mini|Rathaus (Mairie) mini|Kirche St. Croix mini|Ban-St. Martin, westlich der Stadt Metz auf der linken Seite der Mosel, auf einem Plan der Umgebung von Metz um 1900
Le Ban-Saint-Martin (deutsch St. Martinsbann, früher Ban Sankt Martin) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Département Moselle in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen).
Geographie Die Gemeinde liegt in Lothringen und grenzt im Norden und Osten an die Stadt Metz. Im Süden reicht das Gemeindegebiet bis an die Mosel.
Geschichte Der Ort geht auf ein Benediktinerkloster aus dem 7. Jahrhundert zurück, das dem Heiligen Sankt Martin geweiht war, und wurde 613 erstmals erwähnt.Franz Xaver Kraus: Kunst und Alterthum in Elsass-Lothringen. Beschreibende Statistik. Band III: Kunst und Althertum in Lothringen, Friedrich Bull, Straßburg 1886, S. 708–711 (books.google.de). 870 wurde die Ortschaft Gerichtsort des Herzogtums Lothringen. Zusammen mit Metz wurde der Ort 1552 von Frankreich besetzt und annektiert.
Durch den Frankfurter Frieden vom 10. Mai 1871 kam das Dorf 1871 an Deutschland zurück und wurde dem Landkreis Metz im Bezirk Lothringen des Reichslandes Elsaß-Lothringen zugeordnet. Die Einwohnerzahl stieg rasant von 385 (1871) auf 2500 Einwohner (1900), in der Mehrzahl zugezogene Deutsche. Die deutsche Militärverwaltung ließ hier mit der 67er Kaserne einen großen Kasernenkomplex erbauen, in dem heute Studenten- und Sozialwohnungen eingerichtet sind. Von 1914 bis 1918 trug die Ortschaft den deutschen Namen Sankt Martinsbann. Nach dem Ersten Weltkrieg musste sie aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags 1919 an Frankreich abgetreten werden.
Im Zweiten Weltkrieg wurde von der deutschen Zivilverwaltung ein Großteil der französischen Einwohner ausgesiedelt und die Ortschaft unter dem Namen Martinsbann nach Metz eingemeindet. Letztere Maßnahme wurde nach der Einnahme des Orts durch im Bündnis mit der Sowjetunion kämpfende westalliierte Streitkräfte Ende 1944 wieder rückgängig gemacht.
Demographie Anzahl Einwohner seit Ende des Zweiten Weltkriegs Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2019Einwohner 2954 3624 3815 3733 4066 4293 4435 4517
Persönlichkeiten Theodor Berkelmann (1894–1943), deutscher NS-Politiker, SS-Obergruppenführer und General der Polizei Hans Otto Glahn (1895–1979), deutscher Politiker (SPD) und Landrat des Landkreises Usingen Yvette Pierpaoli (1938–1999), französische Flüchtlingshelferin Die Brüder Georges (1937–2022), Jules (* 1941) und Victor Zvunka (* 1951), allesamt Profifußballspieler und -trainer in Frankreichs höchster Spielklasse
Siehe auch Liste der Monuments historiques in Le Ban-Saint-Martin
Literatur Georg Lang: Der Regierungs-Bezirk Lothringen. Statistisch-topographisches Handbuch, Verwaltungs-Schematismus und Adressbuch, Metz 1874, S. 81 (books.googl.de).
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Grand Est Kategorie:Ort an der Mosel Kategorie:Martin von Tours als Namensgeber