Die Österreichische Gesellschaft für Psychologie (ÖGP) ist die Vereinigung der in Forschung und Lehre tätigen Psychologinnen und Psychologen Österreichs.
Geschichte und Gegenwart Die ÖGP, gegründet 1993 in Wien,siehe Rollett und Allesch: unterhält Kooperationen mit den wissenschaftlichen Schwestergesellschaften des deutschen Sprachraums (Deutsche Gesellschaft für Psychologie und Schweizerische Gesellschaft für Psychologie) und ein Föderationsabkommen mit dem größten berufspraktischen Verband, dem Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP). Sie ist Mitglied der International Union of Psychological Science (IUPsyS) und veranstaltet mit der seit 1994 zweijährlich stattfindenden Wissenschaftlichen Tagung der Österreichischen Gesellschaft für Psychologie den größten regelmäßigen Fachkongress des Landes.
Vor 1993 waren die in der Wissenschaft tätigen österreichischen Psychologen vor allem in der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs) organisiert, die sich als deutschsprachige Fachgesellschaft verstand – so fanden deren Kongresse auch in Salzburg, Wien und Zürich statt. Nachdem, vor allem in Verbindung mit der Wiedervereinigung beider deutschen Staaten, diese Gesellschaft sich stärker auf Entwicklungen in Deutschland konzentrierte, erfolgte die Differenzierung, wobei Doppelmitgliedschaften nach wie vor häufig sind.
Parallel zur Gründung der eigenen Wissenschaftsgesellschaft 1993 wurde eine Regionalgruppe Österreich mit dem Status einer Fachgruppe der DGPs gegründet, um die DGPs als internationale Fachorganisation zu stärken, auf nationale berufspolitische Anliegen als Vertretung der Wissenschaft durch die ÖGP aber Einfluss zu nehmen. Diese hatte bis 1999/2000 Bestand und wurde durch Schwinden der Bedenken gegen eine formale Trennung von der DGPs durch Beschluss der Mitglieder wieder aufgelöst.
Im Laufe ihres Bestehens hat sich die ÖGP wiederholt an Öffentlichkeit und Politik gewandt (auch auf dem Wege über die Österreichische Universitätenkonferenz, vormals Rektorenkonferenz), um auf die vormals missliche Lage des „Massenfachs“ Psychologie an den österreichischen Universitäten aufmerksam zu machen. Hier hat sich die Situation durch die gesetzliche Einführung von Aufnahmeverfahren seit 2006 (ursprünglich § 124b UG) sukzessive gebessert.
Präsidenten der ÖGP 1993–1997: Brigitte Rollett 1997–1999: Gerold Mikula 1999–2002: Helmuth Huber 2002–2004: Erich Kirchler 2004–2008: Eva Bänninger-Huber 2008–2010: Oliver Vitouch 2010–2014: Christiane Spiel 2014–2016: Karin Landerl 2016–2020: Aljoscha Neubauer 2020–2026: Judith Glück 2026–: Barbara Schober
Wissenschaftliche Tagungen 1994: St. Georgen am Längsee – Herbert Janig 1995: Wien – Brigitte Rollett 1997: Salzburg – Heinz Wimmer 1999: Graz – K. Wolfgang Kallus 2002: Wien – Ilse Kryspin-Exner 2004: Innsbruck – Eva Bänninger-Huber 2006: Klagenfurt – Oliver Vitouch 2008: Linz – Bernad Batinic & Wolfgang Wagner 2010: Salzburg – Christian Allesch, Urs Baumann & Florian Hutzler 2012: Graz – Martin Arendasy & Martina Feldhammer 2014: Wien – Arnd Florack, Christian Korunka & Claus Lamm 2016: Innsbruck – Eva Bänninger-Huber 2018: Linz – Bernad Batinic 2020: Entfall der gemeinsam mit dem 52. Kongress der DGPs in Wien geplanten Tagung wegen COVID-19 2022: Klagenfurt – Judith Glück 2024: Wien – Ulrich Ansorge (gemeinsam mit dem 53. Kongress der DGPs) 2026: Salzburg – Kerstin Hödlmoser & Belinda Pletzer
Weblinks Österreichische Gesellschaft für Psychologie
Einzelnachweise
Kategorie:Wissenschaftliche Gesellschaft Kategorie:Psychologische Organisation Kategorie:Verein (Österreich) Kategorie:Vereinsgründung 1993