Tampa ist eine Stadt und zudem der County Seat des Hillsborough County im US-Bundesstaat Florida mit 384.959 Einwohnern (Stand: April 2020). Nach Jacksonville und Miami ist Tampa die drittgrößte Stadt Floridas. Die an der Tampa Bay gelegene Stadt ist Teil der Metropolitan Statistical Area (MSA) Tampa-St. Petersburg-Clearwater (kurz auch Tampa Bay Area) mit rund 3,0 Millionen Einwohnern.

Geografie Geografische Lage Tampa liegt an der Mündung des Hillsborough River in die Tampa Bay. Der südliche Teil der Stadt ragt als Halbinsel in die Bucht hinein. Die Bucht wird westlich der Halbinsel auch Old Tampa Bay, östlich davon Hillsborough Bay genannt. Die Davis Islands in der Hillsborough Bay bilden einen eigenen Stadtteil Tampas. Der Tampa Bypass Canal verläuft östlich um Tampa herum und verbindet den Hillsborough River mit der McKay Bay, die eine kleine Einbuchtung der Hillsborough Bay ist. Der offene Golf von Mexiko befindet sich rund 40 km südwestlich der Südspitze Tampas.

Gemäß dem United States Census Bureau besitzt die Stadt eine Fläche von rund 442 km² (170,6 mi²), davon sind rund 290 km² (112,1 mi²) Landmasse. Die höchste Erhebung im Stadtgebiet liegt bei 15 m (48 ft).

Orlando liegt 120 km, Jacksonville 300 km, Tallahassee 380 km und Miami 420 km von Tampa entfernt.

Nachbargemeinden Tampa grenzt im Osten an die Stadt Temple Terrace und bildet mit ihr einen gemeinsamen urbanen Raum. Im Westen, auf der anderen Seite der Tampa Bay, liegen die Städte Clearwater und St. Petersburg, mit denen die Stadt über mehrere Brücken verbunden ist. Außerdem grenzt Tampa an zahlreiche census-designated places.

Stadtgliederung Die Stadt ist in die sechs Stadtbezirke Downtown Tampa, New Tampa, West Tampa, East Tampa, North Tampa und South Tampa aufgeteilt. Diese wiederum bestehen aus zahlreichen Stadtteilen (sog. neighborhoods).

Klima Das Klima ist subtropisch geprägt und wird in der Klimaklassifikation nach Köppen mit Cfa angegeben. Die Sommer sind warm bis heiß mit einer hohen Luftfeuchte und höheren Niederschlägen als im Winter. Im Winter sind gelegentliche leichte Nachtfröste zu erwarten, treten jedoch nicht jedes Jahr auf. Schneefall ist sehr selten. Die mittleren Tageshöchstwerte liegen zwischen 21 und 32 °C, die Tiefstwerte zwischen 11 und 24 °C. Generell ist das Klima im Süden der Stadt wärmer und feuchter als im Norden. Die höchste jemals gemessene Temperatur lag am 5. Juni 1985 bei 37 °C, die tiefste Temperatur bei −8 °C am 13. Dezember 1962. Ein signifikanter Wintereinbruch ging 1899 mit größeren Schneemengen einher, die durch den lake effect verursacht wurden. Der letzte messbare Schnee (0,5 cm) fiel am 19. Januar 1977 in der Stadt.

Die Stadt wird aufgrund ihrer Lage während der Hurrikansaison von Juni bis November oft von tropischen Stürmen heimgesucht. Der letzte direkte „Treffer“ eines Hurrikans liegt jedoch lange zurück und datiert auf das Jahr 1921. Dies sollte sich 2004 nach den Vorhersagemodellen mit Hurrikan Charley ändern, jedoch drehte er kurz vor dem prognostizierten Landgang nach Osten ab und ging stattdessen weiter südlich bei Punta Gorda an Land. Die Evakuierungsmaßnahmen im Zusammenhang mit Charley waren die umfangreichsten in der Geschichte der Tampa Bay Area. In der Gegend fließen mehrere Flüsse ins Meer, das macht sie besonders anfällig für Überschwemmungen. Eine Studie der Weltbank stufte Küstenstädte im Jahr 2013 danach ein, wie sehr sie von Überschwemmungen bedroht sind. Tampa kam gemessen an der geschätzten Gesamtschadenssumme weltweit auf Platz 7.

Geschichte Name Der Name Tampa taucht in der Sprache des indigenen Volkes der Calusa auf, die sich südlich der Tampa Bay angesiedelt hatten. Er bedeutete ursprünglich so viel wie Feuerstäbe und bezieht sich dabei wohl auf die in den Sommermonaten häufig auftretenden Gewitter in der Region.Mulder, Kenneth: Tampa Bay: Days of Long Ago. P&M Pub. Co., 1990. Nach dem Sprachforscher George R. Stewart geht der Stadtname auf ein Missverständnis zwischen Indianern und Spaniern zurück. Der Ort wurde von den Ureinwohnern „itimpi“ genannt, was schlicht so viel wie „nahe bei“ bedeutet.Stewart, S. 231. Er wurde vom Spanier Hernando de Escalante Fontaneda, der 17 Jahre lang von den Indianern gefangen gehalten wurde, 1575 in seinen Erinnerungen als „Tanpa“ erwähnt und als wichtige Stadt der Calusa beschrieben. Der Archäologe Jerald T. Milanich vermutet den Standort der früheren indigenen Stadt jedoch weiter südlich im Charlotte Harbor und nimmt an, eine spätere spanische Expedition habe auf ihrer Schiffsreise entlang der Küste diese Bucht nicht bemerkt und schließlich die Tampa Bay für die von Fontaneda beschriebene Bucht gehalten.Milanich, Jerald T.: Florida Indians and the Invasion from Europe. University Press of Florida, 1995, ISBN 0-8130-1360-7, S. 40. Kartographen verwendeten die Begriffe Bay oder Bahia Tampa frühestens seit 1695.

Frühe Jahre mini|hochkant|Hernando de Soto Viel ist über die Geschichte der Gegend vor dem ersten Kontakt mit Europäern nicht bekannt. Als erstmals spanische Entdecker in den 1520er Jahren eintrafen, fanden sie eine Reihe von Siedlungen des Tocobaga-Stammes im Gebiet des heutigen Pinellas County und Tampa in der nördlichen Tampa Bay sowie mehrere Dörfer der Calusa im heutigen Gebiet des Manatee County im südlichen Bereich der Bucht vor.Milanich, Jerald T.: Florida Indians and the Invasion from Europe. University Press of Florida, 1995, ISBN 0-8130-1360-7. Angeführt von den Entdeckern Pánfilo de Narváez und Hernando de Soto begaben sich mehrere Expeditionen auf die Suche nach Gold sowie der Möglichkeit, dauerhafte spanische Siedlungen einzurichten. Versuche der Einwanderer, sesshaft zu werden und die einheimische Bevölkerung zu missionieren, wurden von dieser zurückgewiesen und bekämpft. Gegen die von den Spaniern eingeschleppten Krankheiten fanden die Indianer jedoch keine Mittel. So starben jegliche indigene Kulturen Floridas in den folgenden Jahren vollständig aus. Da auch die Spanier aufgrund ungünstiger Bedingungen keine Lebensgrundlage hatten, blieb die Gegend für mehr als 200 Jahre unbevölkert.

Mitte des 18. Jahrhunderts wurden durch die Gründung amerikanischer Kolonien durch die Engländer die einheimischen Seminolen in den Norden Floridas zurückgedrängt. Zu dieser Zeit lebten in der Gegend um die Tampa Bay nur wenige einheimische Fischer sowie eingewanderte Kubaner. Sie wohnten in einem Dorf, das sich im heutigen Stadtgebiet Tampas am Bayshore Boulevard befand. 1821 traten die Spanier mit dem 1819 abgeschlossenen, sogenannten Adams-Onís-Vertrag Florida an die Vereinigten Staaten ab, die daraufhin das Florida-Territorium einrichteten.

Die US-Regierung errichtete nach 1821 im Territorium eine Vielzahl von Festungen und Handelsposten, die die Kontrolle über das weitestgehend noch durch Wildnis und Gesetzlosigkeit beherrschte Gebiet sicherstellen sollte. Eine Festung hiervon war unter anderem auch Fort Brooke, die 1824 unter Führung von George Mercer Brooke und James Gadsden an der Mündung des Hillsborough River in die Tampa Bay errichtet wurde. An ihrer Stelle steht heute das Tampa Convention Center im Stadtzentrum von Tampa. Nachdem 1835 der Zweite Seminolenkrieg aufbrandete, floh praktisch die gesamte Bevölkerung aus der Region. Erst knapp sieben Jahre später konnten nach der Niederlage der Indianer die ersten Siedler zurückkehren.

Gründung von Tampa und Bürgerkrieg mini|hochkant|Kanonen auf dem Campus der University of Tampa Am 3. März 1845 wurde Florida zum 27. Bundesstaat der Vereinigten Staaten erklärt. Knapp vier Jahre später wurde Tampa am 18. Januar 1849 mit 185 Einwohnern (ohne die Militärkräfte der Festung) offiziell als Village gegründet. Bei der ersten Volkszählung Tampas im nachfolgenden Jahr wurden inklusive Militärpersonal insgesamt 974 Einwohner gezählt. Am 15. Dezember 1855 wurde Tampa zur City hochgestuft und 1856 der Richter Joseph B. Lancaster zum ersten Bürgermeister der Stadt ernannt.

Im Januar 1862 wurde nach Ausbruch des Sezessionskrieges in Tampa der Ausnahmezustand erklärt. Florida wurde als Südstaat Teil der Konföderierten Staaten von Amerika. Tampa diente während des Krieges als Lager für konföderierte Truppen. Die zivile Verwaltung der Stadt wurde bis Kriegsende eingestellt. Die Schiffsflotte der Union blockierte den Zugang zur Tampa Bay, sodass die Stadt von der militärischen und zivilen Versorgung über den Wasserweg abgeschnitten wurde. Der Versuch der Konföderation, die Blockade zu durchbrechen, mündete in der Schlacht von Tampa vom 30. Juni und 1. Juli 1862, die jedoch kein Ergebnis einbrachte. Später unterlag die Konföderation in der Schlacht von Fort Brooke vom 17. und 18. Oktober 1863, als Festung und Stadt von Schiffen und Landtruppen der Union bombardiert und zahlreiche Schiffe versenkt wurden. Der Krieg endete schließlich im April 1865. Im Mai trafen Truppen der Union ein, die als Teil der Reconstruction bis August 1869 die Stadt besetzten. Bereits am 25. Juni 1868 wurde Florida wieder in die Union eingegliedert.

Die Zeit der Reconstruction wirkte sich gravierend auf die Region um Tampa aus, da die im Vergleich zur Ostküste Floridas ohnehin nur geringe Wirtschaftskraft deutlich geschwächt wurde. Zusätzlich sorgten mehrere Gelbfieber-Epidemien, verursacht durch Moskitos der Sümpfe Zentralfloridas, für einen markanten Bevölkerungsrückgang in der Gegend.Brown, Cantor. Tampa During the Civil War and Reconstruction. University Press of Florida. 1869 stimmten die Bewohner Tampas für die Auflösung der Stadtregierung, und bei den Volkszählungen der Jahre 1870 und 1880 sank die Einwohnerzahl auf 796 bzw. weiter auf 720 Menschen. Die Festung Fort Brooke hatte mittlerweile ihren Zweck verloren und wurde 1883 aufgegeben. Bis auf zwei auf dem Campus der University of Tampa ausgestellte Kanonen sind keine Überreste der Festung mehr zu finden.

Aufschwung und Wohlstand Die Entdeckung von Phosphatvorkommen im Bone Valley südöstlich der Stadt sorgten für einen abrupten Aufschwung der Wirtschaft Tampas. Der Rohstoff, der unter anderem zur Herstellung von Düngemittel verwendet wird, stellt auch heute noch ein wichtiges Exportgut der Region dar. Weiterer Wohlstand wurde der Stadt zuteil, als sie durch den Pionier Henry B. Plant mit der Eröffnung der South Florida Railroad von hier über Orlando nach Sanford im Jahr 1884 Anschluss an das Eisenbahnnetz erhielt. Neben dem verbesserten Austausch von Wirtschaftsgütern wurde Tampa durch die Eisenbahn erstmals auch touristisch erschlossen. 1890 wurde Tampa auch von der Florida Railroad erreicht. 1906 wurde durch die Tampa Northern Railroad eine Bahnstrecke von Tampa nach Brooksville eröffnet, die 1912 von der Seaboard Air Line Railroad aufgekauft wurde. 1919 wurde durch die Tampa Southern Railway, einer Tochtergesellschaft der Atlantic Coast Line Railroad, eine weitere Bahnstrecke von Tampa nach Palmetto errichtet, die 1920 bis Bradenton verlängert wurde.Gregg Turner: A Short History of Florida Railroads. Arcadia Publishing, Mount Pleasant 2014, ISBN 978-1-4396-4254-2