mini|Ferdinand Schmidt im Jahr 1895 Ferdinand Schmidt (* 19. Juni 1840 in Nürnberg; † 22. August 1909 ebenda) war der wohl bedeutendste Architekturfotograf um 1900 in Nürnberg. Anlässlich des Nürnberger Stadtjubiläums wurde mit Nachdruck auf Ferdinand Schmidts Schaffen hingewiesen.
Leben mini|Foto des Albrecht-Dürer-Haus von Ferdinand Schmidt Ferdinand Schmidt wurde 1840 als Sohn des Porträtmalers und Fotografen Georg Schmidt (1811–1867) geboren. Ab ca. 1860 arbeitete er im väterlichen Photographischen Atelier in Nürnberg mit. 1867 schloss er eine Ausbildung als Schlossermeister bei Wilhelm Stich in der Tetzelgasse 43 in Nürnberg ab. Seine erste Frau, die Bäckerstochter Anna Margarethe Kurz, heiratete Schmidt am 12. Mai 1867. Nach dem Tod des Vaters 1867 übernahm Ferdinand Schmidt dessen Atelier im Oktober desselben Jahres. Zwei Monate darauf erwarb er offiziell die Lizenz des Fotografengewerbes. 1881 stellte er Michael Stich, den Sohn seines Ausbilders Wilhelm Stich, als Gehilfen an. Nach dem Tod der Ehefrau 1899 heiratete Schmidt am 14. März 1899 Kunigunda Käthe Reichel (1872–ca. 1933). Am 22. August 1909 starb Ferdinand Schmidt nach langer Krankheit. Er wurde auf dem Westlichen Friedhof begraben.
Das Atelier nach seinem Tod Nach dem Tod Schmidts 1909 übernahm Kunigunda (genannt Gunda) Schmidt die Geschäfte des Ateliers zusammen mit dem ehemaligen Gehilfen Michael Stich. Selbigen heiratete Kunigunda am 2. April 1911. Das Atelier nannte sich fortan „M. Stich Firma Ferdinand Schmidt Nürnberg“. Bereits wenige Jahre später am 17. April 1918 starb Michael Stich und Kunigunda Stich war wieder Witwe. Kunigunda musste nun endgültig das Photographische Atelier auflösen. Sie heiratete 1920 den Händler Johann Gundel. Fortan verwaltete sie den Nachlass Ferdinand Schmidts.
Werkeinschätzung Ferdinand Schmidt hielt mit einer Vielzahl von topografischen Aufnahmen als einer der ersten das sich rasant verändernde Stadtbild der Stadt Nürnberg mit einer Kamera fest. Seine Arbeiten dokumentieren eindrucksvoll den Wandel vom mittelalterlichen Idyll hin zur industriell geprägten Metropole. Die am stärksten beeindruckenden Bilder liefern drei Serien mit Rundumansichten vom Spittlertorturm aus, auf denen die Altstadt sowie die südwestlichen Vororte zu sehen sind. Im Abstand von jeweils etwa zwei Jahrzehnten entstanden, kann man das Wachstum binnen eines halben Jahrhunderts und damit die architektonischen und städtebaulichen Veränderungen anschaulich und detailliert nachvollziehen. Von Juli bis Oktober 2020 zeigte das Stadtmuseum im Fembo-Haus diese Fotos im Rahmen der Ausstellung „Der weite Blick. Nürnberger Panoramen aus sieben Jahrhunderten“ und erstellte daraus auch interaktive 360° Panoramen.
Literatur Helmut Beer: Das alte Nürnberg des Ferdinand Schmidt. Fotografien 1860 bis 1909. Nürnberg 2009.
Im Wandel. Nürnberg vor 100 Jahren – Fotografien von Ferdinand Schmidt 1860-1909, 2000. Nürnberg 1865-1909. Photographien von Ferdinand Schmidt, München 2. Auflage 1999. Centrum für Industriekultur Nürnberg (Hrsg.): Nürnberg 1865-1909. Photographien von Ferdinand Schmidt. Nürnberg 1987. Wilhelm Kriegbaum: Nürnberg dargeboten in alten Photographien, Verlag Karl Ulrich & Co, Nürnberg 1967.
Weblinks
Medienwerkstatt Franken: Ferdinand Schmidt - Ein Fotograf sieht seine Stadt (Video, Laufzeit: 10:53 Minuten) Stadtmuseum im Fembo-Haus: Ferdinand Schmidts Rundumansichten von 1865, 1885 und 1905 als interaktive Panoramen Über Fotografien in der Sammlung der Photothek des Zentralinstituts für Kunstgeschichte: Nadine Raddatz über den Fotografen Ferdinand Schmidt 4. Mai 2020.
Einzelnachweise
Kategorie:Fotograf (19. Jahrhundert) Kategorie:Fotograf (20. Jahrhundert) Kategorie:Fotograf (Nürnberg) Kategorie:Architekturfotograf Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1840 Kategorie:Gestorben 1909 Kategorie:Mann