Die Geschichte des Eishockeys in Erfurt beginnt vor dem Zweiten Weltkrieg. Diese Zeit ist in aktuellen Veröffentlichungen spärlich dokumentiert, gesichert ist jedoch eine Teilnahme des Bobclubs Erfurt an der Deutschen Meisterschaft im Januar 1934 in Schierke. Erfolgreichster aktueller Verein ist der EHC Erfurt, dessen erste Mannschaft als „Black Dragons“ in der Oberliga Nord (dritthöchste nationale Spielklasse) spielt. Im EHC gibt es außerdem eine zweite Mannschaft sowie mehrere Nachwuchsmannschaften. Weitere kleinere Vereine unterhalten ebenfalls Eishockeyabteilungen (SC Medizin, ESC, BSG Fiskus).

Geschichte Eishockey in Erfurt mini|Kunsteisbahn Erfurt während des Baus, 1957 In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg wurde als erster Eishockeyverein KWU Erfurt gegründet. Sie spielten noch auf einem Tennisplatz, der im Winter zur Eisfläche wurde. Ab den 1950er Jahren wurde das Eishockey in Erfurt populär. Hierbei spielte die 1957 gegründete Sektion Eissport des SC Turbine Erfurt eine wichtige Rolle, denn im selben Jahr wurde auch das noch offene erste Kunsteisstadion Erfurts gebaut. Turbine spielte unter professionellen Bedingungen bis 1970 in der DDR-Oberliga. Aufgrund des Beschlusses der DDR-Sportführung, alle geförderten Stützpunkte bis auf die Dynamo-Klubs aus Weißwasser und Berlin aufzulösen, wurde leistungssportliches Eishockey im Spätsommer 1970 in Erfurt von einem Tag auf den anderen eingestellt. Die alten Spieler fanden sich größtenteils als Amateure in der BSG Motor Optima Erfurt wieder zusammen und wechselten um 1980 zur BSG HO Lebensmittel (später nur BSG HO). Die Männermannschaft der BSG nahm jährlich an der Bestenermittlung (eine Art Amateur-Meisterschaft) teil und belegte mehrmals vordere Plätze. Nachwuchsarbeit war zwischen 1970 und 1990 nur sehr eingeschränkt (zeitweise gar nicht) möglich. Im Jahre 1979 wurde das alte Eisstadion abgerissen und eine neue Eishalle und eine offene Eisschnelllaufbahn entstanden.

Entwicklung nach 1990

mini|Logo des Eissportclub Erfurt 1990 trat die breitensportlich orientierte Sektion Eishockey der damaligen BSG HO Erfurt in der Hoffnung auf bessere Bedingungen für die Entwicklung der Sportart dem am 20. Oktober 1989 gegründeten ESC Erfurt bei. Seit der Saison 1991/92 nahm die erste Männermannschaft, die sich später Black Dragons nannte, erfolgreich am Spielbetrieb teil und erreichte in der ersten Saison sogar Platz eins der Hessenliga. Den wohl größten Erfolg feierten die Erfurter Männer mit der Hessenmeisterschaft und dem ersten Platz in der Relegation der Regionalliga Nordrhein-Westfalen und dem damit verbundenen Aufstieg in die 1. Liga Nord. Auch dort konnte die Mannschaft mithalten, verpasste jedoch die Teilnahme an den Playoffs zur 2. Bundesliga, welche aber im folgenden Jahr erreicht wurden.

Ein Jahr später begannen die Probleme. Auf Grund finanzieller Misswirtschaft meldete der ESC nach der Saison 2000/01 Insolvenz an und die Black Dragons zogen sich aus dem Spielbetrieb der Oberliga zurück. In der Sachsenliga erfolgte der Neuaufbau, welcher die neu gegründete Regionalliga Ost folgte. Seit der Saison 2005/06 spielten die Black Dragons in der Regionalliga.

Ausgliederung aus dem ESC Erfurt 2006 wurde die erste Männerschaft aus dem ESC ausgegliedert. Dabei ist der EHC Erfurt entstanden, der neuer Heimatverein der Black Dragons wurde. Grund für die Ausgliederung war unter anderem beide Vereine finanziell und wirtschaftlich zu schützen. In der Saison 2006/07 ging der EHC Erfurt erstmals in der Regionalliga Nord/Ost an den Start. Zwar wurde am Ende der Saison der Sprung auf die Aufstiegsplätze verpasst, aber der Verein bekam trotzdem die Chance sich für die Oberliga 2007/08 zu bewerben. Nachdem die Lizenz für die dritthöchste Spielklasse erteilt war, benannte sich der Stammverein in EHC Thüringen um. Im Mai 2007 folgte ein Teil der Junioren des ESC Erfurt den Männern und wurden Bestandteil des EHC. Sportlich verlief die Saison nicht zufriedenstellend. Nachdem bereits im Herbst einige Spieler der Oberligamannschaft aus wirtschaftlichen Gründen abgegeben und durch Nachwuchs- und Amateurspieler ersetzt wurden, stand am Ende der Saison der Abstieg und die Beantragung einer Spiellizenz für die Regionalliga Nord/Ost. Im Sommer 2010 benannte sich der Verein wieder in EHC Erfurt um und stieg im Rahmen einer Ligenreform in die Oberliga Ost auf.

Eine Mannschaft des ESC Erfurt spielt inzwischen wieder in der fünftklassigen Thüringenliga. Weitere Eishockeyvereine in Erfurt sind der SC Medizin Erfurt (Mannschaftsbezeichnung „Kojoten“) und die BSG Fiskus Erfurt „Hurricane-V2“, welche ebenfalls in der Thüringenliga spielen. Der EHC Erfurt stellt weiterhin eine II. Mannschaft in der Regionalliga Ost und eine III. Mannschaft in der Thüringenliga.

Platzierungen Saisonergebnisse der 1. Männermannschaft Saison Liga Platzierung Endrunde 1990/91 Sachsenliga − 1991/92 Hessenliga 1. Platz − 1992/93 Hessenliga 6. Platz − 1993/94 Hessenliga 2. Platz − 1994/95 Regionalliga Hessen/Thüringen 1. Platz − 1995/96 Regionalliga Hessen/Thüringen 1. Platz − 1996/97 Regionalliga Hessen/Thüringen 1. Platz Staffelsieger / 2. Platz Relegation zum Aufstieg 2. Liga Nord 1997/98 Regionalliga Nordrhein-Westfalen 1. Platz Aufstieg in die 1. Liga Nord 1998/99 1. Liga Nord 6. Platz Teilnahme an der Relegation zur 1. Liga Nord (später Oberliga Nord) 1999/00 Oberliga Nord 4. Platz Aufstiegs-Play-offs Bundesliga (1. Runde mit 1:3 (4:3, 2:5, 5:8, 1:3) an Grizzly Adams Wolfsburg gescheitert) 2000/01 Oberliga Nord 10. Platz finanzieller Rückzug 2001/02 Sachsenliga 4. Platz − 2002/03 Regionalliga Ost 6. Platz Relegation: 1. Platz 2003/04 Regionalliga Ost 8. Platz Relegation: 4. Platz 2004/05 Regionalliga Ost 4. Platz Relegation: 10. Platz 2005/06 Regionalliga Nord/Ost 3. Platz Relegation: 5. Platz 2006/07 Regionalliga Nord/Ost 5. Platz − 2007/08 Oberliga Nord 9./19.1 Playdowns (0:4 gegen ESC Halle 04, 0:4 gegen Eisbären Juniors Berlin), Abstieg in die Regionalliga 2008/09 Regionalliga Ost 2. Platz Vizemeister Playoffs: Halbfinale 2:1 (8:1, 2:6, 8:7) gegen EHV Schönheide, Finale 1:2 (1:8, 4:3 n. P., 2:8) gegen ECC Preussen Juniors Berlin 2009/10 Regionalliga Ost 4. Platz Aufstieg 2010/11 Oberliga Ost 3. Platz Pokalsieg OL Ost (Startberechtigung für DEB-Pokal 2011) 2011/12 Oberliga Ost 3. Platz 2. Platz Pokalrunde OL Ost 2012/13 Oberliga Ost 7. Platz 5. Platz Pokalrunde OL Ost 2013/14 Oberliga Ost 2. Platz 2. Platz Pokalrunde OL Ost, 6. Platz OL Endrunde Gr. B 2014/15 Oberliga Ost 3. Platz 7. Platz Endrunde RL-Mitte 2015/16 Oberliga Nord 13. Platz – 2016/17 Oberliga Nord 10. Platz Pre-Playoffs 2017/18 Oberliga Nord 10. Platz 3. Platz Qualifikation 2018/19 Oberliga Nord 11. Platz Pre-Playoffs 2019/20 Oberliga Nord 11. Platz Hauptrunde 2020/21 Oberliga Nord 8. Platz 8. Platz Oberliga Nord / Pre-Playoffs / Play Offs Achtelfinale2021/22Oberliga Nord8. Platz8. Platz Oberliga Nord / Pre-Playoffs Sieger / Play Offs Viertelfinale 2022/23Oberliga Nord10. Platz10. Platz Oberliga Nord / Pre-Playoffs 2023/24Oberliga Nord8. Platz8. Platz Oberliga Nord / Pre-Playoffs Sieger / Play Offs Achtelfinale 2024/25Oberliga Nord11. PlatzHauptrunde 1 x/y - x = Platzierung in der Staffel, y = Platzierung gesamt

Aktuelle Ligenzugehörigkeit Mannschaft Liga Black Dragons Oberliga Nord Black Dragons II Landesliga Sachsen

Nachwuchs Mannschaft Liga Jugend Nordböhmische Jugendliga Schüler Ostdeutsche Nachwuchsliga Knaben Ostdeutsche Nachwuchsliga Kleinschüler Ostdeutsche Nachwuchsliga Bambini Ostdeutsche Nachwuchsliga

Spielstätte mini|Die „Kartoffelhalle“ in Erfurt, 2026 Die Black Dragons Erfurt tragen ihre Heimspiele in der Eishalle an der Arnstädter Straße aus, die von den Fans „Kartoffelhalle“ genannt wird. Sie hat ein Fassungsvermögen von 1.200 Zuschauern. Der zweite Heimspielort in Ilmenau wurde nach der Saison 2007/08 wieder aufgegeben. Seit der Saison 2008/09 finden alle Heimspiele der Black Dragons wieder in der Erfurter Kartoffelhalle statt.

Weblinks Offizielle Website des Vereins Inoffizielle Seite mit Teilbereich zur Geschichte von Eishockey in Erfurt

Einzelnachweise

Erfurt, Black Dragons Erfurt Kategorie:Sport (Erfurt)