Die Venlose Voetbal Vereniging Venlo, kurz VVV-Venlo, ist ein Fußballverein aus der niederländischen Grenzstadt Venlo. Der Verein besteht unter diesem Namen seit dem 7. Februar 1903. VVV-Venlo ist damit einer der ältesten Profi-Fußballvereine in den Niederlanden.

Allgemeines Die Vereinsfarben des Klubs sind Schwarz und Gelb. Dies spiegelt sich auch auf dem Spielfeld wider. Das aktuelle Heimtrikot ist vorwiegend gelb mit einigen schwarzen Akzenten. Die Hose ist komplett schwarz, während Gelb bei den Stutzen die dominante Farbe ist.

Geschichte 1903–1952: Gründung und Entwicklung in den ersten 50 Jahren Der Fußballverein VVV-Venlo wurde 1903 aus der Initiative mehrerer Freunde heraus gegründet. Bereits in den ersten Jahren erlebte der Klub immer wieder Namensänderungen. Erst am 7. Februar 1903 einigte man sich auf Venlose Voetbal Vereniging. Die Venloer waren einer der ersten Fußballklubs in der Stadt und zählt heute zu einem der ältesten im Land. VVV spielte zuerst in unterklassigen Ligen, ehe die Mannschaft 1911/12 in die Erste Klasse aufstieg. Nach der Spielzeit 1921/22 erfolgte der Zwangsabstieg in die zweite Liga. Dort etablierte man sich, schaffte aber so schnell den Wiederaufstieg nicht. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die erste niederländische Liga aufgestockt. Dies gab dem Venloer Team die Möglichkeit wieder erstklassig zu spielen. Dort erreichte man mehrfach gute Platzierungen, ein Titel blieb aber aus.

1953–1961: Einbindung in den Profifußball Saisondaten 1953–1961 Liga Saison Platz Punkte Tore Eerste klasse C 1952/53 5 – - Eerste klasse C 1953/54 4 – - Eerste klasse D 1954/55 2 – - Hoofdklasse A 1955/56 5 40 55:34 Eredivisie 1956/57 8 38 50:53 Eredivisie 1957/58 7 35 61:59 Eredivisie 1958/59 9 36 71:65 Eredivisie 1959/60 6 36 57:60 Eredivisie 1960/61 3 42 77:47

In den 1950er Jahren waren die Venloer regelmäßig unter den ersten Sieben in der Tabelle zu finden. Den größten Vereinserfolg konnte man 1959 mit dem Gewinn des KNVB-Pokals unter dem österreichischen Trainer Wilhelm Kment feiern. Im Finale wurde ADO Den Haag in deren Zuiderparkstadion – aufgrund der Auslosung galt es jedoch als Heimspiel für VVV – mit 4:1 besiegt. Für den Deutschen Karl-Heinz Spikofski war es das letzte Spiel im Dress der Gelb-Schwarzen, ehe er wieder nach Deutschland ging und bei Wormatia Worms anheuerte. Das Spiel begann mit einem Rückschlag für Venlo: Timmer erzielte die 1:0-Führung für Den Haag, ehe Herman Teeuwen Mitte der ersten Halbzeit ausgleichen konnte. Noch zehn Minuten vor der Pause konnte Hans Sleven die Führung für sein Team erzielen. Bald darauf hatte Den Haag die Möglichkeit auszugleichen, doch einen Elfmeter, den VVV-Torhüter Frans Swinkels verschuldete, verschoss Timmer. Besonders an diesem Strafstoß war, dass Swinkels verletzt ausfiel und Teeuwen sich das Trikot nahm und ins Tor stellte. Swinkels konnte anschließend jedoch weiterspielen. In der zweiten Halbzeit waren es dann Jan Klaassens und wieder Teeuwen, die mit zwei weiteren Treffern für den klaren Erfolg der VVV sorgten.

Endspiel KNVB-Pokal 1958/59 auf vvv-venlo.nl (niederländisch); ADO-Aufstellung lt. und Zeitungsbericht vom 18. Juni 1959. ADOstats nennt Wim Biere statt Cock Clavan, der wiederum im Zeitungsartikel explizit erwähnt wird. Da es unwahrscheinlich ist, dass Torhüter Biere im Feld gespielt hat, ist er hier gegen Cock Clavan ausgetauscht. ADO Den Haag VVV-Venlo 17. Juni 1959Zuiderparkstadion (Den Haag)Ergebnis: 1:4Zuschauer: 25.000Schiedsrichter: P.P. Roomer ( Rotterdam) 100px Piet Oostrum – Theo Kleindijk, Huub Scherpenisse – Lex Rijnvis, Henk Jans, Carol Schuurman – Theo Timmermans, Cock Clavan, Roel Timmer, Guus Haak, Mick ClavanTrainer: Rinus Loof Frans Swinkels – Hay Lamberts, Harrie Steegh – Ton van der Hurk, Jan Klaassens, Gijs Nass – Willy Erkens, Jan Schatorjé, Karl-Heinz Spikofski, Hans Sleven, Herman TeeuwenTrainer: Wilhelm Kment 1:0 Timmer 1:1 Teeuwen 1:2 Sleven 1:3 Klaassens 1:4 Teeuwen

1953 schloss sich VVV dem Koninklijke Nederlandse Voetbal Bond, dem niederländischen Fußballverband an. Bei der Einführung des Profifußballs in den Niederlanden 1954 fusionierte Sportclub Venlo '54 mit VVV-Venlo zum SC VVV-Venlo oder einfach nur VVV. Nachdem zuvor noch der Nederlands landskampioenschap (Niederländische Landesmeister) ausgespielt wurde, gab es zur Saison 1954/55 eine Reform des niederländischen Fußballsystems. Somit gingen die Vereine in die erste Profifußballsaison. Zusammen mit BVV/Caterpillar, Eendracht Brengt Ons Hoger, Excelsior Rotterdam, Hermes DVS, SV Kerkrade, SV Limburgia, NAC Breda, PSV Eindhoven, RBC Roosendaal, RKSV Sittardia, Willem II Tilburg und XerxesDZB spielte Venlo in der Eerste klasse C. Neben dieser existierten noch die Staffeln A, B und D sowie der Profiliga des Nederlandse Beroeps Voetbal Bond (NBVB), einem Verband, der sich 1953 bildete, um die Anerkennung des Fußballs als Profisport durchzusetzen. Zur Folgesaison wurde die Eerste- durch die zweigleisige Hoofdklasse ersetzt. Es existierten zwei Gruppen. Venlo wurde in die Hoofdklasse A gesetzt. Die ersten beiden Mannschaften jeder Staffel qualifizierten sich für die Meisterschaftsspiele. Die ersten neun Teams beider Ligen schafften durch ihre Platzierung die Qualifikation zur neu geschaffenen Eredivisie für die Spielzeit 1956/57. Das Venloer Team schaffte als Tabellenfünfter die sichere Teilnahme an der neuen eingleisigen Liga. In den kommenden Jahren hielt sich der Klub souverän im Tabellenmittelfeld der Eredivisie. 1960/61 schaffte man sogar die bis heute beste Platzierung der Vereinsgeschichte, als die Mannschaft hinter Feyenoord Rotterdam und Ajax Amsterdam den dritten Rang einnahm. Dies berechtigte damals zur Teilnahme am Intertoto-Cup. Mit insgesamt 77 erzielten Toren stellte man einen Vereinsrekord auf. Der Rekord der 47 Gegentreffer wurde bis 1987 nicht unterboten. Bis zur Saison 1961/62 schaffte der Verein es, sich in der Erstklassigkeit zu behaupten. Wichtige Spieler in dieser Zeit waren Jan Klaassens, Faas Wilkes, Coy Koopal und Herman Teeuwen, zu dessen Ehren man seit 2004 das Wettspiel um den Herman Teeuwen Gedächtnispokal ausspielt.

1962–1989: Pendeln zwischen Eredivisie und Eerste Divisie Saisondaten 1962–1989 Liga Saison Platz Punkte Tore Eredivisie 1961/62 17 27 38:62 Eerste D. 1962/63 14 23 40:63 Eerste D. 1963/64 14 23 38:66 Eerste D. 1964/65 8 29 46:51 Eerste D. 1965/66 15 15 32:78 Tweede D. 1966/67 2 52 79:41 Eerste D. 1967/68 18 23 47:81 Tweede D. 1968/69 15 27 40:69 Tweede D. 1969/70 16 18 29:61 Tweede D. 1970/71 11 30 42:46 Eerste D. 1971/72 16 34 42:50 Eerste D. 1972/73 18 28 25:45 Eerste D. 1973/74 16 30 46:53 Eerste D. 1974/75 5 43 59:30 Eerste D. 1975/76 2 49 61:33 Eredivisie 1976/77 13 27 37:60 Eredivisie 1977/78 14 28 46:66 Eredivisie 1978/79 18 14 23:79 Eerste D. 1979/80 12 35 55:68 Eerste D. 1980/81 13 33 68:74 Eerste D. 1981/82 7 41 64:47 Eerste D. 1982/83 7 31 54:56 Eerste D. 1983/84 10 32 54:53 Eerste D. 1984/85 2 45 75:39 Eredivisie 1985/86 13 27 39:62 Eredivisie 1986/87 5 37 46:45 Eredivisie 1987/88 5 38 43:35 Eredivisie 1988/89 17 24 40:62

1962 folgte der Abstieg in die Eerste Divisie. Als Tabellen-Siebzehnter ließ man nur Rapid JC Kerkrade hinter sich. Auf den fünfzehnten Rang, dem ersten Nichtabstiegsplatz, den der ADO Den Haag innehatte, fehlten dem Venloer Team nur zwei Punkte. Nach einigen Jahren dort folgte sogar der Gang in die Drittklassigkeit. Nie schaffte man es auch nur in die Nähe der Aufstiegsränge zu kommen. Beste Platzierung war 1964/65 der achte Platz. Neben den sportlichen Misserfolgen hatte der Klub in dieser Zeit auch immer wieder mit finanziellen Problemen zu kämpfen und ein Überleben des Vereins wurde zeitweise in Frage gestellt. Vor der Saison 1972/73 wurde Rob Baan als neuer Trainer eingestellt. Dieser führte die Mannschaft 1976 wieder in die Eredivisie. Zwei Jahre lang hielt man dort die Klasse, schaffte es aber 1977/78 nicht den erneuten Abstieg zu verhindern. Zwischen 1980 und 1984 versank man in der Bedeutungslosigkeit der Eersten Divisie. Beste Platzierung war Platz sieben. Das Team war zwar berechtigt, in den Jahren 1982, 1983 und 1984 an den Play-offs zum Aufstieg in die Eredivisie teilzunehmen, verpasste in dieser aber jeweils den Sieg. Zum Ende der Spielzeit 1985 fand man sich auf dem zweiten Rang wieder und qualifizierte sich somit für den direkten Aufstieg zur Eredivisie. Mit 75 erzielten Toren stellte der Verein damals den torhungrigsten Angriff. Dabei war Peter van Velzen der beste Angreifer der Schwarz-Gelben. Er steuerte zum Aufstieg 28 Treffer bei und sicherte sich damit die Torschützenkanone für die zweite Liga. Im ersten Jahr nach dem Aufstieg musste der Klub bis kurz vor Schluss um den Verbleib in der höchsten niederländischen Spielklasse zittern. Schließlich ließ die Mannschaft aber fünf weitere Teams hinter sich. Zusammen mit den Go Ahead Eagles kassierte der Verein die zweitmeisten Gegentreffer im Verlauf des Spieljahres. Besonders bitter war die 1:7-Niederlage am 6. Spieltag gegen Ajax Amsterdam. Aber auch Achtungserfolge wie ein 4:0-Sieg gegen AZ Alkmaar oder ein 3:2-Erfolg bei Feyenoord Rotterdam wurden gefeiert. In den Spielzeiten 1986/87 und 1987/88 überraschte der Klub, indem er zweimal hintereinander den fünften Platz in der höchsten niederländischen Spielklasse erreichte. 1988 hatte das Team zudem die zweitbeste Abwehr mit nur 35 Gegentreffern. Nur der spätere Meister PSV Eindhoven hatte sieben Gegentore weniger. Wichtig dabei waren die beiden Verteidiger Raymond Libregts und Stan Valckx. Entscheidende Säulen für diese Erfolge waren weitere Spieler wie Ger van Rosmalen, Remy Reynierse und Brian Boitano. Doch im Jahr darauf erfolgte wieder die Ernüchterung. Die Innenverteidigung mit Libregts und Valckx wurde gesprengt, da beide den Verein verließen. Während Valckx, zusammen mit dem Teamkollegen Frank Berghuis zum PSV Eindhoven wechselte, zog es Libregts zu Sparta Rotterdam. Angreifer John Lammers entschied sich zu einem Wechsel ins Ausland. Venlo war gezwungen einen Neuanfang zu machen. Doch diesen Aderlass verkraftete die Mannschaft nicht und es erfolgte der freie Fall. Insgesamt gelangen nur fünf Saisonsiege. 14-mal trennte man sich mit einem Unentschieden vom Gegner, was Ligahöchstwert darstellte. Am Ende blieb nur Platz siebzehn und somit der direkte Abstieg.

1990–1999: Kurzzeitige Erfolge Saisondaten 1990–1999 Liga Saison Platz Punkte Tore Eerste D. 1989/90 4 39 53:44 Eerste D. 1990/91 3 49 73:46 Eredivisie 1991/92 18 12 32:84 Eerste D. 1992/93 1 50 84:46 Eredivisie 1993/94 17 25 30:62 Eerste D. 1994/95 12 29 54:62 Eerste D. 1995/96 5 57 55:33 Eerste D. 1996/97 4 57 55:40 Eerste D. 1997/98 11 47 45:46 Eerste D. 1998/99 11 42 59:66