mini|hochkant|Selbstporträt 1920 Julio González (* 21. September 1876 in Barcelona; † 27. März 1942 in Arcueil bei Paris; eigentlich Julio Luis Jesús González-Pellicer) war ein spanischer Bildhauer, Maler und Zeichner. Er gilt als der Erfinder der „Eisenplastik“ und erster „Künstler mit dem Schweißgerät“. Er war mit seiner konstruktiven Formensprache ein wichtiger Vertreter der Plastik in der Abstrakten Kunst.

Leben Gonzalez war der jüngste Sohn und viertes Kind des Bildhauers und Goldschmieds Concordio González (1832 – 3. September 1896) und dessen Frau Pilar (geborene Pellicer; † 13. Mai 1928) und erhielt, ebenso wie sein sieben Jahre älterer Bruder Joan González (1868–1908), bereits in jungen Jahren eine Ausbildung in der Metallbearbeitung durch den Vater, der ein bekanntes Kunstschmiedeatelier betrieb. Seine Schwestern Pilar (1870–1951) und Dolores „Lola“ González (1874–1962) waren ebenfalls im Atelier des Vaters tätig, in dem dekorative Arbeiten aus Bronze und Eisen hergestellt wurden, die in den 1890er Jahren in Ausstellungen in Barcelona zu sehen waren. Im Jahr 1893 wurden arbeiten der Brüder González auf der Weltausstellung in Chicago und auf einer Ausstellung in Barcelona ausgestellt und mit einer goldenen Medaille prämiert. Die Brüder studierten in den 1890er Jahren in Abendkursen Malerei und Zeichnen an der Kunsthochschule von Barcelona. Nach dem Tod des Vaters leitete zunächst sein Bruder das Atelier, dann verkauften sie den Betrieb und zogen gemeinsam mit Mutter und Schwestern 1899 nach Paris.

Um 1900 knüpfte González dort künstlerische Kontakte zur Gruppe um Constantin Brâncuși, Georges Braque, Joaquín Torres García, Pablo Gargallo, Max Jacob, Maurice Raynal und Pablo Picasso und beschloss Maler zu werden. Zugleich begann er sich für die Pastellmalerei eines Pierre Puvis de Chavannes oder Edgar Degas zu interessieren und experimentierte damit, seine Kenntnisse aus der Metallbearbeitung für die Bildhauerei zu nutzen, so dass seine ersten gehämmerten Masken entstanden.

Als im Jahr 1908 sein Bruder und engster Vertrauter starb, stürzte ihn dies in eine seelische Krise, die ihm alle Freude an der Arbeit nahm. Er lebte für einige Jahre sehr zurückgezogen und hielt nur noch die Verbindung zu den Künstlern Picasso und Brâncuși aufrecht. Er begann seinen Lebensunterhalt als Kunstschmied zu verdienen. Im Jahr 1918 begann Gonzáles eine Lehre als Schweißer bei Renault. In dieser Ausbildung erlernte er das Autogenschweißen. González’ erste Einzelausstellung umfasste Malerei, Skulptur, Zeichnungen, Schmuck und Objekte und fand 1922 in der Galerie Povolovsky in Paris statt.

Ab dem Jahr 1923 arbeitete González mit Picasso zusammen und um 1928 unterwies er seinen Freund in den Künsten der Metallverarbeitung. Picasso wiederum brachte González dazu, immer abstraktere Kunstwerke, auch aus mehreren Materialien, zu erschaffen. Er begann 1927/1928 seine ersten Skulpturen aus geschmiedetem Eisen zu erschaffen, darunter eine Serie von gezeichneten Masken und Stillleben . Diese Plastiken waren zumeist menschliche Figuren, die noch den klassischen Formen der traditionellen Skulptur folgten. 1928 folgte eine Reihe von Gesichtern bei denen er sich gänzlich vom Kubismus löste, der noch in seinen ersten Werken erkennbar war. Im Jahr 1931 hatte González eine gemeinsame Ausstellung mit den Surrealisten im der Société des Artistes Indépendants in Paris. Er wurde 1930 Mitglied der dortigen Künstlervereinigung Cercle et Carré und war auch im Anschluss Mitglied der Folgevereinigung Abstraction-Création.

In den letzten Jahren seines Lebens beschränkte sich González auf das Zeichnen und, aufgrund kriegsbedingter Materialknappheit, auf Skulpturen aus Plastilin und Gips. González starb am 27. März 1942 in Arcueil bei Paris an einem HerzinfarktFerdinand Ullrich, Hans-Jürgen Schwalm (Hrsg.): Julio González – Plastik und Zeichnung · Sculpture and Drawing. Kerber-Verlag, Bielefeld 2001, ISBN 3-929040-59-X. Katalog zur Ausstellung 2001 in der Kunsthalle Recklinghausen, im Sinclair-Haus, Bad Homburg v. d. H., und in den Städtischen Museen Heilbronn. und wurde im Beisein von Picasso und einigen wenigen anderen Künstlern beigesetzt.

Familie González war seit 1937 mit seiner langjährigen Lebensgefährtin Marie Thérèse (geborene Roux) verheiratet und hatte eine Tochter Roberta González (1909–1976) wurde MalerinRoberta González (1909–1976). juliogonzalez.org. und heiratete Hans Hartung

Seine Schwester Pilar heiratete 1911 Joseph Basso (1873–1918).

Werke (Auswahl) mini|hochkant|La Petite Faucille (um 1937). Museo Arte Público, Madrid

Skulpturen zwischen 1930 und 1935: Les amoureux 1 und 2 (Die Verliebten) zwischen 1930 und 1394: Masque ombre et lumiere (Maske, Licht und Schatten) zwischen 1931 und 1934: Le reve (Der Traum, Bronze) um 1933: Maternité (Mutterschaft) 1933: Der Engel 1935: Sitzende um 1935/1936: Femme ä sa toilette (Frau am Frisiertisch) und Femme se coiffant (Frau beim Kämmen) um 1937: La Petite Faucille 1936/1937: La Montserrat (im spanischen Pavillon auf der Pariser Weltausstellung, Darstellung der Symbolfigur des katalonischen Widerstandes während des spanischen Bürgerkrieges) 1939/1940: Serie Kaktusmann oder Kaktusmensch Malerei/Zeichnung 1920: Selbsbildnis um 1920: Roberta con lazo rosa 1924/1925: Femme à sa toilette 1934: ohne Titel (Zeichnung, Farbstifte, Chinatusche über Bleistift) zwischen 1936 und 1939: Tête qui crie, Personatge assegut 22. Januar 1939: Tête »les dents«. (Kopf „die Zähne“ Farbige Kreide, Feder und Tusche auf Papier. 19 × 29 cm)

Ausstellungen (Auswahl) Ein ausführliches Verzeichnis von Ausstellungen vor 1997, in denen Werke von González gezeigt wurden, findet sich im Katalog zur Ausstellung in Bern 1997. 1922: Julio Gonzalez: peintures, acquarelles, dessins, sculptures, bijoux et objets d’art divers en argent, or ou fer, repoussés et manelés, faience, bois, laque. Galerie Povolozky, Paris. 1955, 1959, 1964, 2012: documenta 1, documenta II, documenta III, documenta 13, Kassel 8. Februar bis 8. April 1956: Julio Gonzáles, Museum of Modern Art, New YorkThe Museum of Modern Art: moma.org, assets.moma.org (PDF; 9,7 MB) Ausstellungsansichten auf der Archivseite des Museums. Abgerufen am 20. März 2026. 30. März bis 1. Mai 1977: Julio González 1876–1942: Plastik und Zeichnungen, Kunsthalle Mannheim 13. April bis 22. Mai 1980: Skulpturen der Moderne in der Kunsthalle Bielefeld (neun Skulpturen aus den Jahren 1930 bis 1936) 17. Juni bis 14. August 1983: Julio González 1876–1942. Plastiken, Zeichnungen, Kunstgewerbe, Akademie der Künste, Berlin 16. Oktober bis 28. Dezember 1986: Julio González: Las colecciones del IVAM, Museo Reina Sofía, Madridmuseoreinasofia.es Beschreibung in spanischer Sprache auf der Archivseite des Museums. Abgerufen am 22. März 2026. 15. Juni bis 5. August 1990: Julio González, Whitechapel Art Gallery, London 27. Juni bis 7. September 1997: Julio González – Zeichnen im Raum = dessiner dans l’espace. Kunstmuseum Bern 28. Februar bis 13. April 1998: Julio González Skulpturen Papierarbeiten, Villa Wessel, Iserlohnvilla-wessel.de Ausstellungsdokumentation der Villa Wessel. Abgerufen am 22. März 2026. 5. Mai bis 15. Juli 2001: Kunsthalle Recklinghausen; Sinclair-Haus, Bad Homburg v. d. Höhe; Städtische Museen, Heilbronn 28. Oktober 2008 bis 25. Januar 2009: Julio González, retrospectiva. Museu Nacional d’Art de Catalunya, Barcelona und anschließend vom 10. März bis 1. Juni 2009 im Museo Reina Sofía, MadridMercè Doñate: Julio González, retrospectiva. Museu Nacional d’Art de Catalunya, Barcelona 2008, ISBN 978-84-8043-191-0. 27. Mai bis 17. Oktober 2021: Exhibition Julio González Centre Pompidou, Paris

Literatur

Josephine Withers: The Sculpture of Julio Gonzalez, 1926–1942. Band 1, Columbia University, 1971. Josephine Withers: Julio Gonzalez, Sculpture in Iron. New York University Press, New York 1978, ISBN 0-8147-9171-9.

Weblinks

Ausstellung 1998 in der Villa Wessel in Iserlohn

Einzelnachweise

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