Das Gesamtministerium Buck III bildete vom 5. Dezember 1922 bis 21. März 1923 (vom 30. Januar 1923 an nur noch geschäftsführend) die Landesregierung von Sachsen.
Das Gesamtministerium Buck III ist personell identisch mit dem letzten Personaltableau des Gesamtministeriums Buck II. Zu beachten ist dabei die Wiedervereinigung der sozialdemokratischen Parteien.
Abstimmungen im Landtag Die Wahl Bucks fand am 5. Dezember 1922 im Sächsischen Landtag statt. Das Ergebnis wird nachfolgend tabellarisch dargestellt: +Dresden, 5. Dezember 1922WahlgangKandidatStimmenanzahlAnteilUnterstützer1. WahlgangWilhelm Buck4952,1 %SPD, KPDleer2425,5 %übrigeJohannes Hofmann1819,1 %DNVPFritz Kaiser33,2 %DVPMehrheit ab: 48abwesend22,1 %übrigeWilhelm Buck als Ministerpräsident gewählt. Buck bildet das Gesamtministerium Buck III. Am 30. Januar 1923 kam es im Sächsischen Landtag zu einem Misstrauensantrag gegen den Minister des Innern Richard Lipinski, der von der KPD initiiert wurde. Grund für die Abstimmung war laut KPD-Fraktionsvorsitzendem Paul Böttcher die „Gewaltpolitik gegen das Proletariat“ und die „Begünstigung aller konterrevolutionäre[r] Organisationen und Bestrebungen“, die Lipinski unterstütze.
Das Ergebnis der namentlichen Abstimmung wird nachfolgend tabellarisch dargestellt: +Dresden, 30. Januar 1923 – Gesamtstimmenanzahl: 96; erforderliche Mehrheit ab 49 „Ja“WahlgangStimmenStimmenzahlAnteil der StimmenUnterstützungMisstrauensantrag (auf Drs. Nr. 102)Ja-Stimmen 54 56,3 %SPDNein-Stimmen3940,6 %DNVP, DVP, KPD, DDPEnthaltungen00,0 %—Nichtteilnahme33,1 %Robert Börner (DNVP), Wilhelm Bünger (DVP), Hermann Müller (SPD)Misstrauensantrag der KPD erfolgreich. Minister Lipinski muss zurücktreten. Die Abwahl des Ministers Lipinski durch die vereinigten Oppositionsparteien gegen die SPD führt zum Rücktritt des Ministerpräsidenten Buck und damit des Gesamtministeriums im unmittelbaren Anschluss an die Abstimmung.
Eine Neuwahl des Ministerpräsidenten wurde am 6. Februar durchgeführt. Deren Ergebnis wird nachfolgend tabellarisch dargestellt: +Dresden, 6. Februar 1923WahlgangKandidatStimmenanzahlAnteilUnterstützer1. WahlgangWilhelm Buck3840,4 %SPDJohannes Hofmann1920,2 %DNVPFritz Kaiser1920,2 %DVPPaul Böttcher1010,6 %KPDRichard Seyfert88,6 %DDPMehrheit ab: 48abwesend22,1 %übrigeKein Kandidat hat die erforderliche Mehrheit erhalten. Geschäftsführendes Gesamtministerium bleibt im Amt. Zu einem weiteren Wahlgang kam es am 13. Februar 1923. Das Ergebnis wird wiederum tabellarisch dargestellt: +Dresden, 13. Februar 1923WahlgangKandidatStimmenanzahlAnteilUnterstützer1. WahlgangWilhelm Buck4042,5 %SPDFritz Kaiser1920,2 %DVPJohannes Hofmann1819,1 %DNVPPaul Böttcher99,4 %KPDRichard Seyfert88,5 %DDPMehrheit ab: 48abwesend22,1 %übrigeKein Kandidat hat die erforderliche Mehrheit erhalten. Geschäftsführendes Gesamtministerium bleibt im Amt. Die nächste Ministerpräsidentenwahl erfolgte am 21. März 1923 mit dem Ergebnis, dass Erich Zeigner gewählt wurde.
Mitglieder des Gesamtministeriums Das Minister wurden von Buck am 12. Dezember 1922 im Landtag bekanntgegeben. Veränderungen zum letzten Gesamtministerium ergaben sich nicht. AmtBildNamePartei Ministerpräsident zentriert|rahmenlos|120px Wilhelm Buck SPD Stellvertreter des Ministerpräsidenten Minister des Innern zentriert|rahmenlos|120px Richard Lipinski bis 30. Januar 1923 SPD Finanzminister zentriert|rahmenlos|120px Max Heldt SPD Justizminister zentriert|rahmenlos|120px Erich Zeigner SPD Wirtschaftsminister zentriert|rahmenlos|120px Alfred Fellisch SPD Minister für Arbeit und Wohlfahrt zentriert|rahmenlos|120px Paul Ristau SPD Minister für Unterricht und Kultus zentriert|rahmenlos|120px Hermann Fleißner SPD
Belege
Buck 3 Kategorie:Kabinett mit SPD-Beteiligung