Ob Ihr Browser den hebräischen Text auf dieser Seite korrekt darstellt, können Sie hier sehen. 55px|class=skin-invert|Hebräisch für „Garten Eden“ Der Text (rechts) sollte etwa soaussehen wie das Bild (links).Wenn dies nicht der Fall ist,müssen Sie eine Schriftartverwenden, die den Unicodeblock Hebräisch abdeckt.

Das hebräische Alphabet (hebräisch , kurz schlicht Alef-Bet oder in aschkenasischer und jiddischer Aussprache Alef-Bejs genannt) ist das aus 22 Buchstaben bestehende Alphabet des antiken und modernen Hebräisch sowie des biblischen und talmudischen Aramäisch. Daneben wurden und werden teilweise auch andere jüdische Sprachen damit geschrieben, zum Beispiel Jiddisch, Judäo-Arabisch, Judäo-Persisch, Judäo-Berberisch und Ladino (Judenspanisch).

Die hebräische Sprache wurde ursprünglich in althebräischer Schrift geschrieben, die der phönizischen Schrift sehr ähnlich war. Gemeinsamer Ursprung beider Schriften war vermutlich die protosinaitische Schrift. Vom 5./4. Jahrhundert v. Chr. an setzte sich mit der Ausbreitung des Aramäischen die aramäische Schrift zum Schreiben des Hebräischen durch. Das Aramäische selbst erlebte im Laufe der Antike einen Wandel seines Schriftsystems und das Entstehen neuer Alphabete (syrische Schrift, mandäische Schrift), die teilweise bis heute verwendet werden. Das Hebräische bewahrte das ältere aramäische Alphabet (es wird oft als hebräische Quadratschrift bezeichnet) und bildete insbesondere im Mittelalter verschiedene Kursiven aus. Rabbinische Werke sind oft in Raschi-Schrift. Die heute übliche Kursive (auch als hebräische Schreibschrift bezeichnet) entstand im 19. Jahrhundert im deutschsprachigen Raum.

Buchstaben, Aussprache, Umschrift In der folgenden Übersicht werden die Buchstaben des hebräischen Alphabets in Quadratschrift und Kursive erläutert. Es handelt sich ausschließlich um Konsonanten. Daher spricht man in Bezug auf die hebräische Schrift oft von einem Konsonantenalphabet. Die meisten Vokale werden nicht geschrieben, doch können die Buchstaben Waw und Jod zur Abbildung von /o/ und /u/ bzw. /i/ verwendet werden, und He am Wortende steht in der Regel für auslautendes /a/ oder /e/ und nicht für den Laut /h/. Darüber hinaus gibt es Vokalzeichen, die jedoch nur in Ausnahmefällen in den Konsonantentext gesetzt werden.

Beim Transkribieren des Hebräischen in Lateinschrift werden alle Vokale, die zu einem Wort gehören, genannt, auch wenn sie die hebräische Konsonantenschrift nicht abbildet. So schreibt sich beispielsweise das hebräische Wort „Tora“ in hebräischer Schrift mit einem Waw für /o/ und einem He für /a/; in der Umschrift werden stattdessen die entsprechenden Vokale eingesetzt, hingegen die die Vokale darstellenden Konsonanten nicht abgebildet, also /tora/ und nicht /tṿrh/. Es gibt keine verbindlich festgelegten Transkriptionsregeln; die Empfehlungen der israelischen Sprachakademie werden in Israel teilweise, jedoch nicht konsequent angewendet, etwa auf Straßenschildern und Wegweisern. Die Transkription von Vor- und Familiennamen etwa im Reisepass und ähnlichen Dokumenten erfolgt nach persönlichen Vorlieben der Namensträger. (So variiert die Wiedergabe des ch-Lautes zwischen h, kh, ch und die Wiedergabe des Vokals /u/ zwischen u, oo und ou.) In der Wissenschaftsliteratur der in Lateinschrift schreibenden Ländern herrscht das Bemühen vor, innerhalb einer Publikation konsequent ein in sich geschlossenes Transkriptionsmodell zu verwenden; auch die öffentlichen Bibliotheken folgen einem festgelegten Modell, so zum Beispiel DIN 31636 seit 2006 in den Hochschulbibliotheken der deutschsprachigen Länder.Rachel Heuberger: Die revidierte DIN-Norm zur Umschrift des hebräischen Alphabets. In: Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie. Band 53, 2006, Nr. 3–4, S. 185–187 (uni-jena.de [PDF; 211 kB]).

Die in der Tabelle angegebene israelische Aussprache ist die im Unterrichtswesen und den öffentlichem Medien verwendete Standardaussprache, die heute meist auch außerhalb Israels im Hebräischunterricht gelehrt wird. Daneben gab und gibt es verschiedene regionale Aussprachetraditionen, etwa in Aschkenas, im Jemen u. a., die im Rückzug begriffen sind und daher hier nicht berücksichtigt werden.

Hebräisch wird zeilenweise von rechts nach links geschrieben. Die Buchstaben stehen einzeln und werden auch in der Kursive (Schreibschrift) nicht miteinander verbunden. Die Seitenzählung in Büchern, Zeitungen und anderen Druckwerken erfolgt ebenso von rechts nach links; sie werden von links nach rechts geblättert.

  Buchstabe Die im deutschsprachigenRaum übliche DIN 31636zur Umschriftdes Hebräischen Die Umschrift hebräischer Buchtitel in wissenschaftlichen Bibliotheken folgt seit 2006 der DIN 31636. In IsraelüblicheAusspracheHier nach IPA dargestellt. Von derSprachakademiein IsraelempfohleneUmschrift (PDF; 579 kB) Akademie für die Hebräische Sprache, 14. Juli 2011. UmschriftinWiBiLexDie Transliteration im „WiBiLex – Das wissenschaftliche Bibellexikon“ (siehe Tipps zur Nutzung von WiBiLex. Abschnitt 2. Transliteration) ist eine der im deutschen Sprachraum üblichen Umschriften. Name Zahlen-wert KlassischeQuadratschrift(heute:Druckschrift) ModerneKursive(Schreib-schrift) Standard-form End-formWird verwendet, wenn der Buchstabe am Ende eines Wortes steht. 17px|class=skin-invert ʾ ʔ ʾ ʾ Alef 1 17px|class=skin-invert b/v b/v Bet, Wet 2 17px|class=skin-invert g g Gimel 3 17px|class=skin-invert d d Dalet 4 17px|class=skin-invert h h He 5 17px|class=skin-invert ṿ v Waw 6 17px|class=skin-invert z z Sajin 7 17px|class=skin-invert ḥ χGelegentlich als stimmloser pharyngaler Frikativ (ħ) realisiert. (auch ḥ) Chet 8 17px|class=skin-invert ṭ t Tet 9 17px|class=skin-invert y j Jod 10 17px|class=skin-invert 17px|class=skin-invert k/kh k/χ Kaf, Chaf 20 17px|class=skin-invert l l Lamed 30 17px|class=skin-invert 17px|class=skin-invert m m Mem 40 17px|class=skin-invert 17px|class=skin-invert n n Nun 50 17px|class=skin-invert s s Samech 60 17px|class=skin-invertʿ ʔ (seltener ʕ)ʿʿ Ajin 70 17px|class=skin-invert 17px|class=skin-invert p/f p/f Pe, Fe 80 17px|class=skin-invert 17px|class=skin-invert ts t͡s Zade 90 17px|class=skin-invert ḳ k Kof 100 17px|class=skin-invert r ʁAuch das Zungenspitzen-R ist üblich. Resch 200 17px|class=skin-invert ś, sh s, ʃ Sin, Schin 300 17px|class=skin-invert t t Taw 400

Geschichte des hebräischen Alphabets Im 5./4. Jahrhundert v. Chr. wurde infolge der Ausdehnung des Perserreichs und nach Beendigung des babylonischen Exils der Israeliten Reichsaramäisch die Verwaltungssprache des Perserreichs und das aramäische Alphabet die allgemein verwendete Schrift nicht nur für das Aramäische selbst, sondern auch für andere Sprachen. Die althebräischen Schriftzeichen kamen außer Gebrauch.

In den Schriftrollen vom Toten Meer findet sich die althebräische Schrift noch gelegentlich vor allem zur Bezeichnung des Gottesnamens, und auch Münzen aus der Zeit des Bar-Kochba-Aufstands weisen noch die alten Schriftzeichen auf.

Im 2. Jahrhundert n. Chr. wurde die althebräische Schrift von den Rabbinen als für heilige Texte unbrauchbar erklärt. An ihrer Stelle legten sie die bis heute im Hebräischen übliche aus dem jüdisch-aramäischen Duktus entwickelte hebräische Buchschrift oder Quadratschrift als kanonisch fest.Vgl. Mischna Jadajim 4,5 (sefaria.org). Hingegen wird die Bibel der Samaritaner, der Samaritanische Pentateuch, bis heute in der samaritanischen Schrift, einer weiterentwickelten Form der althebräischen Schrift, geschrieben.

Daneben existieren eine Reihe von epochenabhängigen regional verwendeten Kursivschriften, die die Quadratschrift mit handschriftlichem Schwung nachbilden und sich schneller schreiben lassen, darunter die moderne hebräische Schreibschrift, die sich im 19. Jahrhundert im deutsch-aschkenasischen Bereich ausbildete.

Formale Besonderheiten Die Setzung der Schriftzeichen der hebräischen Schrift ist linksläufig. Es gibt keine Unterscheidung von Groß- und Kleinschreibung. Fünf Buchstaben haben am Wortende eine besondere Form.

Alle Buchstaben sind ursprünglich reine Konsonantenzeichen (Konsonantenschrift), doch werden vier Konsonantenzeichen auch verwendet, um Vokale darzustellen: Aleph, He, Waw und Jod (sie werden als Matres lectionis bezeichnet). In vielen Wörtern kann jedoch nur ein Teil der Vokale mittels Matres lectionis dargestellt werden; vor allem /a/ und /e/ außer am Wortende werden nie geschrieben. In Texten kommen für dasselbe Wort Schreibungen mit und ohne Matres lectionis (in Plene-Schreibung bzw. defektiver Schreibung) vor. In der modernen Orthografie des Jiddischen hingegen ist die hebräische Schrift keine Konsonantenschrift mehr, alle Vokale werden als Buchstaben dargestellt: /e/ als Ajin, /a/ und /o/ als Alef sowie /i/, /u/, /ei/ und /oi/ mithilfe von Jod und Waw.

Im 2. Jahrhundert v. Chr. wurden ältere Zahlzeichen von hebräischen Zahlen abgelöst. Dazu wurde jedem hebräischen Buchstaben ein Zahlwert zugewiesen. Um im Schriftbild Zahlen von Wörtern zu unterscheiden, werden Zahlen meist mit Apostrophen (Geresch und Gerschajim) markiert. Im heutigen Alltag werden Zahlen meist mit der international üblichen Form der arabischen Ziffern geschrieben; die hebräischen Zahlen werden vor allem noch für Datumsangaben nach dem jüdischen Kalender verwendet. mini|Die zehn ersten Buchstaben des hebräischen Alphabets, Aleph bis Jod, stehen auch für den Dekalog, die Zehn Gebote, hier von oben nach unten und von rechts nach links auf den Türen der Hauptsynagoge Ohel Jaakov in München (siehe auch Abecedarium)

Masoretische Vokalisation (Punktierung) In Bezug auf die masoretische Schreibung des Hebräischen mit Zusatzzeichen wird meist von Vokalisation gesprochen. Dies ist insofern ungenau, als zwar ein großer Teil dieser Zeichen dazu dient, Vokale darzustellen, ein kleinerer jedoch die Aussprache einzelner Konsonanten näher definiert. Ein genauerer alternativer Begriff, der in der Fachliteratur – neben Vokalisation – Verwendung findet, ist daher Punktierung. Die Vokalisation ist somit in der Punktierung hebräischer Texte enthalten, welche aber auch diakritische Zeichen für Konsonanten umfasst.

Um die Lesung des Konsonantentextes der Heiligen Schrift dauerhaft verbindlich in seiner „richtigen“ Form festzulegen, wurden verschiedene Systeme der Vokalisation () entwickelt. Das tiberianische System ist seit dem 8. Jahrhundert n. Chr. voll ausgebildet und hat sich gegenüber dem palästinischen und babylonischen System durchgesetzt. Sein Name leitet sich von dem Ort Tiberias in Galiläa her, an dem es von den Masoreten entwickelt wurde. Dabei wird zur Angabe des Vokals ein aus Punkten und/oder kleinen Strichen bestehendes Zeichen unter oder über den Buchstaben gesetzt, nach dem es auszusprechen ist; steht ein Punkt in oder über dem Buchstaben Waw, ist dieser in der Regel als /u/ oder /o/ (ohne w-Laut) auszusprechen. Bibeln und Gebetbücher sind auf diese Weise punktiert.

Die Vokalisation wird im masoretischen Bibeltext auch zur Unterscheidung von Ketib (= ‚geschrieben, es ist geschrieben, wie geschrieben steht‘) und Qere (= ‚lies!‘) benutzt, um anzuzeigen, dass ein Wort anders zu lesen ist, als es der Konsonantentext darstellt, d. h. dass es eine alternative Textform gibt, die in Form einer Glosse am Seitenrand genannt ist.