Das Dorf der Verdammten (Originaltitel: Village of the Damned) ist ein britischer Spielfilm von Wolf Rilla aus dem Jahr 1960. Er basiert auf der Romanvorlage Kuckuckskinder (1957, The Midwich Cuckoos) von John Wyndham. Der Film startete am 3. Februar 1961 in den deutschen Kinos.

In diesem klassischen Science-Fiction-Horrorfilm werden an mehreren Orten der Welt unter mysteriösen Umständen ähnlich aussehende Kinder geboren. Mit ihren übernatürlichen Kräften richten sie bei den Mitmenschen viel Schaden an; schließlich entbrennt ein Kampf ums Überleben.

Handlung Der pensionierte Physiker Gordon Zellaby lebt mit seiner Frau Anthea und seinem Schwager Alan in dem kleinen, verträumten Nest Midwich in England. Gordon und Anthea genießen ihre freie Zeit, während Alan als Offizier in einer nahegelegenen Kaserne arbeitet.

Eines Tages will Gordon Alan anrufen, verliert jedoch während des Telefonats urplötzlich und ohne erkennbare Ursache das Bewusstsein. Als selbst die Vermittlung von Midwich nicht mehr reagiert, bricht Alan umgehend zu seinem Schwager auf. Er ist bestürzt, als er vor Midwich auf ohnmächtige Passanten stößt, und alarmiert Polizei und Militär. Die Behörden errichten eine Sperrlinie und testen den Radius des Phänomens, ohne dabei zu einem Ergebnis bezüglich der möglichen Ursache zu kommen. Ein Aufklärungsflugzeug, das über Midwich kreisen soll, stürzt unerklärlicherweise ab. Wenige Stunden später wacht Gordon auf, unverletzt, aber verwirrt. Als Anthea und Alan das Zimmer betreten und berichten, dass ganz Midwich weggetreten war, ist das Unverständnis groß. Da anscheinend niemand im Dorf verletzt oder bestohlen wurde, bleibt den Einwohnern nur, zum gewohnten Alltag zurückzukehren.

Einen Monat später stellt Anthea fest, dass sie schwanger ist. Sie und Gordon sind überglücklich, bis sie erfahren, dass insgesamt zwölf Frauen des Dorfes schwanger sind. Als der Tag des Blackouts als Zeitpunkt der Empfängnis errechnet wird, ist der Schreck umso größer. Sogar unverheiratete Frauen sind in anderen Umständen. Nach nur fünf Monaten kommen zwölf kerngesunde Babys zur Welt. Alle Babys haben wasserstoffblondes Haar, dunkle starre Augen und merkwürdig schmale Fingernägel. Es ist offensichtlich, dass alle Neugeborenen von ein und demselben Vater abstammen müssen. Gordon beschließt, seinen „Sohn“ David zu nennen.

Einige Zeit später kommt es zu merkwürdigen Zwischenfällen. So muss Gordon seine Frau mit Gewalt davon abbringen, ihre Hände in kochende Milch zu tunken, nachdem sie den kleinen David offenbar mit zu heißer Milch gefüttert hat. Einige Zeit später beobachtet Gordon, wie David mit Buchstabenwürfeln seinen eigenen Namen zusammensetzt. Gordon ist sprachlos und macht zusammen mit Alan ein Experiment: David und zwei weitere Kuckuckskinder können eine kleine Box mit kompliziertem Schließmechanismus gleich beim ersten Mal richtig öffnen, was Gordon und Alan zu dem Schluss führt, dass die Kinder nicht nur überdurchschnittlich intelligent, sondern auch telepathisch miteinander verbunden sind. Auch können sie andere mit ihrem unheimlichen Blick manipulieren.

Die Kinder wachsen ungewöhnlich schnell heran; nach nur drei Jahren haben sie die körperliche Verfassung von Zwölfjährigen erreicht. Die Gruppe sondert sich von anderen Dorfbewohnern ab und fällt durch ihre einheitliche Kleidung und ihr unterkühltes bis ignorantes Verhalten auf. Zudem häufen sich die merkwürdigen Vorkommnisse, die immer irgendwie mit ihnen in Zusammenhang stehen. Die Dorfbewohner haben Furcht und Abscheu vor den Kuckuckskindern entwickelt, meiden sie und verbieten ihren eigenen Kindern jeglichen Umgang mit ihnen.

Bald darauf werden Gordon und Alan zu einer Sonderkonferenz des königlichen Militärs in London eingeladen, weil nach Midwich nun auch in Sibirien, in der Mongolei, in Australien und in einer Inuit-Gemeinde in Kanada „Blackout-Kinder“ geboren wurden. Allerdings starben die Säuglinge in Australien zehn Stunden nach ihrer Geburt, und die Inuit töteten die Säuglinge, weil die jungfräulichen Geburten die Tabus der Inuit brachen. Ebenso erging es den Familien in der Mongolei, dort wurden sogar die Mütter getötet. Es sind also nur noch Midwich und das sibirische Dorf übrig. Über die Herkunft der Kinder kann man nur spekulieren. Die Offiziere fürchten die Kräfte der Kinder und wollen sie am liebsten einsperren oder töten. Empört geht Gordon dazwischen und bietet an, die Kinder persönlich zu betreuen und zu unterrichten. Sichtlich überrascht willigen die Behörden ein.

Kurz darauf ereignet sich ein rätselhafter „Unfall“: Ein Autofahrer fährt aus Unachtsamkeit eines der Kinder an. Obwohl dem Kind nichts passiert ist, bringen die anderen Kinder den Fahrer dazu, mit Vollgas gegen eine Mauer zu fahren. Der Mann ist augenblicklich tot. Anthea, die Zeugin des Vorfalls war, soll bei einer Gemeindeanhörung aussagen, kann sich aber unerklärlicherweise an kaum etwas erinnern. Daraufhin kommt es im Gerichtssaal zum Tumult, weil der Bruder des Getöteten lauthals Rache schwört. Auf dem Heimweg sehen Anthea, Gordon und Alan ihn mit einem Gewehr an einer Straßenecke lauern. Anthea, Gordon und Alan versuchen, den Mann von seinem Mordplan abzubringen, doch die Kinder stehen plötzlich hinter ihnen und lassen die drei mit ihrem Blick erstarren. Dann bringen sie den Mann dazu, sich selbst zu erschießen. Während Anthea, Gordon und Alan am Abend noch unter Schock stehen, erhält Alan vom Militär telefonisch die Nachricht, dass das sibirische Dorf mittels einer ferngelenkten Atomrakete ausgerottet wurde. Inzwischen eskaliert im Dorf die Situation, ein wütender Mob will das Gebäude, in dem die Kinder untergebracht sind, anzünden. Doch das Vorhaben misslingt, als David den gesamten Mob erstarren lässt und der Rädelsführer sich selbst in Brand steckt. Alan, der zufällig Zeuge wird, stürmt ins Gebäude, um David zur Rede zu stellen, was darin gipfelt, dass Alan stundenlang apathisch im Bett liegt.

Als Gordon zu vermitteln versucht, fordert David ihn auf, den Kindern bis kommenden Freitag zur Flucht zu verhelfen. David macht außerdem unmissverständlich klar, dass er jedem schaden wird, dem Gordon etwas verraten sollte. Gordon sieht ein, dass er sich in den Kindern geirrt hat, und beschließt, sie mit einer Zeitbombe im Aktenkoffer zu vernichten. Unter einem Vorwand schickt er Anthea und Alan am Freitag Morgen nach London, damit sie ihm bei seinem Vorhaben nicht in die Quere kommen und die Kinder ihr Wissen um die Bombe nicht erspähen können. Als er gedankenversunken die Ziegelsteinwand an seinem Kamin betrachtet, kommt ihm eine Idee. Anschließend begibt er sich zum Schulgebäude.

David merkt sofort, dass Gordon etwas zu verbergen versucht, doch als er dessen Gedanken lesen will, ist er völlig verblüfft, dass Gordon permanent an eine Ziegelsteinmauer denkt. Daraufhin versucht nun die Gruppe von Kindern, durch telepathische Angriffe Gordons Konzentration zu stören, damit sie hinter die mentale Mauer blicken können. Als sie das Zifferblatt des Zeitzünders in Gordons Gedanken erkennen können, ist es allerdings zu spät. Die Kofferbombe explodiert und tötet die Kinder, auch Gordon kommt ums Leben. Anthea und Alan haben zwischenzeitlich Gordons Finte durchschaut und kehren spornstreichs zurück nach Midwich. Sie können allerdings nur noch zusehen, wie das Schulgebäude abbrennt.

Hintergrund Produktion und Dreh Bereits im Juni 1957 hatte Metro-Goldwyn-Mayer die Rechte an Drehbuch und Film erworben.MGMs Filmrechte Ursprünglicher Regisseur war Stirling Silliphant. Der Film wurde mit Ronald Colman in der Hauptrolle begonnen, wurde dann aber auf Eis gelegt, weil er wegen der düsteren Schilderung der jungfräulichen Geburt als zu heikel galt, weshalb die Produzenten auch wiederholten Hetzkampagnen durch katholische Zensoren ausgeliefert waren. Nachdem Colman 1958 gestorben war, sollte er mit George Sanders realisiert werden.Hintergrundinfos zu den Veröffentlichungsproblemen grauen.de

Weil die Hetzkampagnen durch katholische Zensoren trotz mehrfacher Drehbuchüberarbeitungen nicht abebbten, wurde die Produktion schließlich im November 1959 nach England verlegt. Die Filmrechte gingen auf die Produzenten Ronald Kinnoch und Wolf Rilla über. Rilla besah sich die originalen Drehbücher und schrieb sie stark um – zum einen, weil Kostüm- und Schauplatzgestaltung nicht zum derzeitigen britischen Lebensstil passten und zum anderen, weil Rillas Meinung nach zu viele Sci-Fi-Elemente enthalten waren. Rilla wollte den Film glaubwürdiger gestalten, indem auf übertriebene Effekthascherei verzichtet wurde. Gedreht wurde der Film schließlich unter anderem in Letchmore Heath, etwa 12 km nördlich von London in der Grafschaft Hertfordshire. Die Gaststätte The Three Horseshoes Pub und die Aldenham School dienten als Kulissen und bestehen heute noch. In der Nähe befinden sich die Elstree Film Studios, mit denen MGM kooperierte.Letchmore Heath damals und heute Zeitraum des Drehs war von Dezember 1959 bis Februar 1960. Im Roman The Midwich Cuckoos sind es ursprünglich 58 Kinder, die das Dorf Midwich terrorisieren. Für die Verfilmung war diese Zahl nicht realisierbar, sodass sie auf zwölf reduziert wurde, weil eine so große Anzahl an Darstellern das Budget weit überschritten hätte. Auch gibt es im Roman keinen Anführer der Gruppe. Während die Frau der Hauptperson Gordon Zellaby im Film Anthea heißt, lautet ihr Name im Roman „Angela“.

Die Uraufführung des Films fand im Juli 1960 in Großbritannien statt, in Deutschland kam er am 3. Februar 1961 in die Kinos. Mit einem geschätzten Budget von 200.000 US-Dollar gilt er als Low-Budget-Film.Wolf Rilla (1920–2005). In: Die Welt, 1. November 2005. Demnach betrug das Budget 82.000 £

Filmtechnik Im Film beginnen die Augen der Kinder zu glühen, wenn sie ihre mentalen Kräfte benutzen. Dieses Glühen wurde nachträglich im Filmlabor eingearbeitet, indem Negativablichtungen der Augenpartien über die Positive gelegt wurden. In bestimmten Szenen wurde die sogenannte Split-Screen-Technik eingesetzt, sodass die Augen der Kinder (vermeintlich) glühen konnten, während sich die Personen um sie herum bewegten. Bei genauer Betrachtung fällt der Split Screen Effekt in bestimmten Momenten besonders auf: In der Szene, in der die Kinder einen unachtsamen Autofahrer telepathisch unter ihre Kontrolle bringen, ist die linke Hälfte des Bildschirms (wo Davids Augen glühen) völlig regungslos, während die rechte Hälfte in Echtzeit-Bewegung bleibt (sichtbar an den Haaren des Mädchens, die im Wind wehen). In Rillas Drehbuch war der Spezialeffekt der leuchtenden Augen eigentlich gar nicht eingeplant gewesen.Hintergrundinfos auf grauen.de In der britischen Urfassung wurde der Augen-Effekt zunächst herausgenommen, einige Jahre später aber wieder eingefügt. Die platinblonden Perücken, welche die Kinder während der Dreharbeiten trugen, sollten den Eindruck vermitteln, dass ihre Köpfe unnatürlich groß seien.

Besetzung George Sanders wirkte auch in anderen bekannten Filmen mit, so zum Beispiel in Rebecca von Alfred Hitchcock, aber auch in der Serie Mission: Impossible aus dem Jahr 1971.

Martin Stephens wurde durch die Rolle des David Zellaby als damals 12-Jähriger berühmt und spielte danach auch in anderen Horrorfilmen mit wie zum Beispiel in Schloß des Schreckens. An den Film Das Dorf der Verdammten erinnert er sich nach eigenen Angaben mit Humor; es habe ihn „amüsiert […] diese sehr erwachsenen Qualitäten und die Kontrolle über Erwachsene zu haben“. Andererseits sei ihm während des Drehs bewusst geworden, wie „machtlos man als Kind doch eigentlich ist“.Zitat von Martin Stephens

Schauspieler Michael Gwynn spielte mehrfach auch in anderen Filmen die Rolle eines Offiziers, neben Das Dorf der Verdammten auch den „Secret Agent“ in Danger Man und Captain Branscombe in Poison Island. In Justice – Nicht schuldig spielte er den Brigadier Craig Astley, und in Spy Trap verkörperte er den Helden Carson.