mini|Teisendorf von Nordwesten mini|Marktstraße in Teisendorf mini|Wannersdorf mini|Oberstetten

Teisendorf ist ein Markt im Landkreis Berchtesgadener Land im Regierungsbezirk Oberbayern.

Geografie Teisendorf liegt im Rupertiwinkel, am Fuß des nördlichsten Tausenders der Deutschen Alpen, des Teisenbergs (1333 m). Im Osten erhebt sich der Högl (827 m), der Teisendorf nach Salzburg hin abgrenzt. Der Ort befindet sich im Alpenvorland zwischen Salzburg und dem Chiemsee, einige Kilometer südlich des Waginger Sees am Oberlauf der Sur.

Nachbargemeinden sind Ainring, Anger, Inzell, Petting, Saaldorf-Surheim, Siegsdorf, Surberg, Waging am See und Wonneberg. Zudem befinden sich die Städte Bad Reichenhall, Freilassing, Laufen und Traunstein auf bayerischer Seite sowie Oberndorf und Salzburg auf österreichischer Seite in unmittelbarer Nähe.

Gemeindeteile Die Marktgemeinde hat 226 Gemeindeteile und ist damit die bayerische Gemeinde mit den meisten Gemeindeteilen. Neben dem Hauptort Teisendorf sind dies:

Die Pfarrdörfer Neukirchen am Teisenberg, Oberteisendorf und Weildorf.

Die Kirchdörfer Holzhausen bei Teisendorf, Mehring und Wimmern.

Die Dörfer Achthal, Allerberg, Eichham, Freidling, Großrückstetten, Gumperting, Hausmoning, Hörafing, Kothbrünning, Lacken, Obermoos, Oberstetten, Oed, Offenwang, Patting, Punschern, Roßdorf, Rückstetten, Schödling, Stegreuth, Stötten und Ufering.

Die Weiler Amersberg, Arnolding, Au, Babing, Bach, Dechantshof, Egelham, Endorf, Englham, Erlach, Gabenstadt, Geislehen, Grafenberg, Gröben, Grübel, Grubenhaus, Gschwend, Heigelsberg, Helming, Hinterschnaitt, Hochmoos, Hofholz, Hub, Hunkling, Iglgeis, Kendl, Kirchsteg, Klötzel, Kolberstatt, Krainwinkl, Kressenberg, Langhögl, Loch, Mittereck, Moosham, Moosleiten, Mühlleiten, Mühlpoint, Neulend, Oberndorf, Oberreit, Oberreut, Oberstraß, Pank, Pom, Ried, Roidham, Roll, Sankt Georgen, Schlossried, Schnaitt, Schnelling, Seeleiten, Seiberstadt, Solling, Spittenreut, Spöck, Sprung, Stetten, Stidlhäusl, Strußberg, Surmühl, Teisenberg, Thal, Thalhausen, Thumberg, Unterstetten, Vorderkapell, Wagneröd, Wannersdorf, Warisloh, Weitwies, Windbichl, Wolfhausen, Wonnau und Wörlach

Die Einöden Adligstadt, Almeding, Aschau, Atzlbach, Beilehen, Berg, Braunsreut, Breitenloh, Brunnmeister, Bücheln, Burgstall, Buschachen, Dandlhäusl, Doppel, Doppeln, Ed, Eder, Espannhausen, Feldel, Fuchssteig, Gastag, Geischberg, Gemachmühle, Gierstling, Goppling, Graben, Grabenhäusl, Grub, Guggenberg, Haag, Hainbuch, Hammer, Haslach, Helmbichl, Herrnlehen, Hintereck, Hinterleiten, Hinterloh, Hochhorn, Hochöd, Hochpoint, Hof, Hörbering, Hubmühle, Irlach, Kaltenbach, Kendler, Kirchbichl, Kleinrückstetten, Kletzl, Knapper, Knogl, Kühberg, Kumpfmühle, Laming, Leiten, Leitenbach, Linden, Lohen, Lohstampf, Lohwiesen, Luß, Malzleiten, Marxöd, Mauerreuten, Mitterleiten, Mitterstatt, Moosen, Mühlfelden, Mühlreut, Mühwalten, Niederreit, Obau, Oberachthal, Oberhub, Oberlehen, Oberreuten, Oberstarz, Oberwiesen, Öd, Osterloh, Paradies, Point, Querchtsfelden, Rainer, Ramstetten, Reisach, Reit a.Berg, Reut, Reuter, Sagmeister, Schlacht, Schleifmühl, Schlinzger, Schmidleiten, Schnaidt, Schütz, Schwammgraben, Schwarzenberg, Stadl, Starz, Stockach, Stölln, Surbergbichl, Thannbichl, Trischlmauer, Unterholzen, Vordereck, Vorderleiten, Vorderloh, Wald, Wank, Weiher, Weiherhäusl, Weitmoos, Wernersbichl, Wetzelsberg, Wieshäusl, Wildberg, Wimm und Wolfgrub

Geschichte mini|hochkant=0.6|ohne|Gedenktafel an die mittelalterliche Salzstraße von Bad Reichenhall zum Bodensee Bis zur Gemeindegründung Teisendorf wurde etwa im Jahre 700 gegründet und erstmals 790 als Tusindorf in einer Schenkungsurkunde der damaligen Bayernherzöge an das Erzstift Salzburg erwähnt.

Das damalige Dorf Niederteisendorf bot im 13. Jahrhundert gute Voraussetzungen für eine Ansiedlung von Gewerbetreibenden und damit für eine Marktwerdung. Es lag an einer wichtigen Straße bzw. Straßenkreuzung. Damit kam es zur Einrichtung einer Mautstation, und der Ort wurde religiöser Mittelpunkt durch die Pfarrkirche und den Pfarrsitz, dazu kam die Aufwertung als wirtschaftliches Zentrum für die umwohnende Landbevölkerung durch das Verbot, im Umkreis von zwei Meilen bei den Bauern direkt Lebensmittel sowie handwerklich erzeugte Produkte für den Handel einzukaufen.

Im Text der deutschen Originalurkunde des Erzbischofs Ortolf für das Kloster St. Peter wird Teisendorf 1344 erstmals als „Markt“ bezeichnet.

Der Rupertiwinkel gehörte über 600 Jahre zum Erzstift Salzburg. Am 19. September 1810 erfolgte die Eingliederung in das damalige Königreich Bayern. Im Jahre 1818 wurde das Landgericht Teisendorf aufgelöst. Das Gemeindegebiet gehörte fortan zum Sprengel des Landgerichts Laufen.

Eingemeindungen Im Zuge der Gemeindegebietsreform wurde am 1. April 1971 die Gemeinde Freidling eingegliedert. Am 1. Januar 1972 kamen die Gemeinden Holzhausen bei Teisendorf und Roßdorf hinzu. Am 1. Mai 1978 folgten die Gemeinde Neukirchen am Teisenberg einschließlich des hierin am 1. Januar 1978 eingegliederten gemeindefreien Gebietes Schwarzenberg und Teisenberg, die Gemeinde Oberteisendorf mit dem am 1. Januar 1972 eingemeindeten Rückstetten und die Gemeinde Weildorf.

Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 wuchs der Markt von 8152 auf 9325 um 1173 Einwohner bzw. um 14,4 %.

Politik

Gemeinderat Der Marktgemeinderat setzt sich aus 20 Gemeinderäten und dem 1. Bürgermeister zusammen. Seit der Kommunalwahl vom 15. März 2020 verteilen sich die Gemeinderatssitze wie folgt auf die Parteien:

Partei/Liste CSU SPD Grüne FWG Gesamt Sitze 9 2 3 6 20 Die Wahlbeteiligung betrug 70,5 %.

Durch die Kommunalwahl vom 8. März 2026 besteht der Marktgemeinderat ab 1. Mai 2026 aus dem 1. Bürgermeister und 20 Marktgemeinderäten aus nunmehr fünf Wahlvorschlägen:

Partei/Liste CSU FWG Grüne SPD AfD Gesamt Sitze 7 7 3 2 1 20 Die Wahlbeteiligung betrug 71,5 %.

Bürgermeister Bei der Bürgermeisterwahl im März 2014 konnte Amtsinhaber Franz Schießl (Freie Wählergemeinschaft) sein Amt nicht verteidigen, Thomas Gasser (CSU) wurde mit 52,91 % der Stimmen zum neuen Bürgermeister gewählt; er trat sein Amt am 1. Mai 2014 an. Gasser wurde am 15. März 2020 mit 60,42 % der Stimmen und am 8. März 2026 mit 56,3 % der Stimmen wiedergewählt.

Wappen

Kommunale Partnerschaften : Seit 1972 bestehen Partnerschaften mit den Gemeinden Bétête und Genouillac, Département Creuse, die durch gegenseitige Besuche mit Unterbringung in Gastfamilien gepflegt werden.

Infrastruktur Straßenverkehr Im Süden der Gemeinde Teisendorf, am Nordhang des Teisenbergs, verläuft die A 8 München–Salzburg. Im Ortsteil Neukirchen befindet sich die gleichnamige Autobahnanschlussstelle. Die Bundesstraße 304 führt ebenfalls durch das Gemeindegebiet. Seit einigen Jahren umfährt sie das Marktzentrum von Teisendorf in einer Umgehungsstraße. Sie verläuft ebenfalls von München nach Salzburg. Außerdem besteht durch die B 304 eine schnelle Verbindung nach Traunstein sowie nach Freilassing.

Eisenbahn Durch den Nordosten Teisendorfs verläuft die zweigleisige und elektrifizierte Bahnstrecke mit dem brb re5 München Hbf–Salzburg. Sie wird im Kursbuch der Deutschen Bahn unter der Streckennummer 951 geführt. Circa einen Kilometer östlich der Ortsmitte befindet sich der Bahnhof Teisendorf, er besitzt heute drei Bahnsteiggleise. Das Gleis 2 liegt am Hausbahnsteig, welcher 34 Zentimeter hoch ist. Der Mittelbahnsteig, an dem die Gleise 3 und 4 liegen, hat ebenfalls nur 34 Zentimeter Höhe. Die Station ist somit nicht barrierefrei.

Die Bahnstrecke von Rosenheim nach Salzburg wurde am 1. August 1860 eröffnet. Mit ihr ging auch der Bahnhof Teisendorf in Betrieb. Von Beginn an hatte der Bahnhof Teisendorf eine wichtige Bedeutung, da hier in die Pferdekutschen nach Berchtesgaden umgestiegen werden konnte. Auch das mit Pferdekutschen aus Berchtesgaden herantransportierte Salz wurde hier umgeschlagen. Er hatte nach seiner Eröffnung drei Gleise, ein Empfangsgebäude mit seitlichen Anbauten und ein Wasserhaus, welches Lokomotiven vor dem Steigungsabschnitt in Richtung Traunstein mit Wasser versorgen sollte. Bis 1940 wurden die Gleisanlagen um einige Anlagen für den Güterverkehr erweitert. Der Personenverkehr verlor jedoch durch die Eröffnung der Bahnstrecke Freilassing–Bad Reichenhall an Bedeutung, da die neue Strecke ab Freilassing nun die Pferdekutschen ab Teisendorf ersetzte. Am 26. November 1931 entstand ein Stellwerk der Einheitsbauform, welches 1976 durch ein Spurplanstellwerk ersetzt wurde. Der Güterverkehr wurde in den 1990er Jahren bis auf einen Gleisanschluss für ein Flüssiggaslager eingestellt. Das Empfangsgebäude verkaufte die Deutsche Bahn im Jahr 2008 an eine private Investorengesellschaft.

Heute wird der Bahnhof im Stundentakt im Netz BRB Chiemgau-Inntal von Regionalexpresszügen der Bayerischen Regiobahn GmbH bedient. Diese verkehren von München über Rosenheim, Bad Endorf, Prien am Chiemsee, Traunstein, Teisendorf und Freilassing nach Salzburg. Alle Fernverkehrszüge der DB Fernverkehr und der ÖBB-Personenverkehr durchfahren den Bahnhof ohne Halt.

Busverkehr Durch die Gemeinde Teisendorf führen drei Buslinien der Regionalverkehr Oberbayern (RVO), einer Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn. Die Buslinie 829 führt von Bad Reichenhall über Anger und Teisendorf nach Rückstetten. Diese verkehrt von Montag bis Freitag ungefähr im Stundentakt. An Samstagen und Sonntagen ist kein Betrieb. Die Buslinie 825 verkehrt nur an Schultagen dreimal täglich von Oberteisendorf über Teisendorf und Saaldorf-Surheim nach Laufen. Die Buslinie 9515 führt von Traunstein nach Freilassing parallel zur Bahnstrecke Rosenheim–Salzburg. Die Linie verkehrt vom Bahnhof Traunstein über Saaldorf-Surberg, Teisendorf und Fridolfing zum Bahnhof Freilassing. Die Buslinie verkehrt von Montag bis Freitag mehrmals täglich, an Samstagen nur vormittags. An Sonntagen ist kein Betrieb.

Radverkehr Oberteisendorf und Teisendorf liegen am Bodensee-Königssee-Radweg, welcher in Lindau beginnt und zum Königssee bei Berchtesgaden führt.

Bildung Es gibt folgende Einrichtungen (Schuljahr 2024/25): 6 Kindertageseinrichtungen mit 422 Plätzen und 392 betreuten Kindern (Stand 1. März 2024) Franz-von-Agliardis-Grundschule Teisendorf mit 236 Schülern Franz-von-Agliardis-Mittelschule Teisendorf mit 261 Schülern Grundschule Neukirchen mit 74 Schülern Grundschule Oberteisendorf mit 92 Schülern

Sehenswürdigkeiten Zur Gemeinde Teisendorf gehört das Tal der Oberteisendorfer Ache mit dem Bergbaumuseum Achthal. Auf dem Marktplatz von Teisendorf steht eine Figur des Hl. Rupert, Schutzpatron des Rupertiwinkels. Wahrzeichen von Teisendorf ist die 1684 erbaute Pfarrkirche St. Andreas mit ihrem weithin sichtbaren Turm.

mini|Blick vom Hochhorn 440px|mini|ohne|Teisendorf

Ansässige Unternehmen, Vereine und Behörden Brauerei Wieninger Bayerisches Amt für forstliche Saat- und Pflanzenzucht (ASP) der Bayerischen Forstverwaltung MSC Teisendorf: Der Motorsportclub Teisendorf e. V. (MSC-Teisendorf) ist im deutschen Motorsportverband (DMV) organisiert. Bekannt ist der MSC Teisendorf deutschlandweit durch seine Sparte Jugendkartslalom. So kann der MSC Teisendorf einige bayerische und deutsche Meistertitel im Jugendkartslalom im DMV sowie deutsche Vereinsmeistertitel vorweisen. 2017 wurde Celina Liebmann Vizeweltmeister beim 250ccm Speedway und Markus Jell wurde 2019 deutscher Meister im Eisspeedway. Raiffeisenbank Rupertiwinkel Trachtenverein: GTEV D' Raschenberger Teisendorf Sportverein: TSV Teisendorf Bergsportverein: Sektion Teisendorf des Deutschen Alpenvereins, sie betreibt eine Kletterhalle und die Teisendorfer Hütte.

Tourismus Wie im restlichen Landkreis ist auch in Teisendorf der Tourismus eine wichtige Einnahmequelle. Mit 872 Fremdenbetten und 63.000 jährlichen Übernachtungen ist der Fremdenverkehr ein beachtlicher Wirtschaftszweig.