Erwin Berner (eigentlich: Erwin Strittmatter-Berner) (* 25. Juni 1953 in Ost-Berlin; † 5. Februar 2023 in Berlin)Traueranzeige im ND vom 18./19. Februar 2023, S. 27Ida Kretschmar: Schauspieler und Autor mit 69 Jahren gestorben – Sohn von Erwin Strittmatter. In: Märkische Oderzeitung, 17. Februar 2023, abgerufen am 18. Februar 2023. Flucht vor die Kamera, Junge Welt vom 24. Februar 2023 war ein deutscher Autor und Schauspieler.
Leben Erwin Berner war der älteste von drei Söhnen des Schriftstellerehepaares Eva und Erwin Strittmatter. Mit 18 Jahren brach er gegen den Willen des Vaters die Erweiterte Oberschule in Rheinsberg ab. Er verließ den heimischen Hof im brandenburgischen Schulzenhof, wo die Familie ab 1954, neben der Stadtwohnung in der Berliner Stalinallee, lebte, „sein Vater den Bauern und Familienpatriarchen spielte und seine Mutter ihren Lebensträumen nachging“.Christian Eger: Das System Schulzenhof. Rezension, in: Frankfurter Rundschau, 14. Mai 2016, S. 34
Er ging an die Staatliche Schauspielschule Rostock. Zu dieser Zeit legte er sich den Künstlernamen Erwin Berner – in Anlehnung an den Geburtsnamen seiner Urgroßmutter – zu, um unvorbelastet leben und arbeiten zu können.Boris Tomic: Geheimnis gelüftet: Auch Strittmatters Sohn dichtet; Berliner Kurier, 3. August 1999. Bereits während seines Schauspielstudiums wirkte er 1972 in einer Hauptrolle in Gesichter im Zwielicht, einem Film der Reihe Polizeiruf 110, neben Horst Drinda mit, bevor er über Theatertätigkeiten auf Bühnen in Freiberg, Weimar, Rudolstadt und Neustrelitz vor allem in Fernsehproduktionen des Deutschen Fernsehfunks (DFF) mitspielte.Frank-Burkhard Habel, Volker Wachter: Das große Lexikon der DDR-Stars. Die Schauspieler aus Film und Fernsehen. Erweiterte Neuausgabe. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2002, ISBN 3-89602-391-8. Insgesamt wirkte er in über 30 Film-und-Fernsehproduktionen mit.
1975 zog er nach Berlin-Friedrichshain, wo er ab 1982 offen schwul lebte. Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1994 bekannte er sich öffentlich zu seiner Herkunft, die er mehr als 20 Jahre lang geheim gehalten hatte. In den 1990er-Jahren pflegte er seinen aus Hamburg stammenden Lebenspartner, der an AIDS erkrankt war, bis zu dessen Tod. In den Jahren 2016 und 2020 veröffentlichte er in zwei Teilen seine Autobiografie.
Filmografie 1973: Polizeiruf 110: Gesichter im Zwielicht (Fernsehreihe) 1973: Wolz – Leben und Verklärung eines deutschen Anarchisten 1974: Greta Heckenrose 1975: Die Überlebende 1977: Zur See (Fernsehserie, Folge 8: Die Verhandlung) 1977: Polizeiruf 110: Alibi für eine Nacht (Fernsehreihe) 1977: Haydn in London 1977: Die Verführbaren 1978: Achillesferse 1978: Fragen an einen alten Mann 1979: Zwischen zwei Sommer 1981: Adel im Untergang 1981: Berühmte Ärzte der Charité (Fernsehserie, Folge 1: Der Mann aus Jena) 1981: Katharina in der Klemme 1981: Das Mädchen vom Eisberg 1982: Sonjas Rapport 1983: Langer Abschied 1983: Bruno H. Bürgel – Berliner Firmament 1984: Der Lude 1985: Neues übern Gartenzaun (TV-Miniserie, 6/7 Folgen) 1986: Polizeiruf 110: Gier 1987: Altes Herz geht auf die Reise 1987: Einzug ins Paradies (TV-Miniserie, 2 Folgen) 1988: Präriejäger in Mexiko 1989: Die gläserne Fackel (Fernsehserie, 1 Folge) 1989: Rita von Falkenhain (Fernsehserie, 1 Folge) 1989/2021: Wir bleiben treu 1991: Agentur Herz (Fernsehserie, 1 Folge) 1992: Gute Zeiten, schlechte Zeiten (Fernsehserie, 3 Folgen) 1994: Wolffs Revier (Fernsehserie, 1 Folge) 1995: A.S. – Gefahr ist sein Geschäft (Fernsehserie, 1 Folge) 1996: Die Wache (Fernsehserie, 2 Folgen) 1997–1999: Für alle Fälle Stefanie (Fernsehserie, 8 Folgen)
Autobiografien
Zu einer anderen Zeit, in einem anderen Land. Aufbau, Berlin 2020, ISBN 978-3-351-03478-8.
Literatur Ulrich Baron: Abschied von den Eltern. Rezension, in: Süddeutsche Zeitung, 24. August 2016, S. 12
Weblinks
Einzelnachweise
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