario ↔ Barranca del Muerto 17,01 km 14 20px|verweis=U-Bahn Mexiko-Stadt Garibaldi ↔ Constitución de 1917 17,68 km 19 20px|verweis=U-Bahn Mexiko-Stadt Tacubaya ↔ Pantitlán 13,03 km 12 20px|verweis=U-Bahn Mexiko-Stadt Mixcoac ↔ Tláhuac 24,11 km 20 20px|verweis=U-Bahn Mexiko-Stadt Pantitlán ↔ La Paz 14,89 km 10 20px|verweis=U-Bahn Mexiko-Stadt Buenavista ↔ Ciudad Azteca 20,28 km 21 Summe 200,87 km 195

Die Linien A und B entsprechen in der Zählung nicht den ursprünglich geplanten Linien 10 und 11. Die Linie 10 wurde im Verlauf der Planungen mit der Linie B zusammengelegt, die mittlere und östliche Teilstrecke der 10 von Buenavista nach Villa de Aragón wurde bis 1999 gebaut. Von der im Süden liegenden Tangential-Linie 11 wurde bisher nichts gebaut.

Stationen mini|Überfüllter Bahnsteig des U-Bahnhofs Tacuba: Normalzustand im Jahr 2015 Die U-Bahn umfasst insgesamt 195 Stationen, von denen auch 24 Umsteigestellen zwischen den Linien sind. 115 Stationen sind unterirdisch (die tiefste Station ist Barranca del Muerto, diese befindet sich 36 Meter unter dem Straßenniveau), 55 oberirdisch und 25 befinden sich auf Stelzen. Linie 1 verkehrt ausschließlich im Tunnel, während Linie 4 komplett oberirdisch verläuft. Die anderen Linien weisen sowohl unter- als auch oberirdische Abschnitte auf.

184 Bahnhöfe befinden sich innerhalb von Mexiko-Stadt, weitere elf befinden sich außerhalb davon. Eine der vom Fahrgastaufkommen her weltgrößten Umsteigebahnhöfe ist Pantitlán, die Endstation von vier Linien (Linien 1, 5, 9 und A) sowie Dutzenden von Buslinien ist. Die meistbenutzte U-Bahnhof ist Cuatro Caminos, westliche Endpunkt der Linea 2, gelegen im Municipio Naucalpan de Juárez, Estado de México. Auf einigen Linien verkehren Züge, deren erste beiden Wagen nur von Frauen und Kindern benutzt werden dürfen. Diese Vorschrift wird allerdings nur während der Hauptverkehrszeiten durchgesetzt, weil es beim größten Andrang manchmal zu rücksichtslosem Verhalten kam.

Jede Station wird mit einem individuellen Kennzeichen markiert, das in Verbindung mit dem Stationsnamen oder der näheren Umgebung steht. So ist z. B. die Station Zapata nach dem mexikanischen Revolutionär Emiliano Zapata benannt. Das entsprechende Zeichen symbolisiert ihn mit einem Schnurrbart und Sombrero vor grünem Hintergrund. Pino Suárez, ebenfalls nach einem Revolutionär benannt, zeigt aztekische Ruinen, die während des Baus der Station gefunden wurden, als Haltestellenlogo. Die Hintergrundfarbe der Zeichen ist identisch mit den Linienkennfarben. Haltestellen, die von verschiedenen Linien bedient werden, zeigen die jeweiligen Farben in diagonalen Linien.

Fahrkarten mini|Zugang am Drehkreuz mit wiederaufladbarer Chipkarte (Tarjeta Recargable) als alternativem Ticket Der Fahrpreis beträgt fünf Mexikanische Peso (ca. 0,23 Euro) pro Fahrt (Stand: August 2025). Kinder unter 5 und Ältere über 60 Jahre, junge Menschen von INJUVE, Menschen mit körperlichen Einschränkungen sowie Uniformierte der Polizei fahren kostenlos mit der U-Bahn.

Fahrkarten werden an Verkaufsstellen verkauft, die an jeder Station zu finden sind. Die Fahrkarten geben beim Betreten der Bahnsteige die Drehkreuze frei. Entwertete Fahrkarten werden vom Drehkreuzlesegerät einbehalten und vernichtet.

Im Juni 2006 wurde damit begonnen, Chipkarten einzuführen. Passende Lesegeräte wurden bereits seit 2004 installiert. In der ersten Phase werden vorausbezahlte Karten zu 300 Peso für 150 Fahrten angeboten. Der hohe Vorauspreis schreckt jedoch potenzielle Nutzer des Systems ab, sodass der Betreiber plant, aufladbare Karten gegen 20 Peso Pfand herauszugeben, um die Akzeptanz zu erhöhen.

Vorkommnisse