mini|Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt (Bad Königshofen im Grabfeld), Orgel von 1872

Balthasar Philipp Schlimbach (* 1. April 1807 in Bad Königshofen; † 30. August 1896 in Würzburg) war ein deutscher Orgelbauer.„Den größten Betrieb besaß [Ernst] Balthasar Schlimbach (1807–1896) aus Königshofen i. Grabfeld“. In: Hermann Fischer, Theodor Wohnhaas: Historische Orgeln in Unterfranken. Schnell & Steiner, München 1981, ISBN 3-7954-0424-X, S. 26, online.

Leben Balthasar Schlimbach war einer der vier Söhne des Instrumentenbauers Johann Caspar Schlimbach,Hans Martin Balz: Orgeln und Orgelbauer im Gebiet der ehemaligen hessischen Provinz Starkenburg (= Studien zur hessischen Musikgeschichte. Bd. 3). Bärenreiter-Antiquariat, Kassel 1969 S. 373, online. die das Handwerk des Orgelbauers ausübten. Sein Bruder war der Speyerer Orgelbauer Gustav Schlimbach (1816–1887).

Balthasar übernahm 1836 die verwaiste Werkstatt des ehemaligen Hoforgelbauers Seuffert in Würzburg.„Erst Balthasar Schlimbach (1807–1896), der 1836 die verwaiste Seuffert-Werkstatt übernommen hatte, und sein Sohn Martin (1841–1914) gewannen überregional, vor allem im Mainer Raum, an Bedeutung.“ In: Hans-Wolfgang Theobald: Der Ostheimer Orgelbauer Johann Georg Markert und sein Werk. Ein Beitrag zur Geschichte des Orgelbaus in Thüringen im 19. Jahrhundert. Schneider, Tutzing 1990, ISBN 3-79520641-3, S. 73, online. Am 23. Dezember 1845 erhielt er ein Privilegium für das Königreich Bayern auf zehn Jahre – für eine Verbesserung an Orgeln.Kunst- und Gewerbe-Blatt. Band 42, 1856, S. 264, . Wegen des Baus des Ludwigbahnhofs musste Schlimbach die Werkstatt 1852 innerhalb von Würzburg verlegen.

1863 führte sein Sohn und Mitarbeiter Martin Joseph Schlimbach die Kegellade ein. Bis 1873 entstanden unter Balthasar Schlimbach etwa 80 Orgelneubauten.Hermann Fischer, Theodor Wohnhaas: Historische Orgeln in Unterfranken. Schnell & Steiner, München 1981, ISBN 3-7954-0424-X, S. 313. 1873 übernahm der Sohn die Werkstatt und führte sie bis zu seinem Tod weiter.

Zu den Lehrlingen der Firma Schlimbach gehörten u. a. die Orgelbauer Otto und Gustav Rieger sowie Hermann Eule († 1929).

Werkliste (Auswahl) Jahr Ort Gebäude Bild Manuale Register Bemerkungen 1837 Frankenwinheim St. Johannes der Täufer und St. Johannes der Evangelist II/P 16 nicht erhalten 1846 Aschfeld St. Bonifatius 160x160px II/P 16 1878, 1884, 1894 und 1926 umgebaut; erhalten~1850Hofstetten (Königsberg)Kapelle St. Anna160x160pxI/P71971 Renovierung und Umdisponierung durch Otto Hoffmann.Laut Hermann Fischer (s. Lit.) war das Baujahr nicht feststellbar.1854AschaffenburgSt. Peter und AlexanderII/P36nicht erhalten 1859 Bieberehren St. Peter und Paul 160x160px II/P 18 erhalten 1860 Watterbach St. Sebastian und St. Mauritius I/P 12 erhalten 1862 Neupotz St. Bartholomäus II/P 24 erhalten 1862 Gerlachshausen St. Ägidius zentriert|160x160px I/P 9 erhalten 1864 Aub Spitalmuseum zentriert|160x160px I/P 10 erhalten, 2018 restauriert 1866 Mainz-Kostheim St.-Kilian-Kirche II/P 16 1945 zerstört 1867–1868 Kloster Johannisberg Klosterkirche 1942 zerstört 1869 Hochheim am Main St. Peter und Paul zentriert|160x160px II/P 14 nicht erhalten; Spieltisch im Orgelzentrum Valley 1872 Bad Königshofen im Grabfeld Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt 160x160px II/P 28 erhalten 1876 Sommerach St. Eucharius 160x160px erhalten

Literatur

Hermann Fischer (mit Ergänzungen von Gero Kaleschke): Die Orgelbauerfamilie Schlimbach in Würzburg, Speyer und Königshofen. Würzburg: Kommissionsverlag Ferdinand Schöningh, 2013. (Quellen und Forschungen zur Geschichte des Bistums und Hochstifts Würzburg, Bd. 66).

Weblinks

Organ index: Schlimbach (Würzburg)

Einzelnachweise

Kategorie:Orgelbauer (19. Jahrhundert) Kategorie:Orgelbauer (Deutschland) Kategorie:Orgellandschaft Unterfranken Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1807 Kategorie:Gestorben 1896 Kategorie:Mann